Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Vom Anlesben und Körbe geben...

Xenia, Wednesday, 20.08.2003, 20:23 (vor 8204 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Vom Anlesben und Körbe geben... von Garfield am 18. August 2003 11:01:45:

Hallo, Garfield!

"Das würde im Endeffekt heißen Männer sind nur durch Frauen determiniert."
Nicht nur, aber natürlich ist es so, daß Männer versuchen, Frauen zu gefallen. Wie ja umgekehrt auch Frauen versuchen, Männern zu gefallen.

Leider - das Leben wäre einfacher, wenn es nicht so wäre...

"Aber viele Frauen sehen in diesem Mehr an körperlicher Kraft auch einen nachteil, denn wer kräftiger ist als ich, der kann mir schnell weh tun ..."
Das glaube ich nicht. Das sind rein logische Erwägungen, bei der Partnerwahl läuft aber vieles mehr instinktiv ab. Natürlich finden viele Frauen einen aggressiven Schläger nicht unbedingt toll (wobei es allerdings auch da Ausnahmen gibt), aber ein gewisses Mindestmaß an körperlicher Kraft wird schon vorausgesetzt. Deshalb muß der Traummann ja immer auch größer sein, wobei dann allerdings ein großer, aber sehr schlanker (und damit auch nicht muskulöser) Mann in der Regel nicht als Traummann gilt.

Und wie finden solche Männer trotzdem Frauen ?

"Also ich bezweifle nicht, dass auch mir ein Mann, der einen Kopf niedriger ist als, nicht grade mein Traumpartner ist, ..."
Also hat so ein Mann dann schon mal einen Minuspunkt, ...

Nun, ich sehe nicht sämtliche Vertreter des männlichen geschlechtes als potentielle Sexualprtner an und ich vergebe auch keine Minuspunkte und wenn ich beim ersten Eindruck eher ablehnend bin, so entscheide ich mich nicht danach, sondern nach einem Gesamteindruck, der sich aus viele Teileindrücken zusammensetzt.

"nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen, so jemanden dennoch attraktiv zu finden."
... den er dann durch etwas anderes ausgleichen muß.

Immerhin ist es einfacher, geringe Größe durch Intelligenz, Charme oder Charakter auszugleichen als umgekehrt ... hast du jemals die große Enttäuschung erlebt, einem äußerlich attraktiven Menschen zu begegnene, um nach zwei Minuten festzustellen, dass es sich um einen kompletten Volltrottel handelt? DER Eindruck bleibt und läßt sich auch nicht mehr durch Körpergröße kaschieren....und sowas gewöhnt man sich auch nicht - ich zumindest nicht.

"Abgesehen davon: es gibt auch viele kleine Frauen."
Das ist für Männer aber in der Regel kein Problem, es sei denn, die Frau ist nur 1,20 m klein.

Obwohl es ab da natürlich auch praktisch wird, dann bezahlt für sie nur noch den halben Preis im Kino ;-) nee, der war jetzt gemein

"Das Problem scheint mir weniger das Individuum zu sein, als die öffentliche Reaktion. Ich meine, stell dir mal ein Paar vor, wo er 2m groß ist und sie die 1,50m gerade mal so streift....."
Ja, klar, aber wenn ein Mann und eine Frau etwa gleich groß sind, wird niemand mit Fingern auf sie zeigen. Das fällt dann gar nicht auf. Trotzdem wünschen sich viele Frauen aber größere Männer. Gleiche Größe reicht also auch nicht aus - er sollte idealerweise ein Stück größer sein. Das weist darauf hin, daß es nicht nur um die öffentliche Meinung geht.

Also, jetzt wird es aber korinthenkackerisch, kommt mir fast so vor, als messe jede Frau mit dem Zentimetermaß nach, ob Er denn nun auch zwei zentimeter größer ist ..... neee, also ich sehe jeden tag in der Uni einen Haufen Leute, die gleich groß sind, oder wo SIE sogar ein paar Zentimeter größer ist - wegen der Schuhe ;-)

"Er braucht nicht immer zu wissen, was er will, aber er sollte eine Perspektive haben..."
Was impliziert, daß er ein gewisses Maß an Lebenstüchtigkeit besitzt. Er sollte also in der Lage sein, sich zumindest selbst zu ernähren und seiner Partnerin zumindest nicht auf der Tasche zu liegen. Woran liegt das wohl, daß viele Männer darauf bei Frauen weniger Wert legen?

Ich habe keine Ahnung, aber es soll mir recht sein, wenn ihr eure Ansprüche mal etwas hochschrauben würdet....

"...und ja, auch etwas durchsetzungsfähig, hat aber meiner Meinung nach weniger damit zu tun dass er ein Mann ist, sondern damit, dass niemand gerne einen Partner hätte, der völlig konfus durch die Welt läuft und sich vor allem drückt...."
Hat das wirklich nichts mit dem Geschlecht zu tun? Es ist auffällig, daß bei Frauen die Meßlatte in jeder Hinsicht grundsätzlich niedriger angelegt wird. Von einer Frau wird nicht unbedingt erwartet, daß sie auf Vollzeit arbeitet und Karriere macht.

