Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis
Als Antwort auf: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis von ein weiterer Andreas am 28. November 2004 20:56:20:
Hallo Andreas!
Guter Text! Danke.
Ganz wenige Anmerkungen nur, obwohl er viel mehr verdiente - aber ich habe leider einfach nicht die Zeit dazu.
"Freiheit ist nie ein absoluter Wert, sondern immer Freiheit von etwas."
Dazu habe ich hier index.php?id=36922 das Notwendige geschrieben. Laß dich übrigens nicht vom "streitlustigen" Duktus verwirren. Eugen hat bei mir einen Spezialkursus belegt und fordert immer wieder nach. Die Nächstenliebe gebietet es, ihn nicht völlig mit sich allein zu lassen. Mein Temperament ist halt so konstruiert, daß, wer es unbedingt wissen will, es dann auch garantiert erfährt... 
Der verkehrte Freiheitsbegriff, den auch du zugrundelegst (aus Nachlässigkeit?), ist m.E. der faßbarste geistig-reale Drehpunkt, um den herum sich Europa wie besessen wieder in die Barbarei hineinstürzt. Das hat eine lange, 500-jährige Entwicklungsgeschichte: s. Degeneration (und Entfaltung zugleich!) des Freiheitsbegriffs vom Humanismus über Aufklärung, Franz. Revolution, Moderne und zuletzt "68" (verstanden als Übergang in die Postmoderne)
"Das Ideal der Gleichheit ist immer Ausdruck eines gewissen Nihilismus, der Sinnordnung gegenüber nämlich, aus der die Rollenverteilung abzuleiten wäre."
Stimmt. Präziser formuliert: es ist die Auslöschung alles Individuell-Konkreten. Noch Präziser: es ist damit die Negation der menschlichen Person an sich. Daraus folgt z.B., daß Gleichheit prinzipiell würdelos ist. Ich habe mich deshalb immer gegen "Gleichheit" ausgesprochen, und zwar ganz besonders zwischen den Geschlechtern.
Noch was: Die monotheistische Religion hat, anders als Völker und Kulturen, UNBEGRENZTE DAUER. Ausnahme ist der Islam, der sich im Zuge seiner Begegnung mit der Moderne unter unsren Augen in eine Ideologie zu verwandeln beginnt. Über einige der inneren Gründe dafür finden sich bei dir interessante Hinweise.
Die Juden gibt es seit vier Jahrtausenden. Vor kurzem erst wurde bekanntlich "nachgewiesen", daß dies selbst durch industrielle Ausrottungsmethoden nicht zu ändern ist. Die Christen als gewissermaßen "missionarischer Flügel des Judentums", sind immer schon und längst wieder "auf Wanderschaft". In allen Kontinenten außerhalb Europas ist die Katholische Kirche z.B. eine junge, dynamische, vitale Gestalt. Zu ihr bekennen sich über eine Milliarde Menschen (zu Eugen dagegen nur 72,3%). Im dekadenten Europa finden sich die Glücklichen, die gegen den Zeitgeist ganz gut immun sind, v.a. in den Kirchen. Außerhalb dagegen gibt es kaum noch irgendwelche Bereiche, die nicht total verpestet wären.
Die jetzige Zivilisation wird - wenn diese indolente Apathie anhält - zwar untergehen. Aber eben nicht das, was Grundlage unserer Kultur gewesen ist.
Was danach kommt, wird christlich. Das ist sicher.
Gruß vom
Nick
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ein weiterer Andreas,
28.11.2004, 22:56
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Nick,
29.11.2004, 08:13
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ein weiterer Andreas,
29.11.2004, 16:11
- Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis - Nick, 29.11.2004, 16:22
- Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis - michail, 29.11.2004, 18:56
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ein weiterer Andreas,
29.11.2004, 16:11
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michail,
29.11.2004, 08:54
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Andi,
29.11.2004, 15:30
- Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis - michail, 29.11.2004, 18:07
- Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis - ein weiterer Andreas, 29.11.2004, 16:19
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Andi,
29.11.2004, 15:30
- Pazifismus ist "nachlassender Daseinswille" und "Kriegstreiberei" ist "männlich" -
Sven,
29.11.2004, 14:14
- Re: Pazifismus ist "nachlassender Daseinswille" und "Kriegstreiberei" ist "männlich" - Andreas, 29.11.2004, 16:28
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Garp,
29.11.2004, 14:24
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29.11.2004, 16:34
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Garfield,
29.11.2004, 16:14
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29.11.2004, 16:46
- Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis - Garp, 29.11.2004, 18:04
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Nick,
29.11.2004, 08:13