Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis

ein weiterer Andreas, Monday, 29.11.2004, 16:19 (vor 7738 Tagen) @ michail

Als Antwort auf: Re: Kultur, Zivilisation und das Geschlechterverhältnis von michail am 29. November 2004 06:54:10:

Hallo Michail ...

... ("Ist das Haus nun aber vollendet...")
Hier scheint mir das Hauptproblem zu liegen; denn das Haus ist nicht vollendet, die Kulturevolution ist nicht beendet – wer will denn den Schlußpfiff pfeifen? Die Aufgaben des Architekten sind also nicht verfallen, sondern evolvieren mit dem "Haus", sie transzendieren, sie verlagern sich auf eine neue Ebene!

Ja, hier hinkt mein Beispiel. Ich wollte eigentlich zum Ausdruck bringen, dass sich ein Daseinsgefühl zwangsläufig irgendwann totlaufen muss. Irgendwann kann es nicht mehr vertieft werden, da das Feld der Ausdrucksmöglichkeiten "abgegrast" ist und die Nachgeborenen sich nur noch als Epigonen betätigen könnten. Dann wird es zur Last, weil etwas substantiell Neues hinzufügen zu können, immer schwieriger wird.

Eine Religion, eine Ideologie oder allgemein eine Geistesströmung verschwindet nicht dann aus der Welt, wenn sie widerlegt ist, sondern wenn das Publikum satt daran ist.

Am besten kann man das an Kunst- und Modeströmungen beobachten. Das gilt aber für große Phänomene wie ganze Kulturen vollkommen analog. Und insofern ist die Zivilisation das Schicksal einer jeden Kultur. Was entsteht geht auch irgendwann wieder zugrunde.

Und die Phänomene der Zivilisationsphase sind für das Verständnis unserer abendländischen Gegenwart von besonderem Interesse.

Gruß

Andreas


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