Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 4
Als Antwort auf: Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 3 von Alex am 23. April 2003 22:46:43:
Holla Alex.
*schmunzel* genau! Nicht dass wir nachher als Radikal-AntiGenderisten bezeichnet werden... nichts liegt mir ferner... radikal bin ich eigentlich nur für Freiheit und gegen Gewalt.
Stimmt, wobei mir einfällt, daß Genderisten der altertümliche Ausdruck für genderqueer ist (na ja, so Anfang bis Mitte der 90er war der mal aktuell, also nicht ganz so altertümlich wie das Wort alterthymlich), Also Anti-Genderismus nun wirklich das letzte ist, was uns unterstellt werden sollte... *g*
> > Das funktioniert dann auch als eine Studie über die Interaktionen in der Gruppe, die ja auch gendered sind und deren Veränderung.<<
jep... sehr interessannt. Da muß man sich zwischen Realismus (wirksamer wäre Isolation) und spannender Betrachtung der Interaktion entscheiden... ich finde die Interaktion wesentlich anregender.
Vor allem auch, weil Isolation Zwangsweise zu einer Aufsplittung der Handlung führt. Das kann zwar auch gute Ergebnisse liefern ist aber um einiges schwieriger zu schreiben.
*loooool* Ich glaub ich schmeiß mich weg vor Lachen, beim Schreiben.... das dumme Gesicht kann ich mir bildlich vorstellen, wenn unser Analytikeri einfach nicht kapiert, was denn ein Mann sein soll... und vielleicht ein Historikeri zu Rate ziehen muß, um überhaupt zu verstehen worum es geht.
Mir fällt gerade noch die Zwangshormontherapie ein, die bis in die 60er angewandt wurde. Dabei wurde jeweils mit den Hormonen des Geburtsgeschlecht behandelt. Die ist nicht leicht zu übertagen.
Das mit dem Historikeri ist gut. Wenn der Roman steht würde ich das gerne als Drehbuch bearbeiten, weil ich mir das auch als Film ziemlich klasse vorstellen kann... Mir fallen eher Dialoge als Gefühlsbeschreibungen ein, ich kann das alles recht gut visualisieren.
> > Mir fallen so spontan drei Probleme ein:
1) Psychologische Erklärung für Cisgender - Speziell die Fetisch-Argumentation und die, die in Richtung "Trans* ist ein Versuch Homosexualität zu verschleiern" geht, dürften schwer zu übertragen sein.<<
Du vergisst die geänderte Werteskala... wer NICHT Bisexuell (nach heutigen Begriffen natürlich) ist, wäre ja nicht "normal". Somit könnte man das wie eine Phobie gegen bestimmte Menschen behandeln. Oder auch als Fetisch FÜR andere Menschen. Auch die heutige Fetisch-Argumentation könnte banal als Vorliebe / pers. Geschmack gesehen werden. Somit wäre Heterosexualität in FW eine fetischistische Neigung.... eine krankhafte Fixierung auf bestimmte Menschen.
Stimmt. So wäre das übertragbar.
Ich denke der Druck des Outings als Mann oder Frau, könnte ähnlich aufgebaut werden. Auch häusliche Gewalt ist da durchaus möglich...
Die Frage ist nur, inwieweit das Thema in einem Buch, das nicht speziell darauf gerichtet ist überhaupt adequat behandelt werden kann.
Wie geht das ohne Gebärmutter? Wie wird das Fötus denn da mit Nährstoffen versorgt und vor Verletzung geschützt?
Ganz genau kenne ich das Prozeder nicht, aber soweit ich weiß verbindet sich der Fötus mit der Bauchdecke, dann entwickelt sich eine Nabelschnur, die nur ben nicht zur Placenta, sondern zu der Bauchdecke führt. Das Verfahren wird heute bei Frauen, die die Gebährmutter z.B. wegen eines Tumors entfernt bekommen haben angewandt, bei IVF ist es nicht selten, daß eine Bauchhöhlenschwangerschaft aus Versehen passiert, im Gegensatz zu einer Eileiterschwangerschaft kann sie jedoch ausgetragen werden. Als vom Gesetzgeber bemerkt wurde, das mit diesem Verfahren auch Männer und MtFs schwanger werden könnten, wurde es für diese Gruppen direkt verboten, weil sonst ein ganzer Haufen andere Gesetze geändert werden müste. Abstrus sind z.B. die Folgen für das Sorgerecht, ein Mann, der ein Kind zur Welt bringt, kann aus der Sicht des Gesetzes nicht die Mutter sein, weil er aber das Kind zur Welt gebracht hat, ist auch niemand sonst die Mutter. D.h. niemand hat die Sorge um das Kind...
