Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Texaco, Friday, 15.10.2004, 17:14 (vor 7783 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 15. Oktober 2004 10:13:13:

Wer GM einfordert, der legitimiert es damit auch.

Das muß nicht weiter schlimm sein: Man spielt eben nach den geltenden Spielregeln. Einzelne Projekte können die Verwaltung von Schulen, Sozialem etc. auf ihre Regeln aufmerksam machen, und damit etwas für ihre konkreten Ziele erreichen. Solange sich Männer in dieser Demokratie nicht politisch organisiert haben, wird es keinen Widerstand gegen GM und Frauenförderung geben, und solange gibt es auch keinen Grund, auf das GM-Argument zu verzichten, wenn es einem nutzt. Nur sollte man nicht aus dem Blick verlieren, daß ersten GM ein Fluch und kein Segen ist, und zweitens die Abschaffung von GM ein Ziel ist, das durch das Sich-Berufen auf GM nicht konterkariert werden darf.

Wann wäre das der Fall? Wenn sich zuviele zu oft zu laut auf GM berufen haben. Die Gefahr sehe ich derzeit nicht. Das Problem sind nicht die wenigen Aktivisten, sondern die vielen Passivisten. Kritisch wird es, wenn es nicht mehr um die Argumentation gegenüber der auf GM verpflichteten Verwaltung geht, sondern um politische Forderungen. So läge z.B. die Forderung nahe, per Gesetz eine Quote für männliche Grundschullehrer einzuführen. Spätestens jetzt würde die Frage nicht mehr in Amtsstuben, sondern in der Öffentlichkeit verhandelt. Und dann ist Konsistenz wichtiger als der juristisch-taktische Erfolg. Wer dann verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren. Wenn auch nur eine einzige Männer-Quote eingeführt würde, wären alle Frauen-Quoten auf einen Schlag legitmiert und zementiert. Hier liegt eine Grenze dessen, was mit GM erreichbar ist, und sie zu überschreiten, würde sich rächen.

GM ist im übrigen keine harmlose Sache, sondern die bürokratische Institutionalisierung und Implementierung des totalitären Feminismus. Totalitär heißt hier, daß sich nichts, absolut nichts, dem Zugriff dieser Ideologie entziehen soll. Ob Jobvergabe, Lehrmethoden, ja sogar die Stadtplanung oder der Bau von Sportanlagen - alles soll bzw. wird bereits von Gender-Expertinnen vermessen und entschieden werden. Erst hieß es "Querschnittsaufgabe" in der Verwaltung, jetzt ist es GM, das juristische Einfallstor in die ganze Gesellschaft. Nachdem die krude Logik, die man von der Rechtfertigung der Quote kennt, „wenn es nur 10% Professorinnen gibt, dann zeigt das, dass Frauen benachteiligt werden“, allgemein akzeptiert ist, lässt sie sich mühelos auf jeden Bereich des Lebens übertragen. Die Folge: Es gibt überall Chefs beiderlei Geschlecht, und ihnen beigestellt weibliche Polit-Kommissarinnen. Bei wem wohl die Macht liegt?

GM ist ein Übel, das man bis zu einem bestimmten Punkt nutzen kann. Aber es bleibt ein Übel.

(Ich haben den langen Thread nicht verfolgt. Tut mir leid, wenn ich jetzt alte Argumente wiederhole.)


gesamter Thread:

 

powered by my little forum