Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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@ "Unterdücker"

Garfield, Monday, 14.06.2010, 12:57 (vor 5688 Tagen)
bearbeitet von Garfield, Monday, 14.06.2010, 13:03

Hallo "Unterdrücker"!

Ich hatte am Wochenende keine Zeit für Foren. Deshalb kann ich deine inzwischen auf Seite 2 gewanderte Antwort leider erst jetzt beantworten.

Nur was für einen Zweck aus Sicht der Elite erfüllt der Feminismus heute noch? Die Frauen arbeiten ja jetzt. Arbeitskräfte haben wir im Überfluss.

Jain. Als man noch echten Arbeitskräftemangel hatte, wollte man dies zum einen durch Einwanderung, zum anderen aber eben auch durch mehr Frauen im Berufsleben lösen.

Man hatte mit beiden Methoden Erfolg - aber vor allem in Jobs mit niedrigem Qualifikationsniveau.

Denn viele Frauen mit mittlerer und hoher beruflicher Qualifkation leben mit Männern zusammen, die genauso oder noch besser qualifiziert sind. Und dann oft auch entsprechend viel verdienen. So neigen solche Frauen immer noch sehr zum Hausfrauen-Dasein oder zu Teilzeitjobs, spätestens dann, wenn das erste Kind da ist.

Das will man den Frauen austreiben. Damit eben in Zukunft auch der erfahrene Facharbeiter oder Ingenieur für einen Appel und ein Ei arbeiten muß. Es geht heute nicht mehr darum, überhaupt Arbeitskräfte zu haben, sondern es geht um billige Arbeitskräfte. Und dafür braucht man weiterhin den Feminismus.

Das ist auch der Grund für diverse Maßnahmen des Frauenministeriums, die offensichtlich darauf abzielen, Akademikerinnen ins Berufsleben (zurück) zu holen.

Außerdem hat man den Feminismus ja nun salonfähig gemacht, und nicht nur das - er gilt heute auch als "politisch korrekt". Die Geister, die man da gerufen hat, wird man nicht so einfach wieder los! Die verselbstständigen sich nun natürlich und kochen ihr eigenes Süppchen. Das können diejenigen, die Kontrolle über die Massenmedien haben, zwar durchaus einschränken - aber das tun sie nur, wenn ihre Interessen negativ betroffen sein könnten. Wenn es nur allgemein gegen Männer geht, dann interessiert das niemanden von den oberen 10.000.

...daher wird gebetsmühlenartig die Lohnlüge wiederholt...

Worauf das hinausläuft, konnte man ja schon in Großbritannien sehen: Da wurde ja ein Gesetz oder eine Vorschrift für den öffentlichen Dienst erlassen, wonach es keine Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männer geben darf. Und dann hieß es prompt, daß nun z.B. männlichen Müllfahrern wohl die Zuschläge weggestrichen werden würden.

Ich denke, es geht dabei immer darum, Männern die Löhne runter zu drücken. Würde man das so direkt sagen, hätte man sowohl die Männer selbst als auch die Frauen, die ja auch von den Löhnen ihrer Männer leben, gegen sich. Also tut man so, als würde es darum gehen, die Löhne der Frauen zu erhöhen.

In den USA gab es früher mal ein Gesetz, das es Vorgesetzten in der Wirtschaft verbot, Frauen Überstunden machen zu lassen. Das galt unabhängig davon, ob eine Frau zu Überstunden bereit war oder nicht. Dieses Gesetz war erlassen worden, damit Frauen abends noch Zeit für die Familie haben.

So waren die Einkommen der Männer natürlich größer, weil nur sie Überstunden machten und bezahlt bekamen. Schließlich forderten Feministinnen die Abschaffung dieses Gesetzes, weil es Frauen durch geringere Löhne benachteiligen würde.

Das Gesetz wurde gekippt, und viele Frauen stellten aber nun schnell fest, daß sie damit vom Regen in die Traufe geraten waren: Jetzt war es nicht etwa so, daß man sie fragte, ob sie Überstunden machen wollten, nein, ihre Vorgesetzten erwarteten das nun von ihnen genauso selbstverständlich wie von ihren männlichen Kollegen.

Als den Feministinnen klar wurde, daß sie den Frauen damit einen Bärendienst erwiesen hatten und daß man sie nur für ganz andere Ziele eingespannt hatte, starteten sie eine Kampagne, um das wieder rückgängig zu machen. Damit kamen sie nun aber interessanterweise nicht durch.

...oder dass jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen ist...

Ich denke, sowas kommt von der mittlerweile fest etablieren "Helfer"-Industrie. Die gehört eben auch zu den Geistern, die man jetzt nicht so einfach wieder los wird. Da sind mittlerweile gute Posten entstanden, und die sollen auch bleiben. Da es keinen wirklichen Bedarf gibt, geht das nur, solange Steuergelder dorthin fließen. Also muß man natürlich regelmäßig Artikel veröffentlichen, die das nötig erscheinen lassen.

