Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7

susu, Thursday, 01.05.2003, 09:11 (vor 8315 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 von Alex am 23. April 2003 22:51:08:

Hallo Alex.

Ewig währt am längsten... Nachdem ich mich mit zwei ekligen PCs rumschlagen mußte (bzw. muß, der eine liegt noch immer am Boden, beim anderen lag es schlußendlich doch an der Hardware) bin ich wieder da.

Stimmt schon. Ich hab auch noch keine Vorstellung vom Umfang. Wichtig wär mir, dass es sich auch für Nicht-Insider spannend liest. Je nachdem, werden wir möglicherweise schon den einen oder anderen Plot verwerfen müssen...

Bei Erfolg kann ja noch "Return to future World" nachgeschoben werden.

*schmunzel* In FW werden die "einen" ständig die "anderen" sein bzw. teilweise noch nichtmal das, sondern nur das "Unaussprechliche" *gg*

Im Grunde ist keine GI hier und jetzt unaussprechlich. Frag mal Rüdiger: Tertium non datur?

Auch toll... wenn man so will, ist eine Diktatur am unkompliziertesten.

Nee, da erhöht sich der Verwaltungsaufwand enorm, weil da so Juntas und Geheimdienste nötig sind und die sind noch komplizierter. Verwaltungstechnisch am unkompliziertesten wäre natürlich Anarchie, aber daß sieht dann eher aus wie Bazra als Bakunin...

Na was da "vorgesehen" ist, ist mir relativ schnurz. Die sollen nicht die Realität verbiegen, sondern sich danach richten.

Tun sie ja, nur ist das eben deren "Realität". Ich sag ja, die Erfahrung mit Dementen hilft mir, diese komischen Dinge einzuordnen...

Das Entfernen der Gonaden möchte ich gerne vermeiden. Ich möchte nicht, dass bei Lesern dann die Assoziation zu Eunuchen entsteht. Dadurch könnte das Thema in eine Richtung kippen, die ich nicht möchte. Die Handlung würde dann als Gesellschaft von Eunuchen begriffen, also eine äußere Ursache würde verantwortlich gemacht ("Klar, können das keine richtigen Männer werden wenn man die schon als Kind kastriert"). Ich möchte aber innere Bedingungen haben, die sich nur (auch) äußerlich darstellen.

Ok, bleiben wir bei der Sterilisation.

Naja, ich muß gestehen, ich sehe da auch keinen wirklichen. Ok, die kulturelle Entstehung der Beschreibungen ist deutlich sichbar. Die Beschreibung erfolgt auch männlicher Sicht, klar, meinst Du das? Weil es ist ja nicht gesagt, dass die Aktivität hier der männliche Part ist. Es ist schlicht Unsinn das nur aus der Sicht EINES Partners zu beschreiben. Richtiger wäre ein Wort für "sich verbinden".

Ich würde nicht mal sagen "männliche Sicht", denn das Gefühl umschlossen zu sein wäre ja die adequate Beschreibung des Gefühls des Mannes. Die Beschreibung als Penetration nimmt also allen teilnehmenden Personen etwas. Ich denke es gibt da auch kein richtig oder falsch, es gibt nur individuelle Wahrnehmungen einer Handlung und die sind eben beschränkt (durch die Konstruktion von Erotik).

Ja, das ist schon ok. Fakt ist, es gäbe Bartwuchs und es gäbe Veränderungen der Brust... ich möchte das auch garnicht so weit treiben, dass hier wieder irgendwelche Leseri nen "geistigen Fluchtweg" nehmen können, und die Gesellschaftsstruktur simpel auf Hormone schieben. So einfach will ich das niemand machen *g* Mit dem "Kulturschock" müssen sie schon klarkommen. Ich will einzig und allein innere Begründungen einer gewachsenen Sozialisation als Erklärung zulassen und tunlichst vermeiden, dass Leseri irgendwo geistig den Notausgang nehmen *gg*

Stimmt. Vieleicht könnten die Hormone auch einfach off-Limits für Menschen unterhalb eines bestimmten Alters sein, denn bestimmte Veränderungen sind permanent (Stimmveränderung und Bartwuchs nach Testosteroneinnahme, Brüste nach Östrogeneinnahme, das geht alles nicht komplett weg) und solche Entscheidungen sind auch heute altersbeschränkt. Also liefe eine komplette Altersgruppe (sagen wir die unter 30-jährigen) ohne Hormone und ohne GI herrum. Wenn die Leute in der GI-Subkultur dann noch Hormone nehmen, wird der Zusammenhang ebenfalls unsinnig.

>Jeanette ist Photographin für ein bekanntes Hamburger Nachrichtenmagazin. Er begleitet Etienne und seinen Mitarbeiterstab auf einer "Arbeitsreise".<<

Äh, das sollte natürlich "Sie begleitet..." heißen.

Na, da bekäm ich direkt Lust, ihm noch eine Chefin vor die Nase zu setzen *g*

Er hat ja schon die erfahrene Kollegin am Hals, die sich darüber amüsiert, daß er nur so eine unwichtige Story hat. Jeanette kann ja im Gegenzug immer wieder ihre Erlebnisse und Erfolge auflisten, das Kofi Anan Interview bei dem sie Fotos gemacht hat, daß Bild einer Steinigung in Nigeria, daß um die Welt ging... Eine gehörige Portion Schadenfreude eben.

Dazu könnten wir noch ein älteres Ehepaar, Rudolf und Anneliese packen, die den wohlverdienten Ruhestand genießen (er war war Leiter des Fachbereichs Quantenmechanik, sie eine seiner Studentinnen).

Das sind schon drei Akademikeri aus dem Naturwissenschaftlichen Sektor. Wenn die sich unterhalten, dann wird´s eventuell schwer nachvollziehbar. Obwohl auch das lösbar ist, kleiner Lesetip am Rande: "GUT symetries" von Jeanette Winterson, ein Buch daß die komplizierte Dreierbeziehung zwischen drei theoretischen PhysikerInnen beschreibt, in einer Sprache die irgendwo zwischen Gertrude Stein und Steven Hawking liegt.

*kicher* nee, lass mal... das haste nu echt nicht nötig. Jemand zu verbiegen ist auch keine Lösung. Die müssen schon von alleine wissen, was sie wollen.

Ich hab´s mit dem exzessiven verleihen von "Häutungen" versucht (was heißt hier nur für Akademiker, Arne? Ich fand das Buch klasse als ich es mit 15 aus den alten Bücherkisten meiner Mutter kramte.), ich schrieb ein tolles Lied:
"Oh bitte überleg
dir das doch noch einmal mit deiner Heterosexualität"
war nur einer der Reime daraus. Blöderweise sind die interessanten Menschen die ich treffe entweder Heteromänner oder Lesben. Und wenn dann doch mal Heteras oder Schwule dabei sind, dann kommen die mit der genderqueer-Geschichte nicht klar. Meinte unlängt eine Bekannte "Um mit dir eine Beziehung anzufangen, muß man ja erst mal Foucault lesen und auch noch verstehen!" Also verleihe ich heutzutage "Read my lips", ist auch´n gutes Buch.

Ja, stimmt. Wenn ich mir die letzten 2-3 Jh. anschaue, und das einigermaßen logisch fortsetze, dann bekommen wir schon eine ziemlich homogene Gesellschaft.
Außerdem bekommen wir das ganze eben auch in eine nette SciFi Geschichte verpackt, die vielleicht entsprechend viele Non-Insider dazu verleitet, das zu lesen :-)

Jup.

Grüße
susu


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