Wenn ein MtF ein Kind zur Welt bringt, wird eine eventuelle Personenstndsänderung zurückgenommen, weil eine der Voraussetzungen für diese die dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit ist. Damit wird die MtF wieder als Mann betrachtet, sobald das Kind geboren ist und muß sich eventuell vor Gericht für die dargelegten Befunde zur Fortpflanzungsunfähigkeit verantworten...
Das zeigt die komische Logik des Rechts, wenn die Realität unsinnige Ergebnisse im Zusammenhang mit Gesetzen liefert, muß eben die Realität geändert werden.
*g* dazu müßte aber dann verhindert sein, dass sowas in der FW-Gesellschaft nicht auch vorkommt.
Hmm, Sterilisation als "rite of passage"? Oder die Leute finden penetrativen GV so undenkbar wir viele Menschen heute nichtpenetrativen. Oder wir klauen bei Demolition Man. *g*
Mal auf die Übernahme des Listen verzicht...
- Wie machen wir das mit Kleidung/Outfit? Sollte ja nicht nur ungendered, sondern auch für heutige gendered Leser provokant sein.
Ich würde sagen, wir kombinieren Elemente, die heute als weiblich gelten mit solchen, die als männlich gelten. Es gibt ja Dinge, die relativ unisex sind, aber Pumps + Krawatte ist für die meisten heute verwirrend. Wenn ich da Trends setzen könnte, Bart + Makeup (und ich sag mal: Bärte für alle! Bartboutiquen an jeder Ecke: "Für alt und jung, die neuen Bärte aus Paris sind da!").
Ich möchte eine gendered Subkultur, der Einzelne unserer Reisgruppe begegnen. Die Menschen in dieser Subkultur wissen zwar nicht mehr so genau, was ein Mann, oder eine Frau ist, versuchen aber gendered zu leben. Dabei sollen deformierte Klischees des 20. Jh. zum Einsatz kommen, vermengt mit ungendered Komponenten, die durch verlorenes "Wissen" für unsere Reisenden und den Leser grotesk wirken. Wie könnte sowas aussehen?
Nach Funden einer Barbie durch Archiologen, orientiert sich die Haarmode bei den Gender-Frauen an dieser. Leider handelt es sich bei dem Exemplar um ein Opfer der traditionellen Kopfrasur. Weil die Menschen in dieser Subkultur aus einer Gesellschaft kommen, die genderlos ist, können sie gender auch nicht mit sex in Verbindung bringen, d.h. die Gender-Frauen würden von userer Gruppe z.T. als Männer wahrgenommen und umgekehrt die Gender-Männer als Frauen.
Wie viel Wortschöpfungen sind ok, damit das noch lesbar bleibt?
Gute Frage. Da kommt es auch auf die Lesenden an, manche kamen mit 1984s newspeak ja schon nicht zurecht, andere geben erst bei Joyce oder Clockwork Orange auf und wieder anderen war selbst das nicht genug um sie zum Aufgeben zu bewegen. Ich habe mal eine KG geschrieben in der kein einziges richtiges Wort zu finden war (und in Stereo, dank Frames). Die fand dann allerdings keine große Leserschaft mehr...
Ich kann mich noch nicht richtig entscheiden zwischen "vergessen haben was gendered ist" und "reiner Wertesystemumkehr". Durchaus reizvoll wären Szenen wie: "Guck mal Elteri, da vorne läuft ein Frauvestit!" Andererseits hat die Psychateri-Szene von Dir auch einigen Reiz. Oder bekommen wir eine Mischform hin?
Ich denke eine Mischform ist möglich, wenn die Subkultur existiert. Die Leute würden denken: "Aha, diese Spinner" und ein Begriff wie Frauvestit passte da sehr gut rein, aber sie würden eben nur aus Berichten über die Subkultur überhaupt wissen, daß diese sich als "Frau" bezeichnen würden.
susu
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