Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Einspruch gegen den NS-Vergleich

Michael, Saturday, 05.07.2003, 13:12 (vor 8250 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Einspruch gegen den NS-Vergleich von Martin am 04. Juli 2003 21:49:20:

Grundsätzlich bin ich eigentlich auch gegen Nazi-Vergleiche als Totschlagargument bei jeder Gelegenheit: Wirft ein Besoffener eine glimmende Kippe in der Nähe einer Synagoge auf den Asphalt oder denkt ein Forscher laut über die Möglichkeiten der Biotechnologie beim Menschen nach kann man schon sicher mit ausgeleierten Sprüchen wie "Schon einmal gab es in Deutschland eine Zeit usw. usf." rechnen. Ein bequemes Generalargument für vieles.
Andererseits wird aber auch zu jeder Gelegenheit aufgefordert, sich an gewisse Ereignisse zu erinnern und sie nicht zu vergessen, und das, obwohl weder Sender noch Adressat sie jemals erlebt haben. Und es wird gemahnt, den Anfängen zu wehren und wachsam zu sein. Identische Ereignisse gibt es nicht, also können nur in gewisser Hinsicht ähnliche gemeint sein, die einige Parallelen aufweisen. Und da ist die Schmerzgrenze m. E. durchaus überschritten.
Martin

Ich stimme dir soweit zu und möchte noch ergänzen:
Mit welchen Leuten haben wir es zu tun? Wie stellen sie sich öffentlich dar? Betrügen sie die Menschen? Bei Nazis war das unübersehbar. Bei denen eigentlich nicht, denn wer sie aufmerksam beobachtet, kann sich ein Bild machen von dem machen, was sie vorhaben. Wie aber dann ist es möglich daß in den Medien die Hälfte der Bevölkerung systematisch abgewertet wird? Wie ist es möglich, daß in einem Rechtsstaat ein Skandal Urteil nach dem anderen über die Theke geht, ohne daß man in den gerechtigkeitsgeifernden Medien ein Ton davon hört? Da die meisten wissen wie das "funkioniert" erspare ich mir hier eine Beschreibung und dem Forum einmal mehr die Fäkalsprache zu ersparen. Der Gegner besitzt beste Tarnung, indem er zb.für die Familie wirbt, in Warheit diese in eine Zerreißprobe zwingt. Wehrpflichtigen verspricht er sich für die Abschaffung der Wehrpflicht einzusetzen, wohlwissend daß dieses Versprechen betrügt. Männern verprechen sie Besserung, wenn die auf Ihre Soziologen hören, wohlwissend daß der Schlüssel in der Erziehung liegt. Diese Beispiele können x beliebig fortgesetzt werden. Eine direkter Vergleich ist niemals zulässig, aber die vielen Gemeinsamkeiten im Denken, insbesondere die Täuschung der Öffentlichkeit, aber auch die akute Gefahr forden eine deutlichere Sprache wie bisher.

Michael


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