Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Kultur, Verdrängung, Geschichtsbild

Andreas, Wednesday, 11.02.2004, 13:00 (vor 8031 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Kultur, Verdrängung, Geschichtsbild von Emmalein am 11. Februar 2004 09:19:43:

Vom Mittelalter bis zur Neuzeit war Heiraten und Fortpflanzen sehr oft nicht Sache von Mann und Frau. Heiraten wurden vor allem in den ein wenig höheren Einkommensschichten nach den Bedürfnissen der Familien entschieden. Da wurden durch Heiraten wirtschaftliche Bündnisse und Tauschgeschäfte (Tausche Adelstitel gegen viel Geld) gemacht. Die Individuen, also die betroffenen Frauen und Männer, hatten zu dem Thema wenig zu sagen.
Deswegen kann das mit der Selektion durch die betreffenden Frauen viele Jahrhunderte lang überhaupt nicht hinkommen. Ergo: Diese These ist falsifiziert.

Dem würde ich zustimmen. Ich zweifle sogar prinzipiell an der These, dass es Frauen sind, die bei der Partnerwahl den Ton angeben und selektieren. Zumindest in unserem Kulturkreis ist es normal, daß sich Frauen relativ "passiv" verhalten, d.h. sie warten in der Regel solange, bis ein Mann auf sie zukommt und Interesse zeigt. Frauen versuchen bestenfalls, dieses Verhalten durch bestimmte "Zeichen" zu beschleunigen oder zu bremsen. Grundsätzlich sind sie aber in der Partnerwahl gerade auf die Männer beschränkt, die den ersten Schritt machen und aktives Interesse zeigen. Unter denen können sie sicherlich selektieren, aber die Gruppe an potentiellen Partnern ist dann eben stark beschränkt. Bei Männern ist das anders. Dadurch, dass diese normalerweile die Initiative ergreifen, haben sie die groessere Wahl an Frauen. Wenn sie bei einer Frau scheitern, koennen sie eine andere Frau waehlen. Der Pool an potentiellen Partnern ist damit wesentlich groesser und ein Mann hat damit (unter idealen Bedingungen) eine groessere Chance, die "Frau seiner Träume" zu bekommen als dies umgekehrt bei einer Frau der Fall ist, die auf das angewiesen ist, was sich gerade mal anbietet.

Dann das Problem mit dem kulturellen Beitrag der Frauen: Viele Frauen mussten sich in der Männergesellschaft als Männer ausgeben, um Anerkennung zu finden. Oftmals machten sie Erfindungen, die sie unter dem Namen ihrer Männer an den Mann, den Fabrikanten nämlich, zu bringen suchten (so geschehen z. B. bei der Erfindung der Spülmaschine). Und Erfindungen von Frauen werden kulturell selten gewürdigt.

Da stimme ich Dir auch zu. Insgesamt betrachtet ist aber der Fortschritt vor allem im Bereich Technik und Naturwissenschaften hauptsächlich Männern zu verdanken. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Artikel suggeriert ja auch, daß Männer oftmals unter Spezialbegabungen "leiden", dort aber erhebliche Kreativität und Leidenschaft entwickeln, die am Ende die Forschung erheblich voranbringt. Ich habe das oft während meines Studiums beobachtet. Die Studentinnen waren nicht schlecht, aber wenig innovativ. Meistens haben sie einfach nur das gemacht, was von ihnen gefordert wurde und nicht mehr. Das sicherlich gründlich, aber sie gingen nicht darüber hinaus. Wenn ich mitten in der Nacht bei uns im Computerpool war, dann saßen dort nur noch Jungs, die am Code hacken waren und alles ausprobierten. Die meisten, die sich im Anschluß an das Studium mit neuen Ideen selbstständig gemacht haben, waren Männer. Auch bei der Vergabe von Diplomthemen äußert sich das stark. Während sich Frauen meistens nur für Themen entscheiden, die vom jeweiligen Lehrstuhl gerade angeboten werden, sind es vor allem die männlichen Studenten, die eigene Themen und Ideen vorschlagen. Bei Frauen hatte ich immer den Eindruck, die machen das halt, weil es ein guter Job ist und Geld bringt, aber nicht wirklich aus Interesse.

Gruß
Andreas


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