Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Angst vor Verantwortung?

Max, Thursday, 03.02.2005, 16:09 (vor 7671 Tagen) @ Beatrix

Als Antwort auf: Angst vor Verantwortung? von Beatrix am 03. Februar 2005 11:37:18:

Hallo,
ich hatte über eine Woche keine Zeit, hier reinzuschauen, und inzwischen ist der thread schon im Archiv gelandet.

...wieso waren´s nicht zwei?

Also starte ich noch mal neu...

...ich hab´s geahnt.

Eine richtige Antwort auf meine Frage, wofür Männer sich mehr Anerkennung wünschen, hab ich nicht in Erinnerung.

...gottseidank waren´s keine zwei. Du hättest dich sonst womöglich nicht mal mehr an dieses Forum erinnert.

Ist es nicht insgesamt so, dass sowohl die Männer an fehlender Anerkennung ihrer Leistungen durch die Frauen und die Frauen an fehlender Anerkennung ihre Leistungen durch die Männer leiden?

...Männer und Frauen leiden an einem impertinenten Staat, der sie in bestimmte Rollen drängen will. Das ist alles.

Solange es noch festgeschriebene Geschlechterrollen und klar abgegrenzte Betätigungsfelder gab, war das anders.....

...richtig. Damals hatte die Frau ein Nudelholz und der Mann einen Hosengürtel.

Doch die Notwendigkeit, mehr Frauen als früher in der Arbeitswelt einzusetzen (veränderte Anforderungen)

...was soll denn das für eine Notwendigkeit gewesen sein?

, sowie der Wunsch vieler Frauen, wirtschaftlich unabhängig zu sein,

...bin ja schon froh, daß du nicht geschrieben hast "der Wunsch vieler Frauen, wirtschaftlich für eine Familie zu sorgen." Jaja, wirtschaftlich unabhängig - das wollen sie schon sein - egal wessen Geld sie dabei verbraten.

und nicht zuletzt die grundsätzliche Möglichkeit dazu durch Geburtenkontrolle und Familienplanung (mittels wirksamer Verhütungsmethoden) hat zu enormen Veränderungen geführt.

...im Schnitt 0,8 Kinder pro Frau und Lebenszeit - 40% der Akademikerinnen kinderlos: Tolle Familienplanung! Buben, die ganz allein von Müttern großgezogen werden, ganz ohne väterliches Vorbild - die Zeitbombe überhaupt. Enorme Veränderungen? Wie wahr, wie wahr!

Seitdem die Rollen aufweichen, stecken wir halt in einer schrecklich langen Umbruchsphase, die von Orientierungslosigkeit und Mißtrauen geprägt ist.

...tja, so ist das halt, wenn so olle, dumme Rollen einfach so aufweichen, ohne daß sie jemand aufweicht. Was hatten die Leute früher ein Pech, daß es nicht auf ihre Rollen draufgeregnet hat! Die mußten ja alle dumm bleiben! Kein Fortschritt ohne aufgeweichte Rollen!

Mein Eindruck ist, dass wir alle miteinander mit der Situation total überfordert sind. Sehr viele Erwachsene leiden heute an Doppel- oder Dreifach-Belastung.

...und mein Eindruck ist, daß ihr Frauen die Geister, die ihr rieft, bald nicht mehr loswerden werdet. Warum? Weil die Geister anders ausschauen, als ihr euch das mal in eurer unglaublichen Naivität ausgemalt habt. Amendt hat da neulich einen seeehhhr schönen, offenen Brief geschrieben. Und Dreifachbelastung? Kinderkacke! Ein wahrer Progressiver erkennt schon längst die Totalbelastung!

In so einem Fall ziehen sich manche gerne auf alte, vertraute Rollen zurück.

...nicht das Dümmste! Ist ja nicht so, daß damals, als überall noch trockene, stabile Rollen in der Gegend rumgekullert sind, kein Mensch jemals geliebt, gelacht oder gesungen hätte! Glückliche soll es damals gegeben haben! Aber heute? Heute haben wir die aufgeweichten Rollen. Eine aufgeweichte Rolle ist als Rolle nicht mehr zu gebrauchen.

Ich denke da zB an Frauen, die durch Mutterschaft den Konflikten am Arbeitsplatz und dem Druck, sich in einer männerdominierten Arbeitswelt zu profilieren, den Rücken kehren und die finanzielle Verantwortung an den Partner oder den Staat abgeben.

...was ja kein Problem wäre, wenn das auch von dazugehöriger Demut und Dankbarkeit begleitet wäre. Aber nein: Die machen das so, wie du schreibst und maulen dann was von Karrieren, die sie geopfert hätten und von Männern, die dieses Opfer nicht zu würdigen wissen.

