Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schon wieder 68... und KEIN Thema?

Nick, Sunday, 24.10.2004, 06:35 (vor 7775 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Website von Bettina Röhl von Odin am 24. Oktober 2004 00:41:51:

Mensch, Odin!

"Was wills Du mit Deinem 'wahrscheinlich' und 'u.U.' und als Gipfel der 'Beweisführung' ein 'ziemlich wahrscheinlich' [sagen]?"

Rüdiger kann ja nicht mehr dazu sagen, weil, wie er richtig bemerkt, "nach Ermessen eingestellt wurde". Dieses Faktum ist ein schändlicher politischer Skandal allererster Güte - und zwar weder "wahrscheinlich" noch "u.U." noch "ziemlich wahrscheinlich", sondern das ist ganz sicher einer! Warum gehst du darauf nicht nur nicht ein, sondern benutzt es sogar, um wieder mal das Thema selbst zu unterbinden? Macht dir das etwa Ehre?

"...und vor allen Dingen, was will eine Homepage von Bettina Röhl hier. Hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun, noch nicht mal im weitesten Sinne."

Richtig, das hat überhaupt nichts mit "Gleichberechtigung" zu tun - sondern mit ihrer Zerstörung durch die Linken in der Folge von 68: der heutige Feminismus ist originär deren Erfindung und sogar ihr allergrößter bleibender "Erfolg". Und wieder: du möchtest partout nicht, daß das überhaupt Thema wird? Warum? Weil du selbst ein Linker bist? Mußt du dich deshalb genau so schändlich verhalten? Warum? Hast du da denn etwas zu verbergen? Was?

Ich habe leider noch niemals erlebt, daß ein Linker die Verantwortung übernommen hätte für das, was Linke in den letzten 40 Jahren angerichtet haben. Und tut es mal einer, dann ist er auch prompt kein Linker mehr, sondern wendet sich mit Schaudern davon ab. Zurück bleiben die immer Dümmeren. Hast du das nötig? Eigentlich doch nicht, finde ich...

"Bettina Röhl ist eine kranke Persönlichkeit und sie mußte es in Abgrenzung zu ihrer Mutter wohl auch werden. Es wäre gut, wenn sie mit sich und ihrer Vergangenheit ins Reine kommen könnte. Ihre Mutter war ebenso eine Randerscheinung der "68er" wie Woodstock und Fingerfarben. Klar, daß sie unter ihrer Mutter schwer zu leiden hatte. Aber muß sie das in aller Öffentlichkeit ausbreiten? Sie muß für ihre Mutter nicht Buße tun. Sie hat keine Schuld."

Brrrr, schüttel! Das ist diese bekannte, widerliche und bei Linken wegen ihrer notorischen Argumentationsarmut so beliebte 'Technik' des Pathologisierens: der Gegner sei angeblich krank und deshalb erübrige es sich, überhaupt auf ihn einzugehen. In der UdSSR saßen zahllose politische Dissidenten als "Irre" in der Psychiatrie. Diese Tatsache durfte in den 70ern nicht einmal benannt werden. Sie wurde vom linken Pöbel einfach niedergeschrien... ich kann mich gut daran erinnern!

Krank war zweifelsfrei die Mutter von Frau Röhl, die RAF-Gründerin Ulrike Meinhof, wie überhaupt die ganze Zeitgeistbewegung, deren maßgeblicher(!) Repräsentant sie war. Bis zu ihrem Selbstmord galt diese durchgeknallte Mörderin der gesamten studentischen Linken als die Ikone des "Kampfes gegen politische Isolationsfolter in den Knästen der faschistischen BRD" - eine Tatsache des blanken, historischen Irrwitzes, durch den die Wahrheit frech auf den Kopf gestellt und mit der Lüge dummer, ideologischer Schreihälse ausgetauscht wurde. Das war damals 'Mainstream' an den deutschen Universitäten. Bloß nicht drüber reden? Wieso?

Eine Schande, in der Tat! Aber ein Wort des Bedauerns dazu, der Selbstkritik oder gar der Verantwortungsübernahme? Pustekuchen! Weiter werden eitel die dümmlichen Mythen gepflegt, je und je. Die Schande der Deutschen Linken hat sie sich ganz allein selbst bereitet. Ich freue mich übrigens keineswegs darüber, sondern ich bedaure diese objektive Kläglichkeit, denn das Land bräuchte (auch) eine intellektuell redliche Linke - aber bestimmt nicht so eine geistlose, spießige, selbstgerechte Heuchelei.

Das ganze 68 bestand also deiner Meinung nach eigentlich überhaupt nur aus lauter Randerscheinungen "wie Ulrike Meinhof, Woodstock und Fingerfarben". Odin, aber auch! Dann gab es 68 ja gar nicht! Und sowieso, wer hätte es nötig, auf Randerscheinungen einzugehen? Besonders wenn er per definitionem "das Gute" vertritt, und den "Fortschritt". Da hat man das doch nicht nötig. Per definitionem.

Der Bürger hätte demgemäß nur noch das "Recht", gewissermaßen die Opposition zu kritisieren und gegen seine eigenen reaktionären Ansichten zu protestieren? Das genau ist die Wirkung des linken Mythos: eine totalitäre Weltsicht, die glatte Negation der historischen Wahrheit, das chronisch schlechte Gewissen und der Zwang zur dauernden Lüge und zum hektischen Vertuschen. Bloß geht das heute eben nicht mehr. Das Monstrum liegt in den letzten Zügen.

Wer es jetzt dennoch weiter versucht, der zerstört sich selbst.

Nick


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