Kein drängendes Problem?
Als Antwort auf: Gibts keine drängenderen Probleme? von Andi am 07. August 2004 12:57:22:
Hallo Andi,
ich nehm dein Posting (nur) als Anlaß, um Stellung zu nehmen. Ich will dich nicht damit erschlagen
Ok?
Bei jedem Problem lassen sich immer zahllose andere Probleme finden, die drängender sind. Wenn man Dein Argument konsequent anwände, dann ließe sich überhaupt kein einziges Problem lösen - weil es ja immer viele, viele andere Probleme gibt, die eben "drängender sind".
Alternative dazu:
1.) Man macht sich an die Lösung unterschiedlicher Probleme zugleich... und stellt dabei
2.) fest, daß verschiedene Probleme gleiche Wurzeln haben; sprich: Symptom einer gemeinsamen Ursache sind; und
3.) versteht man dann, daß man Probleme niemals lösen kann, wenn man nur auf der symptomatischen Ebene verharren möchte und z.B. Denken in Zusammenhängen für "off-topic" erklärt, "finden" und "meinen" dagegen für "on-topic"...
Die von Dir beklagte "uneinheitliche Rechtschreibung" entsteht ja nicht etwa erst jetzt. Sie wurde bereits - und zwar einzig und allein - durch diese bürokratisch von oben aufgezwungene Sprach-Zerformung in die Welt gesetzt und auf dem Verordnungswege zementiert. Die "Reform" SELBST ist das Chaos! - man beschäftige sich mit den Argumenten der Kritiker, dann wird das von allein klar - und nicht etwa die Rückeroberung der alten, gewachsenen, bewährten und weisen Orthographie, die inzwischen im vollen Gange ist und durch die jüngste Entscheidung der großen Verlagshäuser natürlich einen mächtigen Auftrieb erhalten hat.
Die "Reform" wird kippen! Und zwar, weil sie blöde, autoritär, unfaßbar dilettantisch und sprachverhunzend ist. Man mutet der deutschen Hochsprache zu, sich dem Gaga-Niveau von Werbesendungen, Eingeschlafene-Füße-Kabarett, Boygroups und Girliegeschnatter anzunähern und langfristig zu unterwerfen! Das funktioniert aber nicht. Nicht mal unter einer rotgrünen Regierung! Es ist der notorische Sozialisten-Traum von der Gleichheit aller auf dem Kellerniveau des kleinsten gemeinsamen Nenners. Es klappt natürlich wieder mal nicht, aber es richtet zuvor selbstverständlich den obligatorischen Flurschaden an. Na und? Schieben wir's eben den "Ewiggestrigen" in die Schuhe. Die Leute sind ja so blöd wie wir (immerhin haben sie uns gewählt). Die glauben das schon. Meinen sie.
Die einheitliche Orthographie ist kein Nebenthema. Sprache ist das Kulturgut schlechthin, ist gewachsen und wächst evolutionär weiter. Sprache ist die Form unseres Denkens, das elementare Handwerkszeug, mit dem wir die Welt "begreifen". Ohne einheitliche Sprache gibt es überhaupt keine gemeinsame Kultur, nur eine "Freß- und Fickgemeinschaft". Wenn man eine Rangliste der drängendsten Probleme schriebe, dann wäre die Unversehrtheit der Sprache deshalb ganz oben auf.
Sprache ist Geist! Sie ist überhaupt nicht "Verwaltungsakt". Sie gehört dem Volk, nicht dem Staat! Daß dem Volk seine Sprache "wurscht" ist, ist ein Krisenzeichen allererster Güte! Ich wundere mich demgemäß z.B. (bzw. ich wundere mich eben nicht), was hier einige für "eigenartige" Auffassungen von Demokratie verlauten lassen. Demokratie sei demnach, wenn eine hinterwäldlerische Provinz-Kultusbürokratie "etwas durchsetzt", und zwar völlig egal was, egal wie hirnverbrannt es ist und egal wieviel Verblödung damit angerichtet wird. Und - nebenbei - die Schweizer, die Österreicher, die Luxemburger, die Belgier in Eupen und Malmedy, die haben das eben zu schlucken und zu übernehmen, logo - da fragt auch keiner danach, "man" ist ja schließlich Kultusminister eines deutschen Bundeslandes! Träräh! Alternative: der deutsche Sprachraum zerfällt... Wurscht! Nationalistisches Gedankengut! Was sonst? Wir sind doch schließlich keine Imperialisten! Wehret den Anfängen! Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch! Sowieso: das BÖSE IN UNS! Ähh... ich meine natürlich: das Böse in den Anderen von uns! Die "übliche" Gutmenschentblödung eben...
Der winselnde Untertan! Sogar wenn beim "Durchsetzen" der "Reform" klare und eindeutig ausgefallene Volksentscheide (Schleswig-Holstein, MeckPomm) einfach mißachtet und regierungsamtlich für irrelevant erklärt werden, auch dann ist das, und sogar erst recht... richtig: "Demokratie"!
Warum nur haben so viele deutsche Untertanen eigentlich dieses ekelerregende und unausrottbare Bedürfnis, devot und eifrig ihrer Obrigkeit zu dienen und zu gehorchen (falls sie sich nur ein Fleißkärtchen davon versprechen dürfen!)? Darauf läuft es nämlich hinaus. Kritiker der Obrigkeit haben deshalb in Deutschland notorisch einen schweren Stand. Aber die Obrigkeit findet immer ihre zahllosen Helfer, Zuträger und eifrigen Befürworter, die ihre Verfügungen mürrisch und beleidigt als Ausweitung "der Freiheit" feiern. Verrückt! Komplett verrückt!
Aber zurück zu deinem Posting, Andi (ich bin abgeschweift): Du verbuchst die Entwicklung der Orthographie als "Erweiterung Deiner persönlichen Freiheiten"? Wie das? Nun, es ist richtig, man sagt, es stehe ja schließlich weiterhin jedem frei, zu schreiben, wie er will. Und das sei eben die Freiheit. Punkt. Basta. "Unsere Freiheit", was die Orthographie betrifft, besteht aber nun mal nicht darin, daß "man schreiben kann, wie man will"! Schöne Freiheit das! Als müßte man mir das erst "erlauben"! Unfaßbar! Aber typisch.
Man denke doch mal bitte nach! Das bedeutet doch auch (und zwar vor allem!), daß ich eben auch LESEN muß, wie der Andere will! Genauer: wie "der Staat" will! Darin liegt doch die geisttötende Zumutung wider die Freiheit desselben! Denn das kann ja durchaus ein Vollidiot sein, der mir dann das Hirn volldruckt - und ist es in der Regel auch, heute um so mehr, je "erfolgreicher" solche Sorte von "Reformern" ist. Deshalb ist der Entschluß der beiden großen Verlage ja auch so ein wichtiger Meilenstein im tatsächlichen Wahrnehmen des angeblich jedem "zustehenden" Rechts zu schreiben, wie man will. Und prompt springen die Staatsfanatiker aus den Sitzen und schwadronieren empört und empfindlich wie Primadonnen darüber, wie unverantwortlich das ist etc. blablabla...
Das Beispiel der "Rechtschreibreform" hat viel mit dem Thema des Forums zu tun, wie ich es verstehe, und kann als Anschauung dienen - besser: als Anregung dazu, sich das selbst anschaulich zu machen, indem man einfach mal selber NACHDENKT - als Anschauung für die intellektuelle Verkommenheit dessen, was man inzwischen im Konsens unter "Freiheit" zu verstehen gelernt hat. Es gab hier schon andere "off-topic"-Themen, bei denen das anklang:
Der "selbstbestimmte Tod" zum Beispiel ist "Freiheit" - wir hatten das hier neulich, am Beispiel Holland: "der Staat" killt die Alten, wenn sie anfangen, zu teuer zu werden. Kinder abtreiben "dürfen" ist auch Freiheit - die Leichenberge "vergißt" und entsorgt man... und vergreist derweil lieber kollektiv in einem Siechenheim dementer Narzißten. Hauptsache, es "lebe die Freiheit"!
Die Rechtschreibreform ist analog: symptomatisch und gewissermaßen "schwarz auf weiß" zum Nachlesen, wie "Freiheit" bei uns funktioniert: "schreiben können, wie man will" ist Freiheit... und hat zur Folge, daß keiner mehr den anderen versteht. Komplexere Gedanken können immer weniger präzise formuliert, ausgedrückt (und damit: gedacht!) werden... alle müssen gezwungenermaßen auf das Gaga-Niveau von Proleten-Slang regredieren, um sich wenigstens noch eine Tasse Kaffee bestellen zu können... und gelegentlich "dem Bedürfnis zu ficken Ausdruck zu verleihen". War da noch was?
Volle Freiheit wird allerdings erst erreicht sein, wenn unartikulierte Grunzlaute diesen Austausch von elementaren Vitalfunktionen angemessen zu regeln in der Lage sind: "Fressen!" "Saufen!" "Ficken!" "Gib her!" "Gehört mir!" "Arschloch!" "Verpiß dich!" "Du Wichser!"... und so weiter, und so fort. Der "Fortschritt" bricht sich ja inzwischen schon überall seine Bahn. Es ist trotzdem noch eine ganze Strecke "Kampf für die Freiheit" zu bewältigen, bevor das richtig sitzt. Die Reformer haben aber die Richtung vorgegeben - und inzwischen schon eine ganze Schülergeneration dazu abgerichtet. Diese Schüler leiden nicht an dem jetzigen Kampf für den Erhalt der bewährten Orthographie, sondern an dem, was ihnen sagenhaft verblödete und arrogante Kultusschnepfen angetan haben: auf dem Wege der Verordnung, des Zwangs, der Einschüchterung, des Rechtsbruchs, der Erpressung.
