Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Sven75, Monday, 18.10.2004, 13:26 (vor 7780 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Jolanda am 18. Oktober 2004 02:04:18:

Ich bin wirklich in meinem Innersten erschüttert, wenn ich lese wie Männer teilweise über Frauen schreiben. Da ist nur noch Verachtung, nur noch eine herablassende, kalte, bösartige Art übrig geblieben.

Hallo Jolanda,

falls du damit mich meinst:

Ja, bisweilen übermannt mich in der Tat die Wut und bringt mich dazu, Frauen nur Verachtung entgegenzubringen. Wobei ich das allerdings nie auf "die Frauen" als homogene Masse projiziere. Ich kenne durchaus viele Frauen, die allesamt vernünftige, freundliche und ehrbare Menschen sind, zu denen ich auch gute Freundschaften pflege. Nur: Diese Frauen sind allesamt wesentlich älter als ich - aber gerade deshalb für mich ein Merkmal heutiger Entwicklungen. Und darunter sind sehr wohl Frauen, die für ihre Rechte eintreten.

Was mich zum Empfinden solcher Verachtung gebracht hat, sind auch nicht die vielen schlechten Erfahrungen mit Frauen. Die sind mannigfaltig vorhanden, führen aber immer wieder auf die gleichen Gründe zurück. Ich hatte vor einiger Zeit in meinem Posting darauf hingewiesen, dass die heutigen jungen Frauen die Männer nur ausbeuten und betrügen wollen. Doch auch das kann ich nur indirekt diesen Frauen anlasten. Tatsache ist nämlich, dass ihnen niemals jemand gesagt hat, dass so etwas kein ehrhaftes Verhalten ist. Weder die Freunde noch die eigenen Eltern haben ihnen ihre Grenzen gezeigt, aus Angst wegen irgendwelcher Vorwürfe angeklagt zu werden. Und jetzt, wo sie erwachsen sind, wird dann politisch korrekt jeder, der ihnen Grenzen zeigt, als "Frauenfeind" abgeurteilt und damit ist das eigene, kindhafte Weltbild wieder in Ordnung.

DAS ist die Mutter allen Übels. Die Kinder werden in einem Bewußtsein groß, das sich stark gewandelt hat und es ist niemand da, der ihnen was anderes sagt, der ihnen sagt, wie es früher war. Alleinerziehende Mütter neigen eher noch dazu, die Tochter zielgerichtet zu einem solchen ausnutzenden Wesen zu erziehen, damit sie selbst nicht ausgenutzt werden kann. Das Ergebnis davon kann ich immer wieder und wieder bei den Jüngeren beobachten. Jungs und Mädels giften sich gegenseitig an mit Kommentaren wie "Die Frauen/Männer muß man verarschen". 14-jährige Jungs weigern sich, in Discos zu gehen, weil dort Frauen verbilligt reinkommen und sehen den Wehrdienst als alleinige Maßnahme zur Männerdiskriminierung.

Und dann stellen mir solche Jungs die Frage, warum sie mit Frauen eine Familie gründen sollten, wo diese doch eigentlich ihre größten Feinde sind. Sie sind in einem Zwiespalt, auf den auch ich keine Antwort geben kann. Und sie wissen nicht, wie es dazu gekommen ist, sie können es nicht verstehen. Zwischen den Geschlechtern gibt es kein Vertrauen mehr.

Nein, Jolanda, auch ich will keine Welt ohne Liebe. Auch ich habe einst gutmütig versucht, dieser immer wieder eine Chance zu geben, auf das Gute im Menschen zu vertrauen und war einst der Ansicht, in einem Rechtsstaat zu leben, wo es faire Gesetze gibt. Diese naiven Vorstellungen wurden allerdings schon vor langer Zeit nachhaltig und gründlich zerstört. Die Wahrheit ist niederschmetternd, aber leider real. Und ich habe keine Lust mehr, darum zu kämpfen, den Menschen bessere Ideale nahezubringen. Wozu auch? Unsere größten Feinde sitzen in den eigenen Reihen. Die Männer werden sich nie solidarisieren und so nie einen Gegenpol zum ausufernden Feminismus bilden. Noch weniger werden sich je Männer und Frauen solidarisieren, um einen Gegenpol zur Einmischungspolitik ins Private zu bilden. Die einzige Lösung für mich wäre, dieses Land samt seiner verlogenen und verdorbenen Bevölkerung zu verlassen - aber dafür habe ich leider nicht die nötigen Voraussetzungen. Noch nicht.

Und wenn ich dann Berichte lese von neuen Männerdiskriminierungen, von Kindstötungen seitens der Mütter, die als Kavaliersdelikte abgetan werden, von Urteilen, in denen die Frauen natürlich für nichts und niemanden zur Verantwortung gezogen werden können, ja, dann werde ich in der Tat wütend und dann macht sich Hass und Verachtung in mir breit. Nicht zwangsläufig gegen "die Frauen", aber wohl gegen die Genderfeministen und Geschlechterpolitik in diesem und anderen Ländern im allgemeinen.

Und diese Emotionen lasse ich dann auch zu. Im Gegensatz zu dem Getöse in Politik und Medien sind die nämlich wesentlich ehrlich.

Liebe Grüße,
Sven


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