Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 5

Alex, Thursday, 24.04.2003, 01:48 (vor 8322 Tagen) @ Susu

Als Antwort auf: Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 4 von Susu am 23. April 2003 22:47:38:

Ave Susu

> > Das funktioniert dann auch als eine Studie über die Interaktionen in der Gruppe, die ja auch gendered sind und deren Veränderung.<<
jep... sehr interessannt. Da muß man sich zwischen Realismus (wirksamer wäre Isolation) und spannender Betrachtung der Interaktion entscheiden... ich finde die Interaktion wesentlich anregender.
Vor allem auch, weil Isolation Zwangsweise zu einer Aufsplittung der Handlung führt. Das kann zwar auch gute Ergebnisse liefern ist aber um einiges schwieriger zu schreiben.

hmm... vielleicht auch hier eine Mischform... unsere Zeitreisenden sind ja teilweise sehr hartnäckig gendered... da hilft dann vielleicht nur noch stationäres Degenderizing *g*
Mir fällt gerade noch die Zwangshormontherapie ein, die bis in die 60er angewandt wurde. Dabei wurde jeweils mit den Hormonen des Geburtsgeschlecht behandelt. Die ist nicht leicht zu übertagen.
Stimmt! Wie waren denn die Auswirkungen? Weißt Du das?
Das mit dem Historikeri ist gut. Wenn der Roman steht würde ich das gerne als Drehbuch bearbeiten, weil ich mir das auch als Film ziemlich klasse vorstellen kann... Mir fallen eher Dialoge als Gefühlsbeschreibungen ein, ich kann das alles recht gut visualisieren.
:-) Mich würde sowieso jetzt schon brennend interessieren, wer unsere Käuferi wären... und wenn es die gibt, dann würds bestimmt auch Zuschaueri geben, ich glaub jedenfalls unser Baby wird richtig nett :-)

Ich denke der Druck des Outings als Mann oder Frau, könnte ähnlich aufgebaut werden. Auch häusliche Gewalt ist da durchaus möglich...
Die Frage ist nur, inwieweit das Thema in einem Buch, das nicht speziell darauf gerichtet ist überhaupt adequat behandelt werden kann.