Allenthalben und allgemein gilt: "sich selbstverwirklichen", das ist Freiheit! Darf man fragen, was damit gemeint ist? Nein, darf man nicht. Aber hier im Forum redet man dann trotzdem darüber, was so alles in die Binsen geht beim fröhlichen "Selbstverwirklichen nach konfektioniertem Regierungsdekret" [beim heiraten und scheiden, beim schreiben und lesen, beim "meinen" und "finden", beim denken und verblöden, beim leben und sterben...], allerdings offenbar ohne jemals so recht zu begreifen, daß das eine mit dem anderen ursächlich zusammenhängt.
"Machen können, was man will" - das ist Freiheit! Angeblich. Freiheit hat aber mit Fähigkeit zu tun, nicht mit Unfähigkeit! "Jeder darf so blöde sein, wie er kann" ist keine Freiheit! Wenn man nachdächte (nur ganz simpel und logisch, nicht übermäßig kompliziert), dann fiele einem unmittelbar auf, sogar ohne irgendeinen konkreten Bezug, daß es der Weg in die totale UNFREIHEIT ist, wenn ich ertragen muß, daß der ANDERE mit mir "machen kann, was er will", wenn er nur eine "Mehrheit" dazu hat. Die Hochsprache aber wird NIE eine Mehrheit haben! Nirgendwo auf der Welt! Kann man soweit folgen?
Es kommt eine Welt dabei heraus, in der der Geist verbannt und die Liebe absolut tot ist! Eine Welt, in der alles nur noch über einen (vermeintlichen) "Kampf um Machtpositionen" geregelt wird. Jeder will Macht. Aber keiner hat sie! Die "Herrscher" sind nämlich nur die hilflosen Sklaven der "Sachzwänge", denen sie bedingungslos dienen. Deren "Durchsetzung" ist ihr krönender "Erfolg", der bei jedem banalen Anlaß dummstolz vorgewiesen und als Freiheit verhökert wird. Wer mitjubelt und das räsonieren unterläßt, der ist "demokratisch". Wer prinzipielle Einwände hat, ist... *etikettschildchenrauskram* "Skinhead", "rechts", "frauenfeindlich / männerfeindlich / schwulenfeindlich / sodomistenfeindlich / päderastenfeindlich / fahrradventilfeindlich / gegen-irgendwas-feindlich... kurz und auf jeden Fall: fortschrittsfeindlich". Er ist außerdem "klerikalfaschistisch", "verwirrt", "ewiggestrig" (huch! aber auch! Schon wieder "fortschrittsfeindlich"! Das hatten wir doch schon!)... "und wenn er das nicht selbst merkt, ja also, dann kann man ihm eben auch nicht helfen"... usw. - gähn!
Jeder haut auf jeden Fall jedem in die Fresse ("die Freiheit nehm' ich mir!") - auch wenn er niemals über irgend etwas wirklich selbst nachgedacht hat, wenigstens darüber nachgedacht hat, warum er das alles eigentlich macht (Hauptsache, der Gesetzgeber verbietet es nicht) - und jammert gleichzeitig unablässig darüber, daß ihm von jedem dauernd in die Fresse gehauen wird. So schön kann das Leben sein, wenn man "frei" ist!
Und die "Reformer" der Sprache, diese ultimativ unfähigen, blassen und menschenscheuen Akten-Uhus aus den provinziellen "Kultus-Stuben"? Sie sind inhaltlich völlig ausgebrannt und fliehen vor jeder sachbezogenen Diskussion in ihre Amtsstuben! Eine Lachnummer! Sie haben buchstäblich nichts mehr zu sagen! Ihnen fällt nichts ein. Sie haben im Grunde nur noch ein einziges "Argument" zur Hand: "Nun sind wir unter so großen Mühen bis zum Rand des Abgrundes vorgedrungen, in dem die gewachsene deutsche Orthographie verschwinden wird. Jetzt müssen wir auch entschlossen hineinspringen und die Kritiker konsequent ignorieren und mit Schmähschildchen bekleben. Andernfalls wäre doch nicht nur unsere ganze bisherige Mühe umsonst gewesen. Es läge ja auch noch der ganze Rückweg vor uns! Außerdem würden die wirtschaftlichen Erfolge der beteiligten Verlage (v.a. Duden) in Frage gestellt - und man steht schließlich im Wort, immerhin haben deren Vertreter "hilfreich" und an vorderster Front "mitgewirkt"! Also sind wir alle kollektiv gezwungen, Idioten zu sein und Idioten zu bleiben. Das ist nun mal ein Sachzwang. Da können wir jetzt auch nichts dagegen machen."
Aber einer Sache können sie sich rühmen: SIE HABEN ES DANN "DURCHGESETZT"!
Gegen die übergroße Mehrheit des Volkes: nicht einmal Abermillionen haben sie schrecken können!
Gegen eindeutige Volksentscheide haben sie es durchgesetzt ("Schließlich standen höhere (=unsere) Interessen dagegen; da kann man ruhig mal eine kleine Pause in der Demokratie einlegen").
Gegen den gesamten deutschen Sprachraum im Ausland haben wir es durchgesetzt.
Gegen zeternde und räsonierende Medienvertreter, "die sowieso nur der Regierung ihren Erfolg nicht gönnen wollen".
Gegen die Literaten und "Schreiberlinge" ("Das sind ja nur Privatleute, ohne Mandat").
Kurz: "WIR HABEN BEWIESEN, DASS WIR REFORMFÄHIG SIND!"
"Off-topic"?
Von wegen!
Sagt der
Nick
P.S.: Ich werde NIEMALS in meinem Leben "neue Rechtschreibung" benutzen! Und - wo immer es sich vermeiden läßt - kaufe ich keine Druckerzeugnisse, die diesen Mist benutzen. Wenn ich es doch tue, dann immer mit einem sarkastischen oder bissigen Kommentar.
Ich fürchte übrigens, daß es reichlich Leute hier geben wird, die die "neue Rechtschreibung" gut finden, aber sich nicht mit den Argumenten der Kritiker auseinandergesetzt haben. Es gab zwar einige Links hier, aber ich habe nun mal den Verdacht, daß die nur von "Gegnern" angeklickt werden. Deshalb für die "Enthusiasten" eigens REINKOPIERT (wieder mal kann es nicht schaden, wenn man weiß, worüber man eigentlich spricht - bzw. gesprochen hat):
Quelle: http://www.rechtschreibreform-neindanke.de/index.html
Jürgen Langhans:
WIR SCHREIBEN FÜR DIE, DIE LESEN
(stark gekürzte Fassung)
Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Büchleins überschlagen sich die Ereignisse: Am 1. August 2000 geht die Frankfurter Allgemeine Zeitung überraschend wieder zur herkömmlichen, traditionellen Rechtschreibung zurück. Andere Zeitungsverlage ziehen nach. Wenig später entscheidet sich auch der Deutsche Hochschulverband zur Wiedereinführung der bisher regulären Schreibung. Wie ein Schildbürgerstreich" mutet die Herausgabe eines von Professor Theodor Ickler völlig neu konzipierten Rechtschreibwörterbuches auf der Basis der seither altbewährten deutschen Rechtschreibung und Grammatik an. Im World Wide Web plazieren die großen Verlage plötzlich jede Menge Online-Umfragen, wohl um herauszubekommen, wie der geneigte und vielleicht im Zuge der Reform verlorengegangene Leser denn nun in Zukunft gern lesen möchte: In Neuschrieb oder in der herkömmlichen, traditionellen Schreibung. Die an den Umfragen teilnehmenden Befürworter der herkömmlichen Schreibung pegeln sich so bei 70...80% ein ...
Phänomen und Neugierde
Ich habe mich mein ganzes Leben lang mit dem Licht beschäftigt. Und ich denke, mit Rot und Weiß kann man kein Gelb bekommen - man bekommt nur Rosa ... Der Anstreicher hatte mir so viel Zeug erzählt, das vernünftig war, daß ich bereit war, bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit einzugestehen, daß es ein merkwürdiges Phänomen gab, das ich nicht kannte ... Die einzige Möglichkeit, Gelb zu bekommen, wird etwas Neues und Interessantes sein, und das muß ich sehen." [1]
Richard P. Feynman, Nobelpreisträger für Physik
"Nein, da haben Sie kein Glück. Sie werden in keiner Kinderbuchabteilung mehr Bücher finden, die nicht nach den neuen Regeln gedruckt sind", nimmt mir die Fachverkäuferin in einer Karlsruher Buchhandlung jede Freude an meiner Suche nach einem netten Kinderbuch. Traurig, diese Tatsache, wo ich doch so gern Bücher verschenke. Und ich hatte mir doch fest vorgenommen, die ganze Reform einfach zu sabotieren ...
Inzwischen haben die meisten Tageszeitungen auf den Neuschrieb umgestellt, wohl um den Anschein des Neuen zu erwecken, um modern" zu wirken, und sei es nur durch das Schreiben eines ss anstelle des ß, des berühmtesten aller Doppelkonsonanten. Stolz will der Schreiberling damit verkünden: Seht, ich bin auf dem neuesten Stand, bin informiert, kenne mich aus, brauche kein ß, kein Komma, ... Da auch mir die eingangs zitierte Feynmansche Neugierde angeboren ist, und da auch ich zu denen gehöre, die "merkwürdige Phänomene" nicht gleich als Unsinn beiseite stellen, habe ich mich auf die Suche nach dem "Neuen und Interessanten" der Rechtschreibreform begeben und versucht, die Ideen des umstürzlerischen Regelwerks nachzuvollziehen ...
