Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Männer sind ... Bürojobs sind weiblich

Pokemon, Tuesday, 20.04.2004, 00:10 (vor 7963 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Männer sind ... Ist da was dran? von Emmalein am 19. April 2004 20:19:15:

Drittens: Der Großteil der Menschen, egal ob Männlein oder Weiblein, hat heute Bürojobs hier in Deutschland. Denn die Zechen sind zu, die körperlich wirklich harten und gefährlichen Arbeiten größtenteils durch Computer ersetzt.

Ich lerne Bürokauffrau. In meiner Klasse sind 16 weibliche und 3 männliche Azubis. In den anderen Klassen sieht das nicht viel anders aus. Mag sein dass noch die Bürojobs einigermaßen gerecht auf die Geschlechter verteilt sind, aber in Zukunft wird sich das zugunsten der Frauen ändern. Die männlichen (Real-)Schulabgänger werden, wenn sie nicht qualifiziert genug sind sind für anspruchsvollere Büro-Ausbildungsberufe wie Bankkaufmann, Steuerfach- oder Verwaltungsfachangestellter (nach meinem Eindruck sind die Ausbildungsklassen auch hier überwiegend weiblich), ins Handwerk abgedrängt. RealschülerINNEN ins Büro, RealSCHÜLER ins Handwerk. Der Anteil der weiblichen Büroangestellten, der nach meinen bisherigen Erfahrungen schon jetzt sehr hoch ist, wird noch steigen.

Im übrigen wird auch für den Beruf des Steuerfachangestellten oder des Bankkaufmannes schon Abi verlangt, was den Zugriff der Realschüler ja weiter erschwert. Und über den hohen Anteil der Mädchen am Gymnasium haben wir ja schon gesprochen.

Während der Mädchenanteil an den Gymnasien (ich bin auch so eine, Schande über mich ;-) anstieg, wuchs der Anteil der Jungen an den Hauptschulabsolventen. Früher gingen diese regelmäßig ins Handwerk. Hier sitzen aber jetzt die Realschüler. Was bleibt denn da noch übrig? Die Handwerksbetriebe freuen sich über die Realos und während früher ein guter Hauptschulabschluss als super Voraussetzung für eine Lehre im Handwerk galt, wollen viele Betriebe heute schon den mittleren Bildungsabschluss.

Bleibt noch der Einzelhandel. Das scheint mir - neben dem Handwerk - noch der einzige Bereich zu sein, wo die Zahl der männlichen Azubis die der weiblichen übertrifft. Aber auch hier steigen die Anforderungen: Realschule wird auch von den Einzelhändlern oft gewünscht. Zurück bleiben arbeitslose gefrustete Hauptschüler, und davon sind die meisten Jungen.


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