Und ich denke an Väter, die nach der Geburt eines Kindes nicht nur deshalb Überstunden machen, weil mehr Geld nötig ist, sondern auch, weil sie sich durch die Anforderungen und Erwartungen, die ihnen zuhause begegnen, überfordert fühlen.

...und ich denke an die 80% aller Halbtagsjobs, die für Frauen reserviert sind.

Wenn Väter nicht wagen, Elternzeit zu nehmen, haben sie dann Angst vor dieser neuen Rolle? Und auch Angst, in ihrem angestammten Bereich, dem Arbeitsplatz, den Anschluss zu verpassen?

...Männer können sich schlicht nicht leisten, den Anschluß zu verpassen, denn auch ihre wirtschaftliche Zukunft hängt stark von der latenten Scheidungswilligkeit ihrer Frauen ab. Umgekehrt ist das ganz anders.

Männer definieren sich ja mehrheitlich durch die Erwerbsarbeit. Deshalb leiden Männer an Arbeitslosigkeit viel Stärker noch als Frauen....

...In der Tat: Männer werden äußerst übellauniug, wenn man sie nicht das tun läßt, wozu man sie erzogen hat.

Was für eine Angst ist das genau, die Männer davon abhält, sich die frühere Frauendomäne Haushalt und Kindererziehung zu erobern, und die Frauen abhält, sich die Männerdomäne Erwerbsarbeit zu erobern?
[quote]Angst vor Verantwortung?
[/quote]

...Im einen Fall ist es die Angst, nach erfolgreicher Eroberung der Frauendomäne Hörner aufgesetzt zu bekommen von einer Frau, die mit einem rumbumst, der sich für Frauendomänen einen feuchten Kehrricht interessiert.
Und im anderen Fall ist es nicht Angst, sondern Faulheit.

Angst vor Machtkämpfen/Auseinandersetzungen mit den bisherigen Machthaber/innen?

...bin ich schon bewaffnet?

Angst vor Kritik?
Angst davor, zu versagen?
Angst vor Machtverlust in dem Bereich, in dem sie sich sicher fühlen?

...Angst, Angst, Angst - fällt Dir vielleicht auch noch ein anderes Motiv ein?

Mir fällt zB auf, dass hier im Forum immer viel Traffic ist, wenn es darum geht, zu streiten, zu kämpfen und zu dominieren.

...tja, so ist das bei Männern. Kompetitiv erzogen. Schön für die Frauen! Da können sie in Ruhe abwarten und sich für den Sieger einen geschlitzten Rock an- und den Sieger abziehen.

Wenn dagegen jemand einen Beitrag zum Thema 'Männer in neuen Rollen' erscheint, so bleibt dieser oft unkommentiert. So wie letztens der mit dem Artikel von Ralf Ruhl über Männer im Erzieherberuf.

...wer will schon in aufgeweichte Rollen schlüpfen? Igitt! Und Männer in Erziehungsberufe? Klar, wer drauf steht, daß er noch vor seiner ersten Frühstückspause eine Klage wegen sexueller Belästigung oder Kindesmißbrauch am Bein kleben hat, der soll ruhig den Erzieherberuf wählen. Erfolg garantiert!

Wenn Männer aber in diesem Bereich, nämlich der Kindererziehung nicht mehr Verantwortung als bisher übernehmen, dann kommen wir aus der momentanen Schieflage nicht wieder heraus.

...und wenn wir ihn übernähmen, dann käme gleich wieder der Aufschrei "Gewalt!" von denen, die kein Stück Verantwortung abzugeben bereit sind, weil diese Abgabe nämlich mit Unbequemlichkeiten verbunden wäre.

Immer mehr Frauen sind heutzutage erwerbstätig, aber genauso wenig Männer wie zuvor betreuen und erziehen Kinder.

...da kannst du mal sehen, was für Rabenmütter solche aufgeweichten Rollen hervorbringen.

Das geht alles zu Lasten unserer Kinder.

...Blitzmerkerin, wie?

Die Kinder kommen viel zu kurz und es gibt immer mehr offenkundige Probleme durch Nicht-Erziehung. :-((

...wer sollte die Kinder denn auch erziehen? Heutige Frauen, jung, verwöhnt, egozentrisch, selbstgerecht und narzisstisch? Geh´fort!
Sollen wir sie in die Fabrik prügeln, wo sie keinen großen Schaden anrichten können und die Kindererziehung selbst in die Hand nehmen?
Richtig wär´s ja, aber.....

Deshalb nochmal meine Frage:
Wovor genau habt ihr Männer Angst, so dass ihr euch nicht im erforderlichen Maße an den notwendigen Aufgaben der Kindererziehung (privat UND gesellschaftlich) beteiligt?

...sollte jetzt langsam klar geworden sein. Angst habe ich nur davor, daß ich mich vielleicht nochmal dazu hinreissen lassen könnte, so krokodilstränige Fragen zu beantworten.

ciao
Beatrix

...genau. - Max


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