Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 3
Als Antwort auf: Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 1 von Susu am 23. April 2003 22:45:29:
Huhu Susu
Genau, nicht daß es hinterher heißt, wir wären für Massenvergewaltigungen, die Wahl Dieter Thomas Hecks als Bundespräsident oder sonst irgendsowas. Halt Moment: Wir sind für sonst irgendsowas, aber was das genau ist, erklären wir in anderen Postings als jenen, die sich auf Future World beziehen. *g*
*schmunzel* genau! Nicht dass wir nachher als Radikal-AntiGenderisten bezeichnet werden... nichts liegt mir ferner... radikal bin ich eigentlich nur für Freiheit und gegen Gewalt.
Ich würde eher ein Kleineres Schiff wählen, damit die Zahl der Figuren übersichtlich bleibt.
Ja, war eigentlich auch in meinem Kopf... nur falsch geschrieben. Zu große Gruppen machen keinen Sinn, es sei denn man blendet alá Titanic außer den Kernpersonen nur noch Statisten ein.
Das funktioniert dann auch als eine Studie über die Interaktionen in der Gruppe, die ja auch gendered sind und deren Veränderung.
jep... sehr interessannt. Da muß man sich zwischen Realismus (wirksamer wäre Isolation) und spannender Betrachtung der Interaktion entscheiden... ich finde die Interaktion wesentlich anregender.
Ich könnte mir vorstellen, daß die Gruppe in der FW zunächst mal ihre GIs stärker betont und sie dann auf einer subtileren Ebene auslebt, um dem Druck zu entkommen. Ein Teil der Gruppe könnte sich auch anpassen, dann wäre es interessant eine Rückkehr ins 21. Jh. zu beschreiben. Nur so Schnellschüsse...
Stecken aber schöne Aspekte drin!
<ul>
<li> Kennst Du ältere Berichte, wie Trans* früher weg-"therapiert" wurde? Und läßt sich sowas übertragen?
</ul>
Es gab die Skinner-Methodik (bzzz!). Dann die Therapie die darauf zielte den Trans* zu erklären wie "ihr" Geschlecht funktioniert: "OK, du bist ein Mann, also gehst du jetzt erstmal Fusballspielen." Prima Quellenmaterial ist da der überaus lustige Film "But I´m a Cheerleader" (da geht es zwar um die Therapie von Homosexuellen, aber die christliche Rechte begreift Homosexualität als GID) und das von mir schon mal gefeaturte Buch "Road to manhood".
Das ließe sich schon übertragen, die Cisleute müßten lernen in einer geschlechtslosen Gesellschaft klarzukommen.
Was gut kommen würde, wäre ein Gespräch mit einem Psychoanalytikeri, xix nicht versteht, was eine Geschlechtsidentität überhaupt sein soll und einem Cismann, der ein wenig garfieldesk zu erklären versucht, was er damit meint, ein Mann zu sein.
"Ich bin ein Mann."
"Ein was?"
"Win Mann!"
"Äh, ich verstehe nicht was sie meinen. Was ist ein Mann?"
"Ein Mann! Ich habe einen Schwanz! Und Eier!"
"Sie haben - Entschuldigen sie - sie haben was?"
"Einen Penis!"
"Gut. Mal angenommen, sie haben einen, einen 'Penis', wie sie das nennen. Was bedeutet es für sie, einen Penis zu haben?"
usw. Vieleicht noch hinzuziehen eines somatischen Arztis, wenn xix Psychoanalytikeri erkennt, daß der Mann ein Körperteil meint:
"Ach so, ein Lustorgan. Das haben alle Menschen..."[/i]
*loooool* Ich glaub ich schmeiß mich weg vor Lachen, beim Schreiben.... das dumme Gesicht kann ich mir bildlich vorstellen, wenn unser Analytikeri einfach nicht kapiert, was denn ein Mann sein soll... und vielleicht ein Historikeri zu Rate ziehen muß, um überhaupt zu verstehen worum es geht.
<ul>
<li> Welche androgynen Personalpronomina ließen sich in dieser Gesellschaft verwenden, die dennoch einen Unterschied zwischen Objekten und Menschen machen... oder sollte sowas wie "es" genügen?... oder völlig neue?
</ul>
Es gibt einige Versuche mit zir und zie, aber ich würde neue Pronomen einführen. (xix ist so eine Behelfslösung)
ok... wird nicht einfach... ich mach mir mal Gedanken.
<ul>
<li> Wie und welche Ausgrenzungen lassen sich auf Cisgender übertragen. Oder anders gefragt: bei welchen hätte ich Schwierigkeiten?
</ul>
Mir fallen so spontan drei Probleme ein:
1) Psychologische Erklärung für Cisgender - Speziell die Fetisch-Argumentation und die, die in Richtung "Trans* ist ein Versuch Homosexualität zu verschleiern" geht, dürften schwer zu übertragen sein.[/i]
Du vergisst die geänderte Werteskala... wer NICHT Bisexuell (nach heutigen Begriffen natürlich) ist, wäre ja nicht "normal". Somit könnte man das wie eine Phobie gegen bestimmte Menschen behandeln. Oder auch als Fetisch FÜR andere Menschen. Auch die heutige Fetisch-Argumentation könnte banal als Vorliebe / pers. Geschmack gesehen werden. Somit wäre Heterosexualität in FW eine fetischistische Neigung.... eine krankhafte Fixierung auf bestimmte Menschen.
2) Häusliche Gewalt. Wäre ein Buch für sich Wert, die Wahrscheinlichkeit als Trans*, besonders bei denen die nicht als T geoutet sind Opfer häuslicher Gewalt zu werden ist extrem hoch und jeder Versuch Hilfe zu suchen, würde die Gefahr des Outings bergen. Ein großes Thema, daß nicht so leicht in diese Geschichte einzugliedern ist.