Ich werde im folgenden beispielhaft zeigen, daß die sogenannte Rechtschreibreform das Schreiben nicht einfacher, sondern schwieriger und primitiv macht. Ich werde außerdem zeigen, wie wichtig so ein kleines Komma sein kann, und wie leichtfertig es wäre, hier im Interesse von gewünschten Fehlerquoten einen Liberalismus einführen und gesetzlich verankern zu wollen. Mein Ansatz ist:
· Der Schreibende hat eine Verantwortung dem Lesenden gegenüber.
Schreiben und Lesen ist die Sache aller, und es ist schon grotesk, daß ausgerechnet jeder beherzte Laie das Werk von Schriftgelehrten so einfach auseinandernehmen kann. Wie nur ist es möglich, daß eine Kommission, die für unsere Schriftsprache verantwortlich gemacht werden soll, also ein Gremium, welches aus intelligenten und im Fach studierten Experten besteht, einen derart groben Unfug anrichten kann? Dieser Aufsatz beschränkt sich im wesentlichen auf die Inhalte der Reform. Nicht äußern werde ich mich zu den ökonomischen und rechtlichen Belangen, und ich will mich auch nicht länger darüber wundern, daß die Reform offenbar eine Sache der einzelnen Bundesländer ist, sowohl bezüglich des Inhalts als auch des Beginns der Einführung, und nicht eine Sache der deutschsprachigen Nationalitäten in der ganzen Welt ...
Wie es sein soll
Als grundlegende Quelle dient mir eine kommentierte Übersicht der Gesellschaft für deutsche Sprache [3] mit dem selbstbewußten und etwas vorgreifenden Titel So schreibe ich richtig". Ziel sei es, so behaupten die Reformer, die Regeln einfacher und leichter durchschaubar zu machen. Schreibweisen sollten nach Möglichkeit ableitbar sein. Die Reformer sind, mit meinen Worten wiedergegeben, der Ansicht, daß unseren Schülern die schwierigen Regeln unserer Rechtschreibung nicht länger zumutbar seien, und daß es nicht sein könne, daß schlechte Noten im Fach Deutsch die spätere Karriere beeinträchtigten. Schließlich würden die Noten von Diktaten immer schlechter, und dies müsse verhindert werden.
Das Stammprinzip
"... soll jetzt noch mehr beachtet werden." [3] Die Schreibung von gleichen Wörtern mit dem gleichen Wortstamm solle möglichst einheitlich sein. Dabei solle weder Rücksicht auf die geschichtliche Herkunft noch auf die vermutete Sprachverwandtschaft zweier Wörter genommen werden. Ausschlaggebend sei, was man heute mit bestimmten Wörtern in Verbindung bringt:
Tolpatsch
soll jetzt mit "ll" geschrieben werden, weil man das Wörtchen toll im Hinterkopf habe. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dieses Tierchen jemals mit dem Adjektiv "toll" in Verbindung gebracht zu haben. Die heute Lernenden bekommen ja ein völlig falsches Bild von diesem Vogel! Aber er ist nicht "toll", sondern er hat einfach nur zwei breite Füße (ung.: tal-pas, breiter Fuß, talp, die Sohle) [5]. Somit machen wir dieses Tierchen zu einem tollen Patsch und könnten mit Tollpatsch" einen ganz besonders fidelen Gesellen bezeichnen, oder?
Und dürfen/müssen wir dann nicht konsequenterweise auch
Tolleranz" oder besser noch Kackadu"
schreiben, wo hier doch ein jeder kacken assoziiert? Denn:
· Woher sollen wir denn nun eigentlich wissen, welche Wörter in Zukunft plötzlich irgendwelchen Stammprinzipien gehorchen sollen und welche nicht?
Was ist nun einfacher: Sich die besonderen Schreibungen weniger komplizierter Wörter einzuprägen, oder nach einer fadenscheinigen Regel, die sowieso nicht funktioniert, die richtige Schreibung zu finden versuchen?
Den
Damhirsch und das Chamäleon
beispielsweise haben die Reformerfinder vergessen zu reformieren. Ich denke da nämlich an Damm und an Kamel ... Ja, warum eigentlich nicht Kammel", in Anlehnung an Kamm? Außerdem heißt es doch im Regelwerk [4] unter §2: Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdopplung des Konsonantenbuchstaben". Bezüglich des Damhirsches weiß aber jeder gute Jäger, daß dieses Wild Damwild ist und damit in eine von den acht Fallgruppen" (nicht Fallgruben!) gehört, bei denen man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten nicht verdoppelt, obwohl dieser einem betonten kurzen Vokal folgt [4], §4, also dürfen wir nicht Dammhirsch" schreiben. Aber was machen wir nun mit unserer Stammprinzipregel? In eine von diesen acht Ausnahme-Fallgruppen gehört auch die Walnuss, die man ebenfalls nicht Wallnuss" schreiben darf. Dieses Früchtchen ist nämlich ein Wort mit unklarem Wortaufbau oder mit Bestandteilen, die nicht selbständig vorkommen" [4], §4. Nun kenne ich aber sowohl den selbständig vorkommenden Wal als auch die mindestens genauso selbständig vorkommende Nuß. Dann muß es wohl am unklaren Wortaufbau" liegen, doch was ist das? Und beißt sich diese Walnuss"-Ausnahme nicht wiederum mit dem Tollpatsch"? Ich finde, daß der Tolpatsch einen ganz besonders unklaren Wortaufbau" hat! ...
· Wollen wir denn den Schüler in Zukunft regelrecht belügen?
· Ist für einen lernwilligen und neugierigen Schüler dieser sprachliche Unsinn gerade mal gut genug?
· Wie sollen die Lehrer mit diesem absurden Zwiespalt umgehen?
Was ist eigentlich mit dem Ochsen, der auf der Wiese läuft? Wiesent"? Und darf ich in Anwendung der Stammprinzipregel, die ja alles vereinfachen soll, in Zukunft einsätzen" (abgeleitet von Einsatz) schreiben? ...
Das letzte Zugeständnis
... an die Reform gebe ich bestenfalls den neuen und zunächst logisch anmutenden Schreibweisen wie beispielsweise
Rohheit oder Zähheit,
nicht jedoch dem Zierrat", denn Zierat ist abgeleitet von Zier (ähnlich Heim und Heimat). Mit demselben Recht" dürfte ich dann ja auch Armmut" schreiben, oder?
In Zukunft bleiben noch mehr die Buchstaben der einzelnen Wortbestandteile erhalten". [3]
So lautet die neue Regel. Gut, aber: Warum rau" statt rauh, jedoch weiterhin roh? Wäre die logische Konsequenz dann nicht auch Ku", Re", Stro" oder Schu"? Nein, welch Raubein, der so weit ginge!
Fremdwörter
... wären - in Grenzen gehalten - für unsere deutsche Sprache so belebend, wenn wir sie nicht verstümmeln dürften. Genau dies dürfen wir aber nach Inkrafttreten der neuen Schreibung, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen:
Fremdwörter, die zusammengesetzt ein Substantiv ergeben, werden zusammengeschrieben. Wenn das Wort allerdings unübersichtlich erscheint, kann ein Bindestrich gesetzt werden". [3]
· Wer entscheidet darüber, ob das geschriebene Wort dem späteren Leser als "unübersichtlich erscheint"? Der Schüler oder der Lehrer? Oder gar das Bundesverfas-sungsgericht?
Und warum soll
Comeback
in Zukunft auch Come-back" (kleines back!) geschrieben werden dürfen? Und wer sagt mir eigentlich, daß ich dieses Wörtchen als Nichtkenner der englischen Aussprache nicht auch Kamm-beck" schreiben darf? Natürlich "-beck" und nicht "-bäck", denn es kommt wohl nicht von Bäcker! Wie wir sehen, besteht das Problem bei den Fremdwörtern nicht in der richtigen Setzung irgendwelcher Bindestriche oder der Einführung alternativer Zusammenschreibungen, sondern in der Suche nach der generellen Schreibweise, wenn der Schreibende die Herkunftssprache nicht beherrscht. Hier muß ich sowieso nachschlagen oder fragen ...
Und wer verrät mir als Sprachneuling, wie ich
Dekolleté
schreiben muß, wenn ich es als Dekoltee" vorgesagt bekomme? Verstehen die Reformerfinder unter solchem Quatsch etwa eine Vereinfachung der Schreibweise? Oh, ist das alles undurchdacht, halbherzig, traurig und inkonsequent! Ich will mit diesen einfachen Beispielen nur zeigen, daß es nicht damit getan ist, die Schreibweise von vielleicht 180 Fremdwörtern zu verändern, um das Schreiben zu vereinfachen. Es gibt sicher tausend solche schwierigen Wörter!
Darf ich z. B. das nirgendwo "reformierte" Wörtchen
Skizze
in Zukunft ohne nachzuschlagen einfach Skitze" schreiben? Oder spatzieren"? Oder Artickel" so wie Karnickel? Nun, das Wort Skizze gehört zu einer Ausnahme nach §3 des neuen Regelwerkes [4], so etwas weiß man doch!
