Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Konsequent" ist das Zauberwort!

Diana, Sachsen, Saturday, 31.05.2008, 20:28 (vor 6509 Tagen) @ Conny

Sie macht, falls sie dort noch ist, ambulante Altenpflege und das ist zwar
auch eine komische Arbeitszeit (morgens und abends) aber nicht nachts. Sie
hat in der Zeit, in der ich mit ihr noch Kontakt hatte, mal in einem
Altenpflegeheim gearbeitet, was ihr aber nicht gefiel, da man ihr dabei auf
ihre arbeit besser sehen konnte und das wollte sie nicht. Ich habe sie auch
mal bei einer anderen Arbeit (in der Gastronomie) beobachten können und das
konnte ich mir nicht mit ansehen. Aber es ist der richtige Beruf für sie:
Macht durch Hilfe.

Ja, ich kenne viele, die bei uns diese ambulante Altenpflege machen - es gibt massig "mobile Pflegedienste". Die verdienen auch nicht schlecht, was ich so weiß. Gut, ob und wie man damit plus Kindergeld für 3 Kinder dann wirklich über die Runden kommt, da möcht ich mir kein Urteil anmaßen. Die haben geteilten Dienst und müssen abends noch mal los, richtig. Kommt dann halt drauf an, wie alt die Kinder sind - ob man die alleine lassen kann oder ob man jemanden hat, der aufpasst.

Gastronomie ist doch erst recht nix wegen der Arbeitszeiten - da geht's doch praktisch NUR abends und an den Wochenenden arbeiten.

Wenn sie sich nicht "auf die Finger gucken" lassen will - und lieber im Außendienst als im Pflegeheim arbeitet - dann will sie vielleicht auch lieber "Freiheit"?

"Macht durch Hilfe" ist viel weiter verbreitet als man denkt - und vor allem auch an Stellen, wo man es gar nicht gleich vermutet. Ganz böse wird es, wenn man als "Opfer" einsortiert ist, sich aber partout nicht wie eins benimmt - das ist dann fast sowas wie "mangelnde Krankheitseinsicht", quasi "mangelnde Einsicht in die Hilfsbedürftigkeit".

Das wissen bekommt der dann erwachsene Mensch durchs Jugendamt. Soviel ich
weiß bekommt sie dann eine extra Einladung. Wie klug sie ist, kann ich
nicht abschätzen, da Mädchen heute ja überall hinkommen, wenn sie nur
mögen. Sie geht aufs Gymnasium und da wäre das Geld für ein Studium dann
sicher brauchbar. Man weiß da eben nie, denn Frauen sind unberechenbar in
ihrer Narrenfreiheit.

Du unterschätzt aber die Faulheit und Bequemlichkeit der Teenager, glaub ich. Zu all dem müsste man den Allerwertesten bewegen - und grade, wenn's was "Bürokratisches" ist, ist denen das viel zu anstrengend.

Ja, WENN sie studiert - dann bräuchte sie theoretisch Geld... hier ist es jetzt SEHR üblich geworden, nach dem Abi eine Lehrstelle zu suchen. Denn es herrscht die Meinung vor, dass man mit Abi einfach nur bessere Aussichten auf Lehrstellen in bestimmten Berufen hätte. Und da die Firmen mit dem Bewerberangebot der letzten Jahre verwöhnt sind, da versuchen die natürlich gerne, sich nur die Rosinen rauszupicken. Für Bankberufe z. Bsp. nimmt man NUR noch Abiturienten - sogar zum Teil schon bei stinknormalen Büroberufen oder als Krankenschwester. Ich weiß natürlich nicht, wie verbreitet dieses Gebaren im Westen ist.

Die 1000 Euro waren ja auch nur mal hypotetisch. In dem Gesetz steht ja
auch, daß sich der Verdienst an Tarife zu halten hat und da müßte ich in
dem Bereich eigentlich schon mehr bekommen. Wozu aber diese Anstrengung,
wenn ich am Ende doch nur den Selbstbehalt habe, da ich dann ja wieder
Unterhalt zahlen muß und die Schulden auch zurückzahlen muß? Ich lebe doch
für mich und nicht für das Kind. Wenn ich die Zeit sehe, habe ich so heute
viel mehr Freiheit wie dann.

Ja, am Ende hättest du bis sonstwann immer nur den Selbstbehalt...

Anscheinend wird bei euch aber immer noch überwiegend Tarif gezahlt - dieses Gesetz dürfte aber hier zum Beispiel dann gar nicht zur Anwendung kommen - es zahlt hier praktisch überhaupt niemand Tarif. In manchen Branchen gibt es Mindestlöhne - und manche Witzbolde von Chefs schreiben dann in ein Stellenangebot unter "Vergütung: Tarif" hin, und JEDER weiß, dass damit der Mindestlohn gemeint ist. Denn Mindestlöhner werden im Vergleich zu anderen für hiesige Verhältnisse immer noch "ganz gut" bezahlt.

Ich würde sonstwas drauf verwetten, dass hier kein einziger Chef einen "Problemarbeitslosen" einstellt und dem auch noch TARIF zahlt - und sich dafür vom Amt auch noch kontrollieren lassen muss und einen Haufen Bürokratie am Hals hat. Dieses Gesetz klingt in der Theorie halt wieder mal nur "sehr hübsch".

Wenn der "Problem-Langzeit-Alo" auch noch "politisch schräge" Ansichten hat, das macht erst mal nix - weil nach politischer Gesinnung ja nicht gefragt werden darf. Sehr gut kommt (zumindest eben hier) die Frage nach einem Betriebsrat... *lol* - gibt's nämlich nur in den ganz großen Unternehmen, sonst praktisch nirgends. Vor allem bei Zeitarbeitsfirmen ist diese Frage wohl eine gute Idee, hab ich mir sagen lassen.

Weißt Du, ich Frage mich eben, wofür ich lebe? Lebe ich für mich oder Lebe
ich als Leibeigener der Kindsmutter und der Reichen? Wenn ich Leibeigener
der genannten Gruppen bin, lohnt sich das Leben doch nicht. Ich will meine
Freiheit und davon habe ich noch ein klein wenig ohne Arbeit. Die
Einsamkeit vergeht auch nicht mit Arbeit. Ich will das tun, was ich tun
will und nicht das, was man mir vorschreibt.

Wem sagst du das... so ähnlich hab ich mir das schon gedacht. "Freiheit" und "tun können, was man will" ist aber heutzutage eben wirklich meistens mit "kein/wenig Geld" verbunden - weswegen es mit dem "tun können, was man will" oft schon wieder finster aussieht, weil ohne Geld immer weniger geht.

Entweder bist du also Sklave der Kindsmutter, oder der "Reichen" - wobei man letztendlich immer Sklave ist, wenn man einen Chef hat. Und wenn man selbstständig ist, ist man womöglich Sklave der Kunden und deren Launen... was ist also "Freiheit"?

Und ja, es gibt viele, die "dank" ihrer Arbeit glauben, sie wären nicht einsam, und die sich auch nach der Arbeit immer in hektische Aktivitäten stürzen müssen, um bloß nix zu merken, was läuft.


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