Ich denke der Druck des Outings als Mann oder Frau, könnte ähnlich aufgebaut werden. Auch häusliche Gewalt ist da durchaus möglich...
3) Die nieendenwollende Klo-Frage :) Wenn es unisex Toiletten gibt, dann kann eigentlich nicht begründet werden, warum CGs nicht draufkönnten.
*hihi* das wird allerdings schwer. Allerdings könnte ich mir da nette Szenen auf öffentlichen Toiletten ausdenken, die auf Seiten unserer Reisenden für Aufregung über diese Toiletten sorgen könnte (*hehe* den Spaß gönn ich mir).
<ul><li> Ich möchte Sex und Gender nicht trennen, d.h. das gonadale Geschlecht soll ebenso keine Rolle spielen dürfen. Wie ließe sich die Fortpflanzung lösen?</ul>
Einfach: Mediziner entnehmen Partneris Keimzellen, erzeugen aus denen einen Fötus (geht heute schon fast mit jeder Keimzellenkombination - 200 Jahre werden ihr übriges tun) und Pflanzen diesen in das Bauchhöhle (200 Jahre, da können wir auch das grammatikalische Geschlecht auf´s Neutrum reduzieren) eines Partneris (geht heute schon, ist nur nicht erlaubt weil Männer und Transfrauen nun mal keine Kinder gebähren sollen).
Wie geht das ohne Gebärmutter? Wie wird das Fötus denn da mit Nährstoffen versorgt und vor Verletzung geschützt?
Interessanter Gedanke: Laß mal eine der Cisfrauen schwanger sein, wenn sie im 24. Jh. ankommt und dann die Ärztischaft rätseln, wie sie damit umgehen sollen...
Arzti am Ultraschall: "Du meine Güte! Wie ist das denn dahingekommen?"[/i]
*g* dazu müßte aber dann verhindert sein, dass sowas in der FW-Gesellschaft nicht auch vorkommt.
<ul><li> Die Gesellschaft soll Komponenten aus Orwells "Big Brother" enthalten, d.h. auch privates Ausleben von GI verhindern. Wie könnte sowas aussehen?
</ul>
Ich würde das private Ausleben nicht verhindern. Dann hätten jene, die es tun den Status den TV heute haben, d.h. die, die es öffentlich zugeben, stehen ziemlich unten in der Bewertung der anderen. Das hieße auf den Roman bezogen, daß die Gruppe in sich weiterhin gendered agieren kann, wohlmöglich in extremer Form. Und das wiederum würde in der Gruppe zu Spannungen führen, weil ein Teil whrscheinlich tatsächlich glücklicher ist, wenn gender keine Rolle mehr spielt. Sonst kann ich mir nur vorstellen, daß es tatsächlich wie bei Orwell aussähe, dann wäre die FW wohl auch in anderer Hinsicht sehr restriktiv.
Du hast Recht. Wir wollen die FW nicht besser oder schlechter machen, sondern nur ein wenig "umpolen"... Außerdem genügt der Druck eines Zwangs-Outings als Mann oder Frau völlig, um sie zu fast beliebigen Verzweiflungstaten zu bringen.
Noch ein paar Fragen:
<ul><li> Wie machen wir das mit Kleidung/Outfit? Sollte ja nicht nur ungendered, sondern auch für heutige gendered Leser provokant sein.
<li> Ich möchte eine gendered Subkultur, der Einzelne unserer Reisgruppe begegnen. Die Menschen in dieser Subkultur wissen zwar nicht mehr so genau, was ein Mann, oder eine Frau ist, versuchen aber gendered zu leben. Dabei sollen deformierte Klischees des 20. Jh. zum Einsatz kommen, vermengt mit ungendered Komponenten, die durch verlorenes "Wissen" für unsere Reisenden und den Leser grotesk wirken. Wie könnte sowas aussehen?
<li> Wie viel Wortschöpfungen sind ok, damit das noch lesbar bleibt?
<li> Ich kann mich noch nicht richtig entscheiden zwischen "vergessen haben was gendered ist" und "reiner Wertesystemumkehr". Durchaus reizvoll wären Szenen wie: "Guck mal Elteri, da vorne läuft ein Frauvestit!" Andererseits hat die Psychateri-Szene von Dir auch einigen Reiz. Oder bekommen wir eine Mischform hin?</ul>
Liebe Grüße
Alex
gesamter Thread:
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 1 -
Alex,
24.04.2003, 01:44
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 1 -
Susu,
24.04.2003, 01:45
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 3 -
Alex,
24.04.2003, 01:46
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 4 -
Susu,
24.04.2003, 01:47
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 5 -
Alex,
24.04.2003, 01:48
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 6 -
Susu,
24.04.2003, 01:49
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
Alex,
24.04.2003, 01:51
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
susu,
01.05.2003, 09:11
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
Alex,
02.05.2003, 22:38
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
susu,
04.05.2003, 19:49
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
Alex,
04.05.2003, 22:02
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 - susu, 19.05.2003, 23:59
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
Alex,
04.05.2003, 22:02
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
susu,
04.05.2003, 19:49
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
Alex,
02.05.2003, 22:38
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
susu,
01.05.2003, 09:11
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7 -
Alex,
24.04.2003, 01:51
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 6 -
Susu,
24.04.2003, 01:49
- Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 5 -
Alex,
24.04.2003, 01:48
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 4 -
Susu,
24.04.2003, 01:47
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 3 -
Alex,
24.04.2003, 01:46
- Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 1 -
Susu,
24.04.2003, 01:45