Warum schreiben wir in Zukunft Tipp", aber weiterhin Top? Ganz einfach, sagt mein neues Nachschlagewerk: Weil nämlich Top zu einer Reihe einsilbiger Wörter" gehört, und die wiederum sind in einer der bereits weiter oben zitierten acht Ausnahme-Fallgruppen enthalten. Außerdem ist Top englisch. Für Tip trifft das offenbar alles nicht zu, darum müssen wir nach §2 der Neureglung in Zukunft Tipp" schreiben. Das ist tipp-top in Ordnung! Nur: Weltweit schreibt man Tip und auch Stop, und niemand nimmt daran Anstoß! Warum also wollen wir in Zukunft den Tip (Rat) mit dem Tippfehler auf eine Stufe stellen?
· Wie unterscheiden wir zukünftig den Tipfehler von einem Tippfehler?
Und wenn wir in Zukunft Tipp" schreiben sollen, warum sollen wir dann nicht auch Buss" schreiben? Oder fitt"? Hitt"? Schließlich schreiben wir ja auch Bass" (Baß).
Ich halte alle mir bekannten Änderungsvorschläge zur Schreibung fremdländischer Wörter für völlig nutzlos, da diese weder transparent und logisch sind und keine Vereinfachung der Schreibung darstellen. Hier muß man einfach mal richtig auswendig lernen! Und während wir uns hier mit solchen traurigen Kuriositäten befassen, wuchern in der Zwischenzeit - und das völlig frei und ohne parlamentarische oder richterliche Grundlage - die Konjugationen und Partizipien von Anglizismen ins Abartige, ohne daß wir's überhaupt noch wahrnehmen:
· Wir haben das abgecheckt. (getscheckt? gechecked?)
· Das Vorhaben wurde gecancelt. (gekänzelt? gekanzelt? gecancled?)
· Wie wird das gehändelt? (gehendelt?)
· Das war gut getimed. (geteimt?)
· Er hat sich als Experte für Rechtschreibung geouted. (geautet? geoutet?)
· Beim Faden braucht man viel Gefühl. (Feyden? Feden?); to fade (engl.) ist das Ein- und Ausblenden von Musik oder Bildern. ...
Hier wird in übelster Weise eingedeutscht, und keiner kann sagen, was richtig und was falsch ist. Warum benutzen wir immer weniger den Wortschatz unserer eigenen Sprache? Versuchen wir das doch einfach mal:
· Wir haben das geprüft.
· Das Vorhaben wurde abgebrochen ...
Im Duden [4] finden wir das Wort
Buy-out".
Was bedeutet das Wort? Schauen wir uns mal die Erläuterung an. Wir finden: ... kurz für Management Buyout". Nun wissen wir also um dessen Bedeutung, alles klar! Übrigens ist das Wort sächlich: Das Buy-out". Also ist wohl auch das Out sächlich. Oder? Put dagegen dürfte männlich sein: Der Out-put. Aber nur, wenn man es als der Ausgang erkennt und interpretiert. Stellt sich nun die Frage: Schreiben wir ab jetzt Out-Put mit Bindestrich? Schauen wir in den Duden. Aber wonach suchen wir als Unkundiger des Englischen? Unter Aut? Nein, sagt ein uns Aufklärender, und wir finden mit dessen Hilfe irgendwann tatsächlich das Wort Output. Aber: Es wird zusammengeschriebenen und ist sowohl männlich als auch sächlich! Aber warum...? ...
Output ist im Duden nicht erklärt. Heute weiß offenbar jeder Deutsche, was das ist. Die
Peepshow
schreibt man auch zusammen. Die aber ist glücklicherweise erklärt! Vielleicht wird sich irgendwann Piep-Show etablieren. Manchmal wird es aber tatsächlich ein wenig schwierig: Das Wort
Payingguest
(ohhh, nirgendwo ein Bindestrich!) läßt sich offenbar nur mit der langen Erklärung jmd., der bei einer Familie als Gast wohnt, aber für Unterkunft u. Verpflegung bezahlt" (Duden) ausdrücken. Hoffentlich weiß jeder, wie man das ausspricht. Stellt sich die generelle Frage: Wie haben wir eigentlich früher, als es Sie und mich noch nicht gab, als noch keine Anglizismen Mode waren, miteinander kommuniziert? Mit der Zeit wird es sich herumsprechen, was sich hinter der Aufschrift McClean" verbirgt: Wir finden dort das Bahnhofsklo und eine noble Waschgelegenheit. Natürlich braucht jeder wichtige Bahnhof einen Service Point (Zugauskunft), Ticket Counters (Fahrkartenschalter) und db-Lounges (Wartesäle) [6]. db ist deutsch: Deutsche Bahn. In [6] kann man auch nachlesen, was ein stand-by upgrade-Voucher ist: Mit diesem Ding, welches man auf Flughäfen findet, kann das Ticket beim Check-In aufgewertet werden. Gut. Aber was ist ein Twin Charger? Selbst wenn man irgendwann entdeckt, daß dies ein ganz normales Batterieladegerät für zwei unterschiedliche Batterietypen ist, stellt sich die Frage: Wie muß man das aussprechen? ...
Der Buchstabe "ß" und andere Doppelkonsonanten
...wird zum ss, wenn der Vokal davor kurz gesprochen wird, oder etwas genauer formuliert, es soll "ss" geschrieben werden, wenn einem kurzen Vokal innerhalb eines Wortstammes ein einsames s folgt, also z. B.:
dass, Fass, viele Massen, ..." aber:
über alle Maßen, ich saß, ...
Das klingt zunächst einleuchtend und logisch. Damit könnte ich in größter Not leben, und das ist wohl auch einer der wenigen Punkte der Reform, die ich vom Grundsatz her akzeptieren könnte, wenn ich dringend müßte. Nur: Erstens funktioniert diese Regel nicht, und zweitens wird das Schreiben dadurch nicht einfacher. Schreiben wir nach obiger Regel in Zukunft Er mist die Temperatur", weil dem i zwei Konsonanten folgen? Im Umkehrschluß dürfte ich dann auch
Missthaufen"
schreiben, oder? Immerhin führt das Regelwerk das Wort bisschen" als Beispiel für diese Regel an. Ist "c" kein Konsonant? Doch, schon, nur muß man die Regel natürlich genauer lesen, und dabei wird man feststellen, daß sich diese nur auf den Wortstamm bezieht. Und der Wortstamm von Mist ist nun mal Mist. Demzufolge schreibt man den Misthaufen eben doch nur mit einem "s". Nur: Der Wortstamm von bisschen" ist offenbar bis. Alles klar? Und außerdem gibt es ja noch das Wörtchen misst (von messen), darf ich nun also doch Missthaufen" schreiben? Und woher soll ich denn als Schreibschwacher wissen, daß im Misthaufen gar kein "ß" drin ist bzw. war? Der Schreibschwache muß so wie bisher krampfhaft darüber nachdenken, ob er Last oder Lasst schreiben muß, denn es gibt beide Wörter! Wie wir sehen, versagt diese künstliche Regel bereits in einfachsten Fällen.
Es dürfte ungezählte Wörter geben, in denen einem kurzen Vokal ein einfaches "s" folgt. Schließlich werden wir ja irgendwann einmal nicht mehr wissen, wo vorher ein "ß" stand. Hier das wohl berühmteste Beispiel:
das bzw. dass" (!)
Noch Fragen? Im übrigen ist mit dem Ersatz des "ß" durch "ss" noch lange nicht das so berühmte Problem der Konjunktion aus der Welt:
Ich habe gehört, daß es regnet."
Die Rechtschreibschwachen kommen hier bekanntlich ins Grübeln und schreiben nicht selten das daß fälschlicherweise mit einfachem "s". Diese Rechtschreibbanausen würden aber ihr Problem nach der Reform immer noch haben und nun statt "ss" höchstwahrscheinlich "s" schreiben! Was hätten wir also an dieser Stelle gewonnen? Ein "ß" konnte man sich als Kind viel leichter einprägen. Beweis" gefällig? In der nebenstehenden Abbildung preist ein führender deutscher Elektronikversand, der bereits recht früh und mit stolzer Ankündigung auf Neuschrieb umgestellt hatte, einen CD-Player an. Drei Fehler, Note fünf (das; jedem; ... einfach, und ...)! · Die Entscheidung, ob wir eine Konjunktion oder einen bestimmten Artikel kenntlich machen müssen, nimmt uns keiner ab, schon gar nicht der Austausch von Buchstaben.
Woher soll ein Schreibschwacher, unabhängig davon, ob wir das "ß" zulassen oder nicht, wissen, ob er Kenntnis oder Kenntniss" schreiben muß? Kompromis" oder Kompromiss"? Er muß nachschlagen, und wenn er dies tut, wird er in [4], §5, zumindest für das Wort Ergebnis fündig und lernt eine von vier weiteren Ausnahmefallgruppen ken-nen.
· Wo zu viele Ausnahmen und Fallgruppen" gelten, machen Regeln keinen Sinn.
· Und wo auf natürliche Weise keine sinnvollen Regeln existieren, brauchen wir auch keine zu erfinden.
Da muß man lernen. Angenommen, ein schreibschwacher Schreiberling merkt sich mühevoll die Regel §2. Woher soll er wissen, daß er Ausnahmen zu beachten hat? Nichts wird einfacher!
· Die Kenntnis einer Regel verpflichtet nicht zur Suche nach Ausnahmen.
