Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Familie in Deutschland

Andreas, Thursday, 03.03.2005, 14:37 (vor 7643 Tagen)

Familie - Als Mann ist es kein Spaß, aber als Kind ist es das GRAUEN. (nt)

Sven, Thursday, 03.03.2005, 16:57 (vor 7643 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Familie in Deutschland von Andreas am 03. März 2005 12:37:59:

...es ist langsam deprimierend...
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/03/03/politik/738508.html

Gott sein dank...

Martin, Thursday, 03.03.2005, 18:08 (vor 7642 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Familie - Als Mann ist es kein Spaß, aber als Kind ist es das GRAUEN. (nt) von Sven am 03. März 2005 14:57:46:

Hallo allerseits,
Gott sei dank ist so etwas schlimmes äußerst selten. Es ist so unvollstellbar, dass damit keiner ernsthaft rechnet. So ist es vielleicht zu erklären, dass man es nicht verhindern konnte. Aber mit dem Gleichberechtigungsthema hat das wohl nichts zu tun. Und mit Abtreibung, was immer man davon hält, hat die Tötung durch Verkommenlassen auch nichts gemeinsam. Und wieviel muss wohl im Leben eines Menschen schief gelaufen sein, selbst verschuldet oder nicht, bis so etwas geschieht? Auch eine minderjährige, ledige Mutter, die noch zur Schule geht, setzt sich normalerweise für ihre Kinder ein, und seien sie noch so ungewollt.
Grüße
Martin

Wozu die ganze Aufregung?

Nick, Thursday, 03.03.2005, 17:04 (vor 7643 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Familie in Deutschland von Andreas am 03. März 2005 12:37:59:

Sieh es doch mal so:

Ein Ich-Bewußtsein haben Babies ja bekanntlich noch nicht. Auch Lesen und Schreiben können sie nicht. Und beim Fensehen erkennen sie nicht mal die Teletubbies. Deshalb handelt es sich sowieso nicht um richtige Menschen, sondern strenggenommen immernoch um "himbeerähnliche Gebilde", die Krach machen und nix bringen.

Daraus folgt: Beim Verhungernlassen eines 4-monatigen Säuglings handelt sich einfach um eine Abtreibung im 13.Monat, aus sozialer Nortlage der Frau.

Abtreibung ist ja bekanntlich ein Frauenrecht. Man müßte nur die "Beraungspflicht" entsprechend ausweiten und verlängern.

Wie wär's übrigens mit dem Recht auf Abtreibung bis zum 6. Lebensjahr (vor der Einschulung)? Das wäre doch nur konsequent.

Meint und findet
der Nick

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Ekki, Thursday, 03.03.2005, 18:09 (vor 7642 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wozu die ganze Aufregung? von Nick am 03. März 2005 15:04:50:

Hallo allerseits!

Sieh es doch mal so:
Ein Ich-Bewußtsein haben Babies ja bekanntlich noch nicht. Auch Lesen und Schreiben können sie nicht. Und beim Fensehen erkennen sie nicht mal die Teletubbies. Deshalb handelt es sich sowieso nicht um richtige Menschen, sondern strenggenommen immernoch um "himbeerähnliche Gebilde", die Krach machen und nix bringen.
Daraus folgt: Beim Verhungernlassen eines 4-monatigen Säuglings handelt sich einfach um eine Abtreibung im 13.Monat, aus sozialer Nortlage der Frau.
Abtreibung ist ja bekanntlich ein Frauenrecht. Man müßte nur die "Beraungspflicht" entsprechend ausweiten und verlängern.
Wie wär's übrigens mit dem Recht auf Abtreibung bis zum 6. Lebensjahr (vor der Einschulung)? Das wäre doch nur konsequent.
Meint und findet
der Nick

Von dem Zeitpunkt an, von dem die Leibesfrucht als Mensch kenntlich ist, sollte auch meiner Meinung nach Abtreibung nicht mehr zulässig sein.

Ab wann das der Fall ist, darüber ist viel diskutiert worden, es scheint sich jedoch der Zeitpunkt von 12 Monaten als konsensfähig herauskristallisiert zu haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgend jemand hier im Forum - egal, wie er zur Abtreibung steht - nicht von Grauen gepackt würde angesichts der Nachricht im Ausgangsposting.

Damit ist aus meiner Sicht der Vorwurf entkräftet, Abtreibunsbefürworter hätten "die Mentalität von Mördern".[/i]

Außerdem unterstreiche ich noch einmal, daß ich - wie wohl die meisten Abtreibungs-"Befürworter" - die Abtreibungen zwar als Möglichkeit bestehen lassen, im Übrigen aber durch bestmögliche Empfängnisverhütung minimieren möchte, da ich nicht der Ansicht bin, daß dieser Eingriff ein "Spaziergang" sei.

Man kann es nicht oft genug wiederholen:

Die "Abtreibungs"-Diskussion ist im Wesentlichen eine Diskussion darum, ob und in welcher Form Empfängnisverhütung akzeptabel ist.[/u]

Abtreibung ist keine Empfängnisverhütung, sondern die Beseitigung der Folgen einer bereits stattgefundenen Empfängnis.

Es ist richtig:

Jeder einzelne Fall von Abtreibung ist problematisch.

Aber wer die Minimierung unerwünschter Schwangerschaften durch Empfängnisverhütung als "unmoralisch" ablehnt, handelt in meinen Augen genauso rigoros wie jemand, der Abtreibung "locker vom Hocker als Banalität ansieht".[/u]

Gruß

Ekki

Gruß

Ekki

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Max, Thursday, 03.03.2005, 18:19 (vor 7642 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wozu die ganze Aufregung? von Nick am 03. März 2005 15:04:50:

Sieh es doch mal so:
Ein Ich-Bewußtsein haben Babies ja bekanntlich noch nicht. Auch Lesen und Schreiben können sie nicht. Und beim Fensehen erkennen sie nicht mal die Teletubbies. Deshalb handelt es sich sowieso nicht um richtige Menschen, sondern strenggenommen immernoch um "himbeerähnliche Gebilde", die Krach machen und nix bringen.
Daraus folgt: Beim Verhungernlassen eines 4-monatigen Säuglings handelt sich einfach um eine Abtreibung im 13.Monat, aus sozialer Nortlage der Frau.
Abtreibung ist ja bekanntlich ein Frauenrecht. Man müßte nur die "Beraungspflicht" entsprechend ausweiten und verlängern.
Wie wär's übrigens mit dem Recht auf Abtreibung bis zum 6. Lebensjahr (vor der Einschulung)? Das wäre doch nur konsequent.
Meint und findet
der Nick

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Hi Nick,

die vernachlässigten, halb- oder ganz verhungerten Kinder in Deutschland, die moralische Bewertung von Abtreibungen generell, die Behandlung von Menschen, deren "Würde des Alters" mit Füssen getreten wird - all das geschieht ja in einer "Kultur", die "das Leben" an sich recht selektiv wahrnimmt.

Produzenten von Hühnereiern selektieren täglich Tausende von frisch geschlüpften Küken nach weiblich und männlich und vergasen die männlichen Küken, kaum daß sie zwei Minuten geschlüpft sind. Hunderten Spätschlüpfern passiert es, daß sie sich mühsam ihren Weg ins Leben bahnen, die Eierschale durchpicken und alles, was sie von ihrem kleinen Leben mitkriegen, sind die messerscharfen Zähne eines Cutters, der sie im nächsten Moment in tausend Fetzen zerreisst.

Schweine müssen in Todesangst dabei zusehen, wie ihre Artgenossen dahingemetzelt werden und spüren instrinktiv, daß es kein Entrinnen mehr gibt. Beispiele gibt es zuhauf....

Da rollen mobile Hähnchengrillstationen durch´s Land und das Firmenlogo außen auf dem Wagen ist ein sympathischer Hahn mit großen Kulleraugen, der eine Kochmütze aufhat und verheissungsvoll ein blitzendes Beil "in der Hand" hält. Da sind Schweine mit Kochmütze und Messer auf einer Werbetafel vor der Metgerei abgebildet, die sich verheissungsvoll die Lippen schlecken und uns pfiffig zuzwinkern etc.pp.

Hunden werden die Augen ausgestochen, damit sie als Dummies für´s Kampfhundtraining herhalten müssen und blind, wie sie sind, von ihren scharfgemachten Artgenossen zerfetzt werden.

Kinder sitzen vor Playstations und ballern begeistert auf "bewegliche Ziele", die durch immer bessere Grafikkarten immer eindeutiger als individuelle Menschen dargestellt sind undundund...

So gesehen leben wir tatsächlich in einer "Kultur des Todes", also in der Barbarei. Und in dieser Barbarei haben Abtreibungen genauso ihren Platz wie jeder andere Mord. Das einzig und ironisch als "Frauenrecht" (fast schon) zu "adeln" scheint mir ein bißchen zu kurz gegriffen. Was meinst Du?

An der Realität erkrankend - Max

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Nick, Thursday, 03.03.2005, 19:59 (vor 7642 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Max am 03. März 2005 16:19:41:

Hi Max!

Die Kultur und ihre Weitergabe über die Generationen ist ein hochkomplexer Vorgang (gewesen), der sich nicht "ausdenken" oder "organisieren" läßt. Geschieht es doch, dann wird er vom Staat ausgedacht und organisiert - als "Alternative" zur religiös begründeten KULTUR. Die aber ist für die meisten Menschen abgebrochen. Sie wollten es so. Nun haben sie es so. Dafür haben sie einen Staat, den sie so oder so nie wieder los werden.

Die "Fellachen", von denen Spengler spricht und die hier kürzlich auch zur Sprache kamen, irren heute nicht zwischen Pyramiden, sondern zwischen gotischen Kathedralen und barocken Klöstern, zwischen Monumenten von Kant und Goethe, zwischen Biblotheken und ehrwürdigen, jahrhunertealten Universitäten herum, und wissen buchstäblich nichts mehr davon, was das alles eigentlich bedeutet. Man "erfindet" sich heute selbst, scheinbar jeder für sich und ganz "individuell", so wie es einem der momentane Bock auf Bockwurst gerade eingibt, und dünkt sich dabei als Herrscher der Konsumwelt. Ein jeder ist und bleibt dabei nichts weiter, als verblödender Staub, der zerrieselt und spurlos versinkt, ohne sich wenigstens seines wahren Zustands bewußt geworden zu sein. Die Geistigkeit Gottes war angeboten, gewählt wurde das Recht auf Bockwurst. Und nun versiegt auch dies. Die Fellachen hatten ja ihre Ziegen, von deren Milch sie lebten und zwischen den Zehen der Sphinx wuchs Getreide, das eßbar und zu Brot zuzubereiten war. Wozu kann man CD-Roms zubereiten?

Wer kümmert sich um das Krähen des Hahns mit der Kochmütze, wenn der Spuk einmal (sehr bald) vorüber sein wird? Das grinsende Schwein, dem der Speichel aus dem Maule läuft angesichts des Appetits auf sich selbst, ist höchstens aus Pappmaschee, wenn überhaupt, oder es existeirt nur digital, verschwindet also mitsamt unserer virtuellen Barbarei, im Nirvana der gelöschten Festplatten. Die Fellachen wußten sich wenigstens zu ernähren. Die heutigen Barbaren können nicht einmal dumm daherreden, weil es vor lauter Einbildung sogar zum Dummsein nicht mehr reicht.

Wir haben keine Kinder mehr? Kein Problem! Bei der Überbevölkerung auf der Welt ist das doch gut so! Das hat etwa die Gedankentiefe, wie wenn Herr Rüdiger erfährt, daß er Krebs hat, und der Arzt ihm sagt: "Das behandeln wir aber nicht! Die Lebenserwartung ist so hoch bei uns, da ist das nicht schlimm, wenn sie jetzt mit 43 sterben."

Mit Fellachen konnte man reden. Zwar nicht über die ruhmreichen Pharaonen und die 5 Jahrtausende, in denen die altägyptische Kultur Bestand hatte. Aber über die Sterne konnten sie reden, über die Sonne und den Mond, über den Wind und den Nil, über das Schilf und die Fische. Die Barbaren von heute werden nur reden können über Festplatten, die einmal kompatibel waren, die es heute aber nicht mehr sind und die deshalb keiner mehr lesen kann. Schon weil es keinen Strom mehr gibt. Auch nicht über die Cornflakestüten wird man reden, die schon nach drei Tagen alle geplündert und leergefuttert waren.

Das Schwein mit der Kochmütze und dem Wetzemesser zwinkert uns nicht umsonst so verschmitzt und pfiffig zu. Es weiß nämlich mehr als wir. Es weiß: "Ich bin du! Aber ich habe hinter mir, was du vor dir hast. Mein Schicksal wurde mir bereitet durch dich. Dein Schicksal aber wird dir nicht bereitet durch mich, sondern durch dich selbst. Es ist deshalb das unnötigste und sinnloseste alle möglichen Schicksale, da es keine äußeren Gründe gegeben hat, sondern nur innere. Du hattest alles, aber du hast nichts davon für gut genug befunden und weggeworfen. Du wirst deshalb am Ende erkennen, daß sogar ich, das Schwein, klüger gewesen bin als du, der homo sapiens sapiens. Denn ich habe wenigstens nicht mehr dumm dahergeredet, sondern ich habe geschwiegen, wo es nichts mehr zu sagen gab. Wart's ab! Es ist ja alles bereits geschehen. Es hat sich nur noch nicht vollzogen in der Zeit. Und was ist schon Zeit...

Nein, die Frage von "Frauenrechten" ist ein reines Oberflächenphänomen, ich habe das immer wieder gesagt, eine Fata Morgana. Nicht daß es die flirrende Kramelkrawane nicht tatsächlich irgendwo gäbe, die da über den Horizont zieht. Aber sie zieht dort nicht entlang, weil sie wirklich dort entlang zieht, wo sie flirrt, sondern weil die stickige Atmosphäre der arroganten Gescheitheit, die nichts dazulernen kann, weil sie sowieso von nichts eine Ahnung hat - außer daß Bockwürste lecker schmecken, vor allem mit Senf.

