Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: FOCUS-Titelthema Männerdiskriminierung

Garfield, Tuesday, 08.04.2003, 12:54 (vor 8338 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: FOCUS-Titelthema Männerdiskriminierung von Ferdi am 07. April 2003 15:10:12:

Hallo Ferdi!

Das Problem, daß du ansprichst, sehe ich auch. Also eben, daß sich viele Männer von Frauen in die Situation drängen lassen, daß sie für Sex nicht nur ebenfalls Sex, sondern auch noch zusätzlich diverse materielle Leistungen geben müssen.

Das ist aber nur ein Aspekt einer sehr komplexen Problematik. Es ist doch offensichtlich so, daß es bei Männern Ur-Instinkte gibt, die sie dazu bringen, ihre Partnerinnen in jeder Hinsicht zu unterstützen. Susu und Alex werden jetzt sicher wieder einen dicken Hals kriegen, wenn sie das Wort "Ur-Instinkt" lesen, aber ich behaupte keineswegs, daß nur Instinkte der Grund für solches männliche Verhalten sind. Natürlich spielt auch Erziehung eine Rolle, und Jungen bzw. Männer werden nach wie vor dazu erzogen, später die Ernährer-Rolle zu übernehmen.

Das ist ja erst einmal nicht schlimm. Für eine Partnerschaft ist es durchaus wichtig, daß man bereit ist, einander zu unterstützen und auch mal zugunsten des Partners zurückzustecken. Und auch Frauen haben durchaus Ur-Instinkte, die sie dazu bringen, ihre Partner zu unterstützen. Früher war das ein Geben und Nehmen. Beide Geschlechter waren nicht nur instinktiv bemüht, einander zu unterstützen, sondern sie wurden auch von der Gesellschaft dahingehend erzogen.

Wie genau die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau dann aussah, spielt dabei gar keine Rolle. Oft war es so, daß die Frau sich vorwiegend auf das häusliche Umfeld konzentrierte, während der Mann mehr in der Außenwelt tätig war. Aber da es auch wichtig war, daß Mann und Frau sich notfalls gegenseitig ersetzen konnten, war die Aufgabenverteilung meist durchaus nicht festgeschrieben. Das spielt aber eigentlich eben keine Rolle. Der wesentliche Punkt war, daß sowohl Männer als auch Frauen bereit waren, ihren Beitrag in einer Partnerschaft oder Ehe zu leisten.

Und da gibt es mittlerweile eine immer deutlichere Schieflage. Während an Männer immer höhere Anforderungen gestellt werden, werden Frauen zunehmend dahingehend beeinflußt, ihren Partnern gegenüber auf gar keinen Fall irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Jeder Gefallen, den eine Frau ihrem Partner tut, wird von Feministinnen heute schon als Zugeständnis an das imaginäre Patriarchat bezeichnet. Zwar glauben viele Frauen das eigentlich nicht, und bei vielen Frauen sorgen die alten Instinkte nach wie vor dafür, daß sie durchaus auch mal etwas für ihre Partner tun. Aber trotzdem trägt es dazu bei, Leistungen von Frauen für den Partner immer mehr aufzuwerten, während gleichzeitig Leistungen von Männern für ihre Partnerinnen mehr und mehr abgewertet oder sogar völlig ignoriert werden.

Wenn der sexuell/politisch korrekte Gutmensch heute beispielsweise von Hausarbeit redet, dann ist selbstverständlich nur Arbeit von Frauen gemeint. Arbeiten, die üblicherweise von Männern im Interesse beider Partner in und am Haus, im Garten oder am Auto erledigt werden, zählen nicht zur Hausarbeit und werden schlichtweg ignoriert. Die Tatsache, daß Männer im Durchschnitt auf längere Arbeitszeiten kommen als Frauen und damit also auch einen höheren Beitrag zum finanziellen Lebensunterhalt der Familien leisten, wird ebenfalls ignoriert oder sogar noch als Ausbeutung von Frauen dargestellt.

Die Lösung des Problems besteht meiner Meinung nach nicht darin, daß Männer nun nichts mehr für Frauen tun. Nein, sie sollten einfach auch mal höhere Anforderungen an Frauen stellen, also z.B. in der Partnerschaft auch mehr von ihnen einfordern. Nicht nur sexuell, sondern allgemein.

Freundliche Grüße
von Garfield


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