Einige Reformer halten den Buchstaben ß generell für über-flüssig und berufen sich nicht selten darauf, daß die Schweizer Eidgenossen diesen Laut seit geraumer Zeit nicht mehr benut-zen. Aber die Schweizer haben sich mit dieser Maßnahme keinen vorteilhaften Dienst erwiesen. Immerhin ist das Schweizerische dem Deutschen sehr nahe, und die Rechtschreibprobleme dürften ähnlich sein. Häufig muß zum korrekten Verständnis der Kontext bemüht werden. Aber warum nur, um alles in der Schrift, will man diesen Umweg über den Satzzusammenhang, wenn es mit einem eigens geschaffenen Buchstaben viel einfacher geht? Und selbst der Kontext hilft uns nicht immer aus der Patsche, wie das Beispiel zeigt:
1. Die Kamine der Russen russen ... (wie sprechen wir das?)
2. Ich habe mich gestossen
Wie unterscheiden die Schweizer eigentlich zwischen den völlig unterschiedlichen Bedeutungen von Muse und Muße?. Der konsequente Wegfall des ß würde nichts vereinfachen. Für den Rechtschreibmuffel bliebe dann ja immer noch die komplizierte Frage: "s" oder "ss"?
Zum Abschluß dieses Abschnittes darf ich zwei Fundstellen aus dem (leider weitgehend anonymen) Internet zitieren. Dierk Unterbrink aus Tübingen [7] verteidigt das "ß" mit einem so wichtigen Hinweis auf die Ästhetik der deutschen Sprache: "Und dann gibt es das ß, das mit seiner wohlgerundeten Form im Text regelmäßig Akzente setzt. Soll denn das, was die deutsche Sprache schön und lesenswert macht, verschwinden? Soll nun ein vulgäres Doppel-s an die Stelle des kunstvoll geschwungenen ß treten? Sollen Texte und Bücher nun beim Lesen Assoziationen an Analphabetentum und Babytalk wecken...?"
Alex Ungermann aus Erlangen [7] diskutiert wie folgt: "Das ß ist eine Ligatur (Verschmelzung zweier Buchstaben) und hat nichts mit Vokallängen zu tun. Man hat immer schon "ss" schreiben können, wenn man die Ligatur nicht auf der Schreibmaschine hatte oder in der Schweiz lebte. Ligaturen sind optische Hilfen, die das Lesen erleichtern. Ein Schluß-strich ist nun mal optisch leichter in seine Bestandteile zu zerlegen als ein Schlussstrich".
Lesen Sie doch mal das Wort Misstrauen": Mis-Strauen"? Oder: Messingenieur": Messing-Ingenieur"? Roland Morlock aus Stuttgart zählt das "ß" zu den modernsten Entwicklungen unserer Sprachgeschichte. Weiter führt er aus: Das ß im Auslaut von Worten und Silben ist eine der wichtigsten Lesehilfen überhaupt und ein starkes Signal dafür, ob das Schärfungs-s noch zur vorigen Silbe gehört oder nicht. Es ist aus diesem Standpunkt gesehen geradezu wie ein Bindebogen in der Musik. Warum dieses deutliche Signal aufgeben, wenn die Alternative schlechter ist ...?" [7] Beispiel:
Schlossinnenhof"
Was sind Schlossinnen"? Vielleicht sind das die Schloßdamen. Geben mir die Reformer wenigstens hierin recht, daß sich Schloßinnenhof besser liest? Wohl eher nicht, denn jetzt spielen sie bestimmt ihren besten Trumpf aus, den Bindestrich:
Schloss-Innenhof".
Schön, aber dann kontere ich mit
Schlossinnen-Hof!
Das neue Regelwerk macht den Bindestrich zu einem der wichtigsten Satzzeichen: Jedes Wort, in welchem drei gleiche Konsonanten aufeinanderfolgen, kann der besseren Lesbarkeit halber mit einem Bindestrich geschrieben werden, so sagts die neue Regelung, selbst so kurze Wörter wie z. B. Schloss-Spuk" oder Schloss-Stube".
Bevor wir dieses traurige Kapitel verlassen, will ich noch einen Aspekt einbringen, der in der Diskussion um das "ß" bisher wenig Beachtung fand. Das "ß" ist im allgemeinen, insbesondere aber im Bereich der modernen Textverarbeitung (Computertechnik) ein Schutz gegen sinnentstellende Trennungen. Hier ein Beispiel:
Mes - sergebnis"
Ich habs ausprobiert, mein Textverarbeitungsprogramm trennt tatsächlich so. So etwas liest sich doch nicht! Wenn man am Zeilenende ein Mes- sieht, meint man, die Silbe könnte sich zum Messer entwickeln, ähnlich dem Wort Messerleiste. Würden wir dagegen weiterhin das "ß" erlauben, könnten sowohl der Mensch als auch der Computer wirklich nur Meß-ergebnis trennen, und alles wäre viel einfacher ...
Die Erfindung des "ß" war genial! Das wußte sogar schon der Herr Geheimrat Goethe. Übrigens schreibt sich das "ß" viel einfacher und flüssiger als ein "ss", und in Schreibschrift beherbergt es ja auch zwei s-Laute in sich. Legen Sie es einfach mal quer!
Die Interpunktion
Die alte Regel sagt frei formuliert: Zwei Hauptsätze werden immer durch ein Komma getrennt, wenn zwischen beiden auch ein Punkt stehen könnte. Die neue, ersetzende Regel sagt:
"Nach der neuen Regelung wird prinzipiell kein Komma mehr gesetzt, wenn zwei Hauptsätze durch und, oder beziehungsweise/bzw., sowie (=und), wie (auch) oder weder ... noch miteinander verbunden sind, weil diese Konjunktionen das Komma ersetzen (wie in Aufzählungen). Zur besseren Gliederung kann man jedoch ein Komma zwischen die Sätze setzen - besonders wenn sonst die Verständlichkeit leidet." [3]
Der Leser möge selbst prüfen, welche Regel ihm einfacher erscheint. Aber unabhängig davon, ob es nun einfacher ist, einen Hauptsatz zu erkennen oder diese komplizierte Bedingungs- und Ausnahmeregel zu pauken, werde ich an wenigen Beispielen zeigen, wie unüberlegt deren Erfinder hier gewerkelt haben und wie wenig "eine Konjunktion ein Komma ersetzen" kann. Es gehören schon ausgesprochen viel Mut, Unverfrorenheit oder eine absolute Nullbildung dazu, die Aneinanderfolge von Hauptsätzen einer Aufzählung gleichzusetzen!
Tja, und dann wieder diese Selbstaufhebung der Regel für den Fall, daß eventuell und vielleicht aber nun doch leider die Verständlichkeit leiden könnte:
"Bei gleichrangigen Sätzen, die durch und, oder, usw. verbunden sind, kann man ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen." [3]
Was soll dieser Unfug?! "Wenn ein lehrbares Kriterium fehlt, herrscht Beliebigkeit" [2]. Es wird die Sprachkompetenz des Schreibenden vorausgesetzt. So einfach geht das! Lesen wir mal ganz unbedarft die folgenden Sätze:
Diese Entscheidung nimmt uns keiner ab und zu den anderen Punkten sollten wir auch noch was sagen."
Er schimpfte auf die Regierung und sein Publikum, das ganz seiner Meinung war, klatschte begeistert." [8]
Sie schlachteten eine Gans und den kleinen Sohn des Nachbarn luden sie zum Essen ein." [9]
Meinen Sie nicht, daß der Leser "ab und zu" doch gerne mal ein Komma sehen möchte? Wir schreiben doch für die, die lesen! Das Komma ist eine so überaus geniale Erfindung, warum soll es nun gerade bei größter Notwendigkeit nicht mehr gesetzt werden müssen? Es ist doch so einfach, mit diesem kleinen Krakel Irritationen oder Lesehemmungen von vornherein auszuschließen! Hier gleich noch so ein Beispiel, welches in [3] sogar ausdrücklich als Erläuterung dieser neuen Komma-regel angeführt wird und sich so wunderherrlich in den eigenen Hintern beißt:
Wir warten auf Euch und die Kinder gehen schon voraus."
Merkt denn hier keiner der Reformspezialisten, daß der Leser mit diesem Satz ein Problem haben kann? Wenn hinter Euch kein Komma steht, erwartet der Leser im voraus hinter Kinder einen Punkt und liest den Satz bindend, statt nach Euch eine Pause zu machen. Vor gehen wird er dann ein wenig stutzen und plötzlich die wahre Aussage des Satzes erkennen.
Nun sollen aber nicht nur beieinanderstehende Hauptsätze vom lästigen Komma befreit werden, sondern es trifft auch den sogenannten erweiterten Infinitiv mit zu. Und wen die nachfolgenden drei Beispiele dann noch immer nicht aus seinem Dummenschlaf wachrütteln, dem kann ich auch nicht mehr helfen:
Der Vater empfahl dem Lehrer nicht zu widersprechen." ...
Was, zum Teufel, ist hier gemeint? Das, was dasteht, oder fehlt hier ein Komma? Die Deformer" setzen hier ausgerechnet zwei der überhaupt wichtigsten Kommaregeln außer Kraft! Ich bin nicht bereit, Schwachsinn zu lernen, und ich bin schon gar nicht bereit, Schwachsinn zu lehren! Ich will an dieser Stelle noch einmal aus [2] zitieren, denn ich kann die nachfolgende Essenz nicht besser darstellen: "Der Haupteffekt scheint also zu sein, daß in der Schule gewisse Arten von Kommafehlern keine mehr sein sollen. Das hätte man billiger haben können." ... "Wenn nun ... die Kommas aus unerfindlichen Gründen einmal stehen, ein andermal fehlen, kann sich beim Lernenden keine Sicherheit einstellen. Es ist auch nicht zu erwarten, daß diese Unsicherheit als 'Gewinn an Freiheit' erfahren wird." ... "Bei der Kommasetzung ist noch besonders zu beklagen, daß die Zahl der darauf bezüglichen Regeln sich nur scheinbar verringert hat, da sich unter den wenigen Paragraphen in Wirklichkeit eine Unmenge als 'Erläuterung' getarnte Sonderregeln verbergen".