Das ist der Weisheit letzter Schluß, bevor es dunkel wird. Das Schwein weiß das! Aber es fragt ja keiner.

Gute Reise!

Nick

Re: Wozu die ganze Aufregung? off topic !

Scipio Africanus, Thursday, 03.03.2005, 21:11 (vor 7642 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Nick am 03. März 2005 17:59:23:

Hallo Nick

< Man "erfindet" sich heute selbst, scheinbar jeder für sich und ganz "individuell", so wie es einem der momentane Bock auf Bockwurst gerade eingibt, und dünkt sich dabei als Herrscher der Konsumwelt. <

Das ist die heute vorherrschende Philisophie, dominant vor allem in der Pädagogik und der Soziologie, und damit des Feminismus, der (radikale) Konstruktivismus. Jeder konstruiert seine ganz eigene, individuelle Wirklichkeit. Es wird nicht entdeckt, sondern erfunden. Der Versuch, diese Philisophie auf eine ethische Grundlage zu stellen ist kläglich gescheitert. Die "ethische Grundlage" erschöpft sich in der Aussage ;

Eine ethische Dimension des konstruktivistischen Weltbilds resultiert aus der Bedeutung der Verantwortung, die sich für jeden Einzelnen ergibt, wenn er zu der Einsicht gelangt, dass die Welt, wie er sie beobachtet, Resultat seiner Beobachtungsweise ist (wikipedia.de)

DAS sollte mal den hungernden Kindern dieser Welt endlich gesagt werden. Sowas nennt sich weise ! So ein geistiger Dünnschiss ist die philosophische Grundlage des Handelns unserer Zeit.

Gute Reise!
Nick

Ja, danke. Ich will aber umsteigen.

scipio

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Max, Friday, 04.03.2005, 11:44 (vor 7642 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Nick am 03. März 2005 17:59:23:

Hi Nick,

Die Kultur und ihre Weitergabe über die Generationen ist ein hochkomplexer Vorgang (gewesen), der sich nicht "ausdenken" oder "organisieren" läßt. Geschieht es doch, dann wird er vom Staat ausgedacht und organisiert - als "Alternative" zur religiös begründeten KULTUR.

...und was ist mit der Herrschaft der Kirche? Inwieweit beruht die "religiös begründete Kultur" auf dem kirchlichen Anspruch, alleinige "Hüterin der Wahrheit und der Erkenntnis" (gewesen) zu sein und diesen diktatorisch und auch mit grausamen Mitteln durchgesetzt zu haben? Wie hätte sich eine Kultur entwickelt, die sich auf gelebter Religiosität gegründet hätte, anstatt exclusiv auf christlichem Zwangsglauben? Welche Chancen zur kulturellen Entwicklung hätten wir gehabt, wenn wir nicht geglaubt hätten, daß Jesus für unsere Sünden ans Kreuz genagelt worden ist und dort elendiglich verrecken mußte? Um wieviel besser wären wir mit einer Kulturentwicklung gefahren, wenn unsere Kühlerfigur nicht ein zu Tode gefolterter Mensch gewesen wäre, sondern bspw. ein feister, freundlich grinsender Buddha?
Wenn das qualvolle Sterben Jesu einen Sinn hatte, dann kann Sterben einen Sinn haben. Damit wäre ich wieder bei der (Un)kultur des Todes...

Die aber ist für die meisten Menschen abgebrochen. Sie wollten es so. Nun haben sie es so. Dafür haben sie einen Staat, den sie so oder so nie wieder los werden.

...den mächtigen, säkularen Staat in all´seiner Widerwärtigkeit könnte man aber doch durchaus auch sehen als das mißratene Resultat einer Befreiung von der diktatorischen Herrschaft der Kirche?

Die "Fellachen", von denen Spengler spricht und die hier kürzlich auch zur Sprache kamen, irren heute nicht zwischen Pyramiden, sondern zwischen gotischen Kathedralen und barocken Klöstern, zwischen Monumenten von Kant und Goethe, zwischen Biblotheken und ehrwürdigen, jahrhunertealten Universitäten herum, und wissen buchstäblich nichts mehr davon, was das alles eigentlich bedeutet.

...Zustimmung. Das Recht auf Ignoranz, das der dumme Pöbel als seine Freiheit begreift, stinkt zum Himmel. Ein ungebildetes Volk ist die notwendige Voraussetzung für jedes totalitäre Regime.

Man "erfindet" sich heute selbst, scheinbar jeder für sich und ganz "individuell", so wie es einem der momentane Bock auf Bockwurst gerade eingibt, und dünkt sich dabei als Herrscher der Konsumwelt. Ein jeder ist und bleibt dabei nichts weiter, als verblödender Staub, der zerrieselt und spurlos versinkt, ohne sich wenigstens seines wahren Zustands bewußt geworden zu sein.

...Zustimmung.

Die Geistigkeit Gottes war angeboten, gewählt wurde das Recht auf Bockwurst.

...da bin ich mir nicht so sicher, ob die tatsächlich angeboten war oder ob sich das Angebot nicht doch in einer Unterordnung unter die Herrschaft der Kirche erschöpft hat.

Und nun versiegt auch dies. Die Fellachen hatten ja ihre Ziegen, von deren Milch sie lebten und zwischen den Zehen der Sphinx wuchs Getreide, das eßbar und zu Brot zuzubereiten war. Wozu kann man CD-Roms zubereiten?

...das kann man so sehen, wenn man voraussetzt, daß das Angebot der Geistigkeit Gottes tatsächlich ein Alternativangebot gewesen wäre, was ich allerdings gerade in Zweifel gezogen habe.

Wer kümmert sich um das Krähen des Hahns mit der Kochmütze, wenn der Spuk einmal (sehr bald) vorüber sein wird? Das grinsende Schwein, dem der Speichel aus dem Maule läuft angesichts des Appetits auf sich selbst, ist höchstens aus Pappmaschee, wenn überhaupt, oder es existeirt nur digital, verschwindet also mitsamt unserer virtuellen Barbarei, im Nirvana der gelöschten Festplatten.

...das Pappmaschee-Schwein, das digitale Schwein ist das Abbild vom Schwein in unseren Köpfen. So soll "Schwein" wahrgenommen werden und so wird es größtenteils auch wahrgenommen. Mir sagt das viel darüber, wie "Leben" wahrgenommen wird.

Die Fellachen wußten sich wenigstens zu ernähren. Die heutigen Barbaren können nicht einmal dumm daherreden, weil es vor lauter Einbildung sogar zum Dummsein nicht mehr reicht.

...wenn das aber nicht dumm ist, was wäre dann dumm?

Wir haben keine Kinder mehr? Kein Problem! Bei der Überbevölkerung auf der Welt ist das doch gut so!

...Na das ist doch ein schönes Beispiel für hahnebüchene Dummheit?

Das hat etwa die Gedankentiefe, wie wenn Herr Rüdiger erfährt, daß er Krebs hat, und der Arzt ihm sagt: "Das behandeln wir aber nicht! Die Lebenserwartung ist so hoch bei uns, da ist das nicht schlimm, wenn sie jetzt mit 43 sterben."

...das ist doch nicht so dumm? Das wäre dann dumm, wenn wir unterstellen wollten, daß "kollektivistische Logik" dumm ist. Also gut, es ist doch dumm.

Mit Fellachen konnte man reden. Zwar nicht über die ruhmreichen Pharaonen und die 5 Jahrtausende, in denen die altägyptische Kultur Bestand hatte. Aber über die Sterne konnten sie reden, über die Sonne und den Mond, über den Wind und den Nil, über das Schilf und die Fische. Die Barbaren von heute werden nur reden können über Festplatten, die einmal kompatibel waren, die es heute aber nicht mehr sind und die deshalb keiner mehr lesen kann. Schon weil es keinen Strom mehr gibt. Auch nicht über die Cornflakestüten wird man reden, die schon nach drei Tagen alle geplündert und leergefuttert waren.

...na ja, mit den deutschen Fellachen von heute könnte man über diese Dinge auch reden und vermutlich wäre man darüber erstaunt, was ihnen alles dazu einfällt - vorausgesetzt, daß ihnen was dazu einfällt.

Das Schwein mit der Kochmütze und dem Wetzemesser zwinkert uns nicht umsonst so verschmitzt und pfiffig zu. Es weiß nämlich mehr als wir. Es weiß: "Ich bin du! Aber ich habe hinter mir, was du vor dir hast. Mein Schicksal wurde mir bereitet durch dich. Dein Schicksal aber wird dir nicht bereitet durch mich, sondern durch dich selbst. Es ist deshalb das unnötigste und sinnloseste alle möglichen Schicksale, da es keine äußeren Gründe gegeben hat, sondern nur innere. Du hattest alles, aber du hast nichts davon für gut genug befunden und weggeworfen. Du wirst deshalb am Ende erkennen, daß sogar ich, das Schwein, klüger gewesen bin als du, der homo sapiens sapiens. Denn ich habe wenigstens nicht mehr dumm dahergeredet, sondern ich habe geschwiegen, wo es nichts mehr zu sagen gab. Wart's ab! Es ist ja alles bereits geschehen. Es hat sich nur noch nicht vollzogen in der Zeit. Und was ist schon Zeit...

...das kann ich nicht kommentieren, weil ich nicht ganz verstehe, was du damit sagen wolltest.

Nein, die Frage von "Frauenrechten" ist ein reines Oberflächenphänomen, ich habe das immer wieder gesagt, eine Fata Morgana.

...Zustimmung. Ich nenne es ein Dekadenzphänomen, aber das macht keinen großen Unterschied, da Dekadenz und Oberflächlichkeit Geschwister sind.

Nicht daß es die flirrende Kramelkrawane nicht tatsächlich irgendwo gäbe, die da über den Horizont zieht. Aber sie zieht dort nicht entlang, weil sie wirklich dort entlang zieht, wo sie flirrt, sondern weil die stickige Atmosphäre der arroganten Gescheitheit, die nichts dazulernen kann, weil sie sowieso von nichts eine Ahnung hat - außer daß Bockwürste lecker schmecken, vor allem mit Senf.

...in diesem Satz fehlt schon sprachtechnisch die entscheidende Aussage.
Es fehlt das Verb, das sich auf die "stickige Atmosphäre" beziehen müsste.
Ich nehme an, daß es etwas mit "einbilden" zu tun gehabt hätte.
Aber da kommst du auf ein Problem zu sprechen, das mich seit eh und je in den Wahnsinn treibt: Wie soll man im falschen Rahmen das Richtige tun?
Und damit, lieber Nick, komme ich auch an einen Punkt, der mir hinsichtlich unserer Beziehung in diesem und in meinem Forum ein klein bißchen Kopfzerbrechen bereitet. Es wäre mir wohler, wenn Du Folgendes weißt: Ich bin mir zu jeder Zeit bewußt, daß ich oft genug das Falsche im falschen Rahmen schreibe. Allerdings schreibe ich auch oft das Richtige im falschen Rahmen. Mir ist klar, daß es letzten Endes keinen Unterschied macht. Von daher wünsche ich mir, daß Du meinen Texten nicht eine Bedeutung zumisst, die ich selbst nicht erkenne. Es ist eben alles nur ein (vergebliches) Bemühen und in seiner Richtigkeit abhängig davon, wie groß oder wie klein die jeweilige Distanz ist, aus der man die Dinge betrachtet, über die man schreibt.

Das ist der Weisheit letzter Schluß, bevor es dunkel wird. Das Schwein weiß das! Aber es fragt ja keiner.
Gute Reise!

...es ist eine tröstliche Einsicht, daß uns der Umstand, daß es (sehr bald) vorbei sein wird, dann, wenn es vorbei sein wird, nicht mehr kratzen wird.
Denn so bald, wie wir vorbei sein werden, wird es nicht vorbei sein.

Herzlicher Gruß - Max

@Max - Re: Wozu die ganze Aufregung?

Ekki, Friday, 04.03.2005, 13:10 (vor 7642 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Max am 04. März 2005 09:44:00:

Hallo Max!

Ich bin wirklich gespannt, ob und wie Nick Dir antwortet.

So wie ich ihn kenne, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Entweder er betrachtet Dich angesichts Deiner Haltung zur Kirche als eine zu rettende Seele und gibt Dir noch eine Chance, Dich bekehren zu lassen. Dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn Du Dich in Zukunft mit Kritik an der Kirche zurückhältst - es sei denn, die Kritik bestünde darin, daß nicht alle in der Kirche so erleuchtet und radikal sind wie Nick.

Oder aber Du wirst von ihm irgendwann mit einem genauso konsequenten Kommunikations-Bann belegt wie ich. Was Dir vermutlich, genau wie mir, am Allerwertesten vorbeigehen dürfte.

Der religiöse - besser noch: kirchliche - Fanatismus ist ein untrennbarer Bestandteil von Nicks Argumentation. Tommy hat das einmal sehr treffend analysiert: Es gibt zwar in Nicks Postings rationale Ansätze, die aber früher oder später zunichte gemacht werden durch eben jenen Fanatismus, mit pathetischen, apokalyptischen Drohungen und (s. Nicks Ausgangsposting) teils verunglückten Bildern in Bezug auf alle, die Nicks Meinung nicht teilen.

Aber es gibt ja zum Glück genügend andere Forenteilnehmer, die zuhören (oder sollte man mal ein neues Wort erfinden: "zulesen"?) können.

Herzlicher Gruß

Ekki

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Nick, Saturday, 05.03.2005, 22:01 (vor 7640 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Max am 04. März 2005 09:44:00:

Guten Abend Max!

