Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Schwerter zu Flugblättern!

Manfred, Friday, 22.08.2003, 20:18 (vor 8202 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Schwerter zu Flugblättern! von Anabasis am 22. August 2003 16:21:11:

Hi Anabasis!

>Langfristig habe ich keine moralischem Probleme mehr mich auf Gewalt und Bürgerkriegsähnliche Situationen bereitzumachen, um das mal deutlich zu sagen.

Bürgerkrieg ist ziemlich anstrengend

Es kann anstrengender sein ihn auf dauer zu vermeiden

- Munitionskisten schleppen

Munition wird nicht geschleppt sondern verballert

- Nachts Wache stehen und noch nicht mal ein Bierchen dabei zischen

klar wird gezischt, und wir erzählen uns romantische Landserstories

- im Winter im Freien schlafen und sich die Hacken abfrieren

Bis zum Winter muß der Kampf entschieden sein

- Dosenfraß essen statt beim Griechen einzukehren

Der "Grieche" kocht für uns, die Griechin kann sich noch entscheiden

- usw...

genau...

Aber im Ernst:
Mir ist durchaus klar, daß ich ich hiermit eines der ultimativsten Tabuthemen anschneide.
Gewalt! Gewalt?
Nein, es ist gar nicht die "Gewalt an sich" das Tabuthema, sondern die Gewalt ohne staatlichen Segen.
Wir erschießen Serben und Afghanen heute, Iraker vielleicht morgen aber das ist "was anderes". Es ist was anderes, weil uns eine ellenlange Befehlskette suggeriert da habe ein ganzes Volk entschieden und ein ganzes Volk kann ja wohl nicht irren.
Um es auf den Punkt zu bringen:
Ich bin strikt gegen Gewalt, mein Lebenslauf läßt auch kaum einen andern Schluß zu. Umgekehrt muß aber jeder der argumentiert "er sehe ernsthaft die Demokratie in Gefahr" oder das "Grundgesetz wird nach und nach ausgehebelt"
irgendwann irgendwo Farbe bekennen, welche Konsequenzen das nach sich ziehen könnte.
Ich habe schon gesagt, daß wir derzeit sicherlich weit von diesem Szenario entfernt sind, ABER vielleicht nicht mehr so weit wie manche glauben und die Entfernung sinkt tendenziell nach meiner Einschätzung.

Alle edelmütigen absoluten(!) Bekenntnisse Gewalt aus der Initiative des Volkes abzulehnen sie aber zu dulden aus der Initiative des Staates heraus, beruhen letztendlich auf der Basis, daß der Staat sich absolut als Vertreter des Volkes (des gesamten Volkes!) zeigt.

Ok, das ist ein großes Faß und mag provokativ wirken, aber ich glaube grade
die drei offiziellen Staatsgewalten (Leg/Jur/Ex) sollten sich mal ernsthaft
darüber gedanken machen, wenn sie so gewaltablehnend sind wie ich bzw. wir.
Zu glauben staatlich verordnete Gewalt sei per se "irgendwie besser" ist ein mehr als fataler Irrtum. Ein anderer Irrtum ist es zu glauben, man verhindere sie indem man nicht darüber nachdenkt.

Zugegeben, das geht schon ein bisschen in philosophische, aber warum auch nicht. Frage um umfassende Gerechtigkeit tun das meistens.

Und:
Nur keine Scheuklappen beim Denken! Gedanken sind (grade noch so) frei!

Schöne Grüße (Pax)
Manfred


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