Ich stelle mir gerade vor, wie mir ein kleiner dudengestärkter Naseweis entgegnet: Ich schreibe das ohne Komma, das steht so im Duden, weil das kann man so machen. Außerdem verstehe ich den Satz gut. Wenn Sie den Satz nicht verstehen, ist das Ihr Problem". Quo vadis, meine Welt?
Die Auseinanderschreibung
Verbindungen aus zwei Verben werden immer getrennt geschrieben." [3]
Wenn es also morgen die zusammengesetzten Verben nicht mehr geben soll, schreiben wir statt
kennenlernen
nun kennen lernen" und stutzen beim Lesen nach dem Wörtchen kennen: Er sagte, wir würden uns kennen lernen". Hinter kennen könnte locker ein Punkt stehen, man stutzt beim Lesen. Nach [4], §34 (3) werden Adjektiv und Verb getrenntgeschrieben, wenn sich das Adjektiv erweitern oder steigern läßt, wenigstens durch sehr oder ganz". Ein Beispiel gefällig?
Version 1: Wir müssen uns kurz fassen."
Version 2: Wir müssen uns kurzfassen."
Letztere Schreibweise soll es morgen nicht mehr geben. Beide Sätze haben aber unterschiedliche Bedeutung. Die Version 1 kann man deuten mit "Wir müssen kurz mal unsere Gedanken sammeln", die Version 2 mit dem "sich beeilen müssen". Beide Versionen werden auch völlig anders gesprochen: In Version 1 liegt die Betonung auf fassen, und in Version 2 auf kurz. Warum also diese Neuerung? Oder noch ein Beispiel? Bitte:
Er ist schwer beschädigt."
Wer nun: Der Wagen oder der Mann? "Zeigen Sie mir bitte mal Ihren schwer beschädigten Ausweis!" Oh, es ist doch so einfach, dieses ganze Unregelwerk zu entzaubern! Hier gleich noch ein paar Konstrukte:
Version 1: Er hat das Essen sehr mies gemacht."
Version 2: Er hat das Essen sehr miesgemacht."
oder:
Version 1: Es wird nicht leicht fallen."
Version 2: Es wird nicht leichtfallen."
oder:
Version 1: Das frisch gebackene Ehepaar ..."
Version 2: Das frischgebackene Ehepaar ..."
Mahlzeit! Die neue Regelung läßt nun die jeweilige Variante 2 nicht mehr zu, was zu völlig unnötigen Zweideutigkeiten führt. Gleichzeitig werden die Wörter miesmachen, leichtfallen und frischgebacken regelrecht vernichtet. Es gibt zahllose andere Beispiele dieser Art. Allein über 100 Wörter, die mit dem Buchstaben "A" beginnen, existieren im neuen Duden nicht mehr. Die hier geforderte Getrenntschreibung ist ein "... unerhörter Angriff auf Sinn und Verstand des Lesers, ..." [2].
Woher soll der Leser wissen, ob der Schreiber nach den neuen oder nach den alten Regeln schreibt?
Ich werde das Buch gut schreiben und den Betrag umbuchen."
Wir wollen fest stellen, was los ist."
Ist das so nach Neuschrieb korrekt? Nein! Obwohl ich mich so gern nach der ... Steigerungsregel §34 (3) richten würde: Hier klappt es nicht. Auch wenn wir gut mit ganz gut und fest mit fester steigern können, finden wir doch im Duden tatsächlich noch die altbekannten Wörter gutschreiben und feststellen, was ja auch vernünftig ist. Nur muß man das eben wissen. Was nützt also obige Regel? Nichts!
Zu den vielen Ausnahmen von den Auseinanderschreiberegeln erläutert die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. nur lakonisch:
"Die Rechtschreibreform hat diesen Bereich neu geregelt. Tendenziell kann man sagen, daß insgesamt mehr getrennt geschrieben wird als bisher, um die einzelnen Teile des Textes deutlicher kenntlich zu machen. Das führt dazu, daß ein Text leichter zu lesen ist." [3]
Bei mir "führt das dazu", daß meine Sachlichkeitsgrenze überschritten zu werden droht, und ich muß mich beim Schreiben dieser Zeilen arg zusammen reißen". Wieder falsch! Nach neuem Duden schreibt man wie bisher zusammenreißen. Man schreibt außerdem
auseinander reißen", jedoch zusammenreißen,
auseinander setzen", jedoch zusammensetzen,
auseinander halten", jedoch zusammenhalten ...,
und das kann man sich ja auch ganz leicht merken ... Es gibt überraschend viele solch kuriose Kombinationen, und ich verweise an dieser Stelle mit großer Freude auf die im Anhang empfohlene Wörterliste von Stephanus Peil [11] ....
Aber der Hammer kommt jetzt! Ich zitiere die Erläuterung E4 des so überaus aufgeblasenen §34 aus [4]:
"Lässt sich in einzelnen Fällen der Gruppe aus Adjektiv + Verb ... keine klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen, so bleibt es dem Schreibenden überlassen, ob er sie als Wortgruppe oder als Zusammensetzung verstanden wissen will."
Das hätte man wahrlich billiger haben können! Der ganze §34 ist für die Katze, und das gehört sich auch so! Die Regelerfinder überlassen die Deutung wieder mal allein dem Schreibenden, und der Leser kann zusehen, wie er mit der klaren Entscheidung" des Schreibers klarkommt. Probieren wir das mal aus: Ich entscheide, daß ich klarkommt als Zusammensetzung" sehe. Der Schreibschwache dagegen schaut in den Duden, findet klar kommt" (ähnlich klar werden") und entscheidet, daß er dies als eine Wortgruppe" versteht. Und nun? Klar komme ich!
Doch ich darf mich trösten: In [2] wird anschaulich gezeigt und belegt, daß die heutigen Ausgaben der einschlägigen Wörterbücher unterschiedlicher Verlage unverantwortlich krasse Unterschiede aufweisen und damit das Chaos und die bestehende Verunsicherung noch forcieren. Schade um's Geld: Duden, Berthelsmann, Eduscho, ALDI, ... das alles kann man sich heute sparen, da nutzlos.
Was bewirken Krebs erregende" Stoffe? Was ist ein sicher wirkendes" Mittel? Erregen die Stoffe den Krebs, oder sind die Stoffe krebserregend, d. h. schädlich für uns? Wirkt das Mittel nur höchstwahrscheinlich (sicherlich) oder ist es ein sicherwirkendes Mittel, d. h. wirkt es ganz sicher? Meine Damen und Herren Reformer, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß unsere Schriftsprache beide Schreibweisen braucht, die getrennte und die nichtgetrennte! Mit der Herausnahme zusammengesetzter Wörter schränken Sie unseren Wortschatz und damit die Möglichkeiten des Transformationsmittels Schriftsprache derart ein, daß wir nicht mehr vernünftig schriftlich kommunizieren können! Ich zitiere aus dem neuen Duden [4]:
Eine weit gereiste Forscherin".
Nach klassischer Schreibweise wäre die Bedeutung klar: Es handelt sich um eine Forscherin, die eine weite Strecke zurückgelegt hat, die wegen uns weit gereist ist. Nach Neuschrieb hätten wir ein Problem: Könnte es sich da nicht auch um eine weitgereiste, also überall in der Welt herumgekommene Forscherin handeln? Das Wort weitgereist gibt es ja nicht mehr! Wenn ich den Duden unter dem Buchstaben w jetzt nicht schließe, werde ich irre. Nur leider sieht es anderswo im Nachschlagewerk nicht viel anders aus, so vieles ist rot markiert ...
Wie schreibt man zusammenschreiben, zusammen oder aus-einander?" fragte ich neulich einen Kollegen. Ich würde sagen: zusammen." meinte er. Nein, stimmt nicht." erwiderte ich. Dann eben wohl doch auseinander?" Auch nicht richtig." und er schlug vor: Schauen wir in den Duden!" Und wir schauten in ein nichtreformiertes Exemplar von 1990 [12]. Wie erwartet, fanden wir beide Varianten, und wir fragten uns nun, welche wir annehmen sollten:
zusammenschreiben im Sinne von irgend ein Zeugs zusammenschreiben"
zusammenschreiben im Sinne von nicht auseinander"
zusammen schreiben im Sinne von gemeinsam schreiben"
An dieser Stelle wird es richtig schwierig. Die fakultative Zusammenschreibung ist ein Kapitel, bei dem uns ein Nachschlagewerk nur bedingt helfen kann. Wie wir gesehen haben, ergibt sich die korrekte Schreibung, d. h. eine für den Leser verständliche Schreibung, hier erst aus dem inhaltlichen Zusammenhang oder aus dem gewünschten Satzkern:
Wir wollen den Text zusammenschreiben."
Wir wollen den Text zusammen schreiben."