"Und was ist mit der Herrschaft der Kirche? Inwieweit beruht die "religiös begründete Kultur" auf dem kirchlichen Anspruch, alleinige "Hüterin der Wahrheit und der Erkenntnis" (gewesen) zu sein und diesen diktatorisch und auch mit grausamen Mitteln durchgesetzt zu haben? Wie hätte sich eine Kultur entwickelt, die sich auf gelebter Religiosität gegründet hätte, anstatt exclusiv auf christlichem Zwangsglauben? Welche Chancen zur kulturellen Entwicklung hätten wir gehabt, wenn wir nicht geglaubt hätten, daß Jesus für unsere Sünden ans Kreuz genagelt worden ist und dort elendiglich verrecken mußte? Um wieviel besser wären wir mit einer Kulturentwicklung gefahren, wenn unsere Kühlerfigur nicht ein zu Tode gefolterter Mensch gewesen wäre, sondern bspw. ein feister, freundlich grinsender Buddha? Wenn das qualvolle Sterben Jesu einen Sinn hatte, dann kann Sterben einen Sinn haben. Damit wäre ich wieder bei der (Un)kultur des Todes..."

Der zitierte Ausdruck "religiös begründete Kultur" ist strenggenommen eine Tautologie, da es eine andere Begründung für Kultur als eine religiöse nie gegeben hat. Niemals in der Geschichte hat sich eine gewissermaßen präexistente Kultur nachher ihre Religion "dazuerfunden", sondern immer begründete umgekehrt eine religiöse Urerfahrung eine kulturelle Blüte. Wenige solcher 'Urknälle' hat es in den letzten 3000 Jahren gegeben, man kann sie an einer Hand abzählen. Niemals hat eine Kultur (ich rede von Kultur, nicht von Zivilisation!) den Verlust ihrer religiösen Fundierung überlebt, wenn sie nicht rechtzeitig zu ihr zurückgefunden hat.

Solche Krisen hat es viele gegeben in der Geschichte. Heute haben wir es mit mehr als nur einer Krise zu tun. Wir stehen vor der realen Möglichkeit, daß sich der europäische Kontinent aus schierer Ignoranz und Selbstvergessenheit aus der Weltgeschichte verabschieden könnte. Was danach aus ihm wird ist offen und eigentlich beinahe uninteressant. Vielleicht wird man den Frauen blaue Mülltüten überziehen, mit zwei Sehschlitzen zu rausgucken, die Männer tragen Turbane und Bärte, lernen Arabisch und dürfen ihre Ehefrauen verhauen? Es ist nicht das, was mir vorschwebt, aber die Mehrheit entscheidet halt, daß seit Jahrzehnten sich aufbauende demographische Verwerfungen, ungebremster Hedonismus, explosive Gegengesellschaften und rasant anwachsende terroristische Gefahren einfach von Staats wegen verboten werden. Das muß genügen! Wozu haben wir schließlich eine Demokratie?

Du stellst eine ganze Menge Fragen. Unter 'gelebter Religiosität' verstehe ich etwas anderes, als die "Macht der Priester" oder weitergefaßt die "Macht der Kirche", auch wenn das natürlich nicht völlig losgelöst davon existieren kann. Physiker ist man nicht dadurch, daß man ein Schild an sein Haus hängt, auf dem "Physiker" draufsteht... und man lehrt dann, daß die Erde eine Scheibe sei. Analoges gilt für Priester auch, die sogfältig ausgewählt, gut ausgebildet und charakterlich ganz besonders geeignet für ihr Amt sein müssen. Das kann, wie überall, besser oder schlechter gelingen. Ein guter Priester ist immer einer, der dient, und nicht einer, der herrscht: "geistliche Herren" sind wirklich ein Graus! Ein guter Priester hat zu bewahren und rein zu halten, was im Ursprung offenbart wurde und hat sich völlig zu enthalten, etwa selbst zu offenbaren, was er "privat" für angebracht hält. Kurz und gut: ohne Kirche geht's nicht, wenn man nicht zum Voodoo-Kult konvertieren möchte. Die höchste Instanz eines jeden Christen ist und bleibt im übrigen immer das eigene Gewissen (was indes alles andere als eine faule Ausrede ist, sondern im Ernstfall einiges "kosten" kann - welch letzteres aber dem hohen Wert dieser Würde entspricht und deshalb nicht zu beanstanden ist).

Kennzeichnend für eine stabil geerdete Kultur sind weitgreifende, tragfähige und allseits akzeptierte Ideale, also die einfache Selbstverständlichkeit, die von niemandem hinterfragt wird, mit der zum Beispiel die Regeln für das komplexe Ineinandergreifen aller geistlichen, sozialen und privaten Beziehungen von allen Menschen akzeptiert und als gerecht geregelt erlebt werden. Idealerweise geht es also gewissermaßen um ein Maximum an Gerechtigkeit bei einem Minimum an Rechtsverordnungen - und, parallel dazu, einem Minimum (aber eben nicht dem völligen Fehlen) an institutionalisiertem "priesterlichem Tun".

Mit der "Macht der Kirche" ist es auf diesem Hintergrund gesehen natürlich so eine Sache. Man wird dem Problem allerdings nicht gerecht, wenn man nicht historisch denkt. Ich habe hier und bei euch inzwischen schon so oft ausführlich Stellung dazu bezogen, daß ich mich diesmal auf ein Resumee beschränken möchte. Alles, was sich mißbrauchen läßt, das wird auch mißbraucht, solange es Menschen gibt, nicht nur in der Religion. Mißbrauch der Religion ist nichts spezifisch Christliches, sondern das findest du, um dein Beispiel vom 'feisten, freundlich grinsenden Buddha' aufzugreifen, auch in Tibet bis zum 13. Dalai Lama (der heutige 14. steht nicht an, dies feimütig einzuräumen und dafür um Vergebung zu bitten), das gab es auf besonders fürchterliche Art im Zen der Edo-Periode in Japan, das gab und gibt es in China wie im hinduistischen Indien, im Judentum und natürlich im Islam, der nach außen kriegerisch und intolerant gewesen ist vom ersten Beginn an bis in unsere Tage.

Historisch betrachtet sind die Irrwege der Kirche - nicht weniger als ihre Blütezeiten - schlicht und einfach die Lernwege unserer ureigenen, abendländischen Kultur. Das selbe Prinzip findet sich im Leben jedes Menschen ebenso wieder: fast niemand stirbt so dumm, wie er geboren wurde. Unsere heutigen Einsichten, z.B. über die Einmaligkeit und Würde der Person, über die Menschenrechte und die Bedeutung der Freiheit, sind Frucht der geistigen Verarbeitung von Wahrheitserfahrungen und Abirrungen, die ihr Maß indes allesamt im christlichen (und jüdischen!) Ideal haben und immer hatten, von Anbeginn an. An dieser Reifung sind ebenso Kirchenkritiker beteiligt gewesen, die indes mit dem Objekt ihrer Kritik immer verbunden geblieben sind, und sei es im Extremfall in der Form des Hasses. Selbst die bizarrste Ausformung, der Kommunismus, war eine christliche Häresie ("Paradies auf Erden"). Sehr lesenswert und lehrreich zum Verständnis solcher Dialektik menschlicher Erkenntnisentwicklung ist ein Buch von Alan Dershowitz, einem hochrenomierten Harvard-Juristen, mit dem Titel: "Die Entstehung von Recht und Gesetz aus Mord und Todschlag"

Die Kirche ist, heute wie eh und je, durchaus "Hüterin der Wahrheit" - und eine ihrer Schänderinnen: beides zugleich. In heutiger Zeit allerdings überwiegt für mich die Hütefunktion absolut. Wer tritt denn noch bedingungslos für unverzichtbare Werte ein gegen einen korrupten Zeitgeist, der aus allem ein Geschäft zu machen bereit ist? Wird die Kirche heute etwa kritisiert, weil die Kurie ein sittenloses Lotterleben führen würde? Oder nicht vielmehr dafür, daß sie stur und unbeugsam auf "altmodischen" Positionen beharrt, die die Mehrheit gerne und leichten Herzens aufgeben möchte, oder schon aufgegeben hat, sofern sich Euronen damit verdienen lassen? Ich jedenfalls bin zufrieden mit der Sperrigkeit meiner Kirche. Es ist genau das, was sonst fehlen würde, wenn sie nicht so wäre, wie sie ist.

Niemandem ist die zwiespältige Kirchengeschichte übrigens klarer bewußt, als der katholischen Kirche selbst. Die öffentliche Bitte um Vergebung für die Irrwege früherer Zeiten war keine Show, sondern sehr ernst und verbindlich. Diese Kirche, die in all ihren Abstürzen wieder und wieder um ihre authentischen Wurzeln gerungen hat, ist aus eben diesem Grund niemals untergegangen, sondern dabei sehr, sehr weise geworden. Den Narren entgeht das völlig, aber das ist normal bei Narren und ändert nichts an den Tatsachen, sondern bestätigt sie. Die Kirche ist schlicht und einfach der Weg und die gesammelte Erfahrung des europäischen Menschen durch die vergangenen zwei Jahrtausende. Weil das ein schieres Faktum ist, ist dies der Boden, auf dem wir alle stehen - und eben nicht der Buddha, der verehrte Meister Konfuzius oder der tiefgründig-geheimnisvoll-zauberhafte Lao Tse (den ich ganz besonders liebe und verehre).

Du wirfst die hypothetische Frage auf, welche Wendung unsere Kulturentwicklung wohl genommen hätte, wenn als Ergebnis der Völkerwanderung meinetwegen die Hunnen zu den Herren Europas geworden wären und meinetwegen deshalb heute ein "lächelnder Buddha" über den Kühlergrills unserer Straßenkreuzer thronte. Solche Fragen laufen meist auf den Vergleich zwischen der exotischen Theorie und der einheimischen Praxis hinaus, welch letztere man gerne kritisieren möchte, und sind in dem Fall eigentlich unfair, weil man ja immer nur Praxis mit Praxis und Theorie mit Theorie vergleichen darf. Aber ich vermute mal, es wäre dann vielleicht so ähnlich wie in Tokio oder in Shanghai? Keine Ahnung. Vielleicht würde das heute manchem sogar besser gefallen, sofern er gut verdient. Allerdings würde man dann über die (ebenfalls hypothetischen) Höhen der Schädelpyramiden, über die beim Bau von "Großen Mauern" verreckten und als Mörtelersparnis mitverbauten Kulis, überhaupt über all die zahlosen "Segnungen" der asiatischen Despotie ebenfalls zu reden haben - aber möglicherweise dennoch nicht darüber reden, weil es etwas wäre, über das man eben nicht redet. Der Ruhm des Reiches überwöge dann wohl auch hier das klägliche Elend der Millionen Nobodies.

Nun ist es bei uns aber anders gekommen. "Gott sei dank", sage ich! Auch der letzte Nobody hat seine Würde, die ihm niemand nehmen kann. Daß wir das nicht ausgerechnet Papst Alexander VI. (Rodrigo Borgia) und seinen Kindern, sondern eher Menschen wie dem kleinen Bruder Franziskus verdanken, ist keine Frage. Aber Menschen dieser Art hat es eben immer gegeben, zu allen Zeiten, und es gibt sie auch heute, viel mehr, als man denkt, wenn man nur Zeitung liest und Nachrichten schaut. Diese zahllosen unbekannten Menschen sind es, die die Kirche "erbauen". Allem Christlichen zugrunde liegt, daß es so etwas Verrücktes wie die Gleichheit aller Menschen aufgrund ihrer Gottesähnlichkeit nirgends auf der Welt gäbe, nicht mal als Idee, wenn es nicht den Bericht vom Kreuzestod und der Auferstehung des Jesus Christus gegeben hätte. Das ist nunmal eine historische Tatsache. Es ist die zentrale Tatsache unserer Geschichte. Die können wir nicht austauschen gegen was anderes, die können wir höchstens beenden. Und was dann?

Die Kirche ginge auch dadurch nicht unter. Es gibt 1,1 Milliarden Katholiken auf der Welt und nochmal beinahe so viele Menschen aus anderen christliche Konfessionen. Warum ist das eigentlich so? Etwa weil man sie dazu zwingt? Oder weil die allesamt außerordentlich viel dümmer sind als du? Oder weil die vielleicht etwas "haben", was auf andere Weise nicht zu "erlangen" ist? Man kann es drehen und wenden, wie man will: 2000 Jahre Bestand hat die Kirche nicht wegen ihrer Untaten, sondern wegen dem, was sie "auch noch" ist - und was, meinem Glauben nach, nicht nur ihre Unverwüstlichkeit, sondern auch ihren ungeheuren seelischen Reichtum ausmacht, der zu allen Zeiten die dunklen Seiten überwogen hat und je und je Erneuerung bewirkt. Ausnahmslos ALLES andere auf der Welt ist an seinen Verbechen zugrunde gegangen, nur die Kirche an den ihren nicht. Sie ist die älteste funktionierende Institution auf diesem Globus. Sie steht heute fast immer gegen den Zeitgeist, nicht selten als einzige Stimme überhaupt, verfügt dabei über keinerlei bewaffnete Kräfte, um z.B. politische Ziele durchzusetzen - und geht dennoch unbeirrt ihren Weg weiter. Das kann man finden, wie man will. Die Tatsache als solche kann man nicht bestreiten.

Zum Symbol des Kruzifix, das du ja ausdrücklich ansprichst. Es ist nach christlichem Glauben nicht so, daß Jesus einfach nur am Kreuz verreckt ist, sondern daß er zu neuem Leben auferstanden ist. Ein Nichtchrist wird das nicht glauben, das ist mir schon klar, und es bringt nichts, über solche Glaubensdinge zu zanken.Aber auf eine allgemeinere Art wirfst du selbst die Kernfrage auf: "Wenn das qualvolle Sterben Jesu einen Sinn hatte, dann kann Sterben einen Sinn haben." So ist es, Max. Sterben kann einen Sinn haben - und wenn überhaupt, dann genau deswegen. Man muß sogar weiter gehen und sagen: wenn das Sterben keinen Sinn hat, dann hat im Grunde auch das Leben keinen Sinn. Das ist die zentrale Aussage christlichen Glaubens. An philosophischen Bemühungen, damit irgendwie fertigzuwerden, hat es nicht gefehlt, Bestand behalten aber hat keine davon. Praktisch widerlegen ließe sich dieses Dilemma nur dadurch, daß man selber nicht stirbt. Da das bekanntlich nicht möglich ist, hat jeder höchstpersönlich dieses vertrackte Problem an der Backe, mit der Möglichkeit des Nichtseins seiner selbst fertigzuwerden. Da gibt es nun theoretisch zwei prinzipielle Auswege:
1. man glaubt, daß einem nach dem Tod nix mehr weh tut, weil es einen dann nicht mehr gibt. Oder
2. man glaubt, daß der Geist nicht stirbt, sondern unzerstörbar ist und Ewigkeit hat.
Um reinen Glauben handelt es sich übrigens in beiden Fällen!

