Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Woher kommt der Einfluß des SPD-Frauenklüngels?

Lars, Friday, 22.08.2003, 16:27 (vor 8202 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Die SPD ist IMO abgrundtief MÄNNERFEINDLICH eingestellt! von Joachim am 22. August 2003 12:58:02:

Hier stellt sich die Frage: Wie kann es sein, daß in einer großen Volkspartei, deren Mitgliedschaft sowohl an der Basis als auch im Mittelbau und auf der Führungsebene ganz überwiegend von Männern gestellt wird, männerfeindliche Tendenzen so stark zum Zuge kommen?

Meine Theorie:

- Die überwiegend männliche Parteiführung kann sich auch nicht um alles kümmern. Da bietet es sich an, die "klassischen", "harten" Politikfelder (die bei denen gut organisierte Unternehmens- sowie Gewerkschafts-Lobbyisten und die ganze Presse auf der Matte stehen) selber zu bearbeiten, und "weiche" "Neben"- und "Insider"-Themen den entsprechenden partei-internen Klüngeln (in diesem Fall dem SPD-Frauenklüngel) zu überlassen, die dadurch auch bequem ruhiggestellt werden.

- Man erhofft sich durch Feminismus mehr Wählerinnen-Stimmen und geht (leider wohl immer noch zurecht!) davon aus, daß die WählER dieses Themenfeld gar nicht so richtig wahrnehmen oder sich davon zumindest nicht in ihrer Wahlentscheidung beeinflussen lassen.

- Feminismus ist eine kostengünstige Möglichkeit, den Dauerklinsch mit dem linken Parteiflügel zu reduzieren: Wenn die SPD-Linken schon in Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik eine neoliberale Kröte nach der anderen schlucken müssen, muß die Parteiführung ihnen zumindest auf dem kostenneutraleren Gebiet der (u. a. feministischen) Symbolpolitik entgegenkommen, bzw. verhindern, daß das Lager der innerpartlichen Kritiker auch noch durch den Frauenklüngel verstärkt wird.


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