Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Anspruchshaltung

kein abel, Wednesday, 13.10.2010, 20:39 (vor 5571 Tagen) @ Borat Sagdijev

Keine Arme keine Kekse. Irgendwann ist schluss.
Was nervt ist dass so viele Leute sich den Ellenbogen angestoßen haben um
sich als Contergan-Opfer zu verkaufen um eine eigene immer gefüllte
Keksdose vor den Mund gehalten zu bekommen.
Wie Frauenförderung.

Ich habe lieber meine Arme als eine staatliche Keksdose. Behinderte und chronisch Kranke nicht krepieren zu lassen, finde ich selbstverständlich. Der Aberwitz ist, dass gesunde Frauen als Schwerbehinderte behandelt werden sollen.

Die Binnenmärkte werden Schwächer weil der chinesische und rumänische
Arbeiter auch was von unserem Wohlstand wollte und es bekommt. Weil die
"Mittelschicht" zum Mediamarkt rennt und das billige china-flat-TV kauft
und nicht den Grundig Fernseher. Unsere Arbeitskosten halfen dabei.
Sie sind auch Schwach weil der Staat einen erheblichen Teil des Geldes in
sein die Binnenmärkte austrocknendes, starres und ineffektives System
zweigt.

Erstmal ist es nicht "unserer Wohlstand". Das es einen Wirtschaftswunderwohlstand gibt, der "uns" einfach zukommt, ist ein Trugschluss. Das Kapital hat kein Vaterland, und ich würde mich nichtwundern, wenn der gediegene Grundig-Fernseher (gibt's Grundig noch?) auch aus China kommt (vielleicht mit deutscher Endmontage, um "Made in Germany" heißen zu dürfen.)
Und die Deregulierung, für die du plädierst, wird "uns" letztlich am "Wohlstand" rumänischer und chinesischer Arbeiter teilhaben lassen. Wenn du produktive Arbeitsplätze in Deutschland erhalten willst, musst du letztendlich das Lohnniveau auf das der ärmsten Länder senken. De facto ist aber die Verlagerung von Produktion ins Ausland nicht zu vermeiden, deshalb wird ja auch überall die "Ressource Wissen" hochgehalten, um mit Produktentwicklung und angewandter Forschung zu punkten. In dem Bereich gibt es allerdings keinen so hohen Bedarf an Arbeitskräften wie früher am Fließband, selbst wenn in manchen Branchen über Fachkräftemangel geklagt wird. Z.Zt. fehlen einige Diplomingenieure, dafür sind die früher so gefragten Diplominformatiker wieder auf der Straße. Wenn jetzt massiv mehr Akademiker ausgebildet werden, wird das auch wieder deren Lohnniveau senken (durch ein Überangebot) und die akademischen Berufe werden zunehmend proletarisiert. Es ist einfach so, dass ein zunehmend großer Teil der Bevölkerung nicht mehr für die Arbeit gebraucht wird, auch wenn wir 20 Millionen Akademiker und 40 Millionen Schuhputzer und Straßenfeger hätten. Da hilft auch keine "Eigeninitiative".


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