Dann schraubt doch mal eure Erwartungen etwas höher, meine Herren, dann wird das auch was...

Tut sie es doch, wird sie als "Powerfrau" bezeichnet und bewundert, auch wenn sie nichts weiter tut als das, was Millionen Männer täglich tun, ohne dafür als "Powermänner" gelobt zu werden.

Naja, also ich kenne eine menge dieser sogenannten Powerfrauen, aber niemand bezeichnet sie so .... weil es ja eben auch nicht nötig ist.

Bei Männern ist so etwas nämlich normal. Bei Frauen jedoch nicht. Bei Frauen wird es anerkannt, wenn sie keine Lust mehr auf den Arbeitsstreß haben, dann einfach aussteigen und sich einen für sie interessanteren, aber schlechter bezahlten Job suchen oder auch einfach Hausfrauen sind und maximal noch auf Teilzeit arbeiten.

Mooment mal, wenn Männer aussteigen und einen schlechter bezahlten, aber interessanten Job machen, dann gilt das als charakterstark!

Männer, die einfach so ihren Beruf aufgeben, um dann eine Tätigkeit auszuüben, die weniger oder sogar gar kein Geld einbringt, werden dagegen als orientierungslose Luftikusse und Drückeberger angesehen. Und zwar auch dann, wenn sie ihren ursprünglichen Job gar nicht freiwillig aufgegeben haben, sondern aus Rationalisierungsgründen entlassen worden sind.

Das ist mir noch nie untergekommen

"Also, woran diese Ehen jetzt scheitern, da wäre ich mal nicht so vorschnell, das kann ja auch daran liegen, dass der Mann sich für seine Rolle als Ernährter schämt. Schließlich ist es durchaus nicht so, dass nur Frauen das "neue" Männerbild noch nicht verinnerlicht hätte, nich wahr, da müssen die Männer auch noch dran knapsen."
Sicher. Aber wieso fühlen sich Männer denn oft unter Druck gesetzt, das Geld heranschaffen zu müssen? Ich hab's auch bei Frauen, die ihr eigenes Geld verdienten und somit eigentlich gar nicht vom Einkommen des Partners abhängig waren, erlebt, daß sie es gar nicht gut fanden, wenn der Partner mal länger arbeitslos war. Und daß dann, wenn er wieder Arbeit gefunden hatte, Bemerkungen kamen wie "es ist schon gut, daß ich jetzt nicht mehr Alleinverdienerin bin". Und zwar auch dann, wenn sie den Partner während seiner Arbeitslosigkeit keineswegs ernähren mußten, da sein Arbeitslosengeld durchaus zum Leben reichte. Aber es war dann eben weniger Geld da, man mußte schon etwas sparsamer sein und konnte sich nicht mehr alles leisten, und da Frauen nun einmal lieber einkaufen als Männer, scheint sie das eben auch mehr zu stören.
Noch extremer dürfte das sein, wenn die Partnerin gar nicht oder nur auf Teilzeit arbeitet. Dann sind die finanziellen Probleme noch krasser, und ich kann mir gut vorstellen, was da dann für Bemerkungen von den Frauen kommen. Glücklicherweise hab ich das noch nie erlebt, aber da es immer wieder vorkommt, daß arbeitslose Familienväter Selbstmord begehen, muß der Druck auf diese Männer enorm hoch sein.

Allerdings ja.

Ich denke, wenn dieser Druck nur von der Umwelt käme und nicht von der Partnerin, dann würde so ein Mann nie auf die Idee kommen, Selbstmord zu begehen. Das tut man nur dann, wenn wirklich alle Lebensbereiche katastrophal aussehen und man kein einziges Stück heile Welt mehr hat, wohin man sich zurückziehen kann. Wenn also auch von der Partnerin anstatt Unterstützung und Trost nur Vorwürfe und zusätzlicher Druck kommen.

"...... dem kann man sich als Mann aber verweigern"
Ja, das kann man. Indem man wie Ferdi überzeugter Single wird. Oder indem man das Glück hat, eine der leider eher seltenen Frauen zu finden, die kein Problem damit haben, auch mal den Partner langfristig mitzuernähren und ihn deshalb nicht als unzureichenden Partner anzusehen.
Viele Männer möchten aber keine Singles sein, und sie haben auch nicht das Glück, eine Partnerin zu finden, die wirklich schon so modern denkt. Zwar geben viele Frauen heute vor, so zu denken, aber spätestens, wenn dann irgendwann das erste Kind kommt, dann sind die althergebrachten Rollenmuster auf einmal wieder aktuell.

Ok, das muss ich nicht weiter kommentieren

Best wishes, xenia


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