Die Frage, ob wir einen Begriff zusammen- oder auseinander schreiben müssen, dürfen wir nicht stellen, ohne zusätzlich zu fragen: In welchem Zusammenhang steht der Begriff?" Die Antwort gibt uns ein Nachschlagewerk nur insofern, als daß es uns beim Nachschlagen selbst nach dem Zusammenhang fragt und uns dann in der Regel mehrere Vorschläge in die Hand gibt. Was wir dann als korrekt empfinden, müssen wir jedoch ganz alleine entscheiden. ICKLER löst das in [13] auf galante Weise: Die fakultativen Zusammenschreibungen kennzeichnet er in seinem neuen Nachschlagewerk mit einem Unterbogen, wobei er beide Varianten kurz erläutert. Die Rechtschreibreform versucht nun eine Reglementierung der Schreibung von Begriffen, die fakultativ zusammengeschrieben werden können, in Richtung Auseinanderschreibung. Das funktioniert aber nicht, wie wir bereits weiter oben gelernt haben, weil beide Schreibungen ihre Berechtigung und ihren Sinn haben!
Mit der Zwangsauseinanderschreibung von zusammengesetzen Wörtern verschwinden diese Wörter aber nicht nur aus dem Transformationsmittel Schriftsprache und fehlen im Duden, sondern diese Wörter gibt es dann auch nicht mehr in der artikulierten Sprache, zumindest nicht, wenn man einen gelesenen Text spricht. Und das kann ja wohl nicht sein! Offenbar doch, denn:
Der Kuriositäten ist kein Ende
Hoch stehende Persönlichkeiten geben uns weitere beispielhafte Absurditäten auf den Weg:
hoch begabt", aber: hochbetagt
hoch geachtet", aber: hochberühmt
gleich lautend", aber: gleichnamig
Musik liebend", aber: tierliebend
Unheil bringend", aber: heilbringend
Platz sparend", aber: zeitsparend
Eis laufend", aber: seiltanzend
getrennt leben", aber: zusammenscheißen
schwarz malen", aber: schwarzsehen (!)
Offenbar sollen wir auch in Neuschrieb unterscheiden können sollen, ob mir mein Chef die Meinung sagen oder mit mir gemeinsam aufs Klo gehen will. Im Beispiel schwarz malen / schwarzsehen sind beide Wörter sogar annähernd gleichbedeutend: etwas pessimistisch darstellen bzw. pessimistisch sein! Oh, wie geistreich!
· Nach welchen geistreichen neuen Regeln soll der Schreibende hier die korrekte Schreibweise finden?
Aber die Reformer setzen noch eins drauf:
jemanden zufrieden stellen", aber:
jemanden zufriedenerstellen (!)
Was ist hier passiert? Keine Ahnung! So steht es im neuen Duden [4]. Das Wort zufriedenstellen wurde eliminiert, nur in der Steigerungsform existiert es noch: Ein Wort, welches es nicht gibt, kann gesteigert werden, welch schelmische Idee! Und wer den Duden kauft, ist ein zufrieden gestellter" Kunde! Was ist ein zufrieden gestellter" Kunde? ...
Zu Weihnachten wollen wir heimlichtun,
sonst müssen wirs nämlich heimlich tun."
Dieser Reim ist in einer meiner Sternstunden entstanden und wäre in Neuschrieb gar nicht mit dieser hohen poetischen Qualität notierbar: Das Wort heimlichtun, so wichtig vor allem für Kinder, wurde abgeschafft. Ja, für Dichter und Schriftsteller brechen schwere Zeiten an. Schreiben sie in Neu", haben sie ein grundsätzliches Problem, schreiben sie in Klassisch", werden sie von den Kindern als altmodisch eingestuft oder gar ausgelacht. Eltern sollten ihre Bibliotheken verschließen, sonst entdecken ihre Kinder womöglich eine bessere Schreibweise als die, die sie in der Schule lernen! Ich finde das alles belämmert". Oh, Du armes Jungschaf, für welchen Unfug mußt Du heute herhalten! Das Blässhuhn" wird zum blassen Huhn ...
Schreiben wir eigentlich behemmert oder behämmert? Neben eines Besseren ist nun auch eines Bessren" zugelassen. Wem nutzt das? Vielleicht nutzt das der allein stehenden Frau. Stützt sie jemand? Nein, aber sie ist allgemein gebildet ... und hat ihre Beine übereinander geschlagen. Aua! Wir wollen es ihr nicht übel nehmen. Sie hat eine tief schürfende Wunde. Die Wunde wird also noch drei Tage lang ordentlich tief schürfen. Und danach hat die Frau dann eine tiefstschürfende Wunde. Sie ist heute sowieso schlecht gelaunt, aber nicht unbedingt missgelaunt. Sie hat nämlich eine vorwärts weisende Entdeckung gemacht, die allerdings nicht zukunftsweisend ist. Experten schätzen die hoch gewachsene Dame als weit schauend. Sie hat offensichtlich gute Augen und ist weitsichtig. Somit kann sie gut Rad fahren und bergsteigen. Sie beherrscht die hohe Schule des Kletterns. Ihre Tochter spielt Klavier, aber die wird bald flöten gehen. Sie hat nämlich ihre alten Lieder wieder entdeckt ...
Die Rechtschreibreform ist einzig dafür gut, um ein wenig Spaß zu haben. Ich verzichte jetzt bei den folgenden Neuschriebkuriositäten einfach mal auf die Kursivdarstellung:
Oh, Geliebte, wollen wir doch unser Hühnchen gar kochen und braten!"
Geliebter, komm, laß uns voll fressen."
Ja, laß uns voll hauen!" ...
Wir müssen versuchen, gleich dahinter zu kommen und wollen das Ergebnis sehr ernst nehmen" ...
Da hätte man lieber alles beim Alten (bei wem?) lassen sollen (Verzeihung, ich hätte den Alten kursiv" schreiben sollen).
Der Einfluß auf die Sprechweise
ist unüberhörbar. Die neuen Regeln verursachen vielerseits nicht nur eine Sinnentstellung des zu übermittelnden Inhaltes einer Nachricht, sondern gleichzeitig eine Unsicherheit beim Lesen und folgerichtig auch beim Sprechen, d. h. beim lauten Lesen ... Diese Eingriffe in die Lese- und Sprechweise sind die scheußlichsten, die die Reform überhaupt verursacht. Nehmen wir das Beispiel von oben:
Sie ist allgemein gebildet, hilfsbereit und nett."
Wir lesen mit der Betonung auf beiden Wörtern. Die Wörter allgemein und gebildet haben gleiches Gewicht und unabhängig voneinander jedes seine eigene Bedeutung. Hieße der Satz
Sie ist allgemeingebildet, hilfsbereit und nett.",
läge die Betonung auf dem Wortteil allgemein. Beide Sätze haben selbstverständlich unterschiedliche Bedeutung. Oder auch nicht? Wenn wir sichergehen könnten, daß der Schreiber den obigen Satz nach den bisher gebräuchlichen Regeln schrieb, wäre die Aussage klar: Die Dame ist im allgemeinen recht gut gebildet und zudem noch hilfsbereit und nett. Denn nach den bisherigen Regeln gäbe es ja außerdem noch das Wort allgemeinbildend im Sinne von Allgemeinbildung, aber das hat der Schreiber nicht verwendet und somit auch nicht gemeint. Wenn wir jedoch wissen, daß uns der Schreiberling mit Neuschrieb volltextet, dann können wir genaugenommen mit diesem Satz nichts anfangen, denn das Wort allgemeinbildend gibt es ja nicht mehr, und es wären zwei Varianten möglich.
· Wir können nicht wissen, welche Regeln der Schreibende anwendet, und wir können bestenfalls ahnen, ob ein Schreibender nach Neuschrieb schreibt oder generell nur Fehler macht.
Noch etwas auffallender kommt die Sprachbeeinflussung im folgenden Beispiel zur Geltung, der Leser möge hier selbst ein wenig experimentieren:
Der Arzt gab mir zwar ein sicher wirkendes, jedoch nicht schmackhaftes Mittel." ...
Eine Folge der Neuschreibung nach der Stammprinzipregel ist u. a., daß die Vokale "e" und "ä" gegenseitig ausgetauscht werden. Beispiel:
belemmert wird zu belämmert". Das wiederum bedingt eine andere Sprechweise "ä" statt "e", auch wenn es sich hierbei wegen des kurzen Vokals nur um eine kleine, fast unhörbare Nuance handelt. In jedem Falle versucht aber der Sprechende, ein "ä" statt ein "e" zu artikulieren. Er formt seinen Mund anders als gewohnt. Wozu haben wir denn schließlich das "ä"?! Ursprünglich hatte ich vor, das Wort Wächte (Schneeüberhang) als Beispiel für diesen Sprachmißbrauch zu verwenden, aber ich habe es im Duden nicht gleich gefunden. Das Wort Wächte gibt es nämlich nicht mehr. Dafür ist ein neues Wort entstanden: Wechte"! Anyway, auch die Gemse geht, und dafür kommt die Gämse". Und bitte Mund auf beim Sprechen, Leute: Äääää"...! Wir wollen nun diesen üblen Mis(s)thaufen verlassen und versuchen, über ein kleines Personalpronomen nachzudenken.
Die persönliche Anrede
... kann in Zukunft klein geschrieben werden. Ich hab's noch nicht bei meinem Chef probiert. Na gut, mit dem bin ich nicht per Du. Und das müssen die Kleinschreibungserfinder gewußt haben, denn beim "Sie" bleibt inkonsequenterweise wieder mal alles beim alten.
"Die überbetonte Ehrfurcht des einen vor dem anderen ist nicht mehr im Sinne unserer Zeit", führt hierzu das eingangs erwähnte Papier [3] aus. Außerdem sei das in anderen Ländern, beispielsweise in England, schon immer so üblich. Logisch, denn dort hat man ja einen eigens dafür zuge-schnittenen Wortschatz!
· Wieso zwingt man mich, ein groß geschriebenes Du als "überbetonte" Ehrfurcht zu interpretieren?
