Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Heute der "Focus", morgen die "Welt" ;-)

Arne Hoffmann, Wednesday, 09.04.2003, 12:50 (vor 8337 Tagen) @ Alex84

Als Antwort auf: Re: FOCUS-Titelthema Männerdiskriminierung- Natürliche Entwicklung? von Alex84 am 09. April 2003 09:09:19:

Hi Alex,

Hallo an Alle und vor allem: EINEN RIESIGEN GLÜCKWUNSCH AN ARNE!

Danke schön. :-)

Endlich bekommst du eine gewisse Aufmerksamkeit, die dir zusteht! Bleib weiterhin so objektiv und kritisch, wie du bist und ruh dich bitte nicht auf deinen Lorbeeren aus!

Okay.

Wie wird sich die Männerrechtsbewegung jetzt weiterentwickeln?

Alter Journalisten-Joke: Es ist immer sehr schwierig, Vorhersagen zu treffen, vor allem was die Zukunft angeht. So aus dem Bauch heraus rechne ich mit folgendem:
- Das nächste große Medienthema wird der sexuelle Missbrauch durch Frauen sein, und zwar schon in naher Zukunft.
- Es wird über kurz oder lang eine politische Partei geben, die sich dem Thema Männerdiskriminierung annimmt.
- Es wird zu einer Zusammenarbeit zwischen dem liberalen Teil der Frauenbewegung und dem liberalen Teil der Männerbewegung kommen, was zu Spannungen innerhalb der Männerbewegung führen könnte.
- Ich selber habe natürlich auch noch ein paar Sachen in petto, aber ich werde einen Teufel tun und sie vorher öffentlich ausplaudern. Bei dem "Focus"-Artikel wusste selbst mein engstes Umfeld vorher nur, dass eine Riesen-Migräne-Attacke auf die Radikalfeministinnen zukommen würde. Ich bin da ja ein gebranntes Kind, was Counter-Attacken bis hin zu persönlichen Vertrauensbrüchen angeht.

Womit darf man rechnen (neue Bestimmungen, Gesetze, usw)?

Sehe ich noch nicht. Das Thema wurde gerade erst für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Medien und Politiker müssen weiterhin lange Zeit mit konkreten Verbesserungsvorschlägen gelöchert werden. Wichtig ist halt, dass wir nicht nur jammern, sondern auch Konzepte vorschlagen, was wir eigentlich konkret wollen.

Was wird sich, wenn überhaupt für den "einfachen" Mann ändern?

Als erstes sollte die ständige einseitige Diffamierung von Männern zurückgehen. Das Pendel hat hier beim Ausschlagen inzwischen den äußersten Punkt erreicht und sollte sich jetzt wieder zurückbewegen. Wobei ich natürlich hoffe, dass es nicht genauso extrem in die andere Richtung umschlägt.

Haben sich die Möglichkeiten geändert, etwas für die Männerrechtsbewegung zu tun?

Siehe dazu vor allem das Posting von Nick.

Fest steht: Das Thema Männerdiskriminierung ist seit dieser Woche auf der politischen Tagesordnung. Wer MEIN Buch nicht liest, liest das von Creveld – würden sich unsere Verkaufszahlen addieren, wären wir längst unter den Top-100. Amazon stellt da übrigens nur ein verhältnismäßig kleines Segment aller Buchhandlungen des Landes (und umliegender Länder wie der Schweiz) dar.

Ihr könnt übrigens auch mithelfen, wenn ihr mit dem "Focus" zu eurem örtlichen Buchhändler geht und ihn fragt, ob er die Bücher der aktuellen Titelstory vorliegen habe und wenn nicht, warum bloß nicht, das eine davon sei doch seit anderthalb Jahren auf dem Markt? :-)

Über Crevelds Buch hat gestern übrigens auch die "Welt" berichtet:
"Das arme starke Geschlecht: Schon vor der Geburt diskriminiert.
Männer arbeiten schwerer, sterben früher und haben weniger Rechte als Frauen."
Einzusehen im Internet unter http://www.welt.de/data/2003/04/08/67612.html

Lest den Artikel am besten komplett, hier nur einzelne Zitate:
- "Das kürzlich ergangene Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe, unverheirateten Vätern das Sorgerecht auf ihre Kinder zu verwehren, könnte das Leben von Hunderttausenden Männern beeinträchtigen; trotzdem stieß es auf erstaunlich wenig Widerspruch. In Deutschland wie auch anderswo sind Männer scheinbar nicht in der Lage, die Demontage ihrer sozialen Stellung ernstzunehmen, natürlich nur solange, bis sie sich mit den Folgen auseinandersetzen müssen. (...) Was für das Sorgerecht gilt, trifft auf nahezu jeden anderen Aspekt des modernen Lebens genauso zu; wohin wir uns auch wenden, stoßen wir auf diskriminierte Männer. (...) Doch ist der Einfluss des modernen Feminismus so überwältigend, dass sich nur wenige Menschen beiderlei Geschlechts der wahren Tatsachen bewusst sind. Der Verfasser dieser Zeilen hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen wütend reagieren, wenn sie mit diesen Fakten konfrontiert werden, während Männer nur milde lächeln. Das könnte des Rätsels Lösung sein. In Wirklichkeit ist den Frauen klar, dass sie eine Vorzugsbehandlung genießen, daher wehren sich gegen jeden Versuch, ihnen ihre Privilegien wegzunehmen. Und Männer wissen genau, dass man sie zu `Eseln des Hauses´ gemacht hat, wie das arabische Sprichwort besagt. (...) Während der letzten dreißig Jahre hat es eine Flut feministischer Propaganda gegeben. Sie macht uns für alles verantwortlich, für die `Diskriminierung´ von Frauen bis hin zu ihrer `Misshandlung´ und `Unterdrückung´, und zwar so überzeugend, dass nur noch die wenigsten Menschen wissen, dass die Situation genau umgekehrt ist. (...)"

Herzlicher Gruß

Arne


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