Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Männer sind ... Ist da was dran?

Emmalein, Tuesday, 20.04.2004, 15:15 (vor 7962 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Männer sind ... Ist da was dran? von Garfield am 20. April 2004 11:01:39:

Hi, Garfield,

Generell denke ich, daß körperliche Beanspruchung belastender ist als psychische. Wer psychisch mit seinem Job nicht fertig wird, wechselt ihn oft auch schon frühzeitig oder geht früher in Rente, wenn das möglich ist. Außerdem lassen sich psychische Schäden durch Medikamente oft recht gut behandeln, während bei körperlichem Verschleiß oft nur Schmerztherapie möglich ist. Und selbst das ist meist schwierig.

Psychische Belastungen im Beruf können jahrelange Therapien nach sich ziehen. Ob das weniger belastend ist, weiss ich nicht.

Generell haben Menschen, die körperlich schwer arbeiten, oft kaum Alternativen zu ihrem Job. Weil es häufig Jobs sind, die keine oder keine hohe Qualifikation erfordern. Wenn man keine oder keine gute berufliche Qualifikation hat, ist man aber froh, überhaupt einen Job zu haben.

Es gibt trotz allem eine grosse Menge an Männern, die hochqualifizierte Jobs macht: Die Mehrheit der Professoren ist männlich. Die Mehrheit der Politiker ist männlich. Die Mehrheit der Vorstandsvorsitzenden ist männlich. Und selbst die Mehrheit der Direktoren an Grundschulen ist männlich. Ich zweifle deswegen ímmer noch ein wenig an Deiner These mit den körperlich härteren Jobs; eine Krankenschwester oder Altenpflegerin arbeitet körperlich sehr viel härter als ein Professor.

"Aber doch nur ein sehr geringer Anteil der Männer arbeitet in den wirklich gesundheitsgefährdenden Bereichen wie Bergbau oder Müllabfuhr. Der Grossteil der Männer sitzt, wie die meisten Frauen auch, in irgendeinem Büro."
Ja, aber Männer tun das ihr ganzes Leben lang! Frauen haben weitaus mehr Möglichkeiten, mal für ein paar Jahre aus dem Job auszusteigen. Und sie arbeiten auch häufig nur halbtags. Dann ist auch ein psychisch anstrengender Job leichter zu ertragen, weil man mehr Erholungszeit hat als bei einem Vollzeit-Job.

Oft machen Frauen aber auch den Grossteil der Hausarbeit und der Kinderarbeit. Sprich: Wer sich auf Elternabenden umsieht, findet dort meistens Frauen. Egal, ob die berufstätig sind oder nicht. Wenn Du fragst,wer die Kindergeburtstage organisiert, wirst Du in der Mehrheit die Antwort kriegen: Mama. Egal, ob sie auch arbeitet oder nicht. Und das sind nur zwei Bereiche. Ich will damit sagen: Zuhause geht für viele berufstätige Frauen die zweite Schicht los, von der sich Männer dann eher lossagen, mit der Begründung, dass sie Vollzeit arbeiten, ihre Partnerin aber nur halbtags. Das ist dann nicht unbedingt Erholung.

Wie erklärst du dir denn, daß Nonnen im Durchschnitt nur ein Jahr älter werden als Mönche, während ansonsten Frauen im Durchschnitt 6,4 Jahre älter als Männer werden? Der einzige Unterschied, den ich da sehe, besteht darin, daß Mönche ein ruhigeres Leben haben als der normale Durchschnittsmann.

Nicht nur das: Sie halten regelmässig Fastenzeiten ein, betätigen sich bei den Exerzizien teilweise körperlich, machen sanfte körperliche Arbeit (Gartenarbeit), haben ihren Frieden mit Gott gemacht (eine religiöse Überzeugung und Gewissheit kann krankheitsmindernd und lebensverlängernd wirken), haben klare, eindeutige Lebensregeln und einen sehr geregelten Tagesablauf. Und sie essen recht schlicht, es gibt so gut wie kein Junk-Food.

Vergleicht man das mit vielen Männern, treten da schon deutliche Unterschiede zutage. Bei den Fastenzeiten und der körperlichen Bewegung muss ich nur an einige meiner Bekannten aus dem Computer-Freak-Milieu ansehen: Kaum Sport, ständig Kaffee, viel Pizzen, wenig Gesundes, mal Aufbleiben bis spät in die Nacht, wenn es die Firma will, mal superfrühes Ins-Bett-Gehen.. Und ständig irgendwie aufgekratzt, irgendwie immer auf der Suche nach einem grösseren Kick. Wenn das keine gesundheitsgefährdende Lebensweise ist, weiss ich es auch nicht!

Frauen stehen schon allein wegen ihrer Figur unter einem viel strengeren Reglement als Männer; eine dicke Frau wird noch mehr gehänselt als ein dicker Mann. Frauen wird beigebracht, dass sie auf ihren Körper hören dürfen. Männer werden in der traditionellen Erziehung zur Härte erzogen; sie dürfen sich nie eingestehen, wenn irgend etwas mit ihnen nicht stimmt. Somit werden Männer auch später und seltener zum Arzt gehen. Früherkennung rettet aber Leben!

Bis vor kurzem rauchten Männer auch mehr als Frauen; Lungenkrebs ist aber heute eine sehr häufige Todesursache. Wer raucht, verkürzt sein Leben im Schnitt um mehrere Jahre, sagen die Statistiker, weil Rauchen das Risiko von Lungenkrebs enorm erhöht.

Du siehst also, zwischen Mönchen und anderen Männern und Männern und Frauen gibt es noch andere Unterschiede als die berufsbedingten.

Es grüsst freundlich
das Emmalein


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