Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Vom Anlesben und Körbe geben...

Garfield, Thursday, 14.08.2003, 13:04 (vor 8210 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Vom Anlesben und Körbe geben... von Xenia am 13. August 2003 20:22:22:

Hallo Xenia!

Aber wieso sind denn Männer so sehr darauf bedacht, nur ja niemals für schwul gehalten zu werden? Kann das vielleicht damit zusammen hängen, daß sie genau wissen, daß Frauen Schwule für unmännlich halten und deshalb eben Männer, die sich "schwuchtelig" benehmen, nicht als vollwertige Partner einstufen?

Du meinst, Frauen erwarten nicht von Männern, daß sie männlicher als sie sind? Nun, was macht denn einen Mann aus?

Erstmal ist ein Mann im Durchschnitt kräftiger als eine Frau. Frauen ist dieser Unterschied sehr wohl wichtig. Deshalb wünschen die allermeisten Frauen sich einen Partner, der größer, also eben "männlicher" ist als sie. Wohl jeder kleinwüchsige Mann wird dir bestätigen, daß geringe Körpergröße für Männer bei der Partnersuche ein enormes Handicap darstellt.

Dann wird Männern im Allgemeinen eine größere Durchsetzungsfähigkeit zugesprochen. Auch darauf legen viele Frauen Wert. Man hört von Frauen immer wieder Aussagen dahingehend, daß ihr Partner durchsetzungsfähig sein, daß er immer wissen solle, was er will, usw. Auch in der Hinsicht erwarten Frauen, daß Männer "männlicher" sind als sie.

Und nicht zuletzt sind es nach wie vor vor allem die Männer, denen die Ernährer-Funktion zugeschoben wird. Heute gibt es zwar durchaus viele Frauen, die kein Problem damit haben, ihr eigenes Geld zu verdienen und wirklich zumindest vorläufig keinen Mann als Ernährer brauchen. Sehr viele Frauen haben aber nach wie vor ein Problem damit, wenn sie den Partner ernähren müssen. Das wird nur kurzzeitig akzeptiert, sobald sich aber abzeichnet, daß es zum Dauerzustand wird, ist das für viele Frauen nicht mehr akzeptabel. Deshalb ist die Scheidungsrate bei Ehen, in denen sie wesentlich mehr als er verdient oder wo er sogar gar kein eigenes Einkommen hat, deutlich höher als bei Ehen, in denen es umgekehrt läuft. Männer, die sehr gut verdienen, haben laut Statistik viel bessere Chancen, ihre Ehen dauerhaft zu erhalten.

Frauen wird deshalb zuweilen Geldgier vorgeworfen, aber ich glaube nicht, daß das - von Ausnahmen abgesehen - ihr wesentlicher Beweggrund ist. Ein Mann mit hohem Einkommen gibt ihnen eben ein Gefühl der finanziellen Sicherheit und die Gewißheit, daß sie jederzeit aus ihren Jobs aussteigen könnten, wenn sie z.B. Kinder möchten oder wenn der Job ihnen einfach keinen Spaß mehr macht und sie sich gern anderweitig "selbst verwirklichen" würden. Tatsächlich nutzen viele Frauen diese Möglichkeiten auch irgendwann. Selbst bei weiblichen Führungskräften kommt es häufiger vor, daß sie ihren Job einfach an den Nagel hängen und aussteigen als bei ihren männlichen Kollegen. Letztere haben eben meist Familien zu ernähren und können es sich deshalb nicht leisten, ihre Jobs einfach aufzugeben. So sind sie gezwungen, den beruflichen Streß und auch damit verbundene gesundheitliche Beeinträchtigungen in Kauf zu nehmen. Frauen müssen das so nicht unbedingt, wenn sie einen gut verdienenden Mann an der Seite haben. Und das empfinden viele Frauen offensichtlich als sehr angenehm. Auch da möchten sie also einen Mann, der "männlicher" ist als sie selbst und so klaglos die Ernährer-Rolle übernimmt und bis zum Rentenalter durchhält.

Freundliche Grüße
von Garfield


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