Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Sogenannte Frauenzeitschriften

Maesi, Thursday, 21.08.2003, 23:35 (vor 8203 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sogenannte Frauenzeitschriften von Garfield am 20. August 2003 09:55:24:

Hallo Garfield

Bei der Geschlechterproblematik ist vieles leider nicht so offensichtlich wie bei lila Kühen.

Zustimmung

Früher haben sich die Menschen ihr Weltbild vor allem aufgrund ihrer näheren Umgebung geschaffen. Fernsehen und Radio gab es noch nicht, lesen konnten viele Menschen nicht, und so bekamen sie nur über Erzählungen von Durchreisenden oder über irgendwelche Geschichtenerzähler was von der Außenwelt mit. Deshalb war ihr Weltbild viel realer, weil es eben sehr stark vom realen Leben geprägt war.
Heute werden wir täglich stundenlang durch die modernen Medien berieselt. Und oft werden da Scheinwelten vorgegaukelt.

Jein. Mangelnde Bildung foerderte natuerlich den Aberglauben. Aber eine solche Scheinwirklichkeit, wie die Medien heute glaubhaft aufbauen koennen, gab es damals tatsaechlich nicht; die Menschen vertrauten sicher staerker ihren eigenen subjektiven Eindruecken, die sich aber halt auch als falshc entpuppen konnten.

Die Medien greifen also alles auf, was sie gerade für "in" halten und verstärken es dadurch noch.

Zweifellos. Wer am schnellsten einen Trend erkennt, hat in der Werbung einen Wettbewerbsvorteil; und Werbeeinnahmen sind ein wesentlicher Teil der Existenzgrundlage von kommerziellen Medien. Noch besser ist es, selber den Trend mitzubestimmen.

Wenn Männer also häufig negativ dargestellt werden, Frauen dagegen häufig positiv, dann wirkt sich das schon auf die öffentliche Meinung aus, was Umfragen ja auch immer wieder bestätigen. Das hat auch mal jemand in einer Studie untersucht. Dieser Wissenschaftler war keineswegs ein Maskulist, und er hat sich noch nicht einmal getraut, die Ergebnisse seiner Studie so zu formulieren, wie sie nun einmal waren. Da er es nicht für zeitgemäß hielt, festzustellen, daß Frauen Vorurteile gegenüber Männern haben, kreierte er dafür einen neuen Begriff: "Negative Fernbilder". Er hat mit seiner Studie eben auch festgestellt, daß Frauen Männern zwar einerseits diverse negative Eigenschaften zuschreiben, andererseits aber nur wenige oder gar keine Männer aus ihrem Bekanntenkreis nennen können, auf die das wirklich zutrifft.

Zustimmung. Frauenzeitschriften vermitteln nicht nur Trends sondern sind IMHO auch Trendsetter; sie vermitteln Frauen eine Realitaet, wie sie sich nach Meinung der Redaktorinnen praesentiert. Und die von Dir erwaehnte Durchschnittsfrau glaubt das durchaus, schliesslich hat sie es schwarz auf weiss gelesen. Die vermittelte Realitaet zieht aber noch weitere Kreise. Auch jene Frauen, die sich keine Frauenzeitschriften kaufen, koennen mitbeeinflusst werden. Sie erfahren sie von Frauen, die regelmaessig solche Magazine lesen und ihnen erzaehlen, was sie letzthin in der 'Brigitte', 'Annabelle' usw. gelesen haetten.

Gruss

Maesi


gesamter Thread:

 

powered by my little forum