Adäquat sicher nicht. Aber als mögliche Szene halte ich es nicht für unangebracht, darauf hinzuweisen, was Mensch u.U. alles für Dinge tut, bzw. geschehen läßt, um ein Zwangs-Outing zu vermeiden, d.h. wie groß so ein Druckmittel sein kann...
Ganz genau kenne ich das Prozeder nicht, aber soweit ich weiß verbindet sich der Fötus mit der Bauchdecke, dann entwickelt sich eine Nabelschnur, die nur ben nicht zur Placenta, sondern zu der Bauchdecke führt. Das Verfahren wird heute bei Frauen, die die Gebährmutter z.B. wegen eines Tumors entfernt bekommen haben angewandt, bei IVF ist es nicht selten, daß eine Bauchhöhlenschwangerschaft aus Versehen passiert, im Gegensatz zu einer Eileiterschwangerschaft kann sie jedoch ausgetragen werden.
Oh, fein :o) Also prinzipiell müßte ich mich über Bauchhölen Schwangerschaften schlau machen, um zu wissen, wie es genau funktionieren kann.
Als vom Gesetzgeber bemerkt wurde, das mit diesem Verfahren auch Männer und MtFs schwanger werden könnten, wurde es für diese Gruppen direkt verboten, weil sonst ein ganzer Haufen andere Gesetze geändert werden müste.
*kotz* Wie beschließen wir ein Gesetz, damit unsere Gesetzeskonstruktion auf die Wirklichkeit zu passen scheint.
Ich vermute mal dass in die ganze Prozedur relativ wenige M2F's und Männer die gerne schwanger werden würden, involviert waren, und es somit allen anderen ziemlich am A*** vorbei ging, was sie da gerade beschließen.
Abstrus sind z.B. die Folgen für das Sorgerecht, ein Mann, der ein Kind zur Welt bringt, kann aus der Sicht des Gesetzes nicht die Mutter sein, weil er aber das Kind zur Welt gebracht hat, ist auch niemand sonst die Mutter. D.h. niemand hat die Sorge um das Kind...
Auaa... noch besser... da sieht man die tönernen Beine des heutigen Sorgerechts. Schon EINEM Partner das Sorgerecht aufzubinden ist ziemlich dünn.
Wenn ein MtF ein Kind zur Welt bringt, wird eine eventuelle Personenstndsänderung zurückgenommen, weil eine der Voraussetzungen für diese die dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit ist.
Das käme auf einen Versuch an! Nach dieser Methode ist ja KEIN lebender Mensch fortpflanzungsunfähig. Somit gibt es dieses Wort garnicht, somit liegt auch kein Bruch eines Gesetzes vor.
Diese Tatsachen erforden völlig neue Definitionen und Gesetze *ggg*
Damit wird die MtF wieder als Mann betrachtet, sobald das Kind geboren ist und muß sich eventuell vor Gericht für die dargelegten Befunde zur Fortpflanzungsunfähigkeit verantworten...
...um dem Gericht dann die Hälfte der Begriffe des Gesetzestextes ad absurdum zu führen *g* naja... real wohl bestimmt nicht so spaßig, wie jetzt in Gedanken.
Das zeigt die komische Logik des Rechts, wenn die Realität unsinnige Ergebnisse im Zusammenhang mit Gesetzen liefert, muß eben die Realität geändert werden.
Goal-Moving vom Gesetzgeber TOLL!
"Herr XY. sie sind nicht die Mutter von YZ. Sollten sie doch die Mutter sein, sind sie per definitionem nicht die Mutter".
"Außerdem sind sie nun erst wieder Herr XY und nicht Frau XY, weil sie bewiesen haben, dass sie eine Mutter sein können!". ?!?!?!?!?!? #&%$§!#**#&
Bescheuerter gehts kaum! DIE haben ne Disorder... aber ne heftige!

*g* dazu müßte aber dann verhindert sein, dass sowas in der FW-Gesellschaft nicht auch vorkommt.
Hmm, Sterilisation als "rite of passage"? Oder die Leute finden penetrativen GV so undenkbar wir viele Menschen heute nichtpenetrativen. Oder wir klauen bei Demolition Man. *g*

Sterilisation zur Geburtenkontrolle würde ich bevorzugen. im 23. Jh. gibt es ziemliche Platzprobleme auf unserem Planeten, und der Mars erwies sich für eine Kolonisierung widerspenstiger als angenommen.
Der Penetrationswahn hängt zwar IMO auch stark mit Gender zusammen und nicht mit Sex (BTW: wie siehst Du das für Dich? Mir ist das recht unwichtig) aber solche Elemente ließen sich zusätzlich einbauen. Als generelle Erklärung dürfte das aber nicht taugen.
- Wie machen wir das mit Kleidung/Outfit? Sollte ja nicht nur ungendered, sondern auch für heutige gendered Leser provokant sein.

Ich würde sagen, wir kombinieren Elemente, die heute als weiblich gelten mit solchen, die als männlich gelten. Es gibt ja Dinge, die relativ unisex sind, aber Pumps + Krawatte ist für die meisten heute verwirrend. Wenn ich da Trends setzen könnte, Bart + Makeup (und ich sag mal: Bärte für alle! Bartboutiquen an jeder Ecke: "Für alt und jung, die neuen Bärte aus Paris sind da!").[/i]

