Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Empirische Methoden

Garfield, Thursday, 24.07.2003, 14:30 (vor 8231 Tagen) @ Xenia

Als Antwort auf: Re: Empirische Methoden von Xenia am 23. Juli 2003 21:16:57:

Hallo Xenia!

"...Zivildienstleistende arbeiten normalerweise nicht jahrelang in so einem Altenheim (z.B.), also nehme ich an, dass sie schlichtweg noch nicht so gefrustet sind"

Na ja, ich bin mir nicht so ganz sicher, ob es weniger frustrierend ist, für einen Hungerlohn einen Zwangsdienst ableisten zu müssen, während man diese Zeit weitaus sinnvoller für Ausbildung und erste Berufserfahrungen nutzen könnte.

Ich selbst habe zwar keinen Zivildienst geleistet (so etwas gab es in der DDR, wo ich aufgewachsen bin, gar nicht), aber im Wehrdienst habe ich erlebt, daß die Mehrheit der Wehrdienstleistenden nicht gerade mit Begeisterung bei der Sache waren. Jeder konnte jederzeit die noch verbleibenden Tage bis zur Entlassung nennen...

Es geht ja auch gar nicht darum, nachzuweisen, daß Frauen gewalttätiger sind als Männer. Es geht vielmehr darum, nachzuweisen, daß die immer wieder nicht nur von Radikalfeministinnen, sondern sogar von offiziellen Stellen geäußerten Behauptungen dahingehend, daß Frauen grundsätzlich so gut wie nie gewalttätig wären, falsch sind.

Dabei geht es nicht einfach nur ums Prinzip. Fatal ist nämlich, daß solche Klischees auch in die Tätigkeit von Polizei und Justiz einfließen. Es hat beispielsweise lange gedauert, bis man sich dazu durchgerungen hat, die Existenz des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms anzuerkennen. Bis in die 80er Jahre hinein waren viele Ärzte, Polizisten und Justiz-Mitarbeiter fest davon überzeugt, daß eine Mutter ihre Kinder niemals vorsätzlich verletzen würde. Erst als die ersten Video-Aufnahmen von Überwachungskameras in Krankenhäusern veröffentlicht wurden, rang man sich dazu durch, anzuerkennen, daß es so etwas eben doch gibt.

Niemand weiß, wie viele Kinder vorher sterben mußten oder dauerhafte Schäden zurück behielten, weil niemand sich die Mühe gemacht hat, das Klischee von der immer treusorgenden Frau und Mutter zu hinterfragen.

Freundliche Grüße
von Garfield



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