Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: ...hat viele Gruende!

Garfield, Thursday, 12.02.2004, 16:47 (vor 8029 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: ...hat viele Gruende! von Andreas am 12. Februar 2004 13:57:40:

Hallo Andreas!

"Dann gibt es da noch einen sogenannten "Frauenbonus". Ich habe schon oefter die Erfahrung gemacht, dass an Schulen und vor allem an Universitaeten Frauen in Pruefungen besser benotet werden, weil sie eben Frauen sind. Ich habe die Vermutung, dass viele maennliche Professoren Angst haben, eine Frau nach ihrer Leistungs zu bewerten, da sie sonst Aerger mit der Frauenbeauftragten bekommen. Und welcher Professor will in unserem feministischen Staatssystem gerne als "frauenfeindlich" beschimpft werden?"

Diesen Frauenbonus gab es schon vor dem Feminismus. In der DDR war Feminismus ja kein wesentliches Thema, aber trotzdem habe ich in meiner Schulzeit immer wieder Erlebnisse wie dieses gehabt:

Eine Mitschülerin wurde in Chemie vom Lehrer zur Leistungskontrolle nach vorn an die Tafel geholt. Sie war ja ein liebes, nettes Mädel und auch sehr fleißig, aber hochintelligent war sie nicht, und sie hatte von Chemie keinen blassen Schimmer. Natürlich hatte sie wie immer fleißig gelernt und konnte sämtliche Reaktions-Gleichungen aus der Stunde zuvor mit Sicherheit auswendig. Leider hatte sie aber den Sinn des Ganzen überhaupt nicht begriffen. Der Lehrer machte es ihr noch relativ einfach, indem er ihr eine Aufgabe gab, die dem Beispiel aus der vorherigen Stunde wirklich sehr ähnelte. Die beteiligten Elemente waren aber nicht so ganz dieselben, und somit half ihr das auswendig Gelernte nun nicht weiter. Sie schrieb irgendwelchen Unsinn an die Tafel und brach schließlich in Tränen aus. Der Lehrer (er war eh schon kurz vor der Rente und nahm nicht mehr alles so genau) bekam Mitleid mit ihr und sagte tatsächlich: "Na, dann setzen Sie sich mal hin, ich gebe Ihnen eine 2."

Normalerweise war es in meiner Klasse nicht üblich, daß man einem anderen etwas mißgönnte. Und wenn mal einer eine Zensur besser bewertet wurde, gab es deshalb nicht gleich Beschwerden. Aber für so eine offensichtliche Fehlleistung, die man eigentlich auch mit dem allerbesten Willen maximal mit einer 4 hätte bewerten können, eine 2 zu geben, war doch den meisten in der Klasse zuviel. Es gab lautstarke Proteste, und dann sagte der Lehrer, daß dieses Mädel dann eben in den nächsten Stunde noch einmal dran kommen sollte. So geschah es dann auch, und diesmal gab er ihr auch genau die Formel, die vorher im Unterricht als Beispiel behandelt worden war. Die kannte sie natürlich bestens auswendig, und der Lehrer verzichtete auch darauf, zuviel nachzufragen. So bekam sie dann doch noch ihre 2...

Viele Mädchen spekulierten wirklich auf diesen Frauenbonus. Als ein Lehrer mal Jungen und Mädchen gleichermaßen unfair behandelte, setzten einige Mädels aus Wut darüber prompt das Gerücht in Umlauf, daß er schwul wäre.

Heute wird das wohl noch schlimmer sein. Nicht unbedingt, weil Lehrer Konsequenzen befürchten, wenn sie Fehlleistungen von Mädchen oder Frauen entsprechend schlecht bewerten. Sie wollen einfach aus Prinzip nicht nachgesagt bekommen, daß sie frauenfeindlich wären, und so wird auf den schon früher üblichen Frauenbonus noch eins drauf gesetzt.

Freundliche Grüße
von Garfield


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