Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Worüber regst du dich auf?

Garfield, Wednesday, 08.09.2004, 22:35 (vor 7820 Tagen) @ Mischa

Als Antwort auf: Re: Worüber regst du dich auf? von Mischa am 08. September 2004 16:49:33:

Hallo Mischa!

"Mein Tip: vor der Ehe testen! Ist natürlich keine absolute Garantie, aber besser als nix."

Das ist sicher ein guter Tipp. Problematisch ist allerdings, daß viele Menschen (Männer wie Frauen) dazu neigen, sich am Anfang einer Beziehung viel Mühe mit dem Partner zu geben und dann damit aber spätestens nach ein paar Jahren stark nachzulassen.

Irgendwann wundern sie sich dann darüber, daß plötzlich alles nicht mehr so aufregend ist wie am Anfang. Männern wird für solche Fälle heute eingeredet, daß sie romantischer, zärtlicher und einfühlsamer zu ihren Frauen sein müssen.

Das wäre auch völlig in Ordnung, wenn man Frauen umgekehrt dasselbe erzählen würde. Leider ist das aber nicht so.

Vor ein paar Wochen las ich gerade wieder einen Artikel in einer Fernsehzeitschrift, in dem es um genau dieses Thema ging. Da wurden Männern und Frauen Tipps für den Fall gegeben, daß in ihrer Beziehung oder Ehe die Luft raus ist.

Auf der linken Seiten standen Tipps für die Männer. Die las ich mir zuerst durch. Dort stand dann, daß Männer zärtlicher, liebevoller, aufmerksamer usw. sein müßten. Das war soweit ja auch okay.

Dann las ich mir aber die rechte Seite mit den Tipps für die Frauen durch. Da hätte korrekterweise exakt dasselbe stehen müssen. Eigentlich hätte man da überhaupt nicht nach Geschlecht trennen müssen, weil Männer und Frauen da nämlich genau dieselben Fehler machen.

Für die Frauen stand da aber etwas ganz anderes. Das Geschreibsel ließ sich in einem Satz komprimieren: "Seid etwas nachsichtiger zu euren Männern, denn sie bemühen sich zwar, können es aber nun einmal nicht besser."

Viele Frauen glauben so etwas gern, weil es der menschlichen Bequemlichkeit sehr entgegen kommt, wenn man gesagt bekommt, daß man etwas, was man als aufwändig und anstrengend empfindet, nicht tun muß. Da ist es doch viel angenehmer, zu lesen, was frau vom Mann alles verlangen kann. Und weil Frauen das eben lieber lesen, hören und sehen, wird es überall in den Medien so verbreitet. Dafür sorgen schon die Unternehmen, die Frauen als ihre hauptsächliche Zielgruppe betrachten und ihre Werbung somit bevorzugt in den Medien platzieren, die von den Frauen am meisten konsumiert werden.

So wird den Frauen eben überall eingetrichtert, daß sie ja von Natur aus schon perfekt seien und sich somit überhaupt nie ändern müßten. Nur der emotional unzureichend ausgestattete Mann muß sich ändern. Er muß sensibler, zärtlicher und romantischer werden. Sie muß maximal Nachsicht üben, wenn ihm das nicht immer so ganz gelingt.

Und so ist es dann auch kein Wunder, wenn viele Männer bei Umfragen immer wieder angeben, daß sie sich von ihren Partnerinnen mehr Zärtlichkeit und überhaupt mehr sexuelle Aktivität wünschen. Und wenn junge Frauen umgekehrt in Umfragen angeben, daß sie sich vor allem für ihre eigene sexuelle Befriedigung interessieren und sich kaum Gedanken darüber machen, wie es für den Partner aussieht.

Und im Internet kursieren derweil lustige Texte, in denen die Anforderungen von Frauen an Männer in riesigen Listen erläutert werden, während sich die angeblichen Ansprüche der Männer an die Frauen in dem Satz "komm nackt und bring Essen mit" erschöpfen.

