Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Einfacher Sachverhalt

Garfield, Monday, 26.10.2009, 14:29 (vor 6003 Tagen) @ Max

Hallo Max!

Daß die französischen Revolutionäre des 18. Jahrhunderts letztendlich auch Negatives verursacht haben, genau wie später z.B. die Kommunisten in der Sowjetunion, bestreite ich ja auch nicht.

Aber das war eben immer die Konsequenz aus massiven Fehlern, die die Mächtigen vorher über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gemacht haben. Hätten sie das Volk nicht rücksichtslos ausgebeutet, wäre es nie so weit gekommen. Ihre Gier hinderte sie aber daran, die rücksichtslose Ausbeutung zu stoppen. Und wenn sie einsahen, daß es so nicht weiterging, dann war es oft bereits zu spät.

Genau das Poblem haben wir heute auch, nur ist es noch nicht so weit gediehen, daß es für alle offensichtlich ist.

Die Probleme durch Überregulierung sind zweifellos existent. Aber glaubst du ernsthaft, daß sich irgendein Spitzenpolitiker für die Sorgen eines kleinen Taxi-Unternehmers interessiert? Der kleine Taxi-Unternehmer hat nämlich nicht genug Geld, um Lobbyisten dafür zu bezahlen, daß sie in Berlin Gesetzesentwürfe extra für ihn schreiben.

So kann er nur hoffen, daß das, was die großen Konzerne in Berlin durchdrücken, zufällig vielleicht auch ihm zugute kommt.

Für die Konzerne und durchaus auch für viele kleine und mittlere Firmen sind manche Regulierungen aber durchaus nützlich und wünschenswert. Du hast ja auch den Meisterzwang erwähnt. Das ist ein typisches Beispiel dafür. Der existiert ja vor allem deshalb, weil die etablierten Meisterbetriebe das so wollen! Denen gehts schlicht und einfach um Besitzstandswahrung. Würde der Meisterzwang für alle Branchen völlig abgeschafft, dann könnte ja jeder erwerbslose Handwerker einen 1-Mann-Handwerksbetrieb gründen! Womöglich gäbe es so Konkurrenz am Markt! Wo kämen wir denn da hin!

Entsteuerung von Erwerbsarbeit wäre ja eine Super-Sache. Nur ist die Lohnsteuer für den Staat eine ganz wesentliche Einnahmequelle. Fällt die weg, dann ist kein Geld mehr da für Abwrackprämien und andere teure Wirtschaftssubventionen. Dann wäre das Geschrei und Gejammer auch wieder groß.

Bevor man hier irgendetwas sinnvoll ändern kann, muß erst einmal dieses verkorkste Lobbyisten-System ausgemistet werden, aber gründlich. Das allein ist schon eine Herkules-Aufgabe...

Freundliche Grüße
von Garfield


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