Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Hier ist die Antwort

Garfield, Friday, 22.08.2003, 16:40 (vor 8202 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Hier ist die Antwort von Xenia am 21. August 2003 23:32:42:

Hallo Xenia!

Ich nehme mir mal nur einen Absatz heraus:

"Also Frauen glauben, jetzt mal pauschalisiert und vereinfacht, dass Männer rückständig sind, gleichzeitig wollen sie aber einen 'männlichen' Mann haben (siehe "vom Anlesben und Körbe geben") - und trotzd eiser Diskrepanz gibt es in diesem Land noch sowas wie Ehen und Partnerschaften und Beziehungen?"

Das ist ein wesentlicher Punkt. Es ist eine Tatsache, daß es mehr Männer als Frauen gibt, die auf Vollzeit arbeiten und somit dem ihnen zugewiesenen Rollenmuster entsprechen. Dafür werden sie zwar von der Gesellschaft heutzutage nicht mehr sonderlich gelobt, aber zumindest wird doch anerkannt, daß sie immerhin nicht faul herumsitzen. Mal abgesehen von immer wiederkehrenden Vorwürfen aus dem feministischen Lager, daß sie angeblich durch ihre eigene Vollzeitarbeit ihre Frauen an einer beruflichen Karriere hindern würden. Da viele Frauen das aber ganz anders sehen und es tatsächlich durchaus angenehm finden, wenn ihre Männer den Hauptteil des Familieneinkommen realisieren, taucht dieser Vorwurf eigentlich nur ab und zu mal in der öffentlichen Diskussion und natürlich grundsätzlich bei Scheidungen auf. Daher fühlen sich viele Männer davon nicht sonderlich betroffen und sind eben durchaus stolz darauf, daß sie beruflich etwas leisten (wenn sie denn noch die Möglichkeit dazu haben). So kann sich ein Mann auch heute noch über seine Rolle im Beruf und als Familienernährer identifizieren.

Frauen haben heute verschiedene Rollenbilder, in denen sie anerkannt werden. Das ist einerseits ein großes Privileg, weil sie so im Gegensatz zu vielen Männern frei wählen können, worauf sie in ihrem Leben den Schwerpunkt setzen möchten. Dieses Privileg bringt aber auch Nachteile mit sich.

Denn gerade weil es für Frauen verschiedene Rollenmuster gibt, gibt es immer auch Leute, die ein bestimmtes Rollenmuster präferieren und das dann für alle Frauen als ideal betrachten. So gibt es Feministinnen, die meinen, daß Frauen grundsätzlich auch voll berufstätig sein müßten und teilweise Hausfrauen als "Handlangerinnen des Patriarchats" verunglimpfen. Die Hausfrauen-Fraktion kontert wiederum mit der Behauptung, daß berufstätige Frauen angeblich ihre Kinder vernachlässigen würden. (Früher hätte man gesagt, daß sie ihre Familien - also Mann und Kinder - vernachlässigen, aber Männer zählen ja heute nicht mehr.)

So kann es jeder Frau passieren, daß ihre Rolle zwar allgemein gesellschaftlich voll akzeptiert wird, daß aber immer wieder jemand im Bekannten- oder Verwandtenkreis etwas an ihr auszusetzen hat.

Dazu kommt noch, daß die Frauen, die sich heute für ein reines Hausfrauenleben entscheiden, damit oftmals nicht wirklich ausgelastet sind. Mit den modernen Haushaltsgeräten kostet es etwa 2 Stunden täglich, um einen durchschnittlichen Haushalt in Ordnung zu halten. Dazu wiederum kommt dann noch, daß viele Männer sehr wohl im Haushalt mithelfen, auch wenn sie selbst berufstätig sind und ihre Frauen Hausfrauen. Entsprechend gibt es durchaus Menschen, die Hausfrauen - und das teilweise durchaus zu Recht - vorwerfen, einfach nur keine Lust zum Arbeiten zu haben.

Der reinen Hausfrau wird also von manchen Leuten Faulheit vorgworfen. Die berufstätige Frau bekommt vorgeworfen, daß sie ihre Kinder vernachlässigt. Die Hausfrau mit Teilzeitjob wiederum sitzt zwischen den Stühlen und kann beides vorgeworfen bekommen.

Das bringt viele Frauen in die Situation, daß sie - egal ob zu Recht oder zu Unrecht - das Gefühl haben, nichts wirklich Großartiges zu leisten. Dazu kommt dann noch die Tatsache, daß es nun einmal Männer waren, die die meisten bedeutenden Erfindungen und Entdeckungen gemacht haben.

