Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß?

ein weiterer Andreas, Wednesday, 09.02.2005, 18:32 (vor 7665 Tagen) @ Melanie Sophia

Als Antwort auf: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? von Melanie Sophia am 09. Februar 2005 16:02:39:

Da las ich letztens in unserer Stadtzeitung, dass Armut weiblich ist.

Das wundert mich doch sehr, ist doch Obdachlosigkeit ein nahezu rein männliches Problem.

Das Problem ist alt und bekannt, und dennoch eine Statistik des hiesigen Sozialamtes wurde veröffentlicht, wieviele Frauen (Alleinerziehende, die vergeblich auf den Unterhalt ihres Ex warten) im Gegensatz zu den Männer am Existenzminimum entlang leben.

Wenn Väter keinen Unterhalt zahlen, dann liegt das fast ausschließlich daran, daß ihr Einkommen den Selbstbehalt nicht übersteigt - ergo leben sie selbst am Existenzminimum.

Sind wir Frauen fauler als die Männer, mal ganz platt und polemisch gefragt? Nein, sicher nicht.

Da wäre ich mir nicht so sicher. Jedenfalls versteht es sich für eine Frau nicht von selbst, sich ihren Lebensunterhalt erarbeiten zu müssen. Die Neigung zur Versorgungsprostitution ist schließlich ein rein weibliches Phänomen.

Wenn die Frauen ihre Erwerbstätigkeit ernsthaft betreiben würden und nicht als Überbrückungsfunktion bis sich die Ehetransfers einstellen kämen sie auch weiter mit ihren Karrieren und hätten nicht ein durchschnittlich niedrigeres EInkommen als Männer. Sie verrechnen sich einfach zu oft mit ihrer Hoffnung eine gute Partie heiraten zu können. Schließlich ist Reichtum etwas relativ seltenes, sonst wäre es keiner. Da kommen nur die wenigsten zum Zuge. Aber viele Frauen leben in auf diese Fata Morgana hin.

Aber vor allem wir Frauen selbst sollten uns mit dem Thema beschäftigen. Das hat aber meiner Ansicht nach nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Nachdenklichkeit und Verbesserungswille, um ein "weibliches" Problem zu mindern.

Ja, da muß Frau an sich arbeiten.

Um sein finanzielles Schäfchen im Trocknen zu wissen, macht es keinen Sinn sich als Frau über Ungerechtigkeiten zu beklagen, sondern sie muss grundsätzlich von Klein auf an einen ausgeprägteren Sinn für Geld und Finanzen entwickeln, als es die bisherigen Frauengenerationen taten.

Der Sinn für Finanzen ist weiblicherseits durchaus ausgeprägt. Nur mündet er leider nicht in eine hinreichenden Leistungsmotivation im Erwerbsleben.

Gleich eine statistische Feststellung hinterher: männliche Existenzgründer verfügen über mehr Eigenkapital als weibliche. Ist Geschäftstüchtigkeit Männersache? Das glaube ich auch nicht.

Dann werden die Männer wohl mehr gespart haben vorher.

Na, es gibt noch viele Beispiele, nicht nur das Thema Geld betreffend. Wieg gesagt, Armut ist ein weibliches Problem, aber auch psychische Probleme suchen vor allem Frauen heim (Depression). Daraus resultiert dann die fatalste Form der Selbstaggression (Suizid). Diese Problem gilt es zu lösen.

Und was hast Du Dir da so gedacht?! Staatliche Existenzgründerdarlehen nur für Frauen?! Auf Kosten des Steuerzahlers?!

Meiner Ansicht nach kann in den meisten Bereichen nichts mehr durch eine Emanzipationsbewegung verbessert werden, sondern höchstens durch die persönliche Einstellung der Jeweiligen selbst, die zu ihrer Lebenssituation und ihrem Stellenwert in der Gesellschaft Stellung beziehen.

Da hast Du was wahres gesagt.

In einigen anderen kann die Feminismusbewegung uns der Gleichstellung näherbringen. Uns Frauen stehen sehr unterschiedliche Wege in vielen Lebensbereichen frei, auch wenn sie manchmal holprig sind.

aha

Gruß

Andreas


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