Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Männer sind ... Ist da was dran?

Joseph S, Tuesday, 20.04.2004, 00:46 (vor 7963 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Männer sind ... Ist da was dran? von Garfield am 19. April 2004 16:37:26:

Hallo Garfield,

ich bin auch Deiner Meinung, daß die höhere Lebenserwartung von Frauen auf viele Faktoren
zurückzuführen ist, und das Testosteron keine wichtige oder gar keine Rolle dabei spielt.

Die gesündere Lebensweise zähle ich aber dennoch dazu. Daß Frauen rauchen, saufen und sich
von Fast Food ernähren wie Männer ist noch nicht so lange etabliert, daß es sich in den
Sterbetafeln bemerkbar machen muß. Bis die Folgen davon tötlich werden gehen locker ein paar
Jahrzehnte ins Land. Die jetzt daran sterben sind die, die das vor 30 Jahren angefangen haben.

Ich hatte mal die Muße Sterbetafeln zu vergleichen. Da fiel mir auf, daß die Unterschiede
in der Zeit nach der Pubertät und in der Zeit nach dem Rentenbeginn am größten (mehr als doppelt
so hohe Sterbewahrscheinlichkeiten) waren. Da neige ich dazu psychische Erklärungen
hinzuzuziehen.

In den jungen Altern werden die Partnerschaftsfindungsprobleme einiges ausmachen.
Ich denke an gefährliches Imponiergehabe, um als stark und damit begehrenswert zu erscheinen,
oder Depressionen bis zu Suizid, weil mann von allen wie der letzte Dreck behandelt wird
und ähnliches.

Bei den Älteren denke ich an die Renteneintrittskriese. Im Gegensatz zur Hausfrau verliert
der Mann beim Renteneintritt, seine Lebensaufgabe, welcher er, ob er wollte oder nicht,
den allergrößten seiner Arbeitskraft gewidmet hat. Auch seine arbeitsbedingten Sozialkontakte
verringern sich dramatisch. Er lebt dann in einer Wohnung, die seine Frau in Besitz genommen
und nach ihren Vorstellungen gestaltet hat, und er also nur stört. Er verliert also seinen
Lebensraum, und muß sich Lebensinhalte erkämpfen, worauf er, der bisher mehr das Problem
hatte, unter seinen Anforderungen zu ersticken, schlecht vorbereitet ist. Das kann den
Lebenswillen und damit die Lebenskraft entscheidend schwächen.

Dies sehe ich nur als Ergänzung zu den vielen anderen Begründungen.

Vielleicht werden die Girlies, die jetzt über ihre höhere Lebenerwartung jubeln, im Schnitt
gar nicht länger leben als ihre männlichen Schulkammeraden. Bei manchen Faktoren (Rauchen,
Erwerbstätigkeit ...) ändert sich einiges zuungunsten der Frauen. Die Berechnung der
Lebenserwartung wird im Wesentlichen von der Sterblichkeit der älteren Menschen bestimmt.
Also sind die Folgen dieser Veränderungen noch nicht sichtbar.

Auffällig ist aber, wie wenig Mühe aufgewand wird, um die Lebenserwartung von Männern zu
verbessern. Die biologischen Erklärungen erscheinen da wirklich wie Ausreden, um nichts
ändern zu müssen.

Gruß
Joseph


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