Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Das ist mal wieder ...

XRay, Thursday, 09.12.2004, 14:32 (vor 7728 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: Das ist mal wieder ... von reinecke54 am 09. Dezember 2004 11:41:00:

Kennen wir doch schon lange.
Am konkretesten wirds hier:
Ein Jahr nach der Trennung haben Frauen durchschnittlich ein Drittel des Pro-Kopf-Einkommens verloren, das ihnen zwei Jahre vor der Trennung zur Verfügung stand. In den folgenden Jahren entspannt sich die Lage zunehmend wieder.

---
Liegt doch das Problem wohl vielfach genau dort, denn
die Vergleichsbasis sind die ehelichen Verhältnisse, nicht aber
die voreheliche Situation.

Die gelernte Kindergärtnerin hatte z.B. durch Heirat eines gerade
mit dem Studium fertig gewordenen Ingenieurs bereits einen deutlichen
Zuwachs an Lebensstandard gewonnen, der in der Ehe durch den beruflichen
Aufstieg des Mannes gewachsen ist, während die Kindergärtnerin auch ohne
Ehe bestenfalls durch ihre Berufsjahre einen Einkommenszuwachs erfahren hätte.
Bei der Scheidung soll der Ingenieur der Frau nun einen Lebenstandard
gewährleisten, den sie ohne Ehe garnicht erreicht hätte. Darüberhinaus
muss er Rentenpunkte an die Exfrau abtreten, die er nur durch eine
Leistung (Studium) aus einem Zeitraum vor der Ehe erreicht hat in welchem
er nur sehr begrenzt Rentenpunkte erwirtschaften konnte. Dagegen konnte
die Frau im gleichen Zeitraum Rentenpunkte erwirtschaften, die ihr verbleiben.
Der Ingenieur verliert in diesem Fall gegenüber der Situation ohne Ehe
erheblich, während die Frau Gewinn verzeichnet und zwar nicht nur in
finanzeller Hinsicht, denn die Kinder gehen in aller Regel auch an die Frau.

Die Bewertung wer mehr verliert hängt somit wesentlich an der Vergleichsbasis. Aus meiner Sicht ist eben diese Vergleichsbasis
sehr fragwürdig, zumal es eben häufig die Situation gibt, daß
Frauen sich Männer mit höherem Bildungsstand angeln, also durch Ehe sozial aufsteigen (während Frauen sich eher selten sozial herunter handeln lassen)

Maßstab für Unterhalt ist leider der eheliche Lebensstandard.
Das ist etwa so, als wenn jemand seine Lebensversicherung kündigt und
dennoch die Leistung daraus einfordert, der normale Unfug halt.


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