Re: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 1
Als Antwort auf: Diskussion Roman-Idee: Alte Texte 1 von Alex am 23. April 2003 22:44:09:
Salve Alex.
Bei Laien, klar... dazu sind die Hintergründe zu wenig bekannt, und die Verdrängungsmechanismen zu stark. Bei Experten erwarte ich aber schon mehr. Wenn mir da einer so käme, hätte der danach einen Therapeuten nötig... das Problem ist, dass zu dem auch Leute gehen, die durchaus nicht stabil sein können.
Stimmt. Und einige der "Experten" sind dazu noch selbsternannte, da fällt mir direkt ein Beispiel ein... Aber bei Siguschs "Geschlechterwechsel" gibt´s Passagen, da kräuseln sich mir die Zehennägel.
ok, nachdem Kim das oki findet (Danke Kimwerd ich mal loslegen.
@Alle, die das lesen: Es handelt sich um eine FICTION-ROMAN-Idee... wenn da radikale Elemente drin zu finden sind, dann entspricht das weder meiner, noch Susu's Meinung, sonder ist eben auch als Roman zu lesen.
Genau, nicht daß es hinterher heißt, wir wären für Massenvergewaltigungen, die Wahl Dieter Thomas Hecks als Bundespräsident oder sonst irgendsowas. Halt Moment: Wir sind für sonst irgendsowas, aber was das genau ist, erklären wir in anderen Postings als jenen, die sich auf Future World beziehen. *g*
@Susu: Also, Grundlage meines Storyboards wäre, dass ein Kreuzfahrtschiff im Bermuda-Dreieck verschwindet, und im 23. Jahrhundert landet. Die Zeitreisenden finde eine völlig veränderte Gesellschaftsstruktur vor.
Ich würde eher ein Kleineres Schiff wählen, damit die Zahl der Figuren übersichtlich bleibt. Das funktioniert dann auch als eine Studie über die Interaktionen in der Gruppe, die ja auch gendered sind und deren Veränderung. Ich könnte mir vorstellen, daß die Gruppe in der FW zunächst mal ihre GIs stärker betont und sie dann auf einer subtileren Ebene auslebt, um dem Druck zu entkommen. Ein Teil der Gruppe könnte sich auch anpassen, dann wäre es interessant eine Rückkehr ins 21. Jh. zu beschreiben. Nur so Schnellschüsse...
Insbesondere ist eine GI gesetzlich verboten, bzw. wird dann durch Umerziehungsmaßnahmen "behandelt", da sie in der Vergangenheit ja zu so heftigen Problemen führte, und somit als für die Gesellschaft allgemein schädlich eingestuft wurde.
Ich möchte deshalb diese radikale Negation der Verhältnisse, um deutlich zu machen, wie die Gesellschaft im Augenblick mit Menschen umspringt, die etwas weiter vom Gaußpeak abweichende Vorstellungen oder Anlagen tragen.
Wie Du sagst, wird oft schon das Nichtvorhandesein einer GI als "Störung" beschrieben..... das möchte ich vollständig invertieren. Ebenso die therapeutischen Versuche, die heute seltener, aber vor 10-20 Jahren wirklich krass waren. Das Ganze ruhig etwas überzeichnet... ist ja ein Roman.
Nun platzt unsere zeitreisende Reisegruppe in diese Gesellschaft hinein. Und landet innerhalb kurzer Zeit wo? Natürlich bei "Umerziehungsmaßnahmen".
Ein paar Fragen, die mich zuerst mal beschäftigen:
<ul>
<li> Kennst Du ältere Berichte, wie Trans* früher weg-"therapiert" wurde? Und läßt sich sowas übertragen?
</ul>
Es gab die Skinner-Methodik (bzzz!). Dann die Therapie die darauf zielte den Trans* zu erklären wie "ihr" Geschlecht funktioniert: "OK, du bist ein Mann, also gehst du jetzt erstmal Fusballspielen." Prima Quellenmaterial ist da der überaus lustige Film "But I´m a Cheerleader" (da geht es zwar um die Therapie von Homosexuellen, aber die christliche Rechte begreift Homosexualität als GID) und das von mir schon mal gefeaturte Buch "Road to manhood".
Das ließe sich schon übertragen, die Cisleute müßten lernen in einer geschlechtslosen Gesellschaft klarzukommen.
Was gut kommen würde, wäre ein Gespräch mit einem Psychoanalytikeri, xix nicht versteht, was eine Geschlechtsidentität überhaupt sein soll und einem Cismann, der ein wenig garfieldesk zu erklären versucht, was er damit meint, ein Mann zu sein.
"Ich bin ein Mann."
"Ein was?"
"Win Mann!"
"Äh, ich verstehe nicht was sie meinen. Was ist ein Mann?"
"Ein Mann! Ich habe einen Schwanz! Und Eier!"
"Sie haben - Entschuldigen sie - sie haben was?"
"Einen Penis!"
"Gut. Mal angenommen, sie haben einen, einen 'Penis', wie sie das nennen. Was bedeutet es für sie, einen Penis zu haben?"
usw. Vieleicht noch hinzuziehen eines somatischen Arztis, wenn xix Psychoanalytikeri erkennt, daß der Mann ein Körperteil meint:
"Ach so, ein Lustorgan. Das haben alle Menschen..."
<ul>
<li> Welche androgynen Personalpronomina ließen sich in dieser Gesellschaft verwenden, die dennoch einen Unterschied zwischen Objekten und Menschen machen... oder sollte sowas wie "es" genügen?... oder völlig neue?
</ul>
Es gibt einige Versuche mit zir und zie, aber ich würde neue Pronomen einführen. (xix ist so eine Behelfslösung)
<ul>
<li> Wie und welche Ausgrenzungen lassen sich auf Cisgender übertragen. Oder anders gefragt: bei welchen hätte ich Schwierigkeiten?
</ul>
Mir fallen so spontan drei Probleme ein:
1) Psychologische Erklärung für Cisgender - Speziell die Fetisch-Argumentation und die, die in Richtung "Trans* ist ein Versuch Homosexualität zu verschleiern" geht, dürften schwer zu übertragen sein.
2) Häusliche Gewalt. Wäre ein Buch für sich Wert, die Wahrscheinlichkeit als Trans*, besonders bei denen die nicht als T geoutet sind Opfer häuslicher Gewalt zu werden ist extrem hoch und jeder Versuch Hilfe zu suchen, würde die Gefahr des Outings bergen. Ein großes Thema, daß nicht so leicht in diese Geschichte einzugliedern ist.
3) Die nieendenwollende Klo-Frage :) Wenn es unisex Toiletten gibt, dann kann eigentlich nicht begründet werden, warum CGs nicht draufkönnten.
<ul><li> Ich möchte Sex und Gender nicht trennen, d.h. das gonadale Geschlecht soll ebenso keine Rolle spielen dürfen. Wie ließe sich die Fortpflanzung lösen?</ul>
Einfach: Mediziner entnehmen Partneris Keimzellen, erzeugen aus denen einen Fötus (geht heute schon fast mit jeder Keimzellenkombination - 200 Jahre werden ihr übriges tun) und Pflanzen diesen in das Bauchhöhle (200 Jahre, da können wir auch das grammatikalische Geschlecht auf´s Neutrum reduzieren) eines Partneris (geht heute schon, ist nur nicht erlaubt weil Männer und Transfrauen nun mal keine Kinder gebähren sollen). Interessanter Gedanke: Laß mal eine der Cisfrauen schwanger sein, wenn sie im 24. Jh. ankommt und dann die Ärztischaft rätseln, wie sie damit umgehen sollen...
Arzti am Ultraschall: "Du meine Güte! Wie ist das denn dahingekommen?"
<ul><li> Die Gesellschaft soll Komponenten aus Orwells "Big Brother" enthalten, d.h. auch privates Ausleben von GI verhindern. Wie könnte sowas aussehen?
</ul>
Ich würde das private Ausleben nicht verhindern. Dann hätten jene, die es tun den Status den TV heute haben, d.h. die, die es öffentlich zugeben, stehen ziemlich unten in der Bewertung der anderen. Das hieße auf den Roman bezogen, daß die Gruppe in sich weiterhin gendered agieren kann, wohlmöglich in extremer Form. Und das wiederum würde in der Gruppe zu Spannungen führen, weil ein Teil whrscheinlich tatsächlich glücklicher ist, wenn gender keine Rolle mehr spielt. Sonst kann ich mir nur vorstellen, daß es tatsächlich wie bei Orwell aussähe, dann wäre die FW wohl auch in anderer Hinsicht sehr restriktiv.
Grüße
susu
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werd ich mal loslegen.