Gäbe es von nun an eine pro-männliche Propaganda mit derselben Intensität wie es diese nun mal profeministisch gibt, es gäbe nach einer übersehbaren Zeitspanne, von ein oder zwei Jahren bereits ein massives Umdenken und eine völlig andere öffentliche Meinung.

Das wäre aber nicht so einfach, und diese geänderte öffentliche Meinung wäre auch nur oberflächlich. Tief darunter, im Unterbewußtsein, steckt weiter der feministische Pilz, der uns glauben macht, daß Frauen viel schützenswerter und überhaupt viel wertvoller sind als Männer.

Deshalb haben es feministische Thesen immer viel leichter, sich durchzusetzen. Maskulistische Thesen dagegen haben es viel schwerer.

Natürlich wäre der Feminismus dadurch nicht gestorben, aber in den Köpfen der signifikanten Mehrheit unbedeutend.

Der offiziell organisierte Feminismus wäre unbedeutend, der reale Feminismus in den Köpfen dagegen nicht!

Nur ein Beispiel, wie schnell öffentliche Meinung gemacht werden kann ist das Rauchverbot. Jahrzehnte war das Rauchen überall in Ordnung. Es begannen die Medien, letztlich aus dem Nichts, Stimmung gegen das Rauchen zu machen, und es dauerte vielleicht ein halbes Jahr und das Volk war konditioniert und die Politik konnte das Thema aufgreifen und letztlich auch das Rauchverbot durchsetzen.

Dieses Rauchverbot ist keineswegs so beliebt bei der Bevölkerung. Es wurde nicht vom Volk, sondern von Lobbygruppen durchgedrückt:

Zunächst gab es Werbeverbote für Tabakprodukte. Auffällig war dabei schon, daß sich paradoxerweise einige Produzenten solcher Tabakprodukte dafür einsetzten, angeblich zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Philipp Morris beispielsweise startete eine Kampagne namens "Cool kids can wait".

Wenn man sich aber ansieht, welche Marktposition diese Firmen in Deutschland haben, dann wird das durchaus verständlich. Philipp Morris beispielsweise ist Marktführer beim Zigaretten-Verkauf. Somit ist der Hintergedanke klar: Man rechnete nicht mehr damit, den eigenen Marktanteil noch viel weiter erhöhen zu können, also wollte man ihn durch ein Werbeverbot für Tabakwaren einfrieren und kleinere Konkurrenten so daran hindern, mehr Marktanteile zu gewinnen.

Um das durchzudrücken, muß man natürlich zulassen, daß die Massenmedien entsprechende Artikel veröffentlichen. Sowas kann sich dann verselbstständigen. Zusätzlich kamen nun aber noch andere Interessengruppen hinzu:

Da war z.B. die Deutsche Bahn. Die empfand die Raucher in den Zügen als Kostenfaktor. Man wird sich da sicher genau ausgerechnet haben, wieviel Reinigungspersonal man einsparen kann, wenn die vielen Aschenbecher in den Zügen nicht mehr geleert werden müssen und wenn es auch nicht mehr nötig ist, überall daneben gefallene Asche aufzufegen. Und wieviel sich sparen läßt, wenn es nicht mehr nötig ist, ab und zu mal einen angeschmorten Sitzbezug zu wechseln.

Dann gab es große Restaurant- und Imbiß-Ketten, die kalkulkierten, daß viele kleine Kneipen, die keine separaten Raucherräume einrichten können, mit einem Rauchverbot bald schließen müssen. Gerade im Gaststättenwesen haben sich ja die Preiserhöhungen mit der Euro-Einführung fatal ausgewirkt, und so gab es da natürlich auch ein entsprechend großes Bedürfnis zur Marktbereinigung. Wenn die kleinen Gaststätten weg sind, haben die größeren entsprechend mehr Zulauf, kalkulierte man.

Dann gibt es auch Produzenten irgendwelcher Rauch-Filtersysteme. Die haben sich von einem Rauchverbot auch gute Geschäfte erhofft.

Diese und wahrscheinlich noch andere Firmen haben das dann gemeinsam durchgedrückt. Ohne die vorherigen Kampagnen zum Werbeverbot für Tabakprodukte wäre das wohl nicht so einfach gewesen oder vielleicht auch gescheitert. Aber so war der Boden bereitet, und nun ist es gut möglich, daß Philipp Morris & Co sich damit voll in die Nesseln setzen, zumal sie ja auch noch die Preise immer wieder erhöhen.

Da sieht man wieder mal, daß man letztendlich nicht unbedingt das erreicht, was man geplant hatte.

Freundliche Grüße
von Garfield


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