Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Boah! Knallhart nachrecherchiert!

Arne Hoffmann, Wednesday, 08.12.2004, 19:55 (vor 7728 Tagen) @ Dr. Schikago

Als Antwort auf: Frau-TV schlägt heute zurück! von Dr. Schikago am 08. Dezember 2004 12:00:02:

"Der Spiegel provoziert in dieser Woche mit dem Titel: Der geplünderte Mann. Männer leiden angeblich mehr unter der Trennung als Frauen – finanziell und emotional. Wir haben noch mal nachgerechnet – und siehe

da: nach einer Studie verlieren Frauen ein Drittel ihres Vermögens durch die Scheidung. Männer dagegen nur ein Zehntel."

Ist ja eine beeindruckende Recherche-Leistung von den Mädels. Sie haben den SPIEGEL-Artikel zur Hälfte gelesen, immerhin.

Dort findet sich auf Seite 92: "Dennoch sind laut (dem Kölner Professor) Andreß die ökonomischen Verluste der Frauen höher: Verglichen mit ihrer Lage während der Ehe, zwei Jahre vor der Trennung, verlören sie ein Drittel, während die Ex-Ehemänner nur etwas mehr als ein Zehntel einbüßten. Also doch: die Frau, die ewige Verliererin?"

Das hat FrauTV also nicht etwa nachgerechnet, sondern aus dem SPIEGEL-Artikel selbst abgeschrieben. Der Artikel geht aber direkt im Anschluss weiter mit:

"Andreß selbst warnt vor vorschnellen Schlüssen: Es sei `schwierig nachzuvollziehen´, warum zumiest `gerade Frauen die Scheidungsinitiative ergreifen, wenn die ökonomischen Konsequenzen für sie so viel negativer sind als für ihre Partner´. Auflösen lässt sich der Widerspruch womöglich mit einem weiteren Resultat der Andreß-Studie: Die allgemeine Lebenszufriedenheit der Frauen übersteigt bereits ein Jahr nach der Trennung erheblich die der Männer. (...) So erlebten Ex-Gattinnen mit einem neuen Partner häufig deutliche Verbesserungen hinsichtlich Wohnung und Einkommen."

Außerdem gebe es eine "große Varianz in den Einzelfällen". Wie das aussieht, wird im Rest des Artikels über mehrere Seiten ausführlich erklärt. Aber da hatte FrauTV offenbar keine Lust mehr zum Weiterlesen.

Überhaupt verstehe ich schon die Logik des ersten Absatzes nicht. Plakativ formuliert: Eine Krankenschwester heiratet einen Arzt oder eine Sekretärin einen Manager und lässt sich dann reich scheiden. Selbst wenn es ihr nach der Scheidung schlechter geht als während der Ehe, hat sie doch einen ganz schönen Schnitt gemacht. Noch fetter läuft es offenbar, wenn sie, wie der SPIEGEL schreibt, einen sogenannten Aufstockungsunterhalt erhält, "der ihr unter Umständen noch nach Jahrzehnten denselben Lebensstandard wie in den Ehejahren garantiert".

Arne


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