Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 6

Susu, Thursday, 24.04.2003, 01:49 (vor 8323 Tagen) @ Alex

Als Antwort auf: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 5 von Alex am 23. April 2003 22:48:42:

Hallo Alex.
Ich bin leider nicht früher dazu gekommen zu antworten, weil ich ziemlich groggy war. Der Sprung von nachtaktivem Etwas auf Frühschicht mit Feiertagsbesetzung ist mir nicht gut bekommen...
hmm... vielleicht auch hier eine Mischform... unsere Zeitreisenden sind ja teilweise sehr hartnäckig gendered... da hilft dann vielleicht nur noch stationäres Degenderizing *g*
Das wird ein Schinken. Wenn wir die Plot-Punkte mal durchzählen und dann aufrechnen, wie lang der Roman selbst bei schnellem Erzählstil wird...
Stimmt! Wie waren denn die Auswirkungen [der Hormontherapie]? Weißt Du das?
Leberschäden und (weil Testosteron ab einer bestimmten Konzentration in Östrogen serokonvertiert und zu der Zeit nicht gerade sparsam gespritzt wurde) Brustwachstum bei den MtFs, Zyklusstörungen bei den FtMs und generell Depressionserscheinungen, die allerdings wahrscheinlicher von der Behandlung als solcher, als von den Hormonen selbst herrühren.
:-) Mich würde sowieso jetzt schon brennend interessieren, wer unsere Käuferi wären... und wenn es die gibt, dann würds bestimmt auch Zuschaueri geben, ich glaub jedenfalls unser Baby wird richtig nett :-)
Ja, glaub ich auch. Die ganzen Queer-Theoretikeri würden das bestimmt lesen und hoffentlich auch andere. Ha, endlich mal ein Satz in dem die "einen" mal die anderen sind!
Adäquat sicher nicht. Aber als mögliche Szene halte ich es nicht für unangebracht, darauf hinzuweisen, was Mensch u.U. alles für Dinge tut, bzw. geschehen läßt, um ein Zwangs-Outing zu vermeiden, d.h. wie groß so ein Druckmittel sein kann...
Stimmt. Es wird sich zeigen, inwieweit sich das in die Geschichte einfügt.
*kotz* Wie beschließen wir ein Gesetz, damit unsere Gesetzeskonstruktion auf die Wirklichkeit zu passen scheint.
Gerade im Genderbereich absolut nicht unüblich. Das TSG ist ziemlich komisch und die Begründungen mit denen die Klagen von Michael Reiter schon mal abgewiesen wurden sind einfach lächerlich: "Stimmt es gibt nicht nur zwei Geschlechter, aber das macht die Verwaltung so kompliziert und wir müsten die ganze Gleichstellungspolitik neu formulieren. Also ignorieren wir das."
Ich vermute mal dass in die ganze Prozedur relativ wenige M2F's und Männer die gerne schwanger werden würden, involviert waren, und es somit allen anderen ziemlich am A*** vorbei ging, was sie da gerade beschließen.
Stimmt. Ist auch nur indirekt formuliert ins Gesetz gekommen.
Das käme auf einen Versuch an! Nach dieser Methode ist ja KEIN lebender Mensch fortpflanzungsunfähig. Somit gibt es dieses Wort garnicht, somit liegt auch kein Bruch eines Gesetzes vor.
Diese Tatsachen erforden völlig neue Definitionen und Gesetze *ggg*

Stimmt, aber weil es der Legislative und Judikative einfacher erscheint die Wirklichkeit auszublenden, wird dann mit Sicherheit wieder irgendeine sehr waghalsige bis abstruse Formulierung einzug in unsere Rechtsprechung halten.
Goal-Moving vom Gesetzgeber TOLL!
"Herr XY. sie sind nicht die Mutter von YZ. Sollten sie doch die Mutter sein, sind sie per definitionem nicht die Mutter".
"Außerdem sind sie nun erst wieder Herr XY und nicht Frau XY, weil sie bewiesen haben, dass sie eine Mutter sein können!". ?!?!?!?!?!? #&%$§!#**#&
Bescheuerter gehts kaum! DIE haben ne Disorder... aber ne heftige!

