Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Prävention mit Frauenpower - LOL

Emmalein, Tuesday, 23.03.2004, 12:18 (vor 7990 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Prävention mit Frauenpower - LOL von Ferdi am 23. März 2004 09:40:58:

Hi, Ferdi,

Frauen sind wie Männer Menschen. Sie sind eigentlich nicht böser, gemeiner, ausbeuterischer, gewalttätiger und aggressiver als Männer. Alle Menschen sind aber mit Fehlern behaftet.

Gerade Deine Beiträge strotzen aber davor, zu behaupten, dass nur Frauen Fehler haben, und man mit denen deswegen keine langfristigen Beziehungen doer ein Zusammenleben eingehen könnte.

Ich bin gegen diese kinderleichten Ehescheidungsmöglichkeiten. Sie verführen die Ehefrauen, beim geringsten quersitzenden Furz zum Anwalt zu rennen und Scheidungsantrag einzureichen.

Ich bin sicher, Du hast Dich noch nie scheiden lassen. Eine Ehescheidung ist alles, nur eines nicht: Kinderleicht. Man hat einen enormen Bürokratieaufwand, muss sich einen Rechtsanwalt nehmen, selbst wenn man eigentlich alles alleine klären könnte (wir hätten damals keinen Rechtsanwalt gebraucht, aber er ist gesetzlich vorgeschrieben, der hat von mir zwar nur Mindest- aber immerhin Honorar kassiert für eine Sache,die wir prima alleine regeln konnten), man hat psychische Probleme, wegen des schlechten Gewissens etc. Wenn man kein Geld hat, muss man mit enormen Aufwand Prozesskostenhilfe beantragen. Wegen des Versorgungsausgleichs muss man zur BfA und da einen Kontoauszug beantragen. Die Bürokratie macht es den sich Scheiden lassen wollenden schwer genug, oft ziehen sich die Prozesse wegen der Bürokratie, selbst bei Ex-Eheleuten, die sich einig sind, über Jahre hin. Zusätzlich vergisst Du das Trennungsjahr, das ja auch noch eingehalten werden muss. Wer also bei der geringsten Schwierigkeit sich scheiden lässt, sollte das mit der Ehe gleich bleiben lassen. Dafür ist die Sache zu aufwendig. Egal, ob für Frauen oder für Männr. Abgesehen davon stürzt es beide Geschlechter meist in die Armut, vor allem, wenn Kinder da sind. Und für die Kinder ist die Sache auch nicht gut.

Das Verführerische daran ist, dass dann sofort Unterhalt fällig wird. Das ist so verführerisch für Frauen, dass nach Einführung dieses Zerrüttungsprinzips die Scheidungszahlen in die Höhe geschnellt sind und die Scheidunganträge ganz überwiegend von den Frauen ausgehen.

Kann das nicht auch andere Gründe haben? Bei uns beiden war es z. B. der Grund, dass ich die Prozesskostenhilfe bekomme, er aber nicht. Ich habe die Prozesskostenhilfe bereits alleine von meinem Geld zurückgezahlt. Überigens habe ich keinen Cent Unterhalt von meinem Ex bezogen.

Was stimmt: Die Ansprüche an eine Partnerschaft haben sich im Vergleich zu den Zeiten unserer Eltern insbesondere auf Frauenseite etwas erhöht.
Frauen sollen immer fit, schick, jung, perfekt sein. Gut, das ist ein alter Anspruch. Frauen hatten sich, weil der Anspruch eben unerfüllbar war, damit abzufinden, dass Männer dann eben fremdgingen oder ihre Partnerin als Partnerin ignorierten und nur noch als "Zahl- und Strafmaschinen" funktionierten.

Aber jetzt gibt es auch den Anspruch an Männer, treu zu sein. In den früheren Jahren war es so, dass in der Doppelmoral Männern Untreue gestattet wurde und eine Frau das hinzunehmen hatte, während eine Frau, die untreu war, ein Flittchen war. Der Mann lebte sich neben der Ehefrau mit seinen ständig wechselnden jungen Sekretärinnen aus, die Frau hatte zumindest so zu tun, als ob sie davon nichts merkte. Das Spielchen mögen aber einige Frauen heute nicht mehr mitspielen!

Es gibt den Anspruch, nicht geschlagen zu werden. In früheren Zeiten hatten Frauen sich damit abzufinden,dass Männern mal die Hand ausrutscht.

Ein weiterer Grund ist, dass Scheidungen heute sozial akzeptierter sind als noch zur Zeit meiner Eltern. Da hätte uns ein Schröder mit drei oder vier Scheidungen mit Sicherheit nicht regieren dürfen! Brandt hatte genug Probleme in der SPD wegen seiner einen Scheidung. Heute ist ja fast die ganze Politikerriege durch geschieden. Meist wurde das ältere Modell Frau gegen ein jüngeres ausgetauscht in dieser Riege.

Nicht Männer und Frauen gehören an den Pranger, da gehört der Gesetzgeber hin, der hat nämlich diese ganze verkorkste Situation zu verantworten. Wer Gesetze machen darf, die für ein ganzes Volk zwingend sind, der müsste eigentlich eine knallharte Fachausbildung absolviert haben, so ähnlich wie die Piloten der grossen Airlines, die die Verantwortung für Leib und Leben ihrer Passagiere tragen.

Und in welcher Weise willst Du diese Menschen adäquat ausbilden? Von allen Dingen kann niemand etwas verstehen, aber Palamentarier müssen für das ganze Volk Gesetze machen. Wir leben schliesslich in einer Demokratie und nicht in einer Expertokratie. Mit so einer "Avangarde des Proletariats" möchte ich auch nicht so gerne etwas zu tun haben.

Für Frauen ist es nicht leichter und nicht profitabler, sich scheiden zu lassen, als für Männer. Die meisten erleben nach einer Scheidung ebenfalls einen wirtschaftlichen Absturz. Immerhin gehören Alleinerziehende im Armutsbericht der Bundesrepublik Deutschland zu den Ärmsten der Armen. Würden die durch die Scheidung so reich werden, würden die da doch gar nicht auftauchen.

Es grüsst langsam von denselben Argumenten, die es immer wieder nennt, müde werdend
das Emmalein


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