Für viele Frauen ist das kein Witz, sondern sie glauben wirklich daran. Sie glauben, daß es einem Mann völlig reicht, wenn sie sich nackt neben ihn ins Bett legen und daß sie dann auch überhaupt nichts mehr tun müssen. Weil das für sie bequemer ist.

Viele Männer würden es sich auch gern so bequem machen. Wenn sie das aber tun, dann läuft mangels Aktivität von beiden Seiten im Bett oft sehr schnell gar nichts mehr, und bald geht dann einer der Partner fremd und es kommt zur Trennung.

Und Männern wird ja überall erzählt, was sie alles für Frauen zu tun haben. Emotional, finanziell und natürlich auch sexuell. Es gehört nach wie vor fest zum männlichen Rollenbild, die Partnerin möglichst perfekt sexuell zu befriedigen. So zappeln sich viele Männer dann auch redlich ab, auch wenn ihnen das mangels Aktivität der Partnerin immer schwerer fällt. Und wenn irgendwann alles so langweilig ist, daß sie gar keinen mehr hoch kriegen, dann suchen sie genau wie ihre Frauen die Schuld daran selbstverständlich bei sich selbst. Dann ist wieder der Mann schuld, denn er ist dann ja impotent.

Es wäre schon sehr hilfreich, wenn die Medien aufhören würden, so einseitig sämtliche Pflichten den Männern zuzuweisen. Wenn man an Frauen dieselben Ansprüche stellen würde, dann würden sie sich auch mehr bemühen, und es gäbe dann auch weniger Scheidungen.

"Wenige Frauen bekommen überhaupt Unterhalt."

Wenn sie Kinder haben, gibt es auf jeden Fall Unterhalt für die Kinder. Wenn der Mann nicht sehr viel verdient, reicht es für den Unterhalt für die Ex-Frau vielleicht nicht mehr, das mag sein. Dann bleibt dem Ex-Mann aber auch nicht viel übrig.

"Das ist doch kein Grund, bei einer Zicke zu verweilen."

Ich sehe schon von vorneherein keinen Grund, überhaupt mit einer Zicke zusammen zu leben.

"Ja, es gibt ein Restrisiko, bedauerlich - aber nicht zu vermeiden."

Das sehe ich eben anders. Wie die Praxis zeigt, ist dieses Restrisiko doch gar nicht so gering. Und vermeidbar ist es sowieso. Wer eine funktionierende Beziehung oder Ehe einfach so für ein Abenteuer wegwirft, sollte sich beispielsweise vorher mal bewußt machen, daß mit einem neuen Partner auch bald vieles nicht mehr neu, spannend und aufregend sein wird. Viele Menschen - und Frauen offensichtlich ganz besonders - machen sich diese Gedanken aber kaum. Sie geben nur der Augenblickslaune nach und glauben gern den Medien, die grundsätzlich den Männern an allem die Schuld zuweisen. Das macht eine Trennung dann schon viel einfacher.

Die Leidtragenden sind dann aber oft nicht nur die verlassenen Partner (oder auch Partnerinnen), sondern auch die Kinder.

"Als gelernter Macho und gesunder Egoist kann ich nur empfehlen, sich nicht zum Dummlackel machen zu lassen."

Das ist nicht nur für Machos und gesunde Egoisten empfehlenswert.

"Frauen anerkennen durchaus eine strenge Führung und klare Regeln, wenn man es liebevoll rüber bringt."

Wie bringst du das denn liebevoll rüber? Rufst du statt "Bring Bier!" dann "Bring Bier, Schatz!" ? :-)

"Wobei ich persönlich die Zicken bevorzuge, die sind reizvoller :-)"

? Ich hatte deinen Beitrag bisher als Plädoyer gegen das Zickentum verstanden, und nun sowas... :-)

"Das ist halt ein sehr persönliches Problem, du kannst dich doch nicht in Beziehungen einmischen..."

Nein, das befürworte ich ja auch gar nicht. Ich kritisiere nur diese einseitige Schwachsinns-Propaganda der Medien, die Männer und Frauen zu falschen Verhaltensweisen bringt. Das gehört abgestellt. Alles andere ist Privatsache.

Freundliche Grüße
von Garfield


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