Wenn nun jemand kommt und den Frauen erzählt, daß sie ja eigentlich die Größten wären, dann kommt das bei diesen Frauen, die sich solche Komplexe einreden lassen, natürlich prima an. Das Problem dabei ist, daß Frauen aber in vielen Bereich nun einmal weniger leisten als Männer. Sie sind körperlich weniger leistungsfähig, sie arbeiten kürzer usw. Deshalb muß man, um Frauen plausibel zu machen, daß sie die Größten sind, Männer schlechter darstellen. Man muß also Leistungen von Männern leugnen oder ignorieren und gleichzeitig Leistungen von Frauen hochjubeln.

So kommt es dann zu merkwürdigen Machwerken in den Medien. Beispielsweise habe ich mal eine Fernseh-Reportage über weibliche Extremsportler gesehen. Da ging es um Marathon-Läuferinnen, Mehrkämpferinnen usw. Die Grundthese des Beitrages war, daß Frauen ausdauernder als Männer und deshalb in Extrem-Sportarten überlegen wären, was auch mehrmals direkt so gesagt wurde. Die Tatsache, daß es auch männliche Extremsportler gibt, die im Allgemeinen bessere Leistungen erbringen als ihre weiblichen Kollegen, wurde vollkommen ignoriert. Auch die Tatsache, daß aufgrund der höheren körperlichen Leistungsfähigkeit der Männer in fast allen Sportarten Männer und Frauen getrennt starten, wurde vollkommen außer acht gelassen. Es wurden ausschließlich weibliche Sportler vorgestellt, und man tat so, als wären ihre Sportarten reine Frauendomänen.

Vor kurzem berichtete mal jemand hier im Forum über einen ähnlichen Bericht. Da wurde groß verkündet, daß Frauen die Männer im Biathlon (oder Triathlon?) geschlagen hätten. Daß die Frauen dabei aber 10 Minuten vor den Männern gestartet waren und daß die Männer diesen Rückstand dann während des Rennens bis auf 43 Sekunden verringert hatten, tatsächlich also sehr wohl schneller als die Frauen waren, wurde nur am Rande erwähnt.

Alle Jahre wieder wird auch verkündet, daß Frauen weniger Unfälle bauen. Einmal las ich einen Artikel in einer Zeitung, dessen Überschrift auch wieder "Frauen verursachen weniger Verkehrsunfälle" lautete. Die Unfallzahlen der Männer wurden mit knapp über 300.000 angegeben, die der Frauen mit knapp über 200.000. Ganz am Ende wurde dann noch so nebenbei erwähnt, daß zwei Drittel aller im Straßenverkehr gefahrenen Kilometer von Männern zurück gelegt werden. Da nun einmal Berufskraftfahrer und Pendler mehrheitlich Männer sind. Nun ist es aber so, daß jemand, der täglich 200 km Autobahn und Landstraße zurückzulegen hat, ein größeres Unfallrisiko hat als jemand, der nur zweimal in der Woche zum 2 km entfernten Supermarkt und zurück fährt. Dazu kommt noch, daß gerade viele Berufskraftfahrer oder Pendler Unfälle nur deshalb verursachen, weil sie durch ihre Lebens- oder Arbeitsbedingungen gezwungen sind, übermüdet und/oder unter Zeitdruck zu fahren.

KFZ-Haftpflicht-Versicherungen berücksichtigen die Zahl der jährlich zurückgelegten Kilometer deshalb auch bei der Berechnung der Beiträge. Wenn man nun die Unfallzahlen von Männern und Frauen wirklich korrekt vergleichen will, muß man sie also ins Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern setzen. Da Frauen nur halb soviele Kilometer zurücklegen wie Männer, muß man also entweder ihre Unfallzahl zum Vergleich verdoppeln, oder aber die Unfallzahl der Männer halbieren. In beiden Fällen stellt man dann fest, daß Männer bezogen auf gefahrene Kilometer weniger Unfälle bauen als Frauen. Und das, obwohl gerade junge Männer durch ihr (vor allem auf Frauen ausgerichtetes und von diesen teilweise auch tatsächlich erwartetes) Imponiergehabe überdurchschnittlich viele Unfälle bauen. Allerdings gleicht sich das teilweise dadurch wieder aus, daß es unter Frauen mehr Fahrerinnen mit wenig Fahrpraxis gibt.

Das alles wird aber nie berücksichtigt. Es heißt immer pauschal, Frauen wären die besseren Autofahrer, weil sie weniger Unfälle bauen.

Wieso nun das ganze Theater mit unkorrekten und manchmal sogar völlig aus der Luft gegriffenen Behauptungen, wenn das die Frauen angeblich gar nicht interessiert?

