Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ist Alive verrückt? - Das Problem der Pathologisierung

Lars, Tuesday, 19.08.2003, 16:11 (vor 8205 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Re: Alice Schwarzer - Bundespräsidentin? von Anabasis am 17. August 2003 17:11:33:

Aus dem Bauch heraus würde ich auch sagen: Die Frau ist paranoid und egoman. Dennoch bin ich GRUNDSÄTZLICH dagegen, psychologische Einschätzungen gerade auch als erstngemeinte Argumente in politische Diskussionen mit reinzunehmen.

Warum?

- "Psychologie" ist nur sehr bedingt eine Wissenschaft. Auch wenn sich das Vokalular noch so objektiv-wissenschaftlich anhört: Über die inneren Beweggründe einer Person zu urteilen hat immer stark spekulativen, projezierenden Charakter.

- Indem man einen politischen Gegner als "geistesgestört" abtut, macht man es sich auch sehr einfach. Man trägt dadurch zu einer verlotterten politischen Kultur bei, in der man dann auf Argumente aus einer jeweils bestimmten Richtung gar nicht mehr eingehen braucht. Ich finde, anstatt Gegner dadurch abzufertigen, daß man über die "wahren" Motivation HINTER ihren Argumenten spekuliert - hiergegen kann sich der Betroffene ja nicht wehren -, sollte man redlicher Weise sich darauf bechränken, dessen explizit vorliegende ARGUMENTE AN SICH auseienanderzunehmen.

- Das leicht demagogische Instrument der "Pathologisierung" Andersdenkender (des Für-Verrückt-Erlärens) ist nicht zuletzt bei Feministinnen sehr beliebt, weil sie dadurch eben auf sachliche Kritik nicht mehr eingehen müssen. Wir sollten deren Methoden nicht übernehmen.


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