Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Bewährt hat sich in der Vergangenheit vor allem "die Rolle des Opfers"

Max, Fliegentupfing, Saturday, 29.08.2009, 13:24 (vor 6060 Tagen) @ phaidros52

"Die Erfindung des Opfers - die Linke bringt sich in Stellung.

Am Anfang aller linken Politik steht das Opfer. Jemandem ist Unrecht widerfahren: Er wurde in seinen Rechten verletzt, ihm wurde vorenthalten, was ihm zusteht; man hat ihm den Respekt versagt, ihn beleidigt oder gedemütigt. Vielleicht hat man ihn auch einfach übersehen.

Nun geht es darum, Wiedergutmachung zu erlangen. Eine Kompensation für das erlittene, eine entschädigung. Das Opfer kann das nicht allein durchsetzen, es ist schwach, eben deshalb ist es ja zum Opfer geworden. Es braucht einen Interessenvertreter, einen Anwalt, der sich seiner annimmt und ihm zu seinem Recht verhilft. Es muß jemand sein, der sich zurecht findet auf den Fluren der Macht, der weiß, wie man den nötigen Druck aufbaut. So kommt die Linke ins Spiel.
Sie kennt sich aus mit Entschädigungsverfahren; sie hat Erfahrung darin, die Angelegenheiten anderer zu ihrer eigenen zu machen, so ist sie groß und einflußreich geworden. Das Opfer muß nicht mehr tun, als seinen Fall in professionelle Hände zu legen, der Rest ist Politik.
Die Linke war immer Anwalt der Schwachen, davon lebt ihr Ruf, darauf gründet ihr Selbstbild. Sich für andere einzusetzen ist ein nobles Unterfangen und über alle Kritik erhaben. Die Linke hat dieses Selbstverständnis zum Aushängeschild ihrer Aktivitäten gemacht, so als würden ihr die Sorgen um die Mißhandelten und Vernachlässigten allein gehören und nicht auch die Konservativen eine Welt ohne Ungerechtigkeit, Krieg oder Gewalt vorziehen. Ihre Arbeit erledigt sie dabei pro bono, sie verlangt keine Gebühr und keine Beteiligung, ihr Lohn bemisst sich nach anderen Kriterien. Gerade auf der Reinheit ihres Engagements gründet ihre Macht und ihre Reputation. Andere mögen Profit und persönliches Fortkommen verfolgen, die Linke stellt sich ganz in den Dienst der Sache und verschafft sich so einen Kredit, der auch durch Rückschläge und Niederlagen nicht dezimiert werden kann. Über dessen Wert muß sie sich keine Gedanken machen, der ist mit den Jahren stetig gestiegen. Bei moralischem Kapital gibt es keine Wertminderung ( ... )
"

aus "Unter Linken" von Jan Fleischhauer.

Die immer weitere Entdeckung von Opfern sichert die moralische Rechtfertigung der Linken für ihren eigenen Fortbestand. Deswegen werden ständig neue Opfer identifiziert. Das ist wie bei den Feministen: Wurde Dienstag in Deutschland kein neues Detail der Frauendiskriminierung "entdeckt", dann ist am Mittwoch die Genitalverstümmelung von Frauen in Nigeria das Thema, mit dem am Donnerstag dann der weitere Ausbau des Staatsfeminismus hierzulande begründet wird. Linke und Feminismus: Eine Symbiose, der alleine es gelingen konnte, die "Opfer der Opfer" zu erfinden (Palästinenser) - und auch daraus wieder die Rechtfertigung ihrer eigenen Existenz abzuleiten. Der Opferstatus bedeutet Macht und Geld. In Finnland existiert eine Gruppe von Anti-"Audisten", deren Opferstatus kurz vor der offiziellen Anerkennung steht. Die Anti-Audisten erklären alle Heilungsversuche ihrer Schwerhörigkeit zu einem genozidalen Akt, der die Gruppe der Schwerhörigen ausrotten soll. Und das ist KEIN Witz! Sowas wird von Linken heutzutage ernst genommen. Warum wohl?
Die Schaffung des Opfers ist vitales Interesse der Linken. Deswegen bekämpft die Linke jeden, der beschlossen hat, mit seinem Leben selber zurande zu kommen, und der sich jede Einmischung der Politik verbittet. Der eigenverantwortliche, selbstständige Mensch ist geradezu das Feindbild der Linken.

Linke sind bekanntermassen die ... na ja - Max

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"Wenigstens bin ich Herr der Fliegen", sagte der stinkende Scheißhaufen.
(Baal Zebub/Beelzebub - wird übersetzt mit "Herr der Fliegen")


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