Offensichtlich ist es vielen Frauen sehr wohl wichtig, immer möglichst positiv dargestellt zu werden. Es ist nämlich einfacher, das eigene Selbstwertgefühl so billig aufgebaut zu bekommen, als dasselbe durch eigene Leistungen zu schaffen. Und es ist einfacher, sich selbst zu erhöhen, indem man jemand anderen erniedrigt, als sich durch eigene Leistung eine bessere Position zu verschaffen.

Deshalb ist es eben so modern, immer wieder zu betonen, daß Frauen ja sooo überlegen und tatsächlich das in jeder Beziehung stärkere Geschlecht wären. Das findet sich nicht nur in radikalfeministischen Machwerken, sondern das zieht sich wie ein lila Faden durch die gesamten Medien. Lies z.B. mal Bücher von Jean M. Auel. (Vor allem die Ayla-Romane.) Da werden keine Männer verunglimpft. Es wird aber immer wieder ganz subtil behauptet, daß Frauen eben doch überlegen wären.

Das alles würde sich nicht so gut verkaufen, wenn es Frauen nicht wichtig wäre.

Trotzdem wünschen sich Frauen nach wie vor einen starken und durchaus auch überlegenen Partner. Es ist ja auch nicht so, daß jede Frau sämtliche Vorurteile, die sie gegen Männer hat, auch auf den Partner bezieht. Der Partner wird - wie viele andere Männer im Bekannten- und Verwandtenkreis - als Ausnahme betrachtet. Jemand hat das mal mit dem Verhalten eines Skinheads verglichen, der zwar immer wieder gegen Ausländer wettert und ab und zu auch mal einen Ausländer zusammen prügelt, aber den Türken in der Dönerbude nebenan doch ganz sympathisch findet. Der ist dann eben auch eine Ausnahme...

Und natürlich wünschen sich Frauen weiterhin eine harmonische Beziehung oder - besser - eine Ehe. Heiraten wollen viele Frauen allein schon deshalb so gern, weil sie eine Hochzeit als ihr Fest ansehen, in dem vor allem sie im Mittelpunkt stehen. Das merkt man deutlich, wenn man Frauen in Hochzeitsvorbereitungen erlebt. Aber wie dem auch sei: Die meisten Menschen wünschen sich einen Partner, Frauen also auch.

Solange die Beziehung oder Ehe gut läuft und solange auch niemand auftaucht, der womöglich eine bessere Partie sein könnte, werden viele Frauen ihre Vorurteile gegenüber Männern nicht auf den Partner beziehen. Sobald es aber mal kriselt, kommt das alles plötzlich doch hoch. Insbesondere dann, wenn frau irgendwie schon klar ist, daß auch sie ihren Anteil an den Problemen hat. Aber bevor man mühselig an sich arbeitet, ist es doch einfacher, den Partner mit Vorwürfen zu überhäufen und alles auf ihn abzuschieben. Das geht Männern prinzipiell auch nicht anders. Aber Männer bekommen dabei nicht die Hilfestellung von den Medien, die Frauen bekommen. Männer bekommen nicht überall zu hören und zu lesen, was ihre Partnerinnen sexuell für sie tun sollten und was die ideale Frau sonst noch so alles haben, können und sein muß. Abgesehen vom Äußeren stellt die Gesellschaft an Frauen keine besonderen Ansprüche, auf die Männer nun zurück greifen könnten. Männer können ihrer Partnerin in einer Krise maximal noch vorwerfen, daß sie zu dick ist oder eine zu geringe Oberweite hat. Frauen können ihren Partnern dagegen vorwerfen, daß sie zu ziellos wären (= zu wenig an Karriere interessiert = kein ausreichend guter Ernährer), daß sie bei ihnen zu selten einen Orgasmus gehabt hätten, daß sie zu unromantisch wären oder zu unordentlich usw. Selbst wenn das alles auf einen Mann gar nicht wirklich zutrifft - es werden da durch die Medien teilweise so hohe Ansprüche aufgebaut, daß man(n) dem überhaupt nicht genügen kann und sich somit immer Vorwürfe konstruieren lassen, wenn frau das denn möchte. Gleichzeitig wirkt diese ständige Berieselung durch die Medien natürlich auch auf die Männer. Sie versuchen dann eben, diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, suchen krampfhaft nach G- und sonstigen Punkten und bemühen sich auch sonst darum, es ihren Partnerinnen recht zu machen. Macht die Frau ihnen dann Vorwürfe, sind sie eher dazu geneigt, diese als gerechtfertigt anzusehen und wehren sich dann auch weniger dagegen.