geil! Gute Idee... das könnte man so machen! Das ließe sich sogar bis zu Schönheitsidealen fortsetzen, die durch Hormonpräparate möglich wären: Wer Bart hat möchte Busen dazu, wer genug Busen hat, möchte Bart dazu :-)) oder ist das too much, das mit den Hormonen?
Generell könnte Körperbehaarung als schick gelten. Aber ebenso Schmuck in allen Variationen (muß aufpassen die weiblichen Komponenten nicht über zu betonen... die sind halt phantasiereicher), Kosmetika, Make-Up.
Nach Funden einer Barbie durch Archiologen, orientiert sich die Haarmode bei den Gender-Frauen an dieser. Leider handelt es sich bei dem Exemplar um ein Opfer der traditionellen Kopfrasur. Weil die Menschen in dieser Subkultur aus einer Gesellschaft kommen, die genderlos ist, können sie gender auch nicht mit sex in Verbindung bringen, d.h. die Gender-Frauen würden von userer Gruppe z.T. als Männer wahrgenommen und umgekehrt die Gender-Männer als Frauen.
Jep! Guter Anfang. Gender Männer sind also ebenso häufig Sex-Frauen, wie Sex-Männer. Die kahlrasierte Barbie bewirkt dann Gender-Frauen, die sich den Kopf rasieren (was bedeutet, dass sie im Alltag Perücke tragen müssen, um nicht aufzufallen).
Beide Gender finden hingegen aber z.B. Nagellack toll, weil das im 23. Jh. ein Modetrend ist, und sie nicht wissen können, dass das von uns aus sexed wäre.
Shit! Das wird ganz schön komplex.... vor allem das so in eine Geschichte zu fassen, dass dabei trotzdem klar wird, worum es eigentlich geht... möglichst auch Leuten, die mit diesen Themen nicht so vertraut sind.
Meinst Du das ist machbar?

Wie viel Wortschöpfungen sind ok, damit das noch lesbar bleibt?
Gute Frage. Da kommt es auch auf die Lesenden an, manche kamen mit 1984s newspeak ja schon nicht zurecht, andere geben erst bei Joyce oder Clockwork Orange auf und wieder anderen war selbst das nicht genug um sie zum Aufgeben zu bewegen. Ich habe mal eine KG geschrieben in der kein einziges richtiges Wort zu finden war (und in Stereo, dank Frames). Die fand dann allerdings keine große Leserschaft mehr...

Ich möchte das Niveau, bzw. die Anstrengung beim lesen nicht zu hoch schrauben. In Queer Kreisen, wird man leicht verstehen worum es geht... ich hätte aber gerne auch möglichst viele Non-Queers als Leser.
Ich denke eine Mischform ist möglich, wenn die Subkultur existiert. Die Leute würden denken: "Aha, diese Spinner" und ein Begriff wie Frauvestit passte da sehr gut rein, aber sie würden eben nur aus Berichten über die Subkultur überhaupt wissen, daß diese sich als "Frau" bezeichnen würden.
Ja, ok, denk auch. Wobei das als schizophren gelten könnte, schließlich leugnet ja ein Frauvestit offensichtlich Anteile der Persönlichkeit.
Noch'n paar Fragen:
<ul><li>Was für Charactere bilden die Kerngruppe?
Mindestens ein Macho muß wohl dabei sein, ebenso ein Püppchen (vielleicht ein Modell?). Weiter wäre ein Trans* wichtig (am besten auch so ne T.K. *g*). Sexuelle Präferenzen sollten am besten auch alle vertreten sein. Lass uns mal ne bunte Gruppe machen... wie viele Personen? 10? 20? Mehr wohl kaum, denk ich mal. Ich fang mal an mit: Klaus
Klaus ist Mathematiker. Und er lebt bekennend homosexuell. Er ist 37 Jahre und arbeitet an seiner Diss über bestimmte (shit mein Mathe *g*) Singularitäten. Sein Mann Etienne ist ebenfalls mit auf Reisen gegangen. Er ist Modedesigner und recht erfolgreich damit.
<li>Wie bekommt man jemand (insbes. auch unseren Macho) deheteroized?
<li>Wie vermeiden wir, dass einzelne Menschen so ihres Weltbildes beraubt sind, dass sie Suizid begehen. Oder vermeiden wir das nicht?
<li>Gibt es in FW noch unterschiedliche Kulturen? Die müßten dann allerdings auch ungendered sein....
</ul>
*knuddelDichmal*
Alex


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