Abgesehen von der Tatsache, daß die gegenseitige Achtung und Wertschätzung der Menschen in unserem Lande immer mehr den Bach runtergeht und die Umgangsformen immer rauher und wir uns immer fremder werden, ist dieser Vorschlag auch rein grammatikalisch unter aller Würde ...
Ich bedaure die Personalpronomen, die ein so unscheinbares, bescheidenes, nebensächliches Dasein in der deutschen Sprache führen müssen, obwohl sie doch eigentlich so wichtig sind, weil sie wie keine andere Wortkategorie die entscheidende Verbindung zu den Menschen darstellen.
Ach, du heiliger Vater
Ist ein Heiliger Vater eigentlich auch ein heiliger Vater? Den Sprachzerformern ist nichts heilig. Warum wollen wir nun nicht mal mehr die paar Eigennamen akzeptieren? Begreifen die Reformer denn nicht, daß ein hohes Haus" ja nun mal etwas ganz anderes ist als ein Hohes Haus?
Die Ableitungen von Eigennamen werden in Zukunft klein geschrieben. Wenn die Grundform des Namens betont werden soll, kann man den Namen zwar groß schreiben, muß dann jedoch die Endung mit einem " ' " abtrennen." [3]
So die neue Regel. Und wofür brauchen wir die? Soll mir mein Dreikäsehoch neuerdings diktieren dürfen, ob die Grundform des Namens betont oder nicht betont werden darf? Ich baue einen enormen Widerstand gegen die Nutzlosigkeit dieser neuen Regel auf.
Dabei führt mich das Stichwort Widerstand zum Herrn Ohm. Ich glaube nicht, daß jeder Mensch der Welt diesen Herrn Ohm kennt, auch wenn dieser Guru der Elektrotechnik das so berühmte und überaus wichtige Ohmsche Gesetz formuliert hat. Wenn wir aber in Zukunft das Ohmsche Gesetz klein schreiben sollen, geht völlig die Information darüber verloren, daß es sich bei ohmsch" nicht um ein klassisches Adjektiv handelt, sondern daß diese Bezeichnung im Zusammenhang mit der Ehrung einer offensichtlich bedeutenden Persönlichkeit zu sehen ist. Das ohmsche Gesetz" wird dann dem komischen Gesetz gleichgesetzt. Der Unfug läßt sich aber noch steigern, denn die neue Regel läßt ja nun neben das ohmsche Gesetz" gleichzeitig auch noch die Schreibweise das Ohm'sche Gesetz" zu. Also, was nun? ...
Trennung eines Zuckerbäckers
Die Überschrift deutet wegen des inzwischen berühmt gewordenen Wortes Zucker darauf hin, daß wir das Thema der korrekten Trennung längerer Wörter nicht links liegenlassen wollen. Tja eben, die längeren Wörter! Warum sollen wir in Zukunft den
A - bend"
trennen dürfen? Was soll dieser einsame Buchstabe am Ende der Zeile? Was hat das mit Vereinfachung zu tun? Ist A eine Silbe? Kann man dem ach so braven Schüler tatsächlich nicht beibringen, daß es Wörter gibt, die eben nun mal nicht getrennt werden können?
Hinzu kommt die Tatsache, daß sich Wörter, die auf diese Weise getrennt werden, schwer lesen lassen. Durch die räumliche Distanz zwischen Zeilenende und neuem Zeilenanfang beherbergt der allein zurückbleibende Einzelbuchstabe nur einen kleinen Rest der Information des Wortes. Darüber hinaus bewirken die nahezu freizügigen neuen Trennregeln, daß ein Wort in unterschiedlichsten Schreibweisen auftreten kann. Und das kann nicht Sinn eines Regelwerkes sein.
"Trenne nie 'st', ...". Ich bedaure so sehr den Wegfall dieser klassischen, liebevollen Eselsbrücke, die -zig Millionen Menschen übermittelt worden ist, die einem nie wieder aus den Gedanken verschwindet ...
Trennen wir doch einfach mal ein paar st-Wörter oder lassen wir sie durch unseren Computer trennen [15]:
· Lachs - türme
· Wachs - tube
· Schnees - türme"
· Musikantens - tadel"
· Esss - tube"
· Dis - tanz"
Welch eine Narretei! Ich will an dieser Stelle einräumen, daß ja "tz" oder "sp" schon immer nach dieser neuen Möglichkeit getrennt wurden und somit in diesem Falle durchaus eine Vereinfachung nachvollziehbar ist. Aber: Warum sollen wir beim "ck" nun wiederum genau das Gegenteil machen?
Zu - cker",
sagt der Neuschrieb! Die alte Regel forderte:
Zuk - ker.
Was ist hieran so schlimm? Und trennen wir in Zukunft
· Ka - tze",
· Tee - nager",
· Obst - ruktion",
· Ha - mmer",
· ba - cken",
· To - nne"?
· Fußballa - bend",
· Fraktion - schef",
· Schlos - sturm",
· Messer - gebnis"?
Oder gar
· Mes - ser - gebnis"?
Die Trennung
bak-ken
liest sich leichter als ba-cken", wenn man die Zeilenschaltung berücksichtigt. Der k-Laut wird nämlich angekündigt. Eine vernünftige Trennung des
Mes-sergebnisses
scheitert folgerichtig an der Substitution des "ß" durch "ss" (siehe Kapitel Das ß und andere Doppelkonsonanten"!)
Geschriebene Wörter trennt man am Zeilenende so, wie sie sich bei langsamem Sprechen in Silben zerlegen lassen" [4], §107.
Was ist langsam? Kein Kommentar! ...
(Fortsetzung kommt noch)
Richtig! Meine Vertrauensseligkeit ist nicht stark entwickelt!
Und ich warte schon auf die "Beschwerden", mit was für off-topic-Müll ich das arme Forum zuschreddere 
Als hätte sich jemand dafür Speicherplatz "aus seinem eigenen Fleisch" schneiden müssen...
Na ja, mal sehen 
(Sarkasmus off)
gesamter Thread:
- Off Topic - Orthographische Konterrevolution - Hurra! -
Ekki,
06.08.2004, 16:06
- Re: Off Topic - Orthographische Konterrevolution - Hurra! - Sven74, 06.08.2004, 16:20
- Re: Off Topic - Orthographische Konterrevolution - Hurra! - Garfield, 06.08.2004, 17:46
- Re: Off Topic - Orthographische Konterrevolution - Hurra! - michail, 06.08.2004, 19:06
- Ich find's schade, ... -
Peter,
06.08.2004, 22:50
- Was ist daran schade? (n/t) -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 00:19
- Re: Was ist daran schade? -
Odin,
07.08.2004, 01:05
- ob klein oder groß - Dreck sollte sich nie durchsetzten. -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 18:04
- Re: ob klein oder groß - Dreck sollte sich nie durchsetzten. -
Odin,
07.08.2004, 20:30
- Interpretationserläuterung -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 21:04
- Re: Interpretationserläuterung -
Odin,
07.08.2004, 22:32
- absurder Rückschluß -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 23:07
- Re: absurder Rückschluß -
Odin,
08.08.2004, 02:22
- Der Herr vergibt dir, mein Sohn. Ich erteile dir die Absolution ;-) (n/t) -
Der Eman(n)ze,
08.08.2004, 14:01
- Re: Der Herr vergibt dir, mein Sohn. Ich erteile dir die Absolution ;-) (n/t) - Odin, 09.08.2004, 02:58
- Der Herr vergibt dir, mein Sohn. Ich erteile dir die Absolution ;-) (n/t) -
Der Eman(n)ze,
08.08.2004, 14:01
- Re: absurder Rückschluß -
Odin,
08.08.2004, 02:22
- absurder Rückschluß -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 23:07
- Re: Interpretationserläuterung -
Odin,
07.08.2004, 22:32
- Interpretationserläuterung -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 21:04
- Re: ob klein oder groß - Dreck sollte sich nie durchsetzten. -
Odin,
07.08.2004, 20:30
- ob klein oder groß - Dreck sollte sich nie durchsetzten. -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 18:04
- Re: Was ist daran schade? -
Odin,
07.08.2004, 01:05
- Was ist daran schade? (n/t) -
Der Eman(n)ze,
07.08.2004, 00:19
- ENDLICH! Wurde ja auch langsam Zeit! (Link inside) -
Der Eman(n)ze,
06.08.2004, 23:35
- Korrektur: "ß" = "Konsonant", nicht "Vokal" (n/t) - Der Eman(n)ze, 06.08.2004, 23:46
- Gibts keine drängenderen Probleme? -
Andi,
07.08.2004, 15:57
- Re: Gibts keine drängenderen Probleme? -
Jolanda,
07.08.2004, 17:04
- Re: Gibts keine drängenderen Probleme? -
Andi,
11.08.2004, 02:29
- Re: Gibts keine drängenderen Probleme? - Jolanda, 11.08.2004, 13:42
- Re: Gibts keine drängenderen Probleme? -
Andi,
11.08.2004, 02:29
- Kein drängendes Problem? -
Nick,
08.08.2004, 07:01
- Kein drängendes Problem? (Fortsetzung) -
Nick,
08.08.2004, 07:08
- Re: Kein drängendes Problem? (Fortsetzung) - Ekki, 08.08.2004, 19:59
- Re: Kein drängendes Problem? - michail, 10.08.2004, 18:19
- Kein drängendes Problem? (Fortsetzung) -
Nick,
08.08.2004, 07:08
- Re: Gibts keine drängenderen Probleme? -
Jolanda,
07.08.2004, 17:04