Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis

Garfield, Monday, 29.11.2004, 19:12 (vor 7738 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis von ein weiterer Andreas am 29. November 2004 14:46:49:

Hallo Andreas!

"Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass es früher, bei Vorhandensein eines Sinngefühls, für die Frau selbstverständlich war, Kinder zu kriegen. Heute aber, da dieses Sinngefühl nicht mehr vorhanden ist, alles in egoistische Bequemlichkeit abgleitet."

Die egoistische Bequemlichkeit war schon immer da. Menschen neigen nun einmal dazu, es sich immer möglichst einfach zu machen. Früher hatten sie nur weniger Möglichkeiten dazu.

Ich denke, wenn man den Frauen in früheren Zeiten Antibaby-Pillen gegeben hätte, dann wäre der Geburtenrückgang sogar noch viel drastischer ausgefallen. Früher war es nämlich nicht so einfach, über Kinder diverse Sozialleistungen zu bekommen. Heute gibt es tatsächlich Frauen, die vor allem deshalb Kinder bekommen, weil sie dann zumindest für die nächsten Jahre ausgesorgt haben, vom Staat und/oder Vater ausgehalten werden und sich keine Sorgen um Berufsausbildung und Job machen müssen. Das wäre so früher nicht möglich gewesen. Zwar haben Frauen immer schon mehr Unterstützung von der Gesellschaft bekommen als Männer, vor allem, wenn sie Kinder hatten, aber so dicht wie heute bei uns in Deutschland war das soziale Netz in früheren Zeiten bei weitem nicht.

"Bezeichnend ist schon, Gründe für das Kinderkriegen haben zu müssen. Wenn man einigermaßen gesund ist im Kopf versteht sich das einem von selbst. Sobald in einem kalten, abwägenden Denkprozess darüber räsoniert wird, ist die Sache schon verloren."

Hast du schon mal darüber nachgedacht, wieso es in manchen Ländern so viele hungernde Kinder gibt? Wie kommt es, daß die Menschen dort Kinder in die Welt setzen, die sie nicht ernähren können? Findest du das "gesund"? Was meinst du, wird aus Kindern, die z.B. in Südamerika von ihren Eltern auf der Straße ausgesetzt werden, sich dort durch Betteln und Kriminalität ernähren und von der Polizei wie Hasen gejagt werden? Und was aus den Opfern dieser Kinder bzw. den Opfern der daraus entstandenen Erwachsenen?

"Du hast ein vollkommen anderes Religionsverständnis als ich. Religion, insofern sie denn Ausdruck eines tief und echt empfundenen Lebensgefühls ist, wird nicht als Zwang empfunden, oder Zweckinstrument für die Rechtsordnung aufgefasst."

Ja ja, aber sie erfüllte immer einen Zweck, auch wenn die Begründer der Religionen das meist nicht so planten. Wenn die Herrschenden eine Religion unterstützten, taten sie das niemals uneigennützig.

Sicher: Der Glaube vieler Menschen war immer echt und tief empfunden. Aber gerade das machte es immer sehr einfach, Religion als Zweck für irgendetwas einzusetzen, sei es positiv oder auch negativ. Islamische Terroristen sind üblicherweise auch tief religiös...

"Nicht aber das innerliche, sichere Gefühl für einen kohärenten Sinn, den anzuzweifeln ganz unvorstellbar wäre (intensive Lebenseinstellung), ist bei uns anzutreffen."

Ich habe dieses innerliche, sichere Gefühl für einen Sinn. Auch ohne Religion.

Freundliche Grüße
von Garfield


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