Aber auch solange Frau ihrem Partner nichts vorwerfen möchte, bringen ihr diese Überlegenheits-Theorien und die hohen Ansprüche an Männer trotzdem Vorteile. Da es z.B. heißt, daß Männer im Haushalt mithelfen sollen, kann sich eine Hausfrau also gut fühlen, wenn sie gnädigerweise die 2 Stunden täglicher Hausarbeit allein erledigt und ihr Mann sich dann abends nach seinem 8-Stunden-Arbeitstag auf die Couch legen kann, ohne noch seine Stunde Hausarbeit erledigen zu müssen. Sobald es dann aber kriselt, wird garantiert der Vorwurf kommen, daß er nie im Haushalt geholfen hätte und daß sie sich ja ganz allein abrackern mußte und überhaupt ihren Beruf ja nur für ihn aufgegeben hätte...

Interessant ist in dem Zusammenhang auch, daß die Mehrzahl der Scheidungen von Frauen ausgehen. Das liegt zum einen daran, daß Frauen danach häufiger die finanziell Begünstigten sind als Männer (und zwar seit 1978 auch dann, wenn sie selbst die Ehe zerstört haben), zum anderen aber auch daran, daß scheidungswilligen Frauen von den Medien jede Menge Scheidungsgründe frei Haus geliefert werden. Wenn in einer Frauenzeitschrift steht, daß frau den Partner sofort verlassen sollte, wenn er mal seine Socken irgendwo liegen läßt, dann wird eine Frau in einer intakten Beziehung oder Ehe darüber nur lachen. Kriselt es aber in der Ehe oder Beziehung, dann wird ihr sofort einfallen, daß ihr Partner ja auch schon mal etwas irgendwo liegen läßt... Und schon ist wieder ein Grund mehr da.

Die Medien tun letztendlich nichts weiter, als die Wünsche zu bedienen, die sie auf dem Markt feststellen. Und Frauen waren schon immer die wichtigste Zielgruppe für Leute, die irgendetwas verkaufen wollten. Deshalb bestimmen Frauen heute eben auch sehr wesentlich darüber mit, was in den Medien verbreitet wird und was nicht. Und deshalb ist es eben auch so modern, Frauen hochzujubeln und Männer gleichzeitig schlecht zu machen.

Das wirkt heute besser als in früheren Zeiten, weil die modernen Medien es ermöglichen, wirklich die gesamte Menschheit flächendeckend mit imaginären Scheinwelten, Dogmen und Klischees zu berieseln. Früher ging das so nicht, und so bildeten sich die Menschen damals eben ihre Meinungen vor allem aus dem realen Leben und bekamen dadurch ein realistischeres Weltbild.

Fatal ist dann auch noch, daß es bei Frauen oft tatsächlich diesen Widerspruch gibt, den du oben schon angedeutet (und dabei in Frage gestellt) hast. Daß sie also zwar einerseits etwas sagen, andererseits aber das genaue Gegenteil denken.

Das ist an sich nicht unbedingt ungewöhnlich. Wir alle sagen nicht immer exakt, was wir wirklich denken, und wir wissen alle auch manchmal nicht so recht, was wir wollen. Bei Frauen ist es aber offenbar häufig so, daß sie sich durch die ständige Berieselung der Medien Wünsche einreden lassen, die sie tatsächlich gar nicht haben. Dann möchte Frau z.B. bewußt einen emotionalen Mann, der auch mal weinen kann. Unbewußt wünscht sie sich aber den harten Kerl, der niemals weint. Das ergibt natürlich einen Widerspruch, der von Anfang an da sein wird. Anfangs, wenn am Partner noch alles neu, spannend und aufregend ist, wird sich das nicht äußern. Wenn dann aber der Alltag alles eingeholt hat und auch die negativen Eigenschaften des Partners stärker zutage treten, dann wird auch dieser Widerspruch immer stärker empfunden werden. Fatal ist dann auch, daß einem immer das am begehrenswertesten erscheint, was man gerade nicht hat. Bald wird der Partner ihre Unzufriedenheit mit ihm spüren, und es wird dann auch ihn belasten. Und wenn ihr dann plötzlich jemand begegnet, der ihren geheimen Wünschen nach einem "echten Kerl" besser entspricht als ihr Partner, dann ist zumindest die Versuchung zum Seitensprung sehr groß, und es ist dann auch gut möglich, daß sie ihren Partner verläßt.

Männer kriegen von den Medien in Bezug auf Frauen nicht so viele Vorstellungen anerzogen, die ihren inneren Wünschen nicht entsprechen. Männer werden eigentlich nur in Bezug auf das Aussehen von Frauen beeinflußt. So gibt es eben Männer, die grundsätzlich nur Frauen als Partnerin akzeptieren, die genauso attraktiv wie die Models und Schauspielerinnen sind, die sie ständig in den Medien sehen. Aber das ist dann etwas, das eine Beziehung nur dann eventuell belasten kann, wenn eine Frau ihr Aussehen bald stark verändert (z.B. deutlich zunimmt). Bleibt sie so, wie sie ist, wird ihr Partner seine Einstellung zu ihr nicht ändern. Und auch weniger attraktive Frauen finden Partner. Ein paar Männer lassen sich durch den Schönheitswahn nicht beeinflussen, andere sind selbst nicht attraktiv genug, um an so eine "Model-Frau" ranzukommen (denn natürlich steigen auch die weiblichen Ansprüche an die Attraktivität der Männer an) und schrauben so ihre Ansprüche wieder etwas herunter.

Jedenfalls werden bei Männern ansonsten keine so überzogenen Ansprüche an Frauen erzeugt wie das umgekehrt der Fall ist. Und die Medien stülpen ihnen auch weniger Wünsche über, die ihren inneren Wünschen nicht entsprechen. Deshalb kommt es eher selten vor, daß ein Mann seiner Partnerin gegenüber eine bestimmte Erwartung äußert, andererseits insgeheim aber etwas ganz anderes von ihr ewartet.

Bei Frauen ist das aber oft so. Ein Beispiel: Laut Aussagen in den Medien soll ein Mann natürlich nicht gewalttätig sein. Also wird Frau sich dem anpassen und sich einen vernünftigen Mann wünschen, der kein Schlägertyp ist. Sie findet so einen Mann, und eines Tages werden sie von irgendjemandem angepöbelt. Ihr Partner ignoriert das, und vielleicht wird sie dann sowas sagen wie "Ich finde es richtig gut, daß du eben so cool geblieben bist und dich nicht provozieren lassen hast." Denken wird sie aber etwas ganz anderes, nämlich sowas wie: "Oje - wenn der Typ uns eben angegriffen hätte, dann wäre mein Mann bestimmt gelaufen wie ein Hase..." Tief in ihrem Inneren möchte sie nämlich einen Beschützer haben. Das darf gern ein Schlägertyp sein - solange er nur andere schlägt.

Ein anderes Beispiel: Er ist etwas unordentlich und läßt überall etwas herum liegen. Sie sagt ihm, daß sie das nervt und daß er endlich ordentlicher werden soll. Er entspricht diesem Wunsch und räumt fortan wirklich alles weg. Dann freut sie sich zwar, weil alles ordentlich aussieht, und natürlich lobt sie ihn auch. Aber insgeheim gibt ihr das auch das Gefühl, daß er keine starke Persönlichkeit ist, weil er ihrem Wunsch entsprochen und dem keinen Widerstand geleistet hat. Er hat ihr eben gehorcht, aber ein echter Kerl soll nicht gehorchen, sondern seinen eigenen Willen haben und diesen auch durchsetzen. Wenn er nun aber meint, dieses Problem umgehen zu können, indem er weiterhin alles liegen läßt, dann irrt er sich auch gewaltig. Dann betrachtet sie ihn zwar als starke Persönlichkeit, ist aber trotzdem durch die Unordnung genervt... Und schon stellt man(n) fest, daß er gar keine Möglichkeit hat, es seiner Partnerin wirklich recht zu machen.

Die durch die Medien etablierten Klischees, Dogmen und Idealbilder verhindern eben auch, daß Frauen offen zu ihren wirklichen Wünschen stehen. Und so gibt es dann eben zuweilen diesen Widerspruch zwischen den Aussagen und den wirklichen Gedanken einer Frau.

Natürlich ist das nicht unbedingt bei jeder Frau so. Aber dadurch wird die Sache noch komplizierter. Männer zwingt das zu einem ständigen Balance-Akt. Sie müssen immer überlegen, ob ihre Partnerin wohl wirklich will, daß sie einem Wunsch von ihr entsprechen oder ob sie das vielleicht gar nicht wirklich will und sie dann womöglich in ihrem Ansehen sinken, wenn sie dem Wunsch entsprechen...

Die einzige Lösung des Problems besteht darin, daß Männer mehr auf ihre eigenen Wünsche achten und weniger bestrebt sind, ihren Partnerinnen alles recht zu machen. Nur schaffen sie es eben auch nicht so einfach, sich von den offiziell immer wieder propagierten Dogmen und Klischees zu lösen, genauso wie Frauen das eben nicht so einfach schaffen.

Freundliche Grüße
von Garfield



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