Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Hier wird wieder einmal der Bock zum Gärtner gemacht

Garfield, Friday, 22.08.2003, 19:20 (vor 8202 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Hier wird wieder einmal der Bock zum Gärtner gemacht von Manfred am 22. August 2003 11:43:11:

Hallo Manfred!

Ich teile deine Bedenken, und zwar noch aus verschiedenen anderen Gründen. Mich beunruhigt z.B. darüber hinaus noch, daß Maßnahmen der Regierung gegen die Arbeitslosigkeit sich immer wieder nur auf Lohndrückerei und Sozialabbau beschränken und somit letztendlich nichts bewirken, außer immer mehr Menschen noch ärmer und immer weniger Menschen noch reicher zu machen. Denn genau darum dreht sich alles.

Mich beunruhigt auch die Abzocker-Mentalität und die weltfremden Ansichten der Spitzen-Politiker. Da stellt sich jemand öffentlich hin und verkündet, daß doch niemand für 8 Euro pro Stunde arbeiten gehen würde, solange er genügend Sozialhilfe bekommt, während im realen Leben Arbeitssuchende notfalls auch einen Job für 3 Euro pro Stunden annehmen würden und trotzdem keinen finden. Und während derjenige, der das sagt, jeden Monat allein offiziell schon eine fünfstellige Summe kassiert und nach seinem Abtritt oder auch nach seinem Rauswurf auf jeden Fall eine satte Pension einsacken kann.

Um aber auf die Abzocke von Männern auch durch Unterhalt für Kuckucks-Kinder zurück zu kommen: Bisher haben viele Männer das noch hingenommen, weil ihr Verdienst es ihnen oftmals erlaubte, diesen Unterhalt zu zahlen. Aber mit sinkenden Einkommen wird das natürlich immer schwieriger. Okay, wenn man ein bestimmtes Einkommen unterschreitet, braucht man erstmal nicht zahlen. Aber die Motivation, dann einen neuen Job zu suchen, in dem man wahrscheinlich weniger verdienen wird und dann wirklich nur noch für den Unterhalt für ein womöglich fremdes Kind schuftet, ist natürlich äußerst gering. So werden Männer in der Situation künftig immer öfter zu Sozialfällen werden oder letztendlich sogar auf der Straße landen.

Ich sehe allgemein nicht unbedingt die Gefahr von bewaffneten Unruhen. Ich befürchte eher einen enormen Anstieg der Kriminalität. Politiker, Wirtschftsbosse und andere reiche Bonzen ziehen sich dann einfach in bewachte Wohnsiedlungen zurück und lassen sich dort von der Polizei und von privaten Wachdiensten beschützen. Dafür wird dann auch immer Geld da sein, während anderswo auch bei der Polizei fröhlich weiter gespart werden wird.

Die Menschen aber, die es sich nicht leisten können, in solche bewachten Siedlungen zu ziehen, werden dann zunehmend Opfer von Kriminellen werden, von denen wiederum viele wirklich nur aus blanker Not handeln werden. Denn der Sozialabbau, den wir jetzt erleben, ist erst der Anfang. Da nichts gegen die steigende Arbeitslosigkeit unternommen wird, werden die Sozialkosten ja immer weiter steigen, und anstatt dann endlich mal etwas Sinnvolles zu unternehmen, wird man einfach weiter im Sozialbereich sparen und sonst wieder nichts tun.

So wird dann mit der Zeit alles außerhalb der bewachten Siedlungen im Chaos versinken. Das wird die Menschen betreffen, die noch Arbeit irgendwo haben und auch Besitzer kleinerer Unternehmen. So wird alles, was dann noch von unserer Gesellschaft übrig ist, auch noch zerstört werden.

Ich fürchte sogar, daß wir das noch erleben werden. Wenn wir alt sind und dann zusehen können, wie wir uns mit einer mickrigen staatlichen Rente auf Sozialhilfeniveau und ein paar Euro Riester-Rente, von der uns der Staat über Steuern auch noch einen guten Teil wieder wegnehmen wird, finanziell über Wasser halten.

Unsere jetzigen Spitzen-Politiker werden dann wahrscheinlich auch noch leben, da sie sich von ihren fetten Pensionen dann ja auf unsere Kosten die modernste medizinische Versorgung sichern können. Die leben dann im sonnigen Florida oder auf den Malediven und grinsen breit, wenn sie in einer Fernseh-Reportage sehen, wie dreckig es uns geht.

So stelle ich mir momentan die Zukunft vor. Und das ist auch einer der Gründe, wieso meine Verlobte und ich keine Kinder möchten.

Freundliche Grüße
von Garfield


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