Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Empörung /// Nachfrage zum genetischen Informationsgehalt dieser Tests

Garfield, Friday, 22.08.2003, 18:00 (vor 8202 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Empörung /// Nachfrage zum genetischen Informationsgehalt dieser Tests von Lars am 22. August 2003 12:17:04:

Hallo Lars!

Ich bin auch kein Freund von Gentests, aber gerade diese privaten Vaterschaftstests bieten die Möglichkeit, daß Ganze weitgehend anonym abzuwickeln. Man könnte die Proben beispielsweise über eine unbeteiligte dritte Person einschicken, oder es wäre auch denkbar, daß gemeinnützige Vereine das erledigen. Dann hätte das Labor kaum eine Chance, herauszufinden, von wem die Proben stammen. Die Mitarbeiter dort wüßten nur, daß ein Verein xy eine Probe A und eine Probe B eingeschickt hat, die nun eben verglichen werden sollen. Wenn man DNA-Proben aber keiner Person sicher zuordnen kann, sind sie für Überwachungs-Fanatiker und Daten-Verkäufer wertlos.

Probleme sehe ich da eher bei den offiziellen Vaterschaftstests, die durch Gerichte angeordnet werden. Da muß nämlich so eine Probe exakt einer Person zugeordnet werden können. Selbst wenn das Labor die Personen-Daten nicht erhält: Bis zu einer bestimmten Instanz sind sowohl Proben als auch Daten in einer fremden Hand, und es wäre dann möglich, illegal etwas von den Proben abzuzweigen und zusammen mit den Daten zu speichern.

Das betrifft aber die Mütter überhaupt nicht, denn von ihnen wird ja gar keine Probe genommen.

Außerdem ist es wohl auch nicht anders möglich, da nun einmal vor Gericht nur Beweise zugelassen werden können, die auch zweifelsfrei welche sind. Wenn man anonyme private Tests als Beweise zulassen würde, könnte ja jeder Vater einfach die Probe eines fremden Kindes einschicken. Das könnte dann nicht überprüft werden. Jetzt wird das aber kein Vater tun, da er ja weiß, daß das Gericht noch einen offiziellen Test anordnen wird.

Wie dem auch sei: Ich halte die privaten Tests für eine gute Möglichkeit, Gewißheit zu erlangen und sich eventuell auch viel Zeit, Mühe und Geld zu ersparen. Denn immerhin erweist sich ja in ca. 75 % aller Fälle, daß das Kind wirklich vom angegebenen Vater abstammt.

Aber ich denke, genau das ist der Grund, wieso man das verbieten will. DNA-Tests sollen ja gar nicht mehr billig sein. Es ist doch viel besser für die Branche, wenn alle Väter teure offizielle Tests machen lassen müssen. Idealerweise natürlich so, daß das Gericht das Labor bestimmt, so daß man nur den Richter schmieren braucht und dann astronomische Preise verlangen kann. Der Kläger darf's ja zahlen. Alles für den Maximal-Profit.

Freundliche Grüße
von Garfield


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