Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ging es um Evolas Feminismuskritik oder um eure Kapitalismuskritik?

Garfield, Tuesday, 12.10.2010, 21:06 (vor 5572 Tagen) @ Gewaltiger

Hallo Thomas!

... ebenso sind es ihre Ideologien, Kapitalismus und Marxismus.

Ich denke, es geht gar nicht so sehr um Ideologien. Ideologien bleiben entweder brotlose Künste, oder sie werden Mittel zum Zweck. Nur wenn Letzteres der Fall ist, kann es "Weltanschauungskriege", wie du es nennst, geben. Das geschieht dann, wenn zwei mächtige Gruppierungen gegensätzliche Interessen haben. Die Ideologien dienen dann jeder Seite vor allem als eine Art Leim, der ihre Gefolgschaft zusammen hält.

o Anfangs ging es um Armut/Reichtum, um den Erwerbstrieb (frühkindliche Entsprechung: "orale Phase").

Darum geht es immer noch. Das ist einer der wesentlichen Punkte. Übrigens kannst du die Gier nach Macht hier auch schon mit einreihen, denn die findet man auch im Tierreich schon.

Es spielt sich heute nur teilweise in größeren Maßstäben ab. Der "kleine" Mann läßt sich auch heute noch manchmal aus Gier nach Besitz dazu verleiten, z.B. jemanden zu überfallen und auszurauben. Der "große" Mann dagegen hat andere Mittel. Er kann andere ganz legal ausplündern, wenn er dem Staat einen Anteil von der Beute abgibt. Noch komplizierter wird das heute, weil der "große" Mann noch nicht einmal selbst etwas tun muß, um andere auszuplündern - dafür hat er einige "mittlere" Männer (oder auch Frauen), die das für ihn übernehmen. Auf diese Weise wird er auch die Verantwortung dafür sehr einfach los und muß nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen haben. Diejenigen, die für ihn arbeiten, haben meist auch keins, denn sie erfüllen ja alle nur ihre Vorgaben von oben...

Der Geschlechterkampf ist zum einen auch so ein Mittel, um die Ausplünderung der Bevölkerung voranzutreiben. Zum anderen beruht er aber auch auf gewissen Faktoren, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Geschlechtern eingespielt haben. Vor allem darauf, daß Frauen es gewohnt sind, Forderungen an Männer zu stellen, während Männer dazu neigen, Frauen möglichst alles recht zu machen. Wenn Frauen aber keine Grenzen gesetzt werden, dann fordern sie immer mehr und mehr, und die Männer strampeln sich ab, um es ihnen weiterhin recht zu machen. Das geht aber nicht lange gut, und schon haben wir einen massiven Konflikt.

Das, was du als "kapitalistisch-marxistischen Monokausalismus" bezeichnest, kann man bei dem Thema nicht so einfach ausblenden. Wir leben nun einmal in einer Welt, die zwar gern humanistische Ideale propagiert, diese jedoch trotzdem häufig mit Füßen tritt. Das hat natürlich vielfältige Auswirkungen auch auf die Beziehung zwischen den Geschlechtern. Blendet man das aus, dann kann man diese Beziehung nicht mehr richtig verstehen. Das ist auch dann so, wenn ich mit meiner Meinung falsch liegen sollte. Der Mensch ernährt sich nun einmal nicht von Idealen und Träumen, sondern von seiner materiellen Umwelt. Das hat Einfluß auf alle Aspekte des Lebens.

Freundliche Grüße
von Garfield


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