Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Eugen Prinz, Saturday, 16.10.2004, 13:13 (vor 7782 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Texaco am 15. Oktober 2004 14:14:13:

>Wer GM einfordert, der legitimiert es damit auch.
Wer dann verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren. Wenn auch nur eine einzige Männer-Quote eingeführt würde, wären alle Frauen-Quoten auf einen Schlag legitmiert und zementiert.
GM ist im übrigen keine harmlose Sache, sondern die bürokratische Institutionalisierung und Implementierung des totalitären Feminismus. Totalitär heißt hier, daß sich nichts, absolut nichts, dem Zugriff dieser Ideologie entziehen soll.
GM ist ein Übel, das man bis zu einem bestimmten Punkt nutzen kann. Aber es bleibt ein Übel.

Dem Vorgenannten stimme ich weitgehend zu. Offensichtlich gibt es in dieser Frage eine Art "Fundi-Realo" Konflikt, also Männer, die GM grundsätzlich ablehnen, und solche, die bereit sind GM aus pragmatischen Gründen auszusnutzen. Solange die "Fundis" nichts besseres anzubieten haben, zähle ich mich zu den Realos. Aber ich beteilige mich gerne an jeder sinnvollen Initiative, die auf eine Abschaffung des GM hinauslaufen soll.

Aber noch dies. Du schreibst:

"Wer dann verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren."

Warum nicht? Wenn Frauenförderung ungerecht ist, bleibt sie ungerecht, auch wenn ich mehr Männer in der Grundschule fordere. Das ist doch kein Widerspruch. Da offenbart sich auch eines unserer Probleme, wie auch in Sätzen: "Wer GM einfordert, der legitimiert es damit auch."

Diese zwanghaft formale Logik sollten wir uns schleunigst abgewöhnen und zu einer inhaltlichen Logik übergehen. Für FeministInnen sind widersprüchliche oder Maximalforderungen überhaupt kein Problem. Da können wir noch was lernen.

Wenn wir "sauber" bleiben wollen, dann lassen wir das Ganze besser,

meint Eugen


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