Ich sehe - neben einer ganzen Reihe weiterer philosophischer Schwierigkeiten - folgendes Hauptproblem mit Möglichkeit Nr.1 und stelle es bewußt möglichst einfach und griffig dar, damit ich allgemein verstanden werde. Wenn man sich darüber freut, daß es einen einmal nicht mehr geben wird, warum sollte man sich dann eigentlich darüber freuen, daß es einen jetzt gibt? Aus einer Reihe weiterer theoretischer Komplikationen greife ich wiederum nur die folgende heraus: es kann doch eigentlich keine besonders große Freude sein zu wissen, daß ebendiese Freude unerbittlich enden muß. Ich möchte das sogar als ausgesprochenes Gegenteil von Freude, als Leiden also, bezeichnen, wenn die Freude aufgehört hat, bzw. wenn man genau weiß, daß dies unausweichlich eintreten muß. Deshalb folgt aus dem Glauben an das Nichts, daß man ganz auf das "Hier und Jetzt" verwiesen bleibt. "Hier und jetzt muß ich glücklich sein! Wann sonst?" Daraus wiederum folgt, daß es dann völlig sinnlos ist, in irgendetwas Mühe zu investieren, das stattfinden wird zu einer Zeit, wenn es einen nicht mehr gibt und einem dann ja "nichts mehr weh tut". Man könnte das jetzt auf vielfältige Art und Weise weiter auseinanderschrauben, aber ich belasse es mal dabei.

Meiner Überzeugung nach liegt in diesem "Glauben an das Nichts" der geistige Grund für die Krise unserer europäischen Gesellschaft. Es ist schließlich die idealtypische Legitimation des Nihilismus. Die logische Überlegung des Nihilisten lautet nämlich: warum eigentlich gegen Dekadenz und Verfall etwas unternehmen? Warum sich über den wuchernden Schwachsinn aufregen, anstatt feste dabei mitzumachen, und sei es nur, damit einem möglichst bald "nichts mehr weh tut"? Mehr noch: reduziert sich die Freude in einer Welt des gnadenlosen Schwachsinns, der Verblödung und der absoluten Sinnlosigkeit nicht auf jenen winzigen Moment, an dem man davon erlöst wird? Also: vorher Leiden, danach tut nix mehr weh, weil es einen nicht mehr gibt - und Freude findet ausschließlich statt an der punktförmigen Nahtstelle, an der der Schmerz endlich aufhört und danach garnichts mehr ist?

Ich finde so etwas überhaupt nicht attraktiv, sondern abscheulich. Aber wer es glauben will, der soll es halt glauben. Die Primitiven und Schwachen bleiben Nihilisten, die anderen mit Mumm und Entschlossenheit hingegen landen beim Weitergehen in diese Richtung irgendwann auf dem "östlichen Weg" - und finden dort prompt die "alten Bekannten" wieder! Die "4 edlen Wahrheiten" des Buddha beginnen mit der Ureinsicht jedes denkenden Menschen: "Leben ist Leiden!" Und weiter geht es damit, daß der Grund allen Leidens die menschliche Gier ist. Sie löst eine endlose Folge von Wiederholungen der immer gleichen leidvollen Erfahrungen aus, vorgestellt als ewige Wiedergeburten. Erlösung besteht also im Loswerden dieser Gier. Der einzige Weg zu dieser Erlösung ist schonungslose Einsicht und der Wahrheit entsprechende Erkenntnis, dazu gütige Gesinnung, achtsames Reden, selbstlose Taten der Liebe, unablässiges Bemühen, Konsequenz gegen sich selbst und tiefes Gebet (Versenkung).

Wer diesen östlichen Weg tatsächlich geht: alle Achtung! Ich bin ihm selbst 9 Jahre lang gefolgt und bezeichne ihn als schwer und mühevoll. Meiner Erfahrung nach läuft er darauf hinaus, gewissermaßen höchstpersönlich gekreuzigt zu werden. Die, die ihn wirklich gehen, verlieren jedenfalls garantiert jede Lust, sich über die Wege anderer Leute lustig zu machen. Die Schwätzer und Wichtigtuer verlieren diese Lust nicht und sind daran gut zu unterscheiden. Sie sind und bleiben Nihilisten, aus denen nichts weiter mehr werden wird.

Ich habe diesen "östlichen Weg" vor langen Jahren aus zwei Gründen verlassen: 1. wegen einer Erfahrung von Liebe in einer Tiefe, die mir vorher ganz unbekannt war und 2. aus der daraus folgenden Einsicht, daß ich Erlösung für dieses "Ich" suche, dessen Wesen ich begriffen hatte - und nicht ein Verlöschen im Nirvana und Erlösung vom Ich, wie es das Ziel des östlichen Weges ist. Ich kenne beide Erfahrungen.

Zurück zum europäischen Nihilismus. Man kann "ganz diesseitig" und lebenspraktisch eines feststellen: daß nämlich die Konsequenzen für die allgemeine Einstellung zum Leben bei einem Menschen mit einem Glauben völlig andere sind, als im Falle des Nihilismus! Es ist einem die Zukunft dann nämlich überhaupt nicht egal, sondern man hat nicht nur Grund dazu, sondern auch Freude daran, etwas zu ihrem Gelingen beizutragen, selbst wenn man dann nicht mehr "hier" lebt. Aus diesem Grunde bin ich der Ansicht, daß sich unsere Probleme nicht primär politisch, sondern geistig lösen werden - oder eben nicht. Und deshalb reite ich so penetrant darauf herum.

Ich bezeichne, ganz im Gegensatz zu dir, den christlichen Glauben als Kultur des Lebens und den Nihilismus als Kultur des Todes. Nihilismus betrachte ich als religiöses Surrogat der modernen Fellachen, über die ich ja zuvor schon genügend hergezogen bin. Weil ich das Leben liebe, rate ich davon ab und dem christlichen Glauben zu, im Bewußtsein, daß Worte nur Worte sind und keinen vom rechten Pfad der Sinnlosigkeit abzubringen vermögen, der auf ihm wandeln möchte. Was soll ich noch weiter dazu sagen? "Möge irgendwann nichts mehr wehtun!" Das trifft es wohl am besten... :-))

"Den mächtigen, säkularen Staat in all´seiner Widerwärtigkeit könnte man aber doch durchaus auch sehen als das mißratene Resultat einer Befreiung von der diktatorischen Herrschaft der Kirche?"

Nein, das könnte man nicht. Dafür müßte die frühere "diktatorische Herrschaft der Kirche" nämlich eine historische Tatsache sein. Das ist sie aber nicht, weder im "hoffnungslos pluralistischen" Mittelalter, in dem es absolute Machtzentren nirgendwo gegeben hat, schon garnicht in Rom, und erst recht nicht in der Neuzeit, als sich überhaupt erst Nationalstaaten herausbildeten, die natürlich einen Teufel taten, sich von der Kirche etwa substantiell in ihre Interessen dreinreden zu lassen. Hatte die Kirche etwa Armeen? Nein? Eben! "Die Kirche" als unumschränkte Herrscherin über die Welt gibt es nur in Disneyfilmen. Der moderne, säkulare Staat beerbt keineswegs die Kirche, sondern er ist die Übernahme der absolutistischen Monarchie durch das Bürgertum. Man hat 1793 Ludwig XVI. geköpft, um danach die französiche Republik auszurufen - und eben nicht den Papst oder den Erzbischof von Paris. Das hätte nämlich überhaupt nichts gebracht. Die Slogans der Fellachen indes "wissen" sowas wie immer anders, weil sie halt viele Disneyfilme gesehen haben. Und in denen beherrscht neben Alice im Wunderland zunächst Moses und danach der Papst die Weltgeschichte. Das steht so im Drehbuch drin. Da kann man nichts dagegen machen.

"Zustimmung. Das Recht auf Ignoranz, das der dumme Pöbel als seine Freiheit begreift, stinkt zum Himmel. Ein ungebildetes Volk ist die notwendige Voraussetzung für jedes totalitäre Regime."

Knifflige Rätselfrage: WER sollte das ungebildete Volk erziehen, auf daß es klug werde? Der Staat etwa? Bloß nicht! Wer dann? Die Kirche? Ich bin dagegen (du sowieso)! Max Erdinger? Nick ist total dagegen! Oder Nick? Max Erdinger ist dagegen (und Nick auch)! Also wer? [Ich habe übrigens einen plausiblen Lösungsvorschlag für das knifflige Rätsel, aber mit dem rücke ich erst später raus; ich will erst hören, was dir dazu so einfällt]

"...Zustimmung"

Zustimmung zur Zustimmung

"...da bin ich mir nicht so sicher, ob tatsächlich [die Geistigkeit Gottes] angeboten war oder ob sich das Angebot nicht doch in einer Unterordnung unter die Herrschaft der Kirche erschöpft hat."
Und:
"...das kann man so sehen, wenn man voraussetzt, daß das Angebot der Geistigkeit Gottes tatsächlich ein Alternativangebot gewesen wäre, was ich allerdings gerade in Zweifel gezogen habe."

Das kann man schon deshalb in Zweifel ziehen, weil auch der Pfarrer gelegentlich Gott und Bockwurst anbietet! Das muß er sogar, von Zeit zu Zeit. Ein Pfarrer, der immer nur Gott und niemals keinerlei Bockwurst anböte, wäre ein garstiger Gesell, finde ich, mindestens geizig, wahrscheinlich misanthrop und auf jeden Fall psychologisch ungeschickt. Ich persönlich halte es in solchen Fällen, also da, wo die heimtückisch-vernichtende Macht der Kirche ins Spiel kommt, folgendermaßen: Zuerst esse ich in aller Ruhe die erste Bockwurst. Dann danke ich dem Pfarrer (falls er sie spendiert hat) und plaudere vielleicht eine Weile mit ihm - manchmal über Fußball, manchmal über Gott - danach mit anderen Leuten, die ich gerne habe. Und dann schlendere ich etwas abseits und unterhalte mich angeregt mit Gott darüber, wie gut es doch eigentlich ist, daß es Bockwürste gibt, daß es nette Leute gibt, die Bockwürste spendieren, und angenehme Zeitgenosssen, mit denen man diese Bockwürste zusammen essen und dabei ein bis zwei Bierchen trinken kann. Und natürlich, daß es mich selber gibt, der u.a. Bockwürste essen und Bier trinken kann, derweil die Lerchen ihre Abendlieder singen und die Blätter in der aufkommenden Brise leise zu rauschen beginnen. Das ist alles sehr, sehr einfach und kein bißchen kompliziert.

Deiner Aufmerksamkeit ist bestimmt nicht entgangen, daß ich im letzten Absatz mit keinem einzigen Wort von der Geistigkeit Gottes geredet habe, sondern nur von Bier und Bockwürsten. Dennoch ist Gott IMMER mit im Angebot, so sehe ich das jedenfalls, nur rede ich eben nicht davon. Wer wann warum was wählt, hängt also vor allem vom Auswählenden ab, weniger vom Vatikan. Der hält sich aus solchen privaten Glaubensdingen nämlich strikt heraus. Und das hat er auch schon im "finsteren Mittelalter", glaube ich, nicht anders gehandhabt.

Arglose Freundschaft mit dem Schöpfer, der alles gemacht hat, das kann auch für denjenigen eine eigene Seinsqualität sein, der sich meinetwegen zeitgleich in quantenmechanischen Spekulationen von Sein und Nichtsein ergeht. Für mich schließt sich das jedenfalls kein bißchen aus, sondern das eine ergibt sich oft zwanglos aus dem anderen. Ich habe einen guten Freund, der ist schwachsinnig von Geburt und begreift wenig von dem, was um ihn herum vorgeht. Aber er hat eine sagenhafte Begabung zur Freude. Diese Begabung teilen wir beide, wobei er mir dabei eindeutig überlegen ist. Deshalb freuen wir uns jedesmal, wenn wir uns sehen. Das ist es, was ich zu den Bockwürsten und dem Bier noch hinzufügen wollte, weil ich gerade eine spontane Assoziation dazu habe, obwohl natürlich auch das überhaupt nichts mit der Geistigkeit Gottes zu tun hat.

"Das Pappmaschee-Schwein, das digitale Schwein ist das Abbild vom Schwein in unseren Köpfen. So soll "Schwein" wahrgenommen werden und so wird es größtenteils auch wahrgenommen. Mir sagt das viel darüber, wie "Leben" wahrgenommen wird."

Mir auch. Deshalb habe ich das Bild ja aufgegriffen und im eigenen Sinne weitergesponnen, ob nun richtig oder falsch im richtigen oder falschen Rahmen, das macht auch bei mir keinen besonderen Unterschied.

Ich schrieb: "Nicht daß es die flirrende Kramelkrawane nicht tatsächlich irgendwo gäbe, die da über den Horizont zieht. Aber sie zieht dort nicht entlang, weil sie wirklich dort entlang zieht, wo sie flirrt, sondern weil die stickige Atmosphäre der arroganten Gescheitheit, die nichts dazulernen kann, weil sie sowieso von nichts eine Ahnung hat, irreale Zusammenhänge vorgaukelt [hier hast du dein fehlendes Verb], ausgehend von der Einsicht, daß Bockwürste lecker schmecken, vor allem mit Senf."

Das ist natürlich wieder mal ziemlich arrogant, das Falsche also im falschen Rahmen. Manchmal helfen solche Provokationen aber weiter, ein andermal nicht. Auch du sollst nun von mir wissen, was ich von dir durchaus weiß, daß "eben alles nur ein (vergebliches) Bemühen und in seiner Richtigkeit abhängig davon ist, wie groß oder wie klein die jeweilige Distanz ist, aus der man die Dinge betrachtet, über die man schreibt."

