Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Islamische Gelehrte gegen Mathematik

Krischan 02, Friday, 14.05.2010, 19:48 (vor 5712 Tagen) @ ajk

Die Philosophie ganz allgemein begab sich in den permanenten Niedergang.
Einer der Gründe dafür war der einflussreiche al-Ghazali, den viele als den
wichtigsten Moslem nach Mohammed selbst sehen und der behauptete,

"viele" sagt gar nichts. Wichtig ist, welche ihn als den wichtigsten sehen. Es sehen analog dazu auch "viele" Deutsche Hitler als den besten Deutschen an. Darüber hinaus ist Gazali seit 900 Jahren tot. Gelten seine Thesen noch heute und kann man den heutigen Islam mit Ghazali gleichsetzen? Davon abgesehen war zu Beginn des 12. Jahrhundert auch das Christentum nicht gerade eine Hochburg wissenschaftlicher Gelehrsamkeit, wenn ich das mal stark beschönigend ausdrücken mag. Mit Gazali gab es einen Niedergang. Das heißt, vor ihm gab es eine Blütezeit, besonders unter Kalif Al-Ma'mun. Diese standen im Widerspruch zu Gazali, bzw. er widersprach ihnen.

Der deutsch-syrische Reformer Bassam Tibi führt aus, dass die islamischen
Gelehrten, die griechischen Rationalismus entwickelten, heute in ihren
eigenen Zivilisationen verabscheut werden...

Mit Tibi nennt die Quelle selbst einen islamischen Gelehrten, der Rationalismus befürwortet. Offenbar ist der heutige Islam fähig, Wissenschaft in sich aufzunehmen.

angesehen und zeitweise auch als häretisch. Heute scheinen islamische
Fundamentalisten nicht zu wissen, dass die rationalen Wissenschaften im
Islam auf etwas gründen, was ulum al-qudama (die Wissenschaft der Alten),
heißt, das heißt die der Griechen."

Nur weil es nicht im eigenen Land entstanden ist, und auch so genannt wird, heißt das nicht, daß es abgelehnt wird. Wann war das "zeitweise", in dem Wissenschaft als häretisch betrachtet wurde? Welche Fundamentalisten wissen nicht, daß die rationalen Wissenschaften auf die Griechen zurückgehen, und was will der Denker uns mit alledem sagen?

einem Lernprozess im sakralen Sinn. Tibi glaubt daher, dass es nicht
korrekt ist, Institutionen wie die Al-Azhar in Kairo, die höchste Stätte
sunnitisch-islamischer Gelehrsamkeit , als Universität zu bezeichnen:

Ich habe mir eben das Lehrangebot der Al-Azhar angeschaut. U.a. gibt es:
Allgemeine Medizin
Pharmazie
Arabisch
Ingenieurswesen
islamisches Recht
(Islamische) Theologie
Landwirtschaft
Handel
Arabisch
Pädagogik
Humanmedizin
Kindergynäkologie (oder wie man sonst "Mädchenmedizin" übersetzen will)

Natürlich ist es berechtigt, die Al-Azhar als Universität zu bezeichnen. Abgesehen davon gibt es in der islamischen Welt auch andere Unis als nur die Azhar. Wenn also der Islam Mathematik als "Müll" und Logik als "des Teufels" bezeichnete, hätte bspw. die Uni Kuala Lumpur nicht im Programm: Geistes- und Sozialwissenschaften (Geographie, Regionalwissenschaften, Kulturwissenschaften, Anthropologie u.a.), Handel, Informatik, Wirtschaft und Verwaltung, Pädagogik, Ingenieurswesen, Linguistik, Recht, Medizin, Mathematik, Chemie, Physik, Geologie, Architekturwesen, geschweige denn die Al-Azhar. Ich gehe jede Wette ein, die Unis in den Golfstaaten, im Iran und in Brunei bieten Ähnliches.

"Manche islamischen Historiker übersetzen den Begriff Madrasse
fälschlicherweise mit Universität. Das ist schlicht und einfach nicht
korrekt:

Was du nicht sagst, Bassam. Deshalb wird die Al-Azhar auch nicht eine Madrasa sondern eine Gâmi'a (Universität) genannt.

dass die Universität als Ort freier und uneingeschränkter Forschung auf der
Grundlage der Vernunft eine europäische Erfindung in der
Menschheitsgeschichte ist."

Eine griechische, um genau zu sein.

Jedoch auch in der islamischen Welt wurden griechische Logik und
Naturphilosophie niemals völlig akzeptiert,

Was heißt "niemals völlig"? Niemals völlig wird sie auch hierzulande nicht akzeptiert. Fragt mal einen Kreationisten.

Es ist KEIN Zufall das von den Islamischen Ländern gar keine Impulse für
das ganze Weltgeschehen kommen. Asiaten und Inder sind da ganz anders...


Gar keine Impulse... Du solltest dich wirklich mehr mit der islamischen Geschichte auseinandersetzen. Und dies noch am Rande: Inder sind Asiaten.


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