Ich sag ja immer GI-Störung? - Wer stört da eigentlich wen?
Der Grund für den Vorweis der Fortpflanzungsunfähigkeit ist übrigens, daß FtM sonst ja schwanger werden könnten und dann hätten wir ja schon einige Männer (es gibt einen Klasse Cartoon irgendwo im Web, ein Heteropäärchen beim Gyn, mit der Bildunterschrift "What do you mean, 'I´ve impregnated my boyfriend'!?") die Mütter würden und zeugungsfähige MtF wären u.U. Frauen die Väter wären. Das ist alles nicht vorgesehen...
Sterilisation zur Geburtenkontrolle würde ich bevorzugen. im 23. Jh. gibt es ziemliche Platzprobleme auf unserem Planeten, und der Mars erwies sich für eine Kolonisierung widerspenstiger als angenommen.
Wenn in dieser Geselschaft die Gonaden vor einsetzen der Pubertät entfernt würden, wäre das auch hormonell noch interessant... Und dann noch ein wenig Brimborium um die Sterilisation herum, so wie jetzt bei der katholischen Erstkommunion. Mit vorbereitendem Untericht.
Der Penetrationswahn hängt zwar IMO auch stark mit Gender zusammen und nicht mit Sex (BTW: wie siehst Du das für Dich? Mir ist das recht unwichtig) aber solche Elemente ließen sich zusätzlich einbauen. Als generelle Erklärung dürfte das aber nicht taugen.
Ich würde sagen Penetrationswahn hängt zwar mit Sex, nicht aber mir sex zusammen. Ist schon eine gender-Geschichte, bei den Bonobos macht penetrativer GV nur wenige Prozent der Sexualkontakte aus. Mir ist das absolut nicht wichtig, ich bin da generell wenig genitalfixiert (du erinnerst dich noch an die Diskussion mit Rüdiger, ob ich meins auch erigierfähige Klitoris nennen kann, oder?). Und da ist für mich der zweite Knackpunkt, das, was sich im Kopf abspielt, die Interpretation von Symbolen. Das ist für mich auch wichtig, Wilchins fragte mal, warum esimmer Penetration heißt und nie Umschließung. Essentialisten würden da keinen Unterschied sehen, als Konstruktivisti sehe ich da schon einem...
geil! Gute Idee... das könnte man so machen! Das ließe sich sogar bis zu Schönheitsidealen fortsetzen, die durch Hormonpräparate möglich wären: Wer Bart hat möchte Busen dazu, wer genug Busen hat, möchte Bart dazu :-)) oder ist das too much, das mit den Hormonen?
Nö, allerdings bringt Östrogen ab einem bestimmten Punkt kein weiteres Wachstum und reduziert eventuell (das variiert stark) die Gesichtsbehaarung. Das Schönheitideal wäre wahrscheinlich für die meisten unereichbar, was allerdings wieder den Realismus steigern würde. Ich würde sagen, daß das mit den Hormonen da sehr gut reinpast.
Generell könnte Körperbehaarung als schick gelten. Aber ebenso Schmuck in allen Variationen (muß aufpassen die weiblichen Komponenten nicht über zu betonen... die sind halt phantasiereicher), Kosmetika, Make-Up.
Die weiblichen Komponenten in unserer Kultur sind vor allem zahlreicher, weil vieles was mal männlich war, heute schon geschlechtsneutral ist (Anzüge, Hosen).
Jep! Guter Anfang. Gender Männer sind also ebenso häufig Sex-Frauen, wie Sex-Männer. Die kahlrasierte Barbie bewirkt dann Gender-Frauen, die sich den Kopf rasieren (was bedeutet, dass sie im Alltag Perücke tragen müssen, um nicht aufzufallen).
Beide Gender finden hingegen aber z.B. Nagellack toll, weil das im 23. Jh. ein Modetrend ist, und sie nicht wissen können, dass das von uns aus sexed wäre.
Shit! Das wird ganz schön komplex.... vor allem das so in eine Geschichte zu fassen, dass dabei trotzdem klar wird, worum es eigentlich geht... möglichst auch Leuten, die mit diesen Themen nicht so vertraut sind.
Meinst Du das ist machbar?

Ich glaube schon, daß das vermittelbar wäre. Was mir noch dazu einfällt ist folgendes: Unsere Zeitreisenden hätten in der Gender-Szene ein unglaublich schlechtes passing. "Wie, du willst eine Frau sein? Du hast ja noch Haare auf dem Kopf!" D.h. die Gruppe wird auch in dieser Szene nicht als korrekt wahrgenommen.
Ich möchte das Niveau, bzw. die Anstrengung beim lesen nicht zu hoch schrauben. In Queer Kreisen, wird man leicht verstehen worum es geht... ich hätte aber gerne auch möglichst viele Non-Queers als Leser.
Ein Buch mit dem Titel "Texte verständlich schreiben" von mir verfasst, es wäre ein Ladenhüter, eigentlich sogar ein Oxymoron, ein Konglomerat von sinnentlerten Ratschlägen und non-sequiti. Ich habe in der Vergangenehit nich unbedingt bewiesen, daß ich die Fähigkeit besäße, Dinge anschaulich und didaktisch klug zu erklären, oder?
- Was für Charactere bilden die Kerngruppe?
Mindestens ein Macho muß wohl dabei sein, ebenso ein Püppchen (vielleicht ein Modell?). Weiter wäre ein Trans* wichtig (am besten auch so ne T.K. *g*). Sexuelle Präferenzen sollten am besten auch alle vertreten sein. Lass uns mal ne bunte Gruppe machen... wie viele Personen? 10? 20? Mehr wohl kaum, denk ich mal. Ich fang mal an mit: Klaus
Klaus ist Mathematiker. Und er lebt bekennend homosexuell. Er ist 37 Jahre und arbeitet an seiner Diss über bestimmte (shit mein Mathe *g*) Singularitäten. Sein Mann Etienne ist ebenfalls mit auf Reisen gegangen. Er ist Modedesigner und recht erfolgreich damit.

Jeanette ist Photographin für ein bekanntes Hamburger Nachrichtenmagazin. Er begleitet Etienne und seinen Mitarbeiterstab auf einer "Arbeitsreise". Etienne ist nämlich der Meinung, daß eine andere Umgebung ihm neue Impulse geben könne, noch ahnt er ja nicht, wie anders die Umgebung sein wird. Dieter hält die Reise für eine Willkommene Abwechslung, nachdem er ein Jahr in einer Krisenregion verbracht hat, auf der Suche nach dem fotogensten Verstümmelten Kind. Er hat viel Elend gesehen, weniger erlebt und ist darüber zum Zyniker geworden.
Ihre Kollege Dieter ist ein junger Redakteur, der sauer darüber ist, nur einen Bericht für die Lifestyle Seiten machen zu dürfen und dafür auch noch eine längere Zeit unterwegs zu sein. Er ist über Kontakte aus einer schlagenden Verbindung beim Hamburger Nachrichtenmagazin gelandet und erwartete eigentlich eine schnelle Kariere. Für ihn zählen traditionelle Werte, die er aber geschickt in ein modern wirkendes Vokabular verpackt, wenn er seine Artikel schreibt. Privat macht er aus seinen Haltungen jedoch keinen Hehl, insbesondere verhält er sich gegenüber seiner Kolegin inkorekt. Ein Macho eben.
Dazu käme dann noch ein Model, an dem Etienne seine Entwürfe testet, die transidente Schneiderin Tatjana und ein Matrose, trotz seines Berufs ein nicht-traditioneller Mann, mit dem Jeanette eine Affäre hat, ebenso wie Tatjanas Freundin, die sich im Gegensatz zu Tatjana nicht als Lesbe definiert.
Das wären bisher 8 Leute.
Wie bekommt man jemand (insbes. auch unseren Macho) deheteroized?
Wenn ich das wüste, wäre ich nicht solo *g*.
Wie vermeiden wir, dass einzelne Menschen so ihres Weltbildes beraubt sind, dass sie Suizid begehen. Oder vermeiden wir das nicht?
Wir vermeiden das, indem wir die Gruppe die gefährdetsten auffangen lassen, machen daraus eventuell in einem Fall eine sehr knappe Sache.
Gibt es in FW noch unterschiedliche Kulturen? Die müßten dann allerdings auch ungendered sein....
Gute Frage. Generell müssen wir noch sehen, wie sich die Welt ansonsten verändert hat. Ich würde vermuten, daß sich die Welt stark homogenisiert hat.
*knuddel in den Süden zurück*
susu


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