Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Mit Zahlen gegen die Diskriminierung

Mustrum, Sunday, 24.05.2009, 21:11 (vor 6155 Tagen) @ Sophisticus

Das Interessante ist, wie auffällig ähnlich sich der heutige Sexismus und der damalige Rassismus in ihren Methoden sind.

Schuld an allem waren immer die Juden, ganz egal, was es war, sie steckten angeblich hinter absolut allem. Das wurde einfach so lange und bei absolut jeder Gelegenheit (unbelegt, aber eben auch unwidersprochen, weil man jeden Widerspruch ausgeschaltet, jeden Kritiker mit Gewalt mundtot gemacht hatte) behauptet, bis es jeder ganz selbstverständlich glaubte.

Heute sind es die Männer, die an allem schuld sind, wobei Frauen natürlich immer ganz besonders betroffen sind, sei es Klimawandel, Finanzkrise, Gender Wage Gap, usw. keine Gelegenheit wird ausgelassen, Männer schlecht zu reden. Wobei man auch hier meint, es bedürfe keiner Belege für gleich welche völlig frei erfundene Behauptung, weil diese Belege gar nicht existieren.

Natürlich waren die "Arier" stets die eigentlich bessere, überlegene Rasse, einfach, weil sie Arier waren, denen nur positive Eigenschaften zugesprochen wurde. Dass Juden dennoch eine - gemessen am Bevölkerungsanteil - gehobenere gesellschaftliche Stellung inne hatten, lag angeblich daran, dass sie Arier - aufgrund und obwohl ihrer ihnen zugesprochenen negativen Eigenschaften - stets übervorteilten. Wofür auch jeder Beweis schuldig geblieben wurde.

Heute sind es die Frauen, die angeblich in allem besser sind, aber dennoch nicht angemessen gratifiziert werden, weil die bösen Männer sie angeblich benachteiligen.

Weiterhin wurde Juden eine feindselige Gesinnung gegenüber den Deutschen unterstellt, was einigermaßen verwundert, denn auch der Anteil der jüdischen Gefallenen im I. Weltkrieg war weitaus höher als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Auch zahlten Juden aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung eher und dann mehr Steuern als der Durchschnittsdeutsche. Gaben also als Gruppe betrachtet mehr, als sie nahmen.

Heute sind es die Männer - die im Gegensatz zu den Frauen - für die Gesellschaft mehr leisten, als sie im Gegenzug dafür zurückerhalten (wer erarbeitet Steuern und Abgaben überwiegend und wer verbraucht sie überwiegend?) und denen trotzdem unterstellt wird, sie hegten Frauen gegenüber sexistische Feindseligkeit.

Es wurde Juden Rassismus unterstellt, also genau das, was ihnen entgegengebracht wurde, um den eigenen Rassismus so zu rechtfertigen.

Heute meint man ebenfalls, Männer sexistisch diskriminieren zu dürfen, als Ausgleich für angebliche sexistische Diskriminierungen wie z.B. die ominösen 23 % Lohnunterschied oder die gesellschaftliche Benachteiligung der Frau, was aber ebenfalls völlig an den Haaren herbeigezogener Schwachsinn ist.

Es wurde auch ihnen Günstlingswirtschaft, (internationale) Vernetzung ("internationales Finanzjudentum") usw. als Grundlage für ihre gehobene (und daher geneidete) gesellschaftliche Position unterstellt, ohne dass so etwas in irgendeiner Form nachweisbar gewesen wäre.

Und heute? Patriarchat, Vetternwirtschaft und gläserne Decken? Diskriminierung bei Einstellung und Beförderung?

Juden wurde Gewalttätigkeit bis hin zur völligen Perversion unterstellt (Ritualmorde z.B.), auch sexuelle Abartigkeit (gezielte Schändungen an Deutschen), man geilte sich regelrecht daran auf, wie pervers sie angeblich veranlagt wären.

War 2006 nicht von "Verrichtungsboxen" die Rede, in die die sexgeilen Männer zehntausende von Zwangsprostituierten - also mit Gewalt - zerren würden? Und was war dran? Männern wird sogar unterstellt, per se einen Hang zur Nekrophilie zu haben.

Wer als Jude nach 1933 einen Prozess mit einem sog. Arier zu führen hatte, verzichtete besser darauf, man verlor ohnehin - weil man Jude war und daher ja grundsätzlich als notorischer Betrüger dastand, weswegen jeder Prozessgegner das ausnutzte und entsprechende Vorwürfe erfand und damit auch wohlwollendes Gehör fand.

Heute ist es z.B. im Scheidungsfall nicht ratsam, sich mit der Frau auf einen Streit (etwa um das Sorgerecht) anzulegen, da diese mit großer Wahrscheinlichkeit das gesellschaftliche Stereotyp vom Mann bedienen und mit erlogenen Gewalt- und Mißbrauchsvorwürfen reagieren wird. Und auch wenn sich die Vorwürfe als unhaltbar erweisen, der entstandene Schaden ist immens und die Verursacherinnen bleiben ungeschoren.

Rassismus wurde verharmlost, indem man ihn in humoristischer Weise darstellte. Es gab z.B. ein Brettspiel mit dem Namen "Juden raus!", "überaus unterhaltsam, für jung und alt". Es gab Kinderreime, die vor Antisemitismus nur so strotzten, aber eben in humoristischer Weise daher zu kommen versuchten.

Heute findet man es "witzig", Männer - natürlich augenzwinkernd, ach, wie nett - etwa als Schweine, Gockel, Verkehrshindernisse zu beschimpfen.

Die Liste dieser Parallelen ließe sich endlos weiterführen. Denn Chauvinismus als Überbegriff für etwa Rassismus oder Sexismus folgt immer demselben Muster.

Auch wies die nationalsozialistische Ideologie stark narzisstische Tendenzen auf, von "Gruppennarzissmus" ist zu sprechen, Hitler z.B. war ein Narzisst par excellence.

"Nach dem deutschen Psychoanalytiker, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm ist Gruppennarzissmus die Übertragung des eigenen Narzissmus einer Person eine soziale Gruppe, auf die Nation (das Geschlecht? m. Anm.), auf eine Kirche (religiöser Narzissmus) u. ä. Die betroffenen Personen behaupten z. B., ihre Nation (ihr Geschlecht? m. Anm.) sei die Beste unter allen Nationen (Geschlechtern? m. Anm.). Dabei sehen sie nur die positiven Seiten ihrer eigenen Nation/Religion/(ihres Geschlechts? m. Anm.)..., wobei sie bei anderen (den Männern? m. Anm.) nur Negatives erkennen (beim Narzissmus bezieht sich solches Denken auf die eigene Person).

Fromm bezeichnet den Gruppennarzissmus als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Vorbereitung eines Krieges (Uh-Oh... m. Anm.) und sieht seine Ursache in der Form der heutigen Gesellschaft, welche "Isolierung und Feindseligkeit der Menschen untereinander" und somit sowohl den Narzissmus als auch den Gruppennarzissmus fördere."

http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppennarzissmus

Ich nehme an, Erich Fromm wird da richtig wiedergegeben.

All das beunruhigt mich. Und ich lasse es mir nicht nehmen, das dann auch anzusprechen. Denn das ist langsam echt kein Spass mehr.

Noch darf man in Deutschland seine Meinung sagen. Und man sollte es auch tun, damit es auch so bleibt.


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