Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 7
Als Antwort auf: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 6 von Susu am 23. April 2003 22:49:45:
Hallo Susu :o)
Ich bin leider nicht früher dazu gekommen zu antworten, weil ich ziemlich groggy war. Der Sprung von nachtaktivem Etwas auf Frühschicht mit Feiertagsbesetzung ist mir nicht gut bekommen...
Mach doch nix... Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden :o)
Ich kenn das auch. Meine Freundin macht allerdings ausschließlich Nachtdienst, da kommt der Hammer dann jedesmal am Anfang der freien Tage.
Das wird ein Schinken. Wenn wir die Plot-Punkte mal durchzählen und dann aufrechnen, wie lang der Roman selbst bei schnellem Erzählstil wird...
Stimmt schon. Ich hab auch noch keine Vorstellung vom Umfang. Wichtig wär mir, dass es sich auch für Nicht-Insider spannend liest. Je nachdem, werden wir möglicherweise schon den einen oder anderen Plot verwerfen müssen...
Ja, glaub ich auch. Die ganzen Queer-Theoretikeri würden das bestimmt lesen und hoffentlich auch andere. Ha, endlich mal ein Satz in dem die "einen" mal die anderen sind!
*schmunzel* In FW werden die "einen" ständig die "anderen" sein bzw. teilweise noch nichtmal das, sondern nur das "Unaussprechliche" *gg*
Gerade im Genderbereich absolut nicht unüblich. Das TSG ist ziemlich komisch und die Begründungen mit denen die Klagen von Michael Reiter schon mal abgewiesen wurden sind einfach lächerlich: "Stimmt es gibt nicht nur zwei Geschlechter, aber das macht die Verwaltung so kompliziert und wir müsten die ganze Gleichstellungspolitik neu formulieren. Also ignorieren wir das."
Auch toll... wenn man so will, ist eine Diktatur am unkompliziertesten.
Ich sag ja immer GI-Störung? - Wer stört da eigentlich wen?
Der Grund für den Vorweis der Fortpflanzungsunfähigkeit ist übrigens, daß FtM sonst ja schwanger werden könnten und dann hätten wir ja schon einige Männer (es gibt einen Klasse Cartoon irgendwo im Web, ein Heteropäärchen beim Gyn, mit der Bildunterschrift "What do you mean, 'I´ve impregnated my boyfriend'!?") die Mütter würden und zeugungsfähige MtF wären u.U. Frauen die Väter wären. Das ist alles nicht vorgesehen...[/i]
Na was da "vorgesehen" ist, ist mir relativ schnurz. Die sollen nicht die Realität verbiegen, sondern sich danach richten.
Sterilisation zur Geburtenkontrolle würde ich bevorzugen. im 23. Jh. gibt es ziemliche Platzprobleme auf unserem Planeten, und der Mars erwies sich für eine Kolonisierung widerspenstiger als angenommen.
Wenn in dieser Geselschaft die Gonaden vor einsetzen der Pubertät entfernt würden, wäre das auch hormonell noch interessant... Und dann noch ein wenig Brimborium um die Sterilisation herum, so wie jetzt bei der katholischen Erstkommunion. Mit vorbereitendem Untericht.
Das Entfernen der Gonaden möchte ich gerne vermeiden. Ich möchte nicht, dass bei Lesern dann die Assoziation zu Eunuchen entsteht. Dadurch könnte das Thema in eine Richtung kippen, die ich nicht möchte. Die Handlung würde dann als Gesellschaft von Eunuchen begriffen, also eine äußere Ursache würde verantwortlich gemacht ("Klar, können das keine richtigen Männer werden wenn man die schon als Kind kastriert"). Ich möchte aber innere Bedingungen haben, die sich nur (auch) äußerlich darstellen.
Ich würde sagen Penetrationswahn hängt zwar mit Sex, nicht aber mir sex zusammen. Ist schon eine gender-Geschichte, bei den Bonobos macht penetrativer GV nur wenige Prozent der Sexualkontakte aus. Mir ist das absolut nicht wichtig, ich bin da generell wenig genitalfixiert (du erinnerst dich noch an die Diskussion mit Rüdiger, ob ich meins auch erigierfähige Klitoris nennen kann, oder?). Und da ist für mich der zweite Knackpunkt, das, was sich im Kopf abspielt, die Interpretation von Symbolen. Das ist für mich auch wichtig, Wilchins fragte mal, warum esimmer Penetration heißt und nie Umschließung. Essentialisten würden da keinen Unterschied sehen, als Konstruktivisti sehe ich da schon einem...
Naja, ich muß gestehen, ich sehe da auch keinen wirklichen. Ok, die kulturelle Entstehung der Beschreibungen ist deutlich sichbar. Die Beschreibung erfolgt auch männlicher Sicht, klar, meinst Du das? Weil es ist ja nicht gesagt, dass die Aktivität hier der männliche Part ist. Es ist schlicht Unsinn das nur aus der Sicht EINES Partners zu beschreiben. Richtiger wäre ein Wort für "sich verbinden".
Nö, allerdings bringt Östrogen ab einem bestimmten Punkt kein weiteres Wachstum und reduziert eventuell (das variiert stark) die Gesichtsbehaarung. Das Schönheitideal wäre wahrscheinlich für die meisten unereichbar, was allerdings wieder den Realismus steigern würde. Ich würde sagen, daß das mit den Hormonen da sehr gut reinpast.
Ja, das ist schon ok. Fakt ist, es gäbe Bartwuchs und es gäbe Veränderungen der Brust... ich möchte das auch garnicht so weit treiben, dass hier wieder irgendwelche Leseri nen "geistigen Fluchtweg" nehmen können, und die Gesellschaftsstruktur simpel auf Hormone schieben. So einfach will ich das niemand machen *g* Mit dem "Kulturschock" müssen sie schon klarkommen. Ich will einzig und allein innere Begründungen einer gewachsenen Sozialisation als Erklärung zulassen und tunlichst vermeiden, dass Leseri irgendwo geistig den Notausgang nehmen *gg*
Die weiblichen Komponenten in unserer Kultur sind vor allem zahlreicher, weil vieles was mal männlich war, heute schon geschlechtsneutral ist (Anzüge, Hosen).
Ja. Außerdem wurden Frauen schon viel länger nach Äußerlichkeiten beurteilt, woraus auch eine größere Vielfalt an äußerlichen Dingen resultiert, die weiblich sexed sind.
Ich glaube schon, daß das vermittelbar wäre. Was mir noch dazu einfällt ist folgendes: Unsere Zeitreisenden hätten in der Gender-Szene ein unglaublich schlechtes passing. "Wie, du willst eine Frau sein? Du hast ja noch Haare auf dem Kopf!" D.h. die Gruppe wird auch in dieser Szene nicht als korrekt wahrgenommen.
hmm... muß ich mal drüber nachdenken. Anfangs sicherlich. Was sich daraus bauen läßt, da muß ich nochmal in mich gehen. Die Gender-Szene könnte nämlich auch eine wichtige Basis für eine spannende Rahmenhandlung werden... also das, was evtl. Non-Insider-Leser davon abhält, das Buch in die Ecke zu schmeißen *g*
Ein Buch mit dem Titel "Texte verständlich schreiben" von mir verfasst, es wäre ein Ladenhüter, eigentlich sogar ein Oxymoron, ein Konglomerat von sinnentlerten Ratschlägen und non-sequiti. Ich habe in der Vergangenehit nich unbedingt bewiesen, daß ich die Fähigkeit besäße, Dinge anschaulich und didaktisch klug zu erklären, oder?
*schmunzel* Also wenn ich eine konkrete Person vor mir habe, kann ich wirklich gut erklären (sogar unserer Großen Mathe *g* und das will schon was heißen, so wie sie sich dagegen wehrt). Das liegt daran, dass ich gelernt habe, dass Sprache nur dann Sinn macht, wenn ich möglichst gut die Sprache meines Gegenüber benutze (so ich dies kann), da ich dann genauer verstanden werde.
Allerdings hatte ich bisher keine Situation, bei der dies recht unterschiedliche Menschen waren, wie bei den Lesern ja zu erwarten. Da werd ich mir wohl sehr unterschiedliche Leser vorstellen müssen, und so einen Mittelweg finden.
Klaus ist Mathematiker. Und er lebt bekennend homosexuell. Er ist 37 Jahre und arbeitet an seiner Diss über bestimmte (shit mein Mathe *g*) Singularitäten.
Sein Mann Etienne ist ebenfalls mit auf Reisen gegangen. Er ist Modedesigner und recht erfolgreich damit.
Jeanette ist Photographin für ein bekanntes Hamburger Nachrichtenmagazin. Er begleitet Etienne und seinen Mitarbeiterstab auf einer "Arbeitsreise". Etienne ist nämlich der Meinung, daß eine andere Umgebung ihm neue Impulse geben könne, noch ahnt er ja nicht, wie anders die Umgebung sein wird.
Dieter hält die Reise für eine Willkommene Abwechslung, nachdem er ein Jahr in einer Krisenregion verbracht hat, auf der Suche nach dem fotogensten Verstümmelten Kind. Er hat viel Elend gesehen, weniger erlebt und ist darüber zum Zyniker geworden.
Ihre Kollege Dieter ist ein junger Redakteur, der sauer darüber ist, nur einen Bericht für die Lifestyle Seiten machen zu dürfen und dafür auch noch eine längere Zeit unterwegs zu sein. Er ist über Kontakte aus einer schlagenden Verbindung beim Hamburger Nachrichtenmagazin gelandet und erwartete eigentlich eine schnelle Kariere. Für ihn zählen traditionelle Werte, die er aber geschickt in ein modern wirkendes Vokabular verpackt, wenn er seine Artikel schreibt. Privat macht er aus seinen Haltungen jedoch keinen Hehl, insbesondere verhält er sich gegenüber seiner Kolegin inkorekt. Ein Macho eben.[/i]
Na, da bekäm ich direkt Lust, ihm noch eine Chefin vor die Nase zu setzen *g*
Dazu käme dann noch ein Model, an dem Etienne seine Entwürfe testet, die transidente Schneiderin Tatjana und
ein Matrose, trotz seines Berufs ein nicht-traditioneller Mann, mit dem Jeanette eine Affäre hat,
ebenso wie Tatjanas Freundin, die sich im Gegensatz zu Tatjana nicht als Lesbe definiert.
Das wären bisher 8 Leute.
Dazu könnten wir noch ein älteres Ehepaar, Rudolf und Anneliese packen, die den wohlverdienten Ruhestand genießen (er war war Leiter des Fachbereichs Quantenmechanik, sie eine seiner Studentinnen).
Außerdem könnten noch ein paar Jugendliche dazu. Marc, 16 jähriger Sohn eines Industriellen, der zwar lieber Dad's eigene Jacht benutzt hätte, aber auch so ziemlich gut protzen kann. Sowie drei "Gespielen/innen" von ihm, die zwar aus gutem Hause sind, aber da natürlich nicht mithalten können.
Außerdem sollten wir noch die Mitgleider der Crew nicht vergessen. Womit wir genügend Leute (14 Passagiere + sagen wir mal 6 Crew Mitglieder) haben, um in See zu stechen.
Wie bekommt man jemand (insbes. auch unseren Macho) deheteroized?
Wenn ich das wüste, wäre ich nicht solo *g*.
*kicher* nee, lass mal... das haste nu echt nicht nötig. Jemand zu verbiegen ist auch keine Lösung. Die müssen schon von alleine wissen, was sie wollen.
Gibt es in FW noch unterschiedliche Kulturen? Die müßten dann allerdings auch ungendered sein....
Gute Frage. Generell müssen wir noch sehen, wie sich die Welt ansonsten verändert hat. Ich würde vermuten, daß sich die Welt stark homogenisiert hat.
Ja, stimmt. Wenn ich mir die letzten 2-3 Jh. anschaue, und das einigermaßen logisch fortsetze, dann bekommen wir schon eine ziemlich homogene Gesellschaft.
Außerdem bekommen wir das ganze eben auch in eine nette SciFi Geschichte verpackt, die vielleicht entsprechend viele Non-Insider dazu verleitet, das zu lesen
Liebe Grüße
Alex
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