Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Anspruchshaltung

Garfield, Wednesday, 13.10.2010, 20:13 (vor 5571 Tagen) @ Borat Sagdijev

Hallo Borat!

Aufgeben der Anspruchshaltung ist eigenverantwortlich.

Na also, dann hab ich doch doch richtig verstanden. Wie sieht es nun mit deiner eigenen Anspruchshaltung aus? Gibst du die auch auf?

Keine Arme keine Kekse.

Aha... Du hast meine Frage nicht beantwortet: Was, bitteschön, kann ein Langzeitarbeitsloser nun konkret tun, um sich wieder mit eigener Arbeit ernähren zu können?

Dein Vorschlag mit dem Contergan ist hierzulande schlecht - soviel ich weiß, gibts das hier nicht mehr. (Im Ausland allerdings schon noch...) Außerdem ging es ja eben um Eigenverantwortung.

Durch die Arbeitskosten (deren Preistreiber ich ja schon erwähnte) ist die Schwelle für einen "Arbeitsplatz" entsprechend hoch.

Ja, und wie soll nun dein Beitrag zur Senkung der Arbeitskosten aussehen? Du hast vage geschrieben, daß du etwas verkaufst. Da könntest du doch mit den Preisen runter gehen, und dann könnten sich deine Kunden auch niedrigere Löhne leisten. Na, wäre das nichts?

Es macht keinen Sinn Arbeitsplätze unter dieser Schwelle anzubieten, die will keiner haben.

Seit mit ALG II aufgestockt werden kann, macht auch das durchaus Sinn. Der Beitrags- und Steuerzahler blecht es ja.

Betteln gehen...

Das nennst du eigenverantwortlich????

Die Binnenmärkte werden Schwächer weil der chinesische und rumänische Arbeiter auch was von unserem Wohlstand wollte und es bekommt. Weil die "Mittelschicht" zum Mediamarkt rennt und das billige china-flat-TV kauft und nicht den Grundig Fernseher.

Du verwechselt da Ursache mit Wirkung. Der Billig-Müll wird gekauft, weil die Kaufkraft sinkt. Das liegt nicht nur an den sinkenden Einkommen, sondern auch an teilweise steigenden Preisen, z.B. für Strom, Gas, Heizöl usw.

Und was die Flachbild-Fernseher angeht: Da gibt es interessante Seiten im Internet, die sehr schön zusammen fassen, wieso da asiatische Produzenten von Anfang an die Nasen vorn hatten und nicht deutsche. Ein kleiner Tipp: Es hat nichts mit den deutschen Lohnkosten zu tun, wohl aber mit massiven Fehlentscheidungen im Management. Siehe dazu auch das Schicksal der deutschen Kamerahersteller. Auch die sind nicht durch zu hohe Lohnkosten in Deutschland untergegangen.

Sie sind auch Schwach weil der Staat einen erheblichen Teil des Geldes in sein die Binnenmärkte austrocknendes, starres und ineffektives System zweigt.

Ja, und dafür hat er im Wesentlichen zwei Gründe:

1. Kann es sehr unangenehm werden, wenn man Millionen Menschen völlig ohne Einkommen sitzen läßt.

2. Gibt es Interessengruppen, die ihre Märkte dadurch erhalten wollen, daß man der Mittelschicht Geld abzieht und es über Sozialleistungen an die Unterschicht verteilt, von wo es dann flugs in die Kassen eben dieser Interessengruppen weiter fließt. Das kann so zwar nicht endlos funktionieren, aber so weit wird ja heute nicht mehr geplant.

Die Welt wird untergehen, und schuld sind die Kapitalisten.

Nein, die Welt wird nicht untergehen, und der Kapitalismus auch nicht. Er wird sich aber verändern, und zwar zum Schaden für die Masse der Bevölkerung.

Freundliche Grüße
von Garfield


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