Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Emanzipation weiterhin zeitgemäß?

Friedwilli, Wednesday, 09.02.2005, 18:57 (vor 7665 Tagen) @ Melanie Sophia

Als Antwort auf: Emanzipation weiterhin zeitgemäß? von Melanie Sophia am 09. Februar 2005 16:02:39:

Nach längerer Abstinenz melde ich mich mal wieder. Ich hoffe diesmal nicht zu sehr anzuecken. Mir ist natürlich schon klar, dass Emanzipation hier eher kritisch betrachtet wird ;-)
Das Problem an der Thematik ist, dass es keine himmelschreienden Ungerechtigkeiten mehr gibt, aber dennoch die kleinen subtilen gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Männer und Frauen, die sich summieren.
Da las ich letztens in unserer Stadtzeitung, dass Armut weiblich ist. Das Problem ist alt und bekannt, und dennoch eine Statistik des hiesigen Sozialamtes wurde veröffentlicht, wieviele Frauen (Alleinerziehende, die vergeblich auf den Unterhalt ihres Ex warten) im Gegensatz zu den Männer am Existenzminimum entlang leben. Sind wir Frauen fauler als die Männer, mal ganz platt und polemisch gefragt? Nein, sicher nicht. Für die Gründe sollte sich schon die ganze Gesellschaft interessieren, vorallem weil das Geld vom Sozialamt aus unser aller Geldbeutel geht. Aber vor allem wir Frauen selbst sollten uns mit dem Thema beschäftigen. Das hat aber meiner Ansicht nach nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Nachdenklichkeit und Verbesserungswille, um ein "weibliches" Problem zu mindern.
Um sein finanzielles Schäfchen im Trocknen zu wissen, macht es keinen Sinn sich als Frau über Ungerechtigkeiten zu beklagen, sondern sie muss grundsätzlich von Klein auf an einen ausgeprägteren Sinn für Geld und Finanzen entwickeln, als es die bisherigen Frauengenerationen taten. Gleich eine statistische Feststellung hinterher: männliche Existenzgründer verfügen über mehr Eigenkapital als weibliche. Ist Geschäftstüchtigkeit Männersache? Das glaube ich auch nicht.
Na, es gibt noch viele Beispiele, nicht nur das Thema Geld betreffend. Wieg gesagt, Armut ist ein weibliches Problem, aber auch psychische Probleme suchen vor allem Frauen heim (Depression). Daraus resultiert dann die fatalste Form der Selbstaggression (Suizid). Diese Problem gilt es zu lösen.
Meiner Ansicht nach kann in den meisten Bereichen nichts mehr durch eine Emanzipationsbewegung verbessert werden, sondern höchstens durch die persönliche Einstellung der Jeweiligen selbst, die zu ihrer Lebenssituation und ihrem Stellenwert in der Gesellschaft Stellung beziehen. In einigen anderen kann die Feminismusbewegung uns der Gleichstellung näherbringen. Uns Frauen stehen sehr unterschiedliche Wege in vielen Lebensbereichen frei, auch wenn sie manchmal holprig sind.
Melanie Sophia

Es ist sicher die Frage, warum wir uns mit dieser Thematik auseinandersetzen sollen? Ganz im Ernst, deshalb schau ich kaum Fernsehn. Man hört es täglich, auf allen Känälen, bei jeder auch noch so unpassenden Gelegenheit, wird auf genau dieses Frauenproblem hingewiesen.
Viele dieser Frauen haben die Väter entrechtet und werden nun ein ernsthaftes Problem. Hieß es nicht immer, "Was kostet die Welt". Bei den Männern wird in Sachen Unterhalt, künftig immer weniger zu holen sein. Frauen wurde die finanzielle Last fürs Kinderkriegen erheblich gemildert und das ist mit ein Grund, für die hohen Soziallasten.
Aber wie gesagt, haben Männer ja ganz andere Probleme, zb. daß Sie Ihre Kinder nicht sehen können, oder zu Zwangsdiensten herangezogen werden, die Frauen ablehnen, also regelrechte Diskriminierung. Vor allem aber haben wir keine öffentliche Stimme und daß müßte zuerst geändert werden.
Wenn Mädels das mal merken und diese Diskriminierungen klar nennen, würde der Kriegslärm gleich ruhiger. Aber Diskriminierung von Männern gibt es nicht. Es ist sicher auch der wahre Grund dafür, daß Emanzen die Wehrpflicht nicht torpedieren. Wäre sicher einer Ihrer leichtesten Übungen. Lieber reden Sie pausenlos über das Thema, was du hier bringst.
Letzter Kalauer: Ich kenne eine Frau, die badet sechs Kinder in einem Wasser, so sehr muß Sie sparen. Ich kenne Männer, die baden sechs mal im Jahr. Ist es dir eigentlich aufgefallen, daß es im Fernsehn keine Männerthemen gibt? So richtig merkt Mann es eigentlich nicht, es gibt ja den Fußball. Ach ja und den Sex natürlich auch, hier nicht kostenpflichtig. Ist es Angst, die Frauen davon abhält, daß Männer im Fernsehen reden dürfen? Vielleicht auch die Angst, sich mit Männern fair auseinanderzusetzen? Männer reden so wenig, hör ich immer nur.

Friedwilli


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