Meine innere Distanz zu diesen Foren ist riesengroß, Max. Vielleicht sollte ich erneut darauf hinweisen, daß Nick eine Kunstfigur ist, die ich ersonnen habe, auf daß sie sage, was ich selbst nicht sagen könnte. Paul hat daraufhin einmal die lustige Überlegung angestellt, daß ich dann ja womöglich auch ein atheistischer Birkenstock-Bolschewik sein könnte... :-)

Nun, das gerade nicht, aber wenn ich erreiche, daß selbständig weitergedacht wird, wo enge Gedankenwege sich aufzudrängen beginnen, dann ist das gelegentlich schon das eine oder andere Posting wert. Allem Gelesenen messe ich dabei natürlich schon meine eigene Bedeutung bei, sonst müßte ich ja nichts weiter dazu schreiben. Die Lage ist halt verdammt prekär und kaum einer bemerkt es! Gerade die Deutschen haben zudem die vermaledeite Sucht, sich besonders dann in einfältige Illusionen zu flüchten, wo es am unangebrachtesten ist. Mehr als "Schubsen" kann ich nicht. Aber wenigstens das will ich gelegentlich tun, solange ich die Zeit dafür erübrigen kann.

Die Bockwurst, die ich mir dafür verdient habe, kaufe ich mir selbst :-)

Ach ja, der Schluß: "Es ist eine tröstliche Einsicht, daß uns der Umstand, daß es (sehr bald) vorbei sein wird, dann, wenn es vorbei sein wird, nicht mehr kratzen wird. Denn so bald, wie wir vorbei sein werden, wird es nicht vorbei sein."

Formal klingt das ziemlich nihilistisch. Meinst du es auch so? Die Annahme indes, daß es so bald nicht vorbei sein wird, könnte täuschen. Wenn etwas kulminiert und zusammenkracht, dann geht das Zusammenkrachen selbst immer sehr schnell. Hätte jemand 1932 geglaubt, daß Deutschland 13 Jahre später so aussehen würde, wie es 1945 aussah? Eben.

Herzlicher Gruß
vom Nick

P.S.: Das ist auch eine (Mit)antwort an Karl52, der hier index.php?id=43481 ähnliche Einwände an meine Adresse vorgebracht hatte. Herzlicher Gruß auch an dich, Karl!

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Max, Sunday, 06.03.2005, 13:46 (vor 7640 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Nick am 05. März 2005 20:01:54:

Guten Morgen Nick!

wie doch die Zeit vergehen wird! Wenn ich mit dieser Antwort fertig bin, dann wird schon die Anrede nicht mehr stimmen...*seufz*

Der zitierte Ausdruck "religiös begründete Kultur" ist strenggenommen eine Tautologie, da es eine andere Begründung für Kultur als eine religiöse nie gegeben hat. Niemals in der Geschichte hat sich eine gewissermaßen präexistente Kultur nachher ihre Religion "dazuerfunden", sondern immer begründete umgekehrt eine religiöse Urerfahrung eine kulturelle Blüte. Wenige solcher 'Urknälle' hat es in den letzten 3000 Jahren gegeben, man kann sie an einer Hand abzählen. Niemals hat eine Kultur (ich rede von Kultur, nicht von Zivilisation!) den Verlust ihrer religiösen Fundierung überlebt, wenn sie nicht rechtzeitig zu ihr zurückgefunden hat.

....da gab es aber noch die Römer, deren Religion sich grundlegend geändert hatte, bevor ihr Reich auseinandergefallen ist. Viel von der römischen Kultur ist seit Alarich verloren gegangen und das nicht etwa deswegen, weil sich die Römer nicht rechtzeitig auf ihre "heidnische" (für die Römer: "religiöse") Fundierung besonnen hätten.

Solche Krisen hat es viele gegeben in der Geschichte. Heute haben wir es mit mehr als nur einer Krise zu tun. Wir stehen vor der realen Möglichkeit, daß sich der europäische Kontinent aus schierer Ignoranz und Selbstvergessenheit aus der Weltgeschichte verabschieden könnte.

...es ist schon Teil der Weltgeschichte und zwar ein erheblicher. Das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern. Die europäische Zukunft wird in einer noch ferneren Zukunft und von dort aus rückblickend keine große Bedeutung mehr haben. Hast Du´s so gemeint?

Was danach aus ihm wird ist offen und eigentlich beinahe uninteressant. Vielleicht wird man den Frauen blaue Mülltüten überziehen, mit zwei Sehschlitzen zu rausgucken, die Männer tragen Turbane und Bärte, lernen Arabisch und dürfen ihre Ehefrauen verhauen? Es ist nicht das, was mir vorschwebt, aber die Mehrheit entscheidet halt, daß seit Jahrzehnten sich aufbauende demographische Verwerfungen, ungebremster Hedonismus, explosive Gegengesellschaften und rasant anwachsende terroristische Gefahren einfach von Staats wegen verboten werden. Das muß genügen! Wozu haben wir schließlich eine Demokratie?

...solange die ganz unglaublich demokratischen Amerikaner eine Weltmacht bleiben, solange werden hier keine Bärte, Turbane und Mülltüten das Sagen haben. Na ja, die Mülltüten sowieso nicht....

Du stellst eine ganze Menge Fragen. Unter 'gelebter Religiosität' verstehe ich etwas anderes, als die "Macht der Priester" oder weitergefaßt die "Macht der Kirche", auch wenn das natürlich nicht völlig losgelöst davon existieren kann.

....schon klar. Geht mir nicht anders. Schließlich gibt´s ja die Unendlichkeit des Alls, von der ich zwar "weiß", die ich aber nicht begreifen kann.

Physiker ist man nicht dadurch, daß man ein Schild an sein Haus hängt, auf dem "Physiker" draufsteht... und man lehrt dann, daß die Erde eine Scheibe sei.

...es gibt auch lausige Physiker. Und bei "Musikern" ist der Mißstand sogar epidemisch. (Mühsam sammelt Herr Erdinger seine Pünktchen.)

Analoges gilt für Priester auch, die sogfältig ausgewählt, gut ausgebildet und charakterlich ganz besonders geeignet für ihr Amt sein müssen. Das kann, wie überall, besser oder schlechter gelingen. Ein guter Priester ist immer einer, der dient, und nicht einer, der herrscht...

...Zustimmung.

... "geistliche Herren" sind wirklich ein Graus!

...und dennoch, zumindest in ihrem Selbstverständnis, oft genug Realität.

Ein guter Priester hat zu bewahren und rein zu halten, was im Ursprung offenbart wurde und hat sich völlig zu enthalten, etwa selbst zu offenbaren, was er "privat" für angebracht hält. Kurz und gut: ohne Kirche geht's nicht, wenn man nicht zum Voodoo-Kult konvertieren möchte. Die höchste Instanz eines jeden Christen ist und bleibt im übrigen immer das eigene Gewissen (was indes alles andere als eine faule Ausrede ist, sondern im Ernstfall einiges "kosten" kann - welch letzteres aber dem hohen Wert dieser Würde entspricht und deshalb nicht zu beanstanden ist)

...Zustimmung.

Kennzeichnend für eine stabil geerdete Kultur sind weitgreifende, tragfähige und allseits akzeptierte Ideale, also die einfache Selbstverständlichkeit, die von niemandem hinterfragt wird, mit der zum Beispiel die Regeln für das komplexe Ineinandergreifen aller geistlichen, sozialen und privaten Beziehungen von allen Menschen akzeptiert und als gerecht geregelt erlebt werden. Idealerweise geht es also gewissermaßen um ein Maximum an Gerechtigkeit bei einem Minimum an Rechtsverordnungen - und, parallel dazu, einem Minimum (aber eben nicht dem völligen Fehlen) an institutionalisiertem "priesterlichem Tun".

...so stelle ich mir das in meinen schönsten Träumen vor.

Mit der "Macht der Kirche" ist es auf diesem Hintergrund gesehen natürlich so eine Sache. Man wird dem Problem allerdings nicht gerecht, wenn man nicht historisch denkt. Ich habe hier und bei euch inzwischen schon so oft ausführlich Stellung dazu bezogen, daß ich mich diesmal auf ein Resumee beschränken möchte. Alles, was sich mißbrauchen läßt, das wird auch mißbraucht, solange es Menschen gibt, nicht nur in der Religion. Mißbrauch der Religion ist nichts spezifisch Christliches, sondern das findest du, um dein Beispiel vom 'feisten, freundlich grinsenden Buddha' aufzugreifen, auch in Tibet bis zum 13. Dalai Lama (der heutige 14. steht nicht an, dies feimütig einzuräumen und dafür um Vergebung zu bitten), das gab es auf besonders fürchterliche Art im Zen der Edo-Periode in Japan, das gab und gibt es in China wie im hinduistischen Indien, im Judentum und natürlich im Islam, der nach außen kriegerisch und intolerant gewesen ist vom ersten Beginn an bis in unsere Tage.

...schon, schon. Mir ging es aber mit meinem "feisten Buddha" bzw. dem Gekreuzigten lediglich um die "Kühlerfigur als Symbol" unserer Kultur. Und wenn ausgerechnet Letzterer unser Symbol ist, dannn sagt das schon viel über die Kultur aus, für die er ein Symbol ist, ganz unabhängig von der Mißbrauchsmöglichkeit. Man könnte natürlich auch sagen, daß es ein schlecht gewähltes Symbol ist, wenn es doch eigentlich nicht um´s Sterben, sondern um die Wiederauferstehung geht. Für eine Autowaschanlage werbe ich aber doch auch nicht mit einem verdreckten, sondern mit einem blitzblank sauberen Auto, oder?

Historisch betrachtet sind die Irrwege der Kirche - nicht weniger als ihre Blütezeiten - schlicht und einfach die Lernwege unserer ureigenen, abendländischen Kultur. Das selbe Prinzip findet sich im Leben jedes Menschen ebenso wieder: fast niemand stirbt so dumm, wie er geboren wurde.

...*sarkasmuson* Doch, ein Grüner - und auch das nur im günstigsten Fall.*sarkasmusoff*

Unsere heutigen Einsichten, z.B. über die Einmaligkeit und Würde der Person, über die Menschenrechte und die Bedeutung der Freiheit, sind Frucht der geistigen Verarbeitung von Wahrheitserfahrungen und Abirrungen, die ihr Maß indes allesamt im christlichen (und jüdischen!) Ideal haben und immer hatten, von Anbeginn an. An dieser Reifung sind ebenso Kirchenkritiker beteiligt gewesen, die indes mit dem Objekt ihrer Kritik immer verbunden geblieben sind, und sei es im Extremfall in der Form des Hasses. Selbst die bizarrste Ausformung, der Kommunismus, war eine christliche Häresie ("Paradies auf Erden"). Sehr lesenswert und lehrreich zum Verständnis solcher Dialektik menschlicher Erkenntnisentwicklung ist ein Buch von Alan Dershowitz, einem hochrenomierten Harvard-Juristen, mit dem Titel: "Die Entstehung von Recht und Gesetz aus Mord und Todschlag"

...sollte ich wohl mal lesen. Ich sollte so viel lesen!

Die Kirche ist, heute wie eh und je, durchaus "Hüterin der Wahrheit" - und eine ihrer Schänderinnen: beides zugleich. In heutiger Zeit allerdings überwiegt für mich die Hütefunktion absolut.

...dem stimme ich absolut zu. Die Kriminalgeschichte der Kirche ist vorbei.

Wer tritt denn noch bedingungslos für unverzichtbare Werte ein gegen einen korrupten Zeitgeist, der aus allem ein Geschäft zu machen bereit ist? Wird die Kirche heute etwa kritisiert, weil die Kurie ein sittenloses Lotterleben führen würde?

...na ja, dafür nicht gerade. Aber der Herr Bischof Krenn, der Herr Erzbischof Marcinkus und ein paar andere - die waren nicht ganz ohne. Das will ich aber nicht der Institution Kirche nachtragen. Menschen hat´s halt überall ..

Oder nicht vielmehr dafür, daß sie stur und unbeugsam auf "altmodischen" Positionen beharrt, die die Mehrheit gerne und leichten Herzens aufgeben möchte, oder schon aufgegeben hat, sofern sich Euronen damit verdienen lassen? Ich jedenfalls bin zufrieden mit der Sperrigkeit meiner Kirche. Es ist genau das, was sonst fehlen würde, wenn sie nicht so wäre, wie sie ist.

...genau das ist es, was mir an der katholischen Kirche (und nur an der) zunehmend imponiert: Die Sperrigkeit gegenüber den neuesten Zerebralfürzen politisch korrekter Gutmenschen.

Niemandem ist die zwiespältige Kirchengeschichte übrigens klarer bewußt, als der katholischen Kirche selbst. Die öffentliche Bitte um Vergebung für die Irrwege früherer Zeiten war keine Show, sondern sehr ernst und verbindlich. Diese Kirche, die in all ihren Abstürzen wieder und wieder um ihre authentischen Wurzeln gerungen hat, ist aus eben diesem Grund niemals untergegangen, sondern dabei sehr, sehr weise geworden. Den Narren entgeht das völlig, aber das ist normal bei Narren und ändert nichts an den Tatsachen, sondern bestätigt sie. Die Kirche ist schlicht und einfach der Weg und die gesammelte Erfahrung des europäischen Menschen durch die vergangenen zwei Jahrtausende. Weil das ein schieres Faktum ist, ist dies der Boden, auf dem wir alle stehen - und eben nicht der Buddha, der verehrte Meister Konfuzius oder der tiefgründig-geheimnisvoll-zauberhafte Lao Tse (den ich ganz besonders liebe und verehre).

...da hast du wohl Recht.

Du wirfst die hypothetische Frage auf, welche Wendung unsere Kulturentwicklung wohl genommen hätte, wenn als Ergebnis der Völkerwanderung meinetwegen die Hunnen zu den Herren Europas geworden wären und meinetwegen deshalb heute ein "lächelnder Buddha" über den Kühlergrills unserer Straßenkreuzer thronte. Solche Fragen laufen meist auf den Vergleich zwischen der exotischen Theorie und der einheimischen Praxis hinaus, welch letztere man gerne kritisieren möchte, und sind in dem Fall eigentlich unfair, weil man ja immer nur Praxis mit Praxis und Theorie mit Theorie vergleichen darf.

...Gut, einverstanden. Dann frag´ich halt anders: Welche Wendungen wären eher unwahrscheinlich gewesen?

Aber ich vermute mal, es wäre dann vielleicht so ähnlich wie in Tokio oder in Shanghai? Keine Ahnung. Vielleicht würde das heute manchem sogar besser gefallen, sofern er gut verdient. Allerdings würde man dann über die (ebenfalls hypothetischen) Höhen der Schädelpyramiden, über die beim Bau von "Großen Mauern" verreckten und als Mörtelersparnis mitverbauten Kulis, überhaupt über all die zahlosen "Segnungen" der asiatischen Despotie ebenfalls zu reden haben - aber möglicherweise dennoch nicht darüber reden, weil es etwas wäre, über das man eben nicht redet. Der Ruhm des Reiches überwöge dann wohl auch hier das klägliche Elend der Millionen Nobodies.

...auch möglich.

Nun ist es bei uns aber anders gekommen. "Gott sei dank", sage ich! Auch der letzte Nobody hat seine Würde, die ihm niemand nehmen kann. Daß wir das nicht ausgerechnet Papst Alexander VI. (Rodrigo Borgia) und seinen Kindern, sondern eher Menschen wie dem kleinen Bruder Franziskus verdanken, ist keine Frage. Aber Menschen dieser Art hat es eben immer gegeben, zu allen Zeiten, und es gibt sie auch heute, viel mehr, als man denkt, wenn man nur Zeitung liest und Nachrichten schaut. Diese zahllosen unbekannten Menschen sind es, die die Kirche "erbauen". Allem Christlichen zugrunde liegt, daß es so etwas Verrücktes wie die Gleichheit aller Menschen aufgrund ihrer Gottesähnlichkeit nirgends auf der Welt gäbe, nicht mal als Idee, wenn es nicht den Bericht vom Kreuzestod und der Auferstehung des Jesus Christus gegeben hätte. Das ist nunmal eine historische Tatsache. Es ist die zentrale Tatsache unserer Geschichte. Die können wir nicht austauschen gegen was anderes, die können wir höchstens beenden. Und was dann?

...hmmm.

Die Kirche ginge auch dadurch nicht unter. Es gibt 1,1 Milliarden Katholiken auf der Welt und nochmal beinahe so viele Menschen aus anderen christliche Konfessionen. Warum ist das eigentlich so? Etwa weil man sie dazu zwingt? Oder weil die allesamt außerordentlich viel dümmer sind als du?

...Jetzt wollen wir aber doch die Kirche mal im Dorf lassen *gg*. Natürlich zwingt die niemand mit vorgehaltener Waffe, schließlich gibt es ja noch Zwänge sozialer Natur und die Zwänge der Tradition. Millionen von Menschen sind Katholiken, weil sie es einfach nicht anders kennen. Und ja und nein: Alle sind nicht außerordentlich viel dümmer als ich. Aber zwei Drittel bestimmt.Auch eine überhebliche Selbsteinschätzung kann eine realistische Selbsteinschätzung sein, oder? Vier Fünftel!

Oder weil die vielleicht etwas "haben", was auf andere Weise nicht zu "erlangen" ist? Man kann es drehen und wenden, wie man will: 2000 Jahre Bestand hat die Kirche nicht wegen ihrer Untaten, sondern wegen dem, was sie "auch noch" ist - und was, meinem Glauben nach, nicht nur ihre Unverwüstlichkeit, sondern auch ihren ungeheuren seelischen Reichtum ausmacht, der zu allen Zeiten die dunklen Seiten überwogen hat und je und je Erneuerung bewirkt. Ausnahmslos ALLES andere auf der Welt ist an seinen Verbechen zugrunde gegangen, nur die Kirche an den ihren nicht.

...das sollte einem in der Tat zu denken geben.

Sie ist die älteste funktionierende Institution auf diesem Globus. Sie steht heute fast immer gegen den Zeitgeist, nicht selten als einzige Stimme überhaupt, verfügt dabei über keinerlei bewaffnete Kräfte, um z.B. politische Ziele durchzusetzen - und geht dennoch unbeirrt ihren Weg weiter. Das kann man finden, wie man will. Die Tatsache als solche kann man nicht bestreiten.[/i]

...stimmt.

Zum Symbol des Kruzifix, das du ja ausdrücklich ansprichst. Es ist nach christlichem Glauben nicht so, daß Jesus einfach nur am Kreuz verreckt ist, sondern daß er zu neuem Leben auferstanden ist. Ein Nichtchrist wird das nicht glauben, das ist mir schon klar, und es bringt nichts, über solche Glaubensdinge zu zanken.Aber auf eine allgemeinere Art wirfst du selbst die Kernfrage auf: "Wenn das qualvolle Sterben Jesu einen Sinn hatte, dann kann Sterben einen Sinn haben." So ist es, Max. Sterben kann einen Sinn haben - und wenn überhaupt, dann genau deswegen. Man muß sogar weiter gehen und sagen: wenn das Sterben keinen Sinn hat, dann hat im Grunde auch das Leben keinen Sinn. Das ist die zentrale Aussage christlichen Glaubens. An philosophischen Bemühungen, damit irgendwie fertigzuwerden, hat es nicht gefehlt, Bestand behalten aber hat keine davon. Praktisch widerlegen ließe sich dieses Dilemma nur dadurch, daß man selber nicht stirbt. Da das bekanntlich nicht möglich ist, hat jeder höchstpersönlich dieses vertrackte Problem an der Backe, mit der Möglichkeit des Nichtseins seiner selbst fertigzuwerden. Da gibt es nun theoretisch zwei prinzipielle Auswege:
[quote]1. man glaubt, daß einem nach dem Tod nix mehr weh tut, weil es einen dann nicht mehr gibt. Oder
2. man glaubt, daß der Geist nicht stirbt, sondern unzerstörbar ist und Ewigkeit hat.
Um reinen Glauben handelt es sich übrigens in beiden Fällen!
Ich sehe - neben einer ganzen Reihe weiterer philosophischer Schwierigkeiten - folgendes Hauptproblem mit Möglichkeit Nr.1 und stelle es bewußt möglichst einfach und griffig dar, damit ich allgemein verstanden werde. Wenn man sich darüber freut, daß es einen einmal nicht mehr geben wird, warum sollte man sich dann eigentlich darüber freuen, daß es einen jetzt gibt?
[/quote]

...man muß sich ja nicht darüber freuen, daß es einen einmal nicht mehr geben wird, um anzuerkennen, daß es dennoch so sein wird. Daraus kann man Schlüsse für sein Leben ziehen. Und der Schluß, den ich ziehe, ist der, daß, wenn es schon eines Tages weder Freude noch Leid mehr für mich geben wird, ich die Zeit bis dahin (in Grenzen)selbst gestalten kann. Mit Freude über den eigenen Tod hat das nichts zu tun.

Aus einer Reihe weiterer theoretischer Komplikationen greife ich wiederum nur die folgende heraus: es kann doch eigentlich keine besonders große Freude sein zu wissen, daß ebendiese Freude unerbittlich enden muß.

...nein, ist es auch nicht. Aber ein Drama ist es auch nicht.

Ich möchte das sogar als ausgesprochenes Gegenteil von Freude, als Leiden also, bezeichnen, wenn die Freude aufgehört hat, bzw. wenn man genau weiß, daß dies unausweichlich eintreten muß.

...wieso denn? Daß die Freude einmal aufhören wird, das bedauerst du doch jetzt! Du kannst doch als Lebender überhaupt keine Aussagen darüber machen, was nach deinem Tod sein wird, schon deswegen nicht, weil allein der Begriff "Aussage" keinerlei Bedeutung mehr haben könnte und "Bedeutung" und "Sein" keine Bedeutung mehr haben könnten. Alles, was du denkst, fühlst, sagst, machst etc. - alles das kannst du doch nur deshalb begreifen, weil es im Zeitraum zwischen Geburt und Tod passiert.

Deshalb folgt aus dem Glauben an das Nichts, daß man ganz auf das "Hier und Jetzt" verwiesen bleibt. "Hier und jetzt muß ich glücklich sein! Wann sonst?" Daraus wiederum folgt, daß es dann völlig sinnlos ist, in irgendetwas Mühe zu investieren, das stattfinden wird zu einer Zeit, wenn es einen nicht mehr gibt und einem dann ja "nichts mehr weh tut". Man könnte das jetzt auf vielfältige Art und Weise weiter auseinanderschrauben, aber ich belasse es mal dabei.

...schade. Gerade das hätte ich gerne ein bißchen weiter auseinandergeschraubt, weil ich den brennenden Verdacht habe, daß das Versprechen eines ewigen Lebens in Wahrheit das Verbrechen am lebenden Menschen überhaupt ist. Es erleichtert den Beschiss an seinem tatsächlichen Leben ganz ungemein, zum höchst irdischen Nutzen derer, die von den Verhaltensweisen, die zum Erhalt des ewigen Lebens notwendig sind, profitieren. Und da sollen so kleine Klugscheisser wie ich nicht so ohne weiteres rauskommen - deswegen gibt es ja auch noch die Hölle! Das soll wohl so funktionieren: Wenn der kleine Klugscheisser schon dahintergekommen ist, daß es ihm jetzt wurscht sein kann, ob er mal das ewige Leben haben wird oder nicht, dann verwandeln wir das Versprechen eben in eine Drohung.
Das ist der Punkt, lieber Nick, wo ich wirklich sagen muß: Katholische Kirche, du kannst mich mal. Mir reicht es, den Mitmenschen in mir und mich in ihm zu erkennen, um draufzukommen, daß wir nicht viel Zeit haben, "gut" zueinander zu sein.

Meiner Überzeugung nach liegt in diesem "Glauben an das Nichts" der geistige Grund für die Krise unserer europäischen Gesellschaft. Es ist schließlich die idealtypische Legitimation des Nihilismus.

...das sehe ich anders. Der "Glaube an das Nichts" ist kein Glaube, sondern durchaus Wissen. Wenn Wissen etwas ist, das sich an überprüfbaren Kriterien festmacht, dann ist es ein Wissen um das Nichts. Anfang und Ende sind für den Lebenden überprüfbare Kriterien. Die Krise unserer europäischen Gesellschaft sehe ich in diesem Zusammenhang höchstens in der "Bestürzung über das Nichts", das als unausweichlich erkannt wird und in dem sagenhaft dummen Rückschluß, daß, wenn wir schon von keinem jüngsten Gericht zur Verantwortung gezogen werden, es egal sei, ob wir "sündigen" oder nicht. Es ist gerade dieser neugierige Blick in Richtung "Nichts", der so überflüssig ist. Was erhofft man denn im "Nichts" zu erkennen? Was anderes als nichts?
Woher diese Neugier? Und wozu?

Die logische Überlegung des Nihilisten lautet nämlich: warum eigentlich gegen Dekadenz und Verfall etwas unternehmen? Warum sich über den wuchernden Schwachsinn aufregen, anstatt feste dabei mitzumachen, und sei es nur, damit einem möglichst bald "nichts mehr weh tut"? Mehr noch: reduziert sich die Freude in einer Welt des gnadenlosen Schwachsinns, der Verblödung und der absoluten Sinnlosigkeit nicht auf jenen winzigen Moment, an dem man davon erlöst wird?

...Einspruch! Ungeachtet der Frage, ob die "logische Überlegung des Nihilisten" tatsächlich die ist, die du beschrieben hast (ich finde sie nicht logisch, sondern, um´s vornehm auszudrücken, zu kurz gedacht): Es muß eben die Einsicht in die Unbedingtheit von Anfang und Ende sein, die uns wünschen läßt, dieses Zeitfenster deswegen, weil wir doch als Individuen die "große Gemeinsamkeit, Mensch zu sein" haben, so zu nutzen, daß es für mich - und in Anerkenntnis dessen, daß alle anderen auch nichts anderes sind als ich selbst - lebenswert wird und bleibt.

Also: vorher Leiden, danach tut nix mehr weh, weil es einen nicht mehr gibt - und Freude findet ausschließlich statt an der punktförmigen Nahtstelle, an der der Schmerz endlich aufhört und danach garnichts mehr ist?

...Nein. (Siehe oben)

Ich finde so etwas überhaupt nicht attraktiv, sondern abscheulich. Aber wer es glauben will, der soll es halt glauben. Die Primitiven und Schwachen bleiben Nihilisten, die anderen mit Mumm und Entschlossenheit hingegen landen beim Weitergehen in diese Richtung irgendwann auf dem "östlichen Weg" - und finden dort prompt die "alten Bekannten" wieder! Die "4 edlen Wahrheiten" des Buddha beginnen mit der Ureinsicht jedes denkenden Menschen: "Leben ist Leiden!"

...für diese "Einsicht" bin ich zu sehr Rebell. Leben ist gestaltbar. Wir haben alle Optionen. Leiden ist das Resultat daraus, daß der Mensch im jeweils anderen sich selbst nicht erkennt. Wenn er das endlich mal schaffen würde, dann endlich würde ich auch von Kultur sprechen. Solange bleibt alles nur der Versuch von Kultur.

Und weiter geht es damit, daß der Grund allen Leidens die menschliche Gier ist.

...da sind wir nicht so weit auseinander. Gier ist dumm. Die Dummheit ist also der Grund und die wiederum umfasst noch mehr als nur die Gier.

Sie löst eine endlose Folge von Wiederholungen der immer gleichen leidvollen Erfahrungen aus

...zum dreinschlagen, diese Lernresistenz (in dem Rahmen)!

vorgestellt als ewige Wiedergeburten. Erlösung besteht also im Loswerden dieser Gier. Der einzige Weg zu dieser Erlösung ist schonungslose Einsicht und der Wahrheit entsprechende Erkenntnis, dazu gütige Gesinnung, achtsames Reden, selbstlose Taten der Liebe, unablässiges Bemühen, Konsequenz gegen sich selbst und tiefes Gebet (Versenkung).

...bis auf den letzten Punkt (?): Ja.

Wer diesen östlichen Weg tatsächlich geht: alle Achtung! Ich bin ihm selbst 9 Jahre lang gefolgt und bezeichne ihn als schwer und mühevoll. Meiner Erfahrung nach läuft er darauf hinaus, gewissermaßen höchstpersönlich gekreuzigt zu werden. Die, die ihn wirklich gehen, verlieren jedenfalls garantiert jede Lust, sich über die Wege anderer Leute lustig zu machen. Die Schwätzer und Wichtigtuer verlieren diese Lust nicht und sind daran gut zu unterscheiden. Sie sind und bleiben Nihilisten, aus denen nichts weiter mehr werden wird.

...ich sehe im Nihilisten ein Potential, das Du verneinst: Rationalität.

(Ich habe diesen "östlichen Weg" vor langen Jahren aus zwei Gründen verlassen: 1. wegen einer Erfahrung von Liebe in einer Tiefe, die mir vorher ganz unbekannt war und 2. aus der daraus folgenden Einsicht, daß ich Erlösung für dieses "Ich" suche, dessen Wesen ich begriffen hatte - und nicht ein Verlöschen im Nirvana und Erlösung vom Ich, wie es das Ziel des östlichen Weges ist. Ich kenne beide Erfahrungen.)

Zurück zum europäischen Nihilismus. Man kann "ganz diesseitig" und lebenspraktisch eines feststellen: daß nämlich die Konsequenzen für die allgemeine Einstellung zum Leben bei einem Menschen mit einem Glauben völlig andere sind, als im Falle des Nihilismus!
Es ist einem die Zukunft dann nämlich überhaupt nicht egal, sondern man hat nicht nur Grund dazu, sondern auch Freude daran, etwas zu ihrem Gelingen beizutragen, selbst wenn man dann nicht mehr "hier" lebt. Aus diesem Grunde bin ich der Ansicht, daß sich unsere Probleme nicht primär politisch, sondern geistig lösen werden - oder eben nicht. Und deshalb reite ich so penetrant darauf herum.[/i]

....das habe ich schon gemerkt *g*.

Ich bezeichne, ganz im Gegensatz zu dir, den christlichen Glauben als Kultur des Lebens und den Nihilismus als Kultur des Todes. Nihilismus betrachte ich als religiöses Surrogat der modernen Fellachen, über die ich ja zuvor schon genügend hergezogen bin. Weil ich das Leben liebe, rate ich davon ab und dem christlichen Glauben zu, im Bewußtsein, daß Worte nur Worte sind und keinen vom rechten Pfad der Sinnlosigkeit abzubringen vermögen, der auf ihm wandeln möchte.

...das ist zu hart! "Wandeln möchte" ist zu hart. Wer möchte schon auf den einzigen Pfad, den er vorfindet? Er wird wohl müssen und ist dennoch frei, sich seine "Gangart" zu wählen.

Was soll ich noch weiter dazu sagen? "Möge irgendwann nichts mehr wehtun!" Das trifft es wohl am besten... :-))

...ein überflüssiger Wunsch. Es wird irgendwann nichts mehr weh tun.
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"Den mächtigen, säkularen Staat in all´seiner Widerwärtigkeit könnte man aber doch durchaus auch sehen als das mißratene Resultat einer Befreiung von der diktatorischen Herrschaft der Kirche?"

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Nein, das könnte man nicht. Dafür müßte die frühere "diktatorische Herrschaft der Kirche" nämlich eine historische Tatsache sein. Das ist sie aber nicht, weder im "hoffnungslos pluralistischen" Mittelalter, in dem es absolute Machtzentren nirgendwo gegeben hat, schon garnicht in Rom, und erst recht nicht in der Neuzeit, als sich überhaupt erst Nationalstaaten herausbildeten, die natürlich einen Teufel taten, sich von der Kirche etwa substantiell in ihre Interessen dreinreden zu lassen. Hatte die Kirche etwa Armeen? Nein? Eben!

...das stimmt so nicht, Nick. Es ist zwar richtig, daß die Kirche keine eigenen Armeen hatte, dafür hatte sie aber in gewisser Weise und zu einem gewissen Grad die Armeen der weltlichen Herrscher (Religionskriege - z.B. Schmalkaldischer Krieg, Dreißigjähriger Krieg) Ein Kaiser ist immerhin bis nach Canossa gegangen, um dem Papst wieder "in den Arsch zu kriechen". Und die Interessen der Nationalstaaten, die sich in der Neuzeit herausgebildet hatten, waren im einen Fall mehr und im anderen Fall weniger den Interessen der Katholischen Kirche entsprechend. Denk´nur mal an Heinrich den Achten...

"Die Kirche" als unumschränkte Herrscherin über die Welt gibt es nur in Disneyfilmen. Der moderne, säkulare Staat beerbt keineswegs die Kirche, sondern er ist die Übernahme der absolutistischen Monarchie durch das Bürgertum. Man hat 1793 Ludwig XVI. geköpft, um danach die französiche Republik auszurufen - und eben nicht den Papst oder den Erzbischof von Paris.

...beerben tut er die Kirche nicht, schon klar. Es ist sozusagen ein Machtgerangel entstanden, das der säkulare Staat für sich entschieden hat.

Das hätte nämlich überhaupt nichts gebracht. Die Slogans der Fellachen indes "wissen" sowas wie immer anders, weil sie halt viele Disneyfilme gesehen haben. Und in denen beherrscht neben Alice im Wunderland zunächst Moses und danach der Papst die Weltgeschichte. Das steht so im Drehbuch drin. Da kann man nichts dagegen machen.

....*LOL*
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"Zustimmung. Das Recht auf Ignoranz, das der dumme Pöbel als seine Freiheit begreift, stinkt zum Himmel. Ein ungebildetes Volk ist die notwendige Voraussetzung für jedes totalitäre Regime."
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Knifflige Rätselfrage: WER sollte das ungebildete Volk erziehen, auf daß es klug werde? Der Staat etwa? Bloß nicht! Wer dann? Die Kirche? Ich bin dagegen (du sowieso)! Max Erdinger? Nick ist total dagegen! Oder Nick? Max Erdinger ist dagegen (und Nick auch)! Also wer? [Ich habe übrigens einen plausiblen Lösungsvorschlag für das knifflige Rätsel, aber mit dem rücke ich erst später raus; ich will erst hören, was dir dazu so einfällt]

... eine Frage, mit deren Beantwortung ich mich ganz fürchterlich in die Nesseln setzen kann. Es wird ja genügend Individuen geben, die sich jeder Erziehung widersetzen. Wie also ein Volk erziehen, ohne dabei totalitär zu werden? Wir machen es so: Ich stelle fest, daß wir ein "Maximum an Freiheit bei einem gleichzeitigen Minimum an Rechtsverordnungen" haben wollen. Da sind wir uns einig.
Und jetzt kommst Du mit einem plausiblen Lösungsvorschlag, den ich dann kritisieren kann, anstatt, daß ich mit einem komme, den Du dann kritisieren darfst. Schlau, gell?

(....hier heftige Löschung, völlig unkommentiert, aber zur Kenntnis genommen...)

("Das Pappmaschee-Schwein, das digitale Schwein ist das Abbild vom Schwein in unseren Köpfen. So soll "Schwein" wahrgenommen werden und so wird es größtenteils auch wahrgenommen. Mir sagt das viel darüber, wie "Leben" wahrgenommen wird.")
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Mir auch. Deshalb habe ich das Bild ja aufgegriffen und im eigenen Sinne weitergesponnen, ob nun richtig oder falsch im richtigen oder falschen Rahmen, das macht auch bei mir keinen besonderen Unterschied.
Ich schrieb: "Nicht daß es die flirrende Kramelkrawane nicht tatsächlich irgendwo gäbe, die da über den Horizont zieht. Aber sie zieht dort nicht entlang, weil sie wirklich dort entlang zieht, wo sie flirrt, sondern weil die stickige Atmosphäre der arroganten Gescheitheit, die nichts dazulernen kann, weil sie sowieso von nichts eine Ahnung hat, irreale Zusammenhänge vorgaukelt [hier hast du dein fehlendes Verb], ausgehend von der Einsicht, daß Bockwürste lecker schmecken, vor allem mit Senf."
Das ist natürlich wieder mal ziemlich arrogant, das Falsche also im falschen Rahmen. Manchmal helfen solche Provokationen aber weiter, ein andermal nicht. Auch du sollst nun von mir wissen, was ich von dir durchaus weiß, daß "eben alles nur ein (vergebliches) Bemühen und in seiner Richtigkeit abhängig davon ist, wie groß oder wie klein die jeweilige Distanz ist, aus der man die Dinge betrachtet, über die man schreibt."
Meine innere Distanz zu diesen Foren ist riesengroß, Max. Vielleicht sollte ich erneut darauf hinweisen, daß Nick eine Kunstfigur ist, die ich ersonnen habe, auf daß sie sage, was ich selbst nicht sagen könnte. Paul hat daraufhin einmal die lustige Überlegung angestellt, daß ich dann ja womöglich auch ein atheistischer Birkenstock-Bolschewik sein könnte... :-)
Nun, das gerade nicht, aber wenn ich erreiche, daß selbständig weitergedacht wird, wo enge Gedankenwege sich aufzudrängen beginnen, dann ist das gelegentlich schon das eine oder andere Posting wert. Allem Gelesenen messe ich dabei natürlich schon meine eigene Bedeutung bei, sonst müßte ich ja nichts weiter dazu schreiben. Die Lage ist halt verdammt prekär und kaum einer bemerkt es! Gerade die Deutschen haben zudem die vermaledeite Sucht, sich besonders dann in einfältige Illusionen zu flüchten, wo es am unangebrachtesten ist. Mehr als "Schubsen" kann ich nicht. Aber wenigstens das will ich gelegentlich tun, solange ich die Zeit dafür erübrigen kann.
Die Bockwurst, die ich mir dafür verdient habe, kaufe ich mir selbst :-)

...hmmm.

Ach ja, der Schluß: "Es ist eine tröstliche Einsicht, daß uns der Umstand, daß es (sehr bald) vorbei sein wird, dann, wenn es vorbei sein wird, nicht mehr kratzen wird. Denn so bald, wie wir vorbei sein werden, wird es nicht vorbei sein."

Formal klingt das ziemlich nihilistisch. Meinst du es auch so? Die Annahme indes, daß es so bald nicht vorbei sein wird, könnte täuschen. Wenn etwas kulminiert und zusammenkracht, dann geht das Zusammenkrachen selbst immer sehr schnell. Hätte jemand 1932 geglaubt, daß Deutschland 13 Jahre später so aussehen würde, wie es 1945 aussah? Eben.

...stimt schon. Und möglicherweise geht es ja wirklich sehr schnell, auch wenn ich selbst die Parallele 32-45 nicht gezogen hätte, da es heute doch, anders als damals, um einen vergleichsweise schleichenden Kulturverfall geht. Aber wie schnell oder wie langsam ist geschlichen? Hast schon Recht.

Herzlicher Gruß - Max

Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem?

Eugen Prinz, Sunday, 06.03.2005, 20:55 (vor 7639 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? von Max am 06. März 2005 11:46:45:

Hallo miteinander,

Max schrieb:
Um wieviel besser wären wir mit einer Kulturentwicklung gefahren, wenn unsere Kühlerfigur nicht ein zu Tode gefolterter Mensch gewesen wäre, sondern bspw. ein feister, freundlich grinsender Buddha?

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, und sie hat sich in gewisser Weise ja längst beantwortet, wenn man die Entwicklungen in christlich und buddhistisch geprägten Kulturen vergleicht.

Aber dies noch zur Ergänzung: Der Buddha ist nicht die feiste, freundlich ginsende Figur, die man evtl. aus dem Chinalokal kennt. Diese stellt m.W. so etwas wie einen Gott des Reichtums dar. Da Buddhisten sich bemühen, die Gier zu überwinden, ist solch ein Symbol natürlich inkompatibel.

Der Buddha grinst auch nicht freundlich. Das maskenhafte, vom Kommerz vollkommen verzerrte und verschlissene Grinsen, das wir aus der Werbung kennen, ist ebenfalls Ausdruck der Gier. Entwicklungsgeschichtlich signalisiert es gefüllte Backentaschen, mit denen das Weibchen seine Brut beglückt. Also Gier, weiter nichts.

Es würde mir im Traum nicht einfallen, jemandes religiöse Suche zu kommentieren, aber wenn dieser Jemand sich dermaßen aus dem Fenster lehnt, wie Nick es hier immer wieder tut, dann drängt sich mir doch der Eindruck auf, dass er auf dem Pfade der Erleuchtung noch nicht weit gekommen sein kann. Gewiss, es gibt da kein Wettrennen, wer als Erster ankommt usw. Aber wenn Nick hier Verbeugungen vor östlichen Religionen zelebriert, dann kommt mir das so glaubwürdig vor, wie wenn George W. Bush sich als Anhänger von Ghandi outen würde.

Das nur so am Rande.

Ich verbiete Nick hiermit ausdrücklich, obigen Beitrag zu lesen, ihn zu kommentieren oder auf seinem Backup-Server (M&M) zu deponieren. Das gleiche gilt für Jolanda. Ich hoffe ich bin verstanden worden. Ich sähe mich ansonsten genötigt, sehr ernsthafte Konsequenzen in Erwägung ziehen...

Guten Tag.

Eugen

Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem?

Max, Sunday, 06.03.2005, 21:17 (vor 7639 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem? von Eugen Prinz am 06. März 2005 18:55:00:

Hallo Eugen,

Ich verbiete Nick hiermit ausdrücklich, obigen Beitrag zu lesen, ihn zu kommentieren oder auf seinem Backup-Server (M&M) zu deponieren. Das gleiche gilt für Jolanda. Ich hoffe ich bin verstanden worden. Ich sähe mich ansonsten genötigt, sehr ernsthafte Konsequenzen in Erwägung...

....zu?

ziehen. Guten Tag.

...das allerdings wäre die schwerste Nötigung, von der ich je gehört habe.
Donnerlittchen! Erwägung sehr ernsthafter Konsequenzen....weia-weia.
Übrigens: Wir haben schon Abend. Du hättest "Guten Abend" schreiben müssen.
Na ja, nächstesmal machst du´s halt richtig, gell?

Freundlicher Gruß - Max

Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem?

Eugen Prinz, Sunday, 06.03.2005, 21:32 (vor 7639 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem? von Max am 06. März 2005 19:17:09:

Hallo Max,

der Clown, und der Foren-Clown zumal, genießt ja gewissermaßen eine automatische buddhistische Absolution, weswegen ich bei dir heute eine Ausnahme machen will, was die "sehr ernsthaften Konsequenzen" betrifft. Aber beim nächsten Mal ...

kein Erbarmen, Eugen

Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem?

Max, Sunday, 06.03.2005, 21:50 (vor 7639 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem? von Eugen Prinz am 06. März 2005 19:32:31:

Hallo Max,
der Clown, und der Foren-Clown zumal, genießt ja gewissermaßen eine automatische buddhistische Absolution, weswegen ich bei dir heute eine Ausnahme machen will, was die "sehr ernsthaften Konsequenzen" betrifft. Aber beim nächsten Mal ...
kein Erbarmen, Eugen
_________________________________________________

Hallo Eugen,

ah...gib´s doch einfach zu: Du willst dich heute bloß nicht beim Geniessen dieser...äh..."Absolution" stören lassen. Aber mal ganz im Vertrauen: Das Zeug heißt Absinth.

Dein Barmherziger Bruder - Max

Er kann's nicht lassen!

Nick, Monday, 07.03.2005, 11:23 (vor 7639 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Wozu die ganze Aufregung? Oder von wem? von Eugen Prinz am 06. März 2005 18:55:00:

Sagenhaft! "Ich verbiete Nick hiermit ausdrücklich, obigen Beitrag zu lesen, ihn zu kommentieren oder auf seinem Backup-Server (M&M) zu deponieren. Das gleiche gilt für Jolanda. Ich hoffe ich bin verstanden worden. Ich sähe mich ansonsten genötigt, sehr ernsthafte Konsequenzen in Erwägung ziehen..."

Klar bist du verstanden worden! Ich habe dich so verstanden, daß du gerade offenbar vollends den Verstand verlierst. Warum zerlegst du dich eigentlich dauernd öffentlich selbst? Es zwingt dich doch kein Mensch dazu. Du hast mir schon früher verschiedentlich damit gedroht, daß mir Arges durch dich widerführe, wenn ich nicht täte, was du von mir verlangst. Andere haben haargenau dieselben Erfahrungen mit dir gemacht. Woran liegt das bloß? Ich habe mich indes nie auch nur einen Deut um so einen Mist geschert und tue es natürlich auch jetzt nicht. Ich bin kein Mensch, der sich erpressen läßt oder den man mit einfältigen Drohungen einschüchtern kann.

Du aber bist nunmal eine Person, die bekanntermaßen mit besonderer Vorliebe und ganz ungeniert droht und erpresst! Und diese Tatsache ist durchaus wichtig genug, daß sie festgehalten wird, weil sie nämlich im Grundsatz darüber entscheidet, ob man mit so einer sinistren Figur überhaupt zusammenarbeiten kann, oder ob man das nicht besser tunlichst unterläßt. Ich habe diese Frage für mich bereits vor langer Zeit negativ entschieden, habe diese Entscheidung begründet und sie dir klar und unmißverständlich mitgeteilt. Niemals habe ich danach irgend einen Grund in deinem Verhalten gefunden, das etwa zu relativieren oder gar zu revidieren. Ganz im Gegenteil.

Du erinnerst mich in deiner hilflosen Bosheit an Erich Mielke in seinen letzten Zügen, als ihm wegen Senilität zwar schon Haftverschonung eingeräumt worden war, er indes als gelernter Tschekist es dennoch fertigbrachte, mit seinem Krückstock vor laufender Kamera auf einen ARD-Reporter einzuschlagen, der ihn zu fragen gewagt hatte, wie er denn heute zu seinen früheren Taten als Chef des MfS und zu den Polizistenmorden am Bülowbogen steht, deretwegen er verurteilt worden war.

Maesi hat vor langer Zeit einmal dir gegenüber dargelegt, wie er das mit der Frage der "persönlichen Beziehungen" in solchen Diskussionsforen sieht (index.php?id=14340). Ich sehe das genauso. Und gerade du bist der lebende Beweis dafür, warum das so ein vernünftiger Standpunkt ist. Ich stehe hier für das ein, was ich schreibe, für meine Thesen und für die Argumente, mit denen ich sie begründe - und für sonst garnichts! Alles, was ich zu sagen hatte, steht öffentlich im Forum und sonst nirgends. Ich habe keinerlei Kontakte "hintenrum", mit niemandem, auch nicht mit Max z.B., der das problemlos bestätigen kann. Einzige Ausnahme ist Jolanda, mit der ich aber eben sehr eng befreundet bin. Ob das bei dir mit dem "offenen Visier" auch so ist, oder eben nicht, das wissen diejenigen, die es wissen, und die mögen dann ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen.

In der inhaltlichen Auseinandersetzung rede ich Klartext, natürlich. Aber es ist (meistens) Klartext in der Sache, wenn ich nicht zuvor persönlich angegriffen wurde. Du hingegen hast in Bezug auf mich durchweg nur zur Person agitiert, in der Sache aber jedesmal dümmlich geschwafelt und gesülzt. Das wäre an sich noch nicht mal so fürchterlich schlimm, wenn nicht hinter dieser plumpen, klebrigen Neugier zur Person und deiner penetrant schäferhundzüchtermäßigen Kontrollsucht so überaus unangenehm dein offensichtlicher Wunsch nach einer Art "MfS im Takatukaland der Genderforen" durchmuffeln würde. Mein Vorwurf an dich in diesem Zusammenhang ist, daß du damit die Männerbewegung spaltest.

Hier laufen oft ganz unterschiedliche Diskussionsstränge parallel nebeneinander her. Das ist keineswegs ein Mangel, sondern eine Bereicherung. Es besteht sowieso überhaupt kein Grund, daß jeder mit jedem über alles redet. Erst recht braucht es keine Vor"denker"meute, die verbindlich vorgibt, über welche Fragen wie zu reden ist, und über welche nicht. Das Forum ist nunmal kein Gulag und du bist nicht der Lagerkommandant. So hart und ungerecht ist das Leben manchmal, Eugen. Übe dich also in buddhistischer Gelassenheit und finde dich einfach damit ab. Nimm Abstand von der Verblendung durch die trügerischen Phänomene deines eigenen, verworrenen Geistes. Und trink nicht soviel Absinth! Es sind schon ganz andere Genies als du verkannt worden, glaub mir.

"Es würde mir im Traum nicht einfallen, jemandes religiöse Suche zu kommentieren, [ach so!] aber wenn dieser Jemand sich dermaßen aus dem Fenster lehnt, wie Nick es hier immer wieder tut, dann drängt sich mir doch der Eindruck auf, dass er auf dem Pfade der Erleuchtung noch nicht weit gekommen sein kann."

Dann ist es ja gut, daß ich das jetzt erfahre.

Im Traum fällt dir es dir zwar möglicherweise nicht ein, notorisch dumme Kommentare abzugeben, im Wachzustand aber leider eben doch. Und genau das schafft gewisse Probleme. Zur Dokumentation des Wahrheitsgehalts deiner Annahmen und Verlautbarungen über dich selbst (vor allem für die, die erst später dazugekommen sind und den Vorlauf deines Ärgers über mich nicht kennen), habe ich in einem kleinen Suchlauf meine Antworten auf deine Einlasssungen zu meiner Person zusammengstellt. Falls es jemanden interessieren sollte, dann kann er sich dadurch, wenn er mag, sein eigenes Urteil bilden.

index.php?id=28380
index.php?id=28908
index.php?id=28922
index.php?id=28985

index.php?id=32703

index.php?id=33021

index.php?id=33157
index.php?id=33164

index.php?id=34017
index.php?id=34048
index.php?id=34510

index.php?id=36395

index.php?id=36922
index.php?id=37077

Du hast gefragt. Ich habe geantwortet. Weine also nicht wieder über diese Antwort, sondern weine über dich selbst, denn dafür gibt es Grund genug. Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, daß sich dadurch deine Kontrollzwänge vermindern und es dir dadurch letztlich viel besser geht als jetzt.

Ich habe nämlich im Grunde nichts gegen dich. Dir fehlt nur leider völlig der Sinn für Proportionen und für Zusammenhänge.

Nick

Re: Er kann's nicht lassen!

Eugen Prinz, Monday, 07.03.2005, 12:53 (vor 7639 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Er kann's nicht lassen! von Nick am 07. März 2005 09:23:35:

Ah, Nick, schön mal wieder von dir zu hören.

Was ich dich schon immer mal fragen wollte: Was ist eigentlich aus deinem früheren Forum geworden - "Männer, die im Schürzchen dienen" oder so ähnlich. Also da warst du noch deutlich geistvoller.

Schönen Gruß von Eugen

Re: Er kann's nicht lassen!

Jolanda, Monday, 07.03.2005, 13:27 (vor 7639 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Er kann's nicht lassen! von Eugen Prinz am 07. März 2005 10:53:55:

Sag mal Eugen, was ist denn los mit dir?

Ich meine, ich weiss, dass du Nick und mich nicht ausstehen kannst, das sei dir ungenommen. Aber warum musst du deine Abneigung gegen uns immer wieder auf so krasse Art und Weise ins Forum ziehen.

Ich fand deine Drohung sehr dreist, ich meine, hast du es wirklich nötig, so primitiv zu handeln, anscheinend schon.

Ich habe nicht gross darauf reagiert, weil ich nicht möchte, dass das Forum hier für persönliche Machtkämpfe missbraucht wird. Es gibt Wichtigeres als persönliche Befindlichkeiten.

Stell dir mal vor, jeder würde sich hier so aufführen wie du das tust, jeder hier kennt den ein oder anderen, den er nicht besonders mag, den er vielleicht sogar kein bisschen mag. Was würde nun aber geschehen, wenn jeder nun anfangen würde, dem anderen Worte zu verbieten, ihm mit Konsequenzen drohen würde, wenn er es wagt, sich hier frei zu äussern.

Andreas hätte dann wohl nichts anderes mehr zu tun, als zu schlichten und die eigentliche Basis des Forums würde kaputt gehen.

Siehst du das nicht oder denkst du, für dich gelten keine Regeln?!

Ich will gar nicht näher auf dich eingehen, du bist mir als Mensch egal, du hast dich schon vor langer Zeit selber disqualifiziert. Ich würde es aber begrüssen, wenn du deine Abneigung gegen mich ein bisschen diskreter ausleben könntest und sie nicht immer wieder ins Forum ziehen würdest.

Du tust der Männerbewegung damit nichts Gutes und dem Forum hier auch nicht.

Jolanda

Re: Er kann's nicht lassen!

Nick, Monday, 07.03.2005, 19:17 (vor 7638 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Er kann's nicht lassen! von Eugen Prinz am 07. März 2005 10:53:55:

Was ist denn das nun bloß wieder für ein eingeklemmter Furz aus der Hauptverwaltung Zersetzung und Diffamierung? Hast du vielleicht einen Link, damit man versteht, was du der Volkskammer eigentlich mitteilen willst? "Ich liebe doch alle Menschen!", welche 'buddhistische' Richtung ist das eigentlich? Josef Stalin?

Ich habe dich von Anfang an ganz richtig eingeschätzt. Ziehe also in Frieden ab in deinen Marzahner Plattenbau. Du hast dich aus ganz freien Stücken selber zerlegt und stehst nun für das, was dabei übriggeblieben ist: ein ganz unappetitliches Stück boshaften Altersstarrsinns, das sich demnächst biologisch löst. Wer will eigentlich mit Erich Mielke zusammenarbeiten, außer man ist vom Charakter her der geborene IM? So besonders viele Leute sind das nicht. Denn was bringt es schon, als IM zu vegetieren, wenn es die DDR seit 15 Jahren gar nicht mehr gibt? Aber es gehört halt zusammen, was zusammengehört. Und das bleibt dann auch zusammen, bis es eben zuende ist.

Das Verstörendste an dir ist deine erbärmliche Kläglichkeit. Die ist leider unheilbar. Du tust mir deshalb leid - wie einem eben ein Erich Mielke leid tun kann. Der Rest ist Staub, der im Wind verweht, und das große Vergessen. Schade drum, allemal.

Nick

Re: Er kann's nicht lassen!

Eugen Prinz, Monday, 07.03.2005, 21:04 (vor 7638 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Er kann's nicht lassen! von Nick am 07. März 2005 17:17:34:

Nick, mein kleiner Rumpelstilz, tu mal was gegen deinen Blutdruck. ´Ne zwanziger Valium oder meinetwegen auch einen stramm Gedrehten will ich dir heute schon gestatten, damit du uns noch eine Weile erhalten bleibst. Und schau ruhig mal wieder rein, so alle zwei, drei Jahre, wenn du wieder ´ne neue Obsession hast ... Maoismus, Mayaismus, Masochismus... immer wieder sympathisch, wenn junge Menschen ihren Weg suchen, wenngleich manchmal ein wenig lärmend, seufz...

Eugen

Re: Wozu die ganze Aufregung?

Nikos, Friday, 04.03.2005, 10:33 (vor 7642 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Wozu die ganze Aufregung? von Nick am 03. März 2005 15:04:50:

Wie wär's übrigens mit dem Recht auf Abtreibung bis zum 6. Lebensjahr (vor der Einschulung)? Das wäre doch nur konsequent<

Ich finde bis zum 60. Lebensjahr besser, weil danach die Mutter des 60. jährigen am wahrscheinlichsten gestorben sein kann, wer soll dann die schwierige Entscheidung nehmen, wenn nicht die Muter, die das Kind